Neue Bundesregierung 2021 Diskussionsthread

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Weil sie sozialer eingestellt ist und umweltpolitisch weiter denkt.
Das müßtest du als Politikinteressierter und Linkenwähler eigentlich wissen. ;)
Sag mal liest du auch Parteiprogramme und gleichst du die dann mit realer Politik ab, oder ist politisches Phrasen dreschen, ohne das "soll" zu Ergebnis "real" einzubeziehen, bei dir neuerdings auch durch irgendwelche Umstände in die große Mode gekommen?

Die Grünen welche ich seit Era Schröder auf Bundesebene, wie noch mehr auf Landesebene(Berlin) über die letzten 25 Jahre erleben durfte waren sicher im Laufe der Zeit alles, mal "Grün" orientiert und bestrebt, ja, zumindest mal mehr als heute.
Auf Berliner Landesebene aber hat sich das mit "Grün" schon wieder massiv in Grenzen gehalten, seit 2016 (Regierungsbeteiligung), wo man hätte vorlegen können, z.B. beim Radwegeausbau, oder mehr Verkehrsfreien Bereichen, oder auch nur mehr Straßenbahnlinien zu erhalten, als Strecken einzustellen und die Gleise zuzuteeren.

Aber wo zur Hölle sollen die Grünen seit 1998 an irgend einer Stelle "sozialer" gewesen sein, außer du verbindest mit "sozial" primär Politik für gentrifizierten am Wochenende mal in der Freizeit grünen Mittelstand und vor allen die letzten Jahre zunehmende dutzende Minoritäten, die zwar oft "gefühlte" soziale Benachteiligung empfinden (ich fühle mich bei der Anrede "Kunde" als Frau nicht von meiner Bank angesprochen, wir brauchen extra Toiletten für Transpersonen, Geschlechtsneutrale Ampelfiguren, Anrede *innen für das Zeugnis ab Klasse 1, damit sich auch ja kein Sechsjähriger diskriminiert fühlt), aber wenig, bzw. auch nicht deutlich mehr, für die reale soziale Probleme und Anliegen leisten, übrig haben als SPD und CDU um nur mal anzukratzen wären da alleine auf Berliner Landesebene Dinge wie:

Verdrängung der Gesamtschulen aus der Berliner Innenstadt (Mitte hat keine Gesamtschule mehr), Marode Schulen, Lehrermangel, und drastische Defizite bei Bildungschancen, bei sozial Schwachen (man erinnere sich, Bildung ist in Deutschland primär Ländersache), in Berlin mit seinem hohen Migrantenanteil zunehmende Sprachbarrieren und Deutschdeffiizite ab Klasse 1, ect. pp.

Wie sozialschwache Menschen bei gesunder Ernährung und Zugang zu qualitativ und haltungstechnisch vernünftig produzierten Fleisch nicht benachteiligt werden, außer es ist wie jetzt auch schon ok das diese vorrangig nur aus dem Restetopf produziertes bekommen.

Oder auch nur wie diese Gruppe sich Wohnraum leisten können soll und wo, ohne dafür als Putzfrau im Krankenhaus, oder Supermarkt Angestellte 2h Anfahrt und Rückfahrt, zu und von der Arbeit zu haben.

Sowie, wie Geringverdiene und Sozialempfänger sich künftig weiter Strom und Heizung leisten können, wo sie schon jetzt diese Kosten nicht mehr "spannungsfrei" tragen können.
ect. pp. usw.
 
Mir scheint, du nimmst dir nicht nur zu wenig Zeit, deine Aussagen zu formulieren, sondern postest auch häufiger als du dir merken kannst.
Das war meine ursprüngliche Aussage.

Zur Erinnerung: Deine These war, dass man sich um ältere Wähler "mehr Sorgen machen" müsse respektive im Umkehrschluss, dass junge Wähler besser weniger Anlass zur Sorge geben/sie die besseren Wähler sind.

Bei der Aussage bist du seinerzeit auch geblieben und hast dich nicht auf "ich meinte was anderes als ich geschrieben habe" rausgeredet.
AfD wählen finde ich auch schlimmer und da habe ich kein Verständnis für. Für mich gehört die Partei verboten. Sie wird ja auch schon länger vom Verfassungsschutz beobachtet.
Wieso sagt "Grünen wählen" mehr darüber aus, ob sich jemand Gedanken über die Zukunft mach, als "MLPD wählen"? Oder "3. Weg wählen"? Alle Parteien haben ein Programm für die Zukunft. Auch wenn DIR die von bestimmten Parteien angestrebte Zukunft nicht passt, sind dass denoch die Zukunftsvisionen, wegen denen diese Parteien von mitdenkenden, politisch kompetenten Bürgern gewählt werden.
Ja und? Trotzdem kann ich ja das Parteiprogramm einer Partei vernünftiger und nachhaltiger finden als das einer anderen Partei.

Und damit muss man in einer Demokratie leben: Dass Arschlöcher Arschloch-Parteien wählen, weil sie Arschloch-Zukunftsvisionen gut finden.
Hatte ich geschrieben das man die Demokratie abschaffen soll? Wieder wird versucht mir etwas anzudichten.
Auf dem gleichen Wege haben die Grünen damals übrigens auch meine Stimme bekommen, nur hatte ich mit Trittin und Künast dann Glück, dass tatsächlich Politik für Klima und Natur gemacht wurde, was man von Habeck und Baerbock wesentlich eingeschränkter zu erwarten war und auch wesentlich eingeschränkter umgesetzt wird.
Sie würden aktuell gerne mehr machen. Werden aber von der FDP blockiert.

Sag mal liest du auch Parteiprogramme und gleichst du die dann mit realer Politik ab, oder ist politisches Phrasen dreschen, ohne das "soll" zu Ergebnis "real" einzubeziehen, bei dir neuerdings auch durch irgendwelche Umstände in die große Mode gekommen?
Ich hatte die Grünen mit der FDP verglichen und da sind sie eindeutig sozialer.

Wer war denn immer der Meinung, dass "Harz IV" zu hoch ist und es dadurch keinen Anreiz zum arbeiten gäbe? Die FDP.
Wer war gegen den gesetzlichen Mindestlohn? Die FDP.
Wer hat das aktuelle Vorhaben der SPD und Grünen blockiert, das Zweiklassen-Gesundheitssystem abzuschaffen ? Die FDP.

Ein Wunder das sie dem Bürgergeld zugestimmt haben. Aber dabei wurden auch Kompromisse zu ihrem Gunsten gemacht.
 
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Ich hatte die Grünen mit der FDP verglichen und da sind sie eindeutig sozialer.
Du legst also faktisch keinen Maßstab für "sozial" an, sondern dein Maßstab für "sozial" ist im Grunde wer weniger Asozial ist?

Wer war denn immer der Meinung, dass "Harz IV" zu hoch ist und es dadurch keinen Anreiz zum arbeiten gäbe? Die FDP.
Sich gegen den Umstand stark gemacht, das Harz IV / Bürgergeld / Sozialhilfe in seiner Höhe künstlich kleingerechnet wird und daher gar nicht die Lebenskosten angemessen deckt, haben die Grünen aber auch nicht, was am Ende das "Pulver" für diese zurechtgebogene Behauptung der FDP ist, wenn man Leute gerne zwingen würde für einen Mindestlohn zu arbeiten, welcher für deutlich mehr Arbeit nicht ein spürbares plus in der Geldbörse bedeutet und somit auch eine Ecke mehr Lebensstandard und nicht nur "du darfst atmen und morgen wieder arbeiten", oder kurz um existieren.

Wer war gegen den gesetzlichen Mindestlohn? Die FDP.
Nur zur Erinnerung, die Union ebenso.
Und nur zur Erinnerung, die Grünen waren zwar für einen Mindestlohn, aber der "Kackstift in der Hose" hat auch verhindert das man bei den Grünen einen angemessenen Mindestlohn unterstützt, der nicht nur völlig freies Lohn-Dumping halbwegs "unterbindet", sondern auch einen der Arbeit angemessen vergütet, was sie bis heute nicht unterstützen, sondern nur halbfaule Kompromisse, die alleine dem Interesse entsprechender "Unternehmensverbände" dienen.

Ein Wunder das sie dem Bürgergeld zugestimmt haben.
Die FDP regiert nicht alleine und zum anderen wissen sie auch das ihnen die Menschen irgendwann doch mal anfangen könnten auf das Dach zu steigen, wenn sie sich nicht mehr die absoluten Minimalkosten bezahlen können (Essen Wohnung, Heizung, Strom) und alleine Strom und Heizung fressen die 53 Euro "Bürgergelderhöhung" schon wieder nahezu vollständig auf.

Also im Grunde hat der Sozialleistungsempfänger durch dieses "Bürgergeld" nicht mehr in seiner Tasche, also vor dem drastischen Anstieg und immer noch weniger als zuvor, durch die Inflation bei Lebensmitteln und anderen Produkten und immer noch viel zu wenig im Verhältnis zu dem was er (ohne künstliche Kaputtrechnung) normalerweise bekommen müsste, damit es die realen Kosten decken kann.

Der Erhöhung am Ende zuszustimmen hat der FDP also eigentlich somit auch nicht mal ein Zugeständnis abgefordert, aber man konnte beim Thema super rumpoltern (wie auch die Union), um beim eigenen Klientel Punkte zu machen und am Ende, trotz Erhöhung, war man als FDP Gewinner, weil es nicht die eigentlich nötigen deutlich mehr als 53 Euro wurden (welche Grüne und SPD aber auch von sich aus schon ebenso wenig bereit waren zu erhöhen, weil dann hätte man auch beim Mindestlohn mehr als 12 Euro ansetzen müssen, der sich sonst wirklich nicht mehr "gelohnt" hätte).

Aber dabei wurden auch Kompromisse zu ihrem Gunsten gemacht.
6 Monate keine Sanktionen zu verhängen sind am Ende auch nicht der Verlust, bei der die SPD sich ein "soziales Bein" für "ausgerissen" hätte und daher einen großen Verlust eingefahren hatte.
Alleine U25 bei der Sanktionierung nicht gleich zu Ü25 zu behandeln ist ein kleines Zugeständnis, welches die FDP rausgeholt hat und die SPD und Grüne zugstehen mussten.
 
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Naja, aber sie haben dem in der GroKo dann letztendlich doch zugestimmt. Natürlich nur nach drängen der SPD.
Und nur zur Erinnerung, die Grünen waren zwar für einen Mindestlohn, aber der "Kackstift in der Hose" hat auch verhindert das man bei den Grünen einen angemessenen Mindestlohn unterstützt, der nicht nur völlig freies Lohn-Dumping halbwegs "unterbindet", sondern auch einen der Arbeit angemessen vergütet, was sie bis heute nicht unterstützen, sondern nur halbfaule Kompromisse, alleine im Interesse entsprechender "Unternehmensverbände".
Waren die Grünen explizit gegen eine Mindestlohnerhöhung?
Die FDP regiert nicht alleine und zum anderen wissen sie auch das ihnen die Menschen irgendwann doch mal anfangen könnten auf das Dach zu steigen, wenn sie sich nicht mehr die absoluten Minimalkosten bezahlen können (Essen Wohnung, Heizung, Strom) und alleine Strom und Heizung fressen die 53 Euro "Bürgergelderhöhung" schon wieder nahezu vollständig auf.

Also im Grunde hat der Sozialleistungsempfänger durch dieses "Bürgergeld" nicht mehr in seiner Tasche, also vor dem drastischen Anstieg und immer noch weniger als zuvor, durch die Inflation bei Lebensmitteln und anderen Produkten und immer noch viel zu wenig im Verhältnis zu dem was er (ohne künstliche Kaputtrechnung) normalerweise bekommen müsste, damit es die realen Kosten decken kann.

Der Erhöhung am Ende zuszustimmen hat der FDP also eigentlich somit auch nicht mal ein Zugeständnis abgefordert, aber man konnte beim Thema super rumpoltern (wie auch die Union), um beim eigenen Klientel Punkte zu machen und am Ende, trotz Erhöhung, als Gewinner präsentieren, weil es nicht die nötigen deutlich mehr als 53 Euro wurden (welche Grüne und SPD aber ebenso wenig bereit waren zu erhöhen, weil dann hätte man auch beim Mindestlohn mehr als 12 Euro ansetzen müssen).
Klar. Die Bürgergelderhöhung ist eigentlich noch zu gering. Aber erstmal besser als gar nichts.

Der Mindestlohn müßte eigentlich auch nochmal erhöht werden auf 14-15 Euro.
 
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Sich gegen den Umstand stark gemacht, das Harz IV / Bürgergeld / Sozialhilfe in seiner Höhe künstlich kleingerechnet wird und daher gar nicht die Lebenskosten angemessen deckt haben die Grünen aber auch nicht, was am Ende das "Pulver" für diese zurechtgebogene Behauptung der FDP ist, wenn man Leute gerne zwingen würde für einen Mindestlohn zu arbeiten, welcher für deutlich mehr Arbeit nicht ein spürbares plus in der Geldbörse bedeutet und somit auch eine Ecke mehr Lebensstandard und nicht nur "du darfst atmen und morgen wieder arbeiten", oder kurz um existieren.
Jeder Arbeitnehmer muss aber ein vielfaches dessen Erwirtschaften, was er kostet.
Wenn du jetzt jedem 20€ gibst, werden Jobs wegfallen, weil die schlicht zu teuer sind und dann untergräbst du den Mindestlohn wieder.
Dass Kapitalisten immer gegen alles sind, was die Gewinne verringert, ist ja logisch.
Die FDP regiert nicht alleine und zum anderen wissen sie auch das ihnen die Menschen irgendwann doch mal anfangen könnten auf das Dach zu steigen, wenn sie sich nicht mehr die absoluten Minimalkosten bezahlen können (Essen Wohnung, Heizung, Strom) und alleine Strom und Heizung fressen die 53 Euro "Bürgergelderhöhung" schon wieder nahezu vollständig auf.
Dass jetzt alles sehr viel teurer geworden ist, betrifft ja jeden. Dass der, der weniger hat, mehr leiden muss, ist auch nichts Neues. Die Heizkosten werden ja vom Jobcenter übernommen, frieren wird es Bürgergeldler (Ex Hatzer) nie. Er kann nur keine Glotze mehr schauen, weil das Geld für Strom nicht mehr reicht.
Der kleine Arbeiter, der früher so gerade über die Runden kam, kann das aber jetzt nicht mehr, weil der erhöhte Mindestlohn dafür nicht mehr reicht. Und was der Student macht, der außerhalb des Mindestlohns arbeitet, weiß eh keiner.

Naja, aber sie haben dem in der GroKo dann letztendlich doch zugestimmt. Natürlich nur nach drängen der SPD.
Was hat denn die SPD dafür aufgegeben? Mit irgendwas mussten sie die Union ja gelockt haben.
Waren die Grünen explizit gegen eine Mindestlohnerhöhung?
Daran kann ich mich jetzt auch nicht erinnern.
Klar. Die Bürgergelderhöhung ist eigentlich noch zu gering. Aber erstmal besser als gar nichts.

Der Mindestlohn müßte eigentlich auch nochmal erhöht werden auf 14-15 Euro.
Alles ist nicht ausgewogen. Du kannst das Bürgergeld nicht so weit anheben, dass sich das nicht mehr lohnt, für gering bezahlte Arbeit aufzustehen.
Natürlich war das Dummgeschwafel, was Söder abgelassen hatte, dass niemand mehr aufsteht, weil es ja jetzt 50€ mehr Geld für die Hängematte gibt.
Gleichzeitig muss die Erhöhung erwirtschaftet werden. Und dann hast du noch die, die hier hergekommen sind, weil in ihrem Land gerade Krieg herrscht.
Ich hab im Krankenhaus eine sehr nette Ukrainerin kennen gelernt, die in ihrer Heimat eine ausgebildete Krankenschwester war. Hier wird die Ausbildung aber nicht anerkannt und jetzt muss sie ihren Beruf, den sie schon 10 Jahre ausübt, neu erlernen. Was für ein Bullshit.
 
Was hat denn die SPD dafür aufgegeben? Mit irgendwas mussten sie die Union ja gelockt haben.
Was das für ein Kompromiss war weiß ich jetzt auch nicht.
Alles ist nicht ausgewogen. Du kannst das Bürgergeld nicht so weit anheben, dass sich das nicht mehr lohnt, für gering bezahlte Arbeit aufzustehen.
Natürlich war das Dummgeschwafel, was Söder abgelassen hatte, dass niemand mehr aufsteht, weil es ja jetzt 50€ mehr Geld für die Hängematte gibt.
Wenn genug Mindestlohn gezahlt wird, dann gibt es auch genug Anreiz zu arbeiten. Man kann nicht alles auf den Staat abwälzen. Auch Arbeitgeber haben ihre Pflichten. Und dazu gehört nicht nur Jobs zu schaffen, sondern auch noch ein bißchen mehr.
Ich hab im Krankenhaus eine sehr nette Ukrainerin kennen gelernt, die in ihrer Heimat eine ausgebildete Krankenschwester war. Hier wird die Ausbildung aber nicht anerkannt und jetzt muss sie ihren Beruf, den sie schon 10 Jahre ausübt, neu erlernen. Was für ein Bullshit.
Ja solche Hürden sind ärgerlich. Wenn man ausländische Fachkräfte integrieren will, muß da nachgebessert werden.
 
Dass Kapitalisten immer gegen alles sind, was die Gewinne verringert, ist ja logisch.
Was gelinde gesagt Unsinn ist.
Kapitalist zu sein bedeutet nicht automatisch Gewinne um jeden Preis erzielen zu müssen und zu wollen, sondern nur wirtschaftlich zu arbeiten, wozu ein Gewinn gehört, aber nirgends ein zwingender Maximalgewinn.
Genau da liegt aber einer der Knackpunkte, warum das System aktuell eine Abwärtsspirale ist, es geht zu oft nur noch um Gewinnmaximierung und dafür wird alles und jeder (Belegschaft, wie Kunde) zu Zahlen und Posten, wie Erträge und Kosten, in einer Tabelle gemacht. Der menschliche und soziale Faktor spielt dabei aber immer weniger eine Rolle.

Dass jetzt alles sehr viel teurer geworden ist, betrifft ja jeden. Dass der, der weniger hat, mehr leiden muss, ist auch nichts Neues.
Jemand der aber 2500 Euro im Monat zur Verfügung hat trifft es nicht annähernd so hart wie jemanden der nur 900 Euro im Monat hat und ersterer hat üblicherweise meist noch deutlich mehr Potenzial Kosten einzusparen, als letzterer, der schon so schauen musste wie und wo er sparen kann, um mit 900 Euro überhaupt hinkommen zu können.

Die Heizkosten werden ja vom Jobcenter übernommen, frieren wird es Bürgergeldler (Ex Hatzer) nie.
Nur in bis angemessener Höhe und selbst das stellt man ja zunehmend in Frage (siehe das "die Jobcenter können nicht alle Preiserhöhungen übernehmen" bla bla letztes Jahr) und die Zahl der Fälle in denen die Ämter die Kosten nicht mehr in voller Höhe übernehmen steigt auch, weil "nicht angemessen".

Er kann nur keine Glotze mehr schauen, weil das Geld für Strom nicht mehr reicht.
Er muss sich auch ggf. bei anderen Dingen einschränken, z.B. Duschen und Baden, sofern Durchlauferhitzer, Waschmaschine weniger oft anstellen, oder beim Kochen.
Aber schön das dir da an erster Stelle das BILD Lieblingsklischee in den Sinn kommt, vom faulen ganzen Tag Glotze guckenden Leistungsempfänger.

Der kleine Arbeiter, der früher so gerade über die Runden kam, kann das aber jetzt nicht mehr, weil der erhöhte Mindestlohn dafür nicht mehr reicht.
Und der Leistungsempfänger der früher schon nicht wirklich über die Runden kam kommt es jetzt noch weniger.
Es reicht für alle die in Niedriglohn und tiefer stecken nicht mehr, aber davon rede ich auch schon die ganze Zeit.

Alles ist nicht ausgewogen. Du kannst das Bürgergeld nicht so weit anheben, dass sich das nicht mehr lohnt, für gering bezahlte Arbeit aufzustehen.
Nicht solange du meinst ein prikär verdienender Niedriglohnsektor (Mindestlohn) sei tragbar und akzeptabel und daher nicht anzutasten, aber das hatte ich im letzten Post schon geschrieben.

Gleichzeitig muss die Erhöhung erwirtschaftet werden.
Wird es schon, Inflation erzeugt auch automatisch Mehreinnahmen für denn Staat, aber das Geld verplant man ja direkt an allen anderen / neuen Stellen, statt damit die Mehrkosten an bestehenden damit zu decken.

Und dann hast du noch die, die hier hergekommen sind, weil in ihrem Land gerade Krieg herrscht.
Man wird immer irgend etwas als "Begründung" finden können, warum es gerade (richtig) schlecht ist, irgendwas "nicht geht", oder man es "nicht anpacken konnte", ob Krise der deutschen Wirtschaft, Terrorismus, Bankenkrise, Flüchtlingskrise, Covid, oder jetzt Krieg, üblicherweise sind es aber immer nur Ausreden, Probleme und Notwendigkeiten nicht anpacken zu müssen / wollen.

Ich hab im Krankenhaus eine sehr nette Ukrainerin kennen gelernt, die in ihrer Heimat eine ausgebildete Krankenschwester war. Hier wird die Ausbildung aber nicht anerkannt und jetzt muss sie ihren Beruf, den sie schon 10 Jahre ausübt, neu erlernen. Was für ein Bullshit.
Es hat schon seine Gründe warum nicht jeder Beruf automatisch anerkannt werden kann, aber das es zumindest in Teilen ins absurde abdrifftet, sowas nicht beschleunigt anerkennen lassen zu können, ist schon seit Jahrzehnten Thema, ohne das sich da politisch irgend etwas mal nennenswert bewegen täte, aber da wären wir dann wieder bei dem Punkt aus dem zitierten Punkt hier direkt darüber.
 
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Wenn genug Mindestlohn gezahlt wird, dann gibt es auch genug Anreiz zu arbeiten. Man kann nicht alles auf den Staat abwälzen. Auch Arbeitgeber haben ihre Pflichten. Und dazu gehört nicht nur Jobs zu schaffen, sondern auch noch ein bißchen mehr.
Tja, wo ist die Grenze?
Meine Tochter verdient sich etwas Geld hinzu, in dem sie Nachhilfeunterricht anbietet. Bzw. macht sie das über eine kleine Agentur. Natürlich kriegt sie keinen Mindestlohnt, aber ihre Dienste kosten pro Stunde 35€.
Man stelle sich aber vor, sie würde den Mindestlohn bekommen. Was würde die Stunde dann kosten? Und wer kann sich dann noch Nachhilfe für sein Kind leisten?
Arbeitgeber wollen möglichst viel für sich einstreichen, daher gibt es ja so viele Ausnahmen von der Regel. Hier wurde gute Lobbyarbeit gemacht. Oder große Unternehmen und Leiharbeit.
Was gelinde gesagt Unsinn ist.
Kapitalist zu sein bedeutet nicht automatisch Gewinne um jeden Preis erzielen zu müssen und zu wollen.
Genau da liegt aber einer der Knackpunkte, warum das System aktuell eine Abwärtsspirale ist, es geht nur noch um Gewinnmaximierung und dafür wird alles und jeder zu Zahlen und Posten gemacht.
Trotzdem ist das das Kredo der Branche. Du versucht Gewinnmaximierung zu erreichen. Dafür holst du dir teure Berater, die dann alles herauspressen, was geht. Hab ich ja selbst erlebt.
Das System kannst du auch nicht mehr ändern. Es gibt keinen sozialen, nachhaltigen, umweltschützenden Kapitalismus. Es gibt nur den einen Kapitalismus. Alles herauszupressen, was möglich ist, egal was danach ist. Egal ob Mensch, Tier oder Natur. Pressen, quetschen, würgen.
Der Kapitalismus denkt bis zum nächsten Quartal, aber nie weiter.
Ich will den Kapitalismus auch nicht abschaffen. Nur dadurch hast du Fortschritt, Innovation, was weiß ich.
Aber irgendwie muss der Turbo Kapitalismus eingebremst werden. Da ist der Staat gefragt. Er verfasst die Regeln, in denen alle leben.
Jemand der aber 2500 Euro im Monat zur Verfügung hat trifft es nicht annähernd so hart wie jemanden der nur 900 Euro im Monat hat und ersterer hat üblicherweise meist noch deutlich mehr Potenzial Kosten einzusparen, als letzterer, der schon so schauen musste wie und wo er sparen kann, um mit 900 Euro überhaupt hinkommen zu können.
Klar, mir geht es auch schlechter. Ich kann meine von Kindern gerollten Havannas nicht mehr mit einem Hunderter anzünden. Es reicht nur noch für den Fünfziger. :heul:
Aber wessen Schuld ist das jetzt? War Gas und Strom in den letzten Jahren zu günstig? Ist der Preis jetzt angemessen? Harald Lesch meinte mal, dass Energie viel zu günstig wäre. Energie kostet der Natur alles, egal ob Förderung von Fossilen, oder Transport oder Gewinnung. Keiner preist das mit ein.
Wir sind an einem Punkt angekommen, wo alles mit einem Schlag mehr kostet und jetzt müssen wir daraus die Lehren ziehen. Der Klimawandel an sich wird noch mal um ein Vielfaches teurer werden. Eine Lösung habe ich aber auch nicht.
Nur in bis angemessener Höhe und selbst das stellt man ja zunehmend in Frage (siehe das "die Jobcenter können nicht alle Preiserhöhungen übernehmen" bla bla letztes Jahr) und die Zahl der Fälle in denen die Ämter die Kosten nicht mehr in voller Höhe übernehmen steigt auch, weil "nicht angemessen".
Heizkosten müssen sie übernehmen. Das ist Gesetz. Stromkosten übernehmen sie nicht und die steigen auch.
Wohnungsgröße kann ein Problem werden. Zu Anfängen von Hartz musste ein früherer Schulfreund aus seinem Haus (also nicht sein eigenes Haus) ausziehen, weil das Jobcenter meinte, dass es zu groß wäre. Er musste zwangsweise mit seiner Familie (1 Kind plus schwangerer Frau) in ein Wohnblock ziehen. als das zweite Kind dann da war, bekam er eine größere Wohnung gebilligt, aber wieder Wohnblock ohne Fahrstuhl. Das Haus, in dem er vorher gewohnt hatte, war von der Wohngröße sogar kleiner als die neue Wohnung im Wohnblock.
Man sah, dass seine Frau schwanger war. Einfach drin wohnen lassen und dann passt das später mit 2 Kinder.
Da konnte man nur mit dem Kopf schütteln.
Und inzwischen hast du bei den Ämtern eh nur noch Quereinsteiger. Hauptsache irgendwas studiert und dann kannst du anfangen. Das System ist nach 20 Jahren kaputt.
Er muss sich auch ggf. bei anderen Dingen einschränken, z.B. Duschen und Baden, sofern Durchlauferhitzer, Waschmaschine weniger oft anstellen, oderbeim Kochen.
Aber schön das dir da an erster Stelle das BILD Lieblingsklischee in den Sinn kommt, vom faulen ganzen Tag Glotze guckenden Leistungsempfänger.
Kommt mir nicht. Den Begriff "soziale Hängematte" hatte Helmut Schmidt als erster genannt. Jemand, der von den Sozen auch heute noch geehrt wird.
Ich persönlich würde die Strafen eh abschaffen. Die Leute, die keine Lust auf Arbeit haben (ich hab da einen Fall im Bekanntenkreis), wird man eh immer mit durchfüttern müssen. Das ist so, das war so und das wird immer so sein. Das System wird nach allen Seiten hin ausgenutzt. Dazu kommen viele, die das Behördendeutsch nicht verstehen und deswegen Unterstützung gestrichen bekommen. Die können mit den ganzen Zetteln nichts anfangen, verpassen Termine oder sonst was. Dann gibt es diel, die nicht mehr können oder sonstige Probleme haben und dann gibt es die, die echt Pech im Leben hatten.
Ich zahle mit meinen Steuern für all diese Menschen und ich zahle gerne, damit es allen gut geht, keiner hungern und niemand frieren muss. Und die Handvoll, die keinen Bock haben und alles ablehnen -- ja, ist eben so.
Und der Leistungsempfänger der früher schon nicht wirklich über die Runden kam kommt es jetzt noch weniger.
Es reicht für alle die in Niedriglohn und tiefer stecken nicht mehr, aber davon rede ich auch schon die ganze Zeit.
Alle gucken in die Röhre. Ich weiß, dass ein Bürgergeldler kaum über die Runden kommt. Im Bekanntenkreis habe ich jemanden, der gerade den berühmten 1 Euro Job macht. Ohne die knapp 200€ extra im Monat würde er es nicht schaffen. Ich kenne ihn seit vielen Jahren. Einer, der wirklich Pech im Leben hatte. Immer bekam er vom Leben eins über die Rübe gezogen.
Nicht solange du meinst ein prikär verdienender Niedriglohnsektor (Mindestlohn) sei tragbar und akzeptabel und daher nicht anzutasten, aber das hatte ich im letzten Post schon geschrieben.
Die Sozen haben den Niedriglohnsektor gefördert und die Industrie hat die billigen Arbeitskräfte danken genommen und später wirst du das Problem haben, dass die alle an Altersarmut leiden werden.
Wird es schon, Inflation erzeugt auch automatisch Mehreinnahmen für denn Staat, aber das Geld verplant man ja direkt an allen anderen / neuen Stellen, statt damit die Mehrkosten an bestehenden damit zu decken.
Sie werden in die Rüstung gesteckt.
Man wird immer irgendwas als "Begründung" finden, warum es gerade schlecht ist, irgendwas nicht geht, oder man es nicht anpacken konnte, ob Bankenkrise, Covid, oder Krieg, üblicherweise sind es aber immer nur Ausreden, Probleme und Notwendigkeiten nicht anpacken zu müsesn / wollen.
Klar. Die Arbeitgeber werden immer jammern, weil es gerade jetzt schlecht ist, mehr Lohn zu fordern.
Die Regierung jammert immer, weil alles gerade nicht passt und der Bürger jammet, weil gerade alles teuer ist und die Bild hetzt wieder gegen alle, die ihr nicht passen.
Es hat schon seine Gründe warum nicht jeder Beruf automatisch anerkannt werden kann, aber das es zumindest in Teilen ins absurde abdrifftet, sowas nicht beschleunigt anerkennen lassen zu können ist schon seit Jahrzehnten Thema, ohne das sich da irgendetwas mal nennenswert bewegen täte, aber da wären wir dann wieder bei dem Punkt aus dem zitierten Punkt hier direkt darüber.
Seit Jahren wird geredet, dass man da was machen muss, um Fachkräfte anzulocken aber seit Jahren passiert nichts. Da müssen sich alle an die Nase fassen. Ausreden, wie "der andere war aber dagegen" zählt nicht mehr.
 
Tja, wo ist die Grenze?
Meine Tochter verdient sich etwas Geld hinzu, in dem sie Nachhilfeunterricht anbietet. Bzw. macht sie das über eine kleine Agentur. Natürlich kriegt sie keinen Mindestlohnt, aber ihre Dienste kosten pro Stunde 35€.
Man stelle sich aber vor, sie würde den Mindestlohn bekommen. Was würde die Stunde dann kosten? Und wer kann sich dann noch Nachhilfe für sein Kind leisten?
Wieviel darf denn deine Tochter von den 35€ behalten?
 
Für mich sind Vergleiche ein Zeichen von der Fähigkeit, offen und frei zu denken und keine Wertungen. Eine Auf- oder Abwertung kann aus dem Ergebniss eines Vergleichs resultieren, allerdings sehe ich da in diesem Fall kein Potential für: "Populisten bedienen sich populistischer Strategien"
Was soll daran auf- oder abwertend sein? Es ist einfach eine Schilderung von Beobachtungen. Nur Leute, die bislang nicht gesehen haben, wie FDP und AFD um Wählerstimmen kämpfen, könnten daraufhin ihre Wertung dieser Parteien ändern.
Und da sage ich nein. Wer FDP und AfD in einen Topf wirft, der verweigert sich der Realität und er wertet die AfD auf, denn die FDP ist schon lagen ein Teil der demokratischen Grundordnung der BRD und man kann ihr sicher nicht unterstellen, diese auflösen zu wollen. Das trifft auf die AfD nicht zu.
 
Wieviel darf denn deine Tochter von den 35€ behalten?
7€ bekommt sie die Stunde.
Klar, sie könnte sich selbstständig machen und dann alles ein sacken, aber dafür hast du mehr Arbeit.
Sie fährt ja nirgendwo hin. Die Kinder kommen zu ihr in die Uni.
Zu Hause bei den Kindern geht auch, hat sie nur keine Lust zu, da du ständig fahren muss.
Insgesamt ein leichter Job und sie kriegt mehr als in dem Job davor.
 
Das ist verdammt wenig. :wow:
Sie kann ja streiken. :D
Tja, so ist das eben. Verdienen tust du nicht so viel, weil Bildung eben nicht honoriert wird.
Sie hätte auch für Abacus arbeiten können. Allerdings arbeitest du nicht wirklich für sie, sondern bist eine Ich-AG und Abacus ist dein einziger Auftraggeber. Du arbeitest ausschließlich auf Honorarbasis. Bedeutet also, du verdienst nur etwas, wenn du auch arbeitest. Du musst zu den Kindern hinfahren (natürlich mit dem eignen Wagen, Spritgeld gibt es nicht), Urlaub gibt es nicht, Geld gibt es nicht, wenn das Kind absagt oder du krank wirs.
Im Grunde genommen ist es wie bei Lieferando und Co. oder beim 1 Euro Job. Am Ende hast du nicht mal mehr als sie jetzt bekommt.
Nachhilfe lohnt sich nicht für den, der sie gibt. Dann kannst du das lieber privat geben, also im Internet anbieten und so. Aber sowas wollte sie nicht. Da kommst du dann zu Leuten hin und wachst, vollgepumpt mit KO Tropfen, nackt im Wald auf.
Ist halt nicht einfach. Gastronomie Jobs kannst du vergessen, weil die dort noch weniger bezahlen (soviel zum Thema Mindestlohn).
Mein Sohn jobbt nicht. Der hat keine Zeit. Der studiert Physik und der sagt, dass die Mathematik aufm Gymnasium ein Witz war im Vergleich zur Mathematik im Studium. Obwohl er echt gut in Mathematik war und schon als Schüler anderen Nachhilfe gegeben hatte.
Er hat mir mal was vom Studium gezeigt, und ich hab mit den Ohren geschlackert. :ugly: :D
 
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Das war meine ursprüngliche Aussage.

Deine ursprüngliche Aussage habe ich zitiert und es ist offensichtlich eine andere, Mr. Wendehals.

AfD wählen finde ich auch schlimmer und da habe ich kein Verständnis für. Für mich gehört die Partei verboten. Sie wird ja auch schon länger vom Verfassungsschutz beobachtet.

Ich nehme zur Kenntniss, dass du auf die an dich gerichteten Fragen ebenso wenig geantwortet hast, wie du auf irgend eins der anderen Argumente bezüglich des vorangegangenen Themas eingegangen bist und werde mir komplexe Antworten dir gegenüber in Zukunft einfach ganz sparen.


Jeder Arbeitnehmer muss aber ein vielfaches dessen Erwirtschaften, was er kostet.
Wenn du jetzt jedem 20€ gibst, werden Jobs wegfallen, weil die schlicht zu teuer sind und dann untergräbst du den Mindestlohn wieder.

Jobs fallen nur weg, wenn sie verzichtbar sind. Bei schwer verzichtbaren Aufgaben reagiert man auf Lohnsteigerungen mit höheren Preisen für das Endprodukt - was bei steigenden Mindestlöhnen auch vollkommen okay ist, da es sich die armen Leute dann auch leisten können und unterm Strich trotzdem besser dastehen. Die höheren Preise treffen schließlich auch Reiche; Preis- und Lohnänderungen sind also zu Gunsten Armer verteilt. Da ist ein Mindestlohn letztlich nichts anderes als ein Zusammenschieben der zu weit klaffenden Einkommenssschere am unteren Ende.

(Ich persönlich wäre allerdings auch eher für Maßnahmen, die von oben ansetzen und Reiche stärker belasten. Nur durch Änderungen am unteren Ende die soziale Balance wieder herzustellen würde am Ende der Inflationsspirale vermutlich bei Mindestlöhnen von 60-100 Euro enden. Binnenökonomisch ist das zwar in der Theorie neutral, der einzige innere Effekt wäre der von mir eben beschriebene, erwünschte. Aber zum einen ist es sehr unwahrscheinlich, dass eine so große Änderung in kurzer Zeit auch in der Praxis ohne richtig große Verlierer abläuft und zum anderen wird es außenwirtschaftlich zum Problem, wenn Deutschland als EU-Mitglied auf einmal ein Binnenmarktniveau hat, zu dem Schweizer und Norweger aufblicken müssen. Hinzu kommt noch, dass der Mindestlohn eben nur ganz am untersten Ende direkt wirkt, also erst einmal die untersten 10-20-30% der Bevölkerung auf ein Niveau setzt, was bei steigenden Kosten einen sinkenden Lebensstandard für die 20-30% Gruppe bedeutet.)

Ich hab im Krankenhaus eine sehr nette Ukrainerin kennen gelernt, die in ihrer Heimat eine ausgebildete Krankenschwester war. Hier wird die Ausbildung aber nicht anerkannt und jetzt muss sie ihren Beruf, den sie schon 10 Jahre ausübt, neu erlernen. Was für ein Bullshit.

Ich habe kürzlich das Zeugniss eines Palästinensers gesehen. Vor allem in folgenden Fächern hatte er Stärken: Politik, Koran-Kunde 1-3, Geschichte, Hadithen,... Nur Mathe war nicht so seins, ergab aber im Durchschnitt doch eine ziemlich gute Endnote. Als Bauingenieur. :ugly:

Die Anerkennung fremder Bildungsabschlüsse ist ein verdammt komplexes Thema und bei Krankenschwestern hängen Leben davon ab, dass sich deren Kollegen und vorgesetzte darauf verlassen können, dass sie eigenständig all die Aufgaben kompetent ausführen kann, die !in Deutschland! von einer Krankenschwester verlangt werden.


Was gelinde gesagt Unsinn ist.
Kapitalist zu sein bedeutet nicht automatisch Gewinne um jeden Preis erzielen zu müssen und zu wollen, sondern nur wirtschaftlich zu arbeiten, wozu ein Gewinn gehört, aber nirgends ein zwingender Maximalgewinn.

Hmmm, doch. Eigentlich ist genau das DAS erklärte Ziel von Kapitalisten und freiem Markt: Maximaler Profit. Menschliche und soziale Faktoren können dabei zwar eine Rolle spielen, aber nur weil z.B. gute Mitarbeiter eine Grundlage für zukünftiger Gewinne sind; sie zu halten also Bestandteil einer umfassenden Profitmaximierung.


Tja, wo ist die Grenze?
Meine Tochter verdient sich etwas Geld hinzu, in dem sie Nachhilfeunterricht anbietet. Bzw. macht sie das über eine kleine Agentur. Natürlich kriegt sie keinen Mindestlohnt, aber ihre Dienste kosten pro Stunde 35€.
Man stelle sich aber vor, sie würde den Mindestlohn bekommen. Was würde die Stunde dann kosten? Und wer kann sich dann noch Nachhilfe für sein Kind leisten?
Arbeitgeber wollen möglichst viel für sich einstreichen, daher gibt es ja so viele Ausnahmen von der Regel. Hier wurde gute Lobbyarbeit gemacht. Oder große Unternehmen und Leiharbeit.

Man stelle sich mal vor, wir hätten in Deutschland Schulen, an denen was lernen könnte, anstatt einen Teil der Ausbildung an private Unternehmen auszulagern, die sich nur der reichere Teil der Gesellschaft leisten kann...

Das System kannst du auch nicht mehr ändern. Es gibt keinen sozialen, nachhaltigen, umweltschützenden Kapitalismus. Es gibt nur den einen Kapitalismus. Alles herauszupressen, was möglich ist, egal was danach ist. Egal ob Mensch, Tier oder Natur. Pressen, quetschen, würgen.

Man kann dem System Grenzen setzen, die genau das verhindern bzw. die dafür sorgen, dass die Interessen Schutzbedürftiger mit weitaus mehr Gewicht in die Bilanz einfließen. Muss man natürlich wollen, so als Bundesregierung...

Der Kapitalismus denkt bis zum nächsten Quartal, aber nie weiter.

Nö. Ein fähiger Kapitalist denkt eigentlich deutlich weiter. Allerdings kann das auch bedeuten, dass er zu dem Schluss kommt "wenn ich Firma 1 mit hohem Gewinn im ersten Quartal abwickle, ist mein Kapital im zweiten Quartal frei, damit ich die gleiche Nummer nochmal mit Firma 2 durchziehen kann."
 
Deine ursprüngliche Aussage habe ich zitiert und es ist offensichtlich eine andere, Mr. Wendehals.
Ich weiß doch selber was meine ursprüngliche Aussage war. :ugly:
Ich nehme zur Kenntniss, dass du auf die an dich gerichteten Fragen ebenso wenig geantwortet hast, wie du auf irgend eins der anderen Argumente bezüglich des vorangegangenen Themas eingegangen bist und werde mir komplexe Antworten dir gegenüber in Zukunft einfach ganz sparen.
Auf die für mich wichtigsten Punkte bin ich eingegangen. Wenn dir das nicht passt: Pech!
Ich muß mit dir auch nicht mehr weiter drüber diskutieren. Spart mit Zeit und Nerven.
 
AfD wählen finde ich auch schlimmer und da habe ich kein Verständnis für. Für mich gehört die Partei verboten.
Und was hast du dann gewonnen?
Rechtsextreme verschwinden nicht wenn man rechts-außen Parteien, wie NPD, oder AfD, verbietet, weder aus dem Alltag, noch aus der Politik, man geht gerade bei letzteren einfach in eine neue Partei und fängt die Spielchen von vorne an, siehe AfD.

Also kannst du nun Don Quichotte spielen und gegen jede Windmühle anrennen und in langwierigen oft Jahrzehntedauernden Verfahren niederreißen (weil so ein Verbot einer Partei, in einer Demokratie gut begründet und belegt werden muss), oder aber die Windmühle, von der du irgendwann weißt wie sie tickt und vor allen wer in ihr tickt, beobachten und dann mit anderen rechtstaatlichen Maßnahmen "im Zaum halten", ohne erstmal jedes mal, nach einem Verbot, im trüben zu fischen, wo die Fische sich nun wieder verstecken gegangen sind.

Ja und? Trotzdem kann ich ja das Parteiprogramm einer Partei vernünftiger und nachhaltiger finden als das einer anderen Partei.
Man kann auch Zigarette rauchen für "vernünftiger" und "nachhaltiger" als Crack spritzen halten, das bedeutet aber nicht das eines von beiden deshalb plötzlich wirklich "vernünftig" und wirklich "nachhaltiger" ist.

Hatte ich geschrieben das man die Demokratie abschaffen soll? Wieder wird versucht mir etwas anzudichten.
Nicht direkt, aber pluralistische Standpunkte anderer Personen, die dir nicht gefallen, findest du auch nicht so wirklich vertretbar, weshalb du ja scheinbar alte Leute nicht "toll" findest.
Eine Demokratie lebt aber vom Pluralismus und eigentlich durch diesen davon eine Mehrheit von der eigenen Position zu überzeugen, wenn du nun aber pluralistische Ansichten nicht möchtest zensierst du im Grunde denn demokratischen Wettbwerb.

Sie würden aktuell gerne mehr machen. Werden aber von der FDP blockiert.
Das ist halt der Preis, eine Minderheitenregierung war ja keine Option (jaja weiß, sowas mögen deutsche Parteien nicht, aber das Grundgesetz erlaubt es), weil dann hätte man für jedes eigene Anliegen genau das machen müssen was man in einer Demokratie eigentlich machen sollte, für Stimmen dafür zu werben.

Also doch lieber für faule Kompromisse mit der FDP regieren, 1-2 Projekte durchbekommen und Füße hochlegen, weil Rest ging ja leider leider nicht, weil man keine 50% Stimmen plus hatte und Leute wie RyzA fressen sowieso die sichtbar fadenscheinigste Begründung aus der Hand...
 
Und was hast du dann gewonnen?
Rechtsextreme verschwinden nicht wenn man rechts-außen Parteien, wie NPD, oder AfD, verbietet, weder aus dem Alltag, noch aus der Politik, man geht gerade bei letzteren einfach in eine neue Partei und fängt die Spielchen von vorne an, siehe AfD.

Also kannst du nun Don Quichotte spielen und gegen jede Windmühle anrennen und in langwierigen oft Jahrzehntedauernden Verfahren niederreißen (weil so ein Verbot einer Partei, in einer Demokratie gut begründet und belegt werden muss), oder aber die Windmühle, von der du irgendwann weißt wie sie tickt und vor allen wer in ihr tickt, beobachten und dann mit anderen rechtstaatlichen Maßnahmen "im Zaum halten", ohne erstmal jedes mal, nach einem Verbot, im trüben zu fischen, wo die Fische sich nun wieder verstecken gegangen sind.
Naja, wenn es um Volksverhetzung und andere Straftatbestände geht kann man das nicht tolerieren. Bzw der Staat kann das nicht.
Man kann auch Zigarette rauchen für "vernünftiger" und "nachhaltiger" als Crack spritzen halten, das bedeutet aber nicht das eines von beiden deshalb plötzlich wirklich "vernünftig" und wirklich "nachhaltiger" ist.
Ein total dämlicher Vergleich.:wall:
Nicht direkt, aber pluralistische Standpunkte anderer Personen, die dir nicht gefallen, findest du auch nicht so wirklich vertretbar, weshalb du ja scheinbar alte Leute nicht "toll" findest.
Jetzt willst du mir andichten das ich was gegen "alte Leute" habe? Wird ja immer besser hier.:lol:
Eine Demokratie lebt aber vom Pluralismus und eigentlich durch diesen davon eine Mehrheit von der eigenen Position zu überzeugen, wenn du nun aber pluralistische Ansichten nicht möchtest zensierst du im Grunde denn demokratischen Wettbwerb.
Ich toleriere andere Meinungen und Ansichten. Nur muß ich die ja nicht immer gut finden.
Also doch lieber faule Kompromisse mit der FDP, regieren, 1-2 Projekte durchbekommen und Füße hochlegen, weil Rest ging ja leider nicht, weil man keine 50% Stimmen plus hatte und Leute wie RyzA fressen sowieso sichtbar die Begründung aus der Hand.
Was für ein Unsinn.

Ich werde mich jetzt hier aus dem Politikthread für eine Weile zurückziehen.
 
Jobs fallen nur weg, wenn sie verzichtbar sind. Bei schwer verzichtbaren Aufgaben reagiert man auf Lohnsteigerungen mit höheren Preisen für das Endprodukt - was bei steigenden Mindestlöhnen auch vollkommen okay ist, da es sich die armen Leute dann auch leisten können und unterm Strich trotzdem besser dastehen. Die höheren Preise treffen schließlich auch Reiche; Preis- und Lohnänderungen sind also zu Gunsten Armer verteilt. Da ist ein Mindestlohn letztlich nichts anderes als ein Zusammenschieben der zu weit klaffenden Einkommenssschere am unteren Ende.
Nicht nach meinem Verständnis, bzw. nach dem, was demnächst passieren wird. Ein Blick in die Zukunft....
Alle meckern ja, dass Flüchtlinge, bzw. Asylanten (ein blödes Wort, gibt es was Besseres?) nicht arbeiten dürfen.
Ergo wird die Union, wenn sie ab 2025 wieder ins Kanzleramt einziehen wird (:D :ugly: ), dafür sorgen, dass die eben genannten Personengruppen arbeiten dürfen, bzw. müssen, um Unterstützung zu bekommen. Dafür wird der Mindestlohn für diese Gruppeausgesetzt. So hast du wieder Menschen, die eine billige Arbeitskraft sind, keine Arbeit ablehnen können ,weil sie sonst abgeschoben werden und dafür sorgen, dass es wieder Menschen gibt, die in Deutschland für 5€ die Stunde arbeiten.
Die Jobs fallen in der Tat nicht weg, aber sie werden nun von Menschen erledigt, für die der Mindestlohn nicht gelten wird.
Hab ich erwähnt, dass die Grünen als Koalitionspartner dem zugestimmt haben? ;)
(Ich persönlich wäre allerdings auch eher für Maßnahmen, die von oben ansetzen und Reiche stärker belasten. Nur durch Änderungen am unteren Ende die soziale Balance wieder herzustellen würde am Ende der Inflationsspirale vermutlich bei Mindestlöhnen von 60-100 Euro enden. Binnenökonomisch ist das zwar in der Theorie neutral, der einzige innere Effekt wäre der von mir eben beschriebene, erwünschte. Aber zum einen ist es sehr unwahrscheinlich, dass eine so große Änderung in kurzer Zeit auch in der Praxis ohne richtig große Verlierer abläuft und zum anderen wird es außenwirtschaftlich zum Problem, wenn Deutschland als EU-Mitglied auf einmal ein Binnenmarktniveau hat, zu dem Schweizer und Norweger aufblicken müssen. Hinzu kommt noch, dass der Mindestlohn eben nur ganz am untersten Ende direkt wirkt, also erst einmal die untersten 10-20-30% der Bevölkerung auf ein Niveau setzt, was bei steigenden Kosten einen sinkenden Lebensstandard für die 20-30% Gruppe bedeutet.)
Das Problem ist, dass du für eine Änderung der Sozialpolitik in Deutschland keine Mehrheit im Bundestag hast, obwohl das vermutlich mindestens 50% der Bevölkerung betrifft.
Perfekte Lobbyarbeit, würde ich mal sagen.
Ich habe kürzlich das Zeugniss eines Palästinensers gesehen. Vor allem in folgenden Fächern hatte er Stärken: Politik, Koran-Kunde 1-3, Geschichte, Hadithen,... Nur Mathe war nicht so seins, ergab aber im Durchschnitt doch eine ziemlich gute Endnote. Als Bauingenieur. :ugly:
Er war sehr gut in der Kornkunde und als Bauingenieur musst du nur fest an deine Fähigkeiten glauben, dann klappt das mit dem Bau und das nächste Erdbeben kann kommen. :ugly:
Die Anerkennung fremder Bildungsabschlüsse ist ein verdammt komplexes Thema und bei Krankenschwestern hängen Leben davon ab, dass sich deren Kollegen und vorgesetzte darauf verlassen können, dass sie eigenständig all die Aufgaben kompetent ausführen kann, die !in Deutschland! von einer Krankenschwester verlangt werden.
Ich weiß nicht, ob die Ausbildung in der Ukraine schlechter ist als bei uns, jedenfalls hatte ich länger mit ihr sprechen können und sie war spürbar unterfordert. Sie erzählte, was man in der Ukraine alles machte, mit welchen Mitteln man arbeitete und dass die Digitalisierung in Deutschland eher nach Dritte Welt aussieht,
Ich hab mir jedenfalls keine Sogen um mein Leben gemacht.
Man stelle sich mal vor, wir hätten in Deutschland Schulen, an denen was lernen könnte, anstatt einen Teil der Ausbildung an private Unternehmen auszulagern, die sich nur der reichere Teil der Gesellschaft leisten kann...
Boah, ey, wie kannst du nur solche extremen Ansichten haben? :wow:
Die Bild Zeitung wird das sicher mit allen Mitteln niederknüppeln. ;)
Das ist doch aber letztendlich nichts Neues, Alles wird heute ausgelagert. Firmen lagern aus, Bundesministerien engagieren externe Berater und der Staat gibt die Versorgung der Bürger an die Tafeln ab.
Dabei wäre es so wichtig, dass gerade Kindergärtner gut ausgebildet werden, wenn die Bildung fängt im Kindergarten an. Da muss gut ausgebildetes, gut bezahltes Personal arbeiten. Danach die Grundschule. Ebenso wichtig uns entscheidend.
Man kann dem System Grenzen setzen, die genau das verhindern bzw. die dafür sorgen, dass die Interessen Schutzbedürftiger mit weitaus mehr Gewicht in die Bilanz einfließen. Muss man natürlich wollen, so als Bundesregierung..
Man muss auch mal die Wähler fragen, warum sie immer die gleichen Parteien in den Bundestag wählen, die dann eine Politik machen, von der der Großteil der Wähler nichts hat?
Nö. Ein fähiger Kapitalist denkt eigentlich deutlich weiter. Allerdings kann das auch bedeuten, dass er zu dem Schluss kommt "wenn ich Firma 1 mit hohem Gewinn im ersten Quartal abwickle, ist mein Kapital im zweiten Quartal frei, damit ich die gleiche Nummer nochmal mit Firma 2 durchziehen kann."
Der Kapitalist denkt, "wenn ich der Partei/dem Politiker eine großzügig Spende durch Mittelsmänner zukommen lasse, sorgt diese Partei/der Politiker dafür, dass meine Anwälte, als externe Berater engagiert, Gesetze mit ausschreiben/fertig ausgeschrieben vorlegen, die dann im Bundestag durchgewunken... ich meine demokratisch abgestimmt werden."
Auf die für mich wichtigsten Punkte bin ich eingegangen. Wenn dir das nicht passt: Pech!
Ich muß mit dir auch nicht mehr weiter drüber diskutieren. Spart mit Zeit und Nerven.
Gruppenkuscheln ist angesagt. :D

Screenshot (29).png

Man kann auch Zigarette rauchen für "vernünftiger" und "nachhaltiger" als Crack spritzen halten, das bedeutet aber nicht das eines von beiden deshalb plötzlich wirklich "vernünftig" und wirklich "nachhaltiger" ist.
Wird Crack nicht geraucht? :ugly:
 
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Kapitalist zu sein
Auch der von dir herbeigesehnte "soziale" Kapitalismus, mit seinen in den wirtschaftlichen Zentren besseren Aufstiegsmöglichkeiten und kollektivvertraglich geregelten sowie bis zu einem gewissen Punkt auch gesicherten Arbeitsplätzen, degradiert die Menschen zum Humankapital, unterwirft sie dem Selbstoptimierungswahn und Konkurrenz und macht sie hässlich und brutal.
Auch er ist und bleibt eine auf Warenproduktion, Marktwirtschaft, Investition von Kapital, Privateigentum, Lohnarbeit und Profit beruhende Produktionsweise. Ebenso eine Gesellschaftsordnung, deren sozialen, politischen, kulturellen und rechtlichen Verhältnisse durch die Herrschaft des Kapitals und seiner Verwertungs- und Akkumulationszwänge bestimmt werden. Die Herrschaft des Kapitals hat daher auch in diesem "sozialen" Kapitalismus Systemcharakter und dem hat sich alles andere, in allen Lebensbereichen, unterzuordnen.

Kapitalist zu sein
... Ist wohl mit das dämlichste was man sein kann.
 
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