Neue Bundesregierung 2021 Diskussionsthread

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Ach und bei den Erwachsenen läuft alles glatt und immer nach Plan?

Zu diesem whataboutism habe ich alle geschrieben, was ich zu sagen hatte.

Wie gesagt haben die meisten jungen Wähler die Grünen und FDP gewählt. Bei den Älteren sind die meisten AfD Wähler. Um die man sich eher Sorgen machen müßte.

Die AFD ist weitaus menschenfeindlicher und würde den Opfern ihrer Politik wesentlich direkter Schaden zufügen als die FDP. Über ihre Wahlerfolge mache ich mir somit ebenfalls mehr sorgen.

Aber Wahlkompetenz ist eine ganz andere Frage. Sowohl AFD als auch FDP haben Wahlprogramme, unter denen am Ende >95%, vielleicht >99% der Bevölkerung leiden würden. Wenn die also trotzdem mehr als 5% (mehr als 1%) der Stimmen bekommen, dann werden sie offensichtlich von Leuten gewählt, die zu blöd oder zu faul sind zu erkennen, welche Politik in ihrem Sinne wären und die stattdessen dem erstbesten Populisten hinterherlaufen. Und genau das ist ein Problem für eine Demokratie: Wenn populistische Politik gegen die breite Masse gemacht wird, weil die Wähler zu blöd sind. Die Wählerschaft auf Leute zu erweitern, die noch empfänglicher für Populismus sind und denen es noch schwerer fällt, komplexe Politik bis zum Ende zu durchdenken, ist daher in meinen Augen ein Fehler.

(Anm.: Grüne Wahlerfolge sind in dem Zusammenhang ambivalent. Man kann die Grünen wählen, weil sie, trotz allem, immer noch die Parlementspartei ist, deren Politik unterm Strich auf lange Sicht das beste für alle ist und somit auch das Beste für die meisten Wähler. Aber ich habe nicht den Eindruck, dass die meisten Wähler soweit denken und ganz besonders nicht die meisten jungen Wähler. Aus meiner eigenen Generation weiß ich, dass das definitiv nicht der Fall war. Persönlich rechne ich deswegen damit, dass auch unter den Grünen Wählern jede Menge sind, die nur populistischer Stimmungsmache hinterherlaufen und überhaupt nicht kapieren, worum es wirklich geht. Die haben nur Glück, dass sie zufällig einem Bauernfänger auf den Leim gegangen sind, der ihnen wirklich nicht schaden will. Aber verantwortungsbewusst wählen läuft trotzdem anders.)

In den Jugendknast müssen sie trotzdem wenn sie zu oft Sch**sse bauen.

Meld dich wieder, wenn sie in den richtigen Knast müssen. Bestraft werden schon Kleinkinder. Aber das qualifiziert einen nicht dafür, globale Zusammenhänge einige Jahrzehnte im voraus zu durchdenken.


Das hat den Effekt, dass viele (nicht alle) Jugendliche doch deutlich mehr für Lokalpolitik und insbesondere Europa-Politik interessieren, als ich es so im Arbeitsumfeld von Kollegen aus Bayern kenne.

Meine "Kleine" ist jetzt 18 und hat schon ein paar Wahlen hinter sich.
Im meinem beobachtbaren Umfeld ab 16 zeigt sich ein reges Interesse und differenzierte Meinungsbildung, die nicht wirklich hinter dem einer/einem mit 18 oder 38 hinterher steht, eher im Gegenteil.
Was mich beeindruckt ist, dass sich die Jugendlichen durch die Bank die Mühe machen, die jeweiligen Parteiprogramme genau zu lesen und sich nicht nur aufs Geschwätz in Wahlwerbesendungen verlassen.

Das starke Interesse daran ist im Übrigen unabhängig vom Bildungsgrad oder dem familiären/sozialen/kulturellen Hintergrund.

Wow. Das beeindruckt auch mich. Und gegen eine Wahlbeteiligung solcher Personen, egal in welchem Alter, hätte ich auch nichts. Ganz im Gegenteil.

Ich kenne so ein Verhalten aber weder für die 18+-Jährigen noch für 16 jährige bei den entsprechend freigegebenen Wahlen in Deutschland. Wahlprogramme lesen? Absolute Ausnahme. Bei >>>>50% der Wähler (eine statistische Grundlage habe ich nicht, aber eigentlich würde ich sagen >95%) wäre ich froh, wenn sie ein Programm gelesen hätten, nämlich das von der Partei, die sie wählen. Aber schon das ist die absolute Ausnahme in Deutschland. Ich wäre nicht überrascht, wenn die sechs BLÖD-Ausgaben vor der Wahl mehr Einfluss auf deutsche Wahlergebnisse hätten, als alle Parteiprogamme zusammen genommen.

Jugendliche FDP-Wähler bei uns sind keine Befürworter von freier Marktwirtschaft, die einen schlanken Staat und Eigenverantwortung für das überzeugende Konzept halten, weil sie nach sorgfältiger Abwägung ihrer Position in der Gesellschaft realisiert haben, dass sie dank überlengender Startvoraussetzungen des Elternhauses den Pöbel hinter sich lassen und sich bei den Profitieren einordnen können. Sondern es sind Lifestyle-Hipster, die endlich bequem und überall kiffen wollen, aber die Grünen nicht wählen, weil die ja (vermeintlich) 7 Veggie-Tage die Woche vorschreiben und außerdem Flüge nach Bali abschaffen wollen.
 
Zu diesem whataboutism habe ich alle geschrieben, was ich zu sagen hatte.
Whataboutism? Fällt dir dazu nichts anderes ein?

Du hast doch den Unsinn erzählt.
Die AFD ist weitaus menschenfeindlicher und würde den Opfern ihrer Politik wesentlich direkter Schaden zufügen als die FDP. Über ihre Wahlerfolge mache ich mir somit ebenfalls mehr sorgen.
Na siehste.
Aber Wahlkompetenz ist eine ganz andere Frage.
Nö, ist sie nicht. Die sprichst du den Jugendlichen ja ab. Anhand meines Beispiels, mache ich klar, dass auch viele Erwachsene nicht besser sind, was ihre Wahlentscheidungen angeht.
 
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Anhand meines Beispiels, mache ich klar, dass auch viele Erwachsene nicht besser sind, was ihre Wahlentscheidungen angeht.
Und genau das ist Whataboutismus.
Die These war dass Jugendliche im Durchschnitt(!) schlechter informiert wählen würden als Ältere, das kannst du nicht widerlegen indem du zeigst dass es einige(!) Erwachsene auch tun. Da vergleichst du Äpfel mit Birnen.

Persönlich finde ich den Ansatz erstmal lokal wählen zu dürfen bevor es dann zu Bund und Europa geht vollkommen angemessen, und das ist in den meisten Bundesländern ja schon so.
 
Und genau das ist Whataboutismus.
Die These war dass Jugendliche im Durchschnitt(!) schlechter informiert wählen würden als Ältere, das kannst du nicht widerlegen indem du zeigst dass es einige(!) Erwachsene auch tun. Da vergleichst du Äpfel mit Birnen.
Sehe ich anders. Es hat nämlich nichts mit dem Alter zu tun. Sondern mit dem politischen Bildungsstand.
Dann muß man erstmal beweisen, dass dieser Bildungstand bei Jugendlichen generell nicht oder schlechter vorhanden ist. Bevor man irgendwelche Behauptungen aufgestellt. Und einige Erwachsene sind das nicht die AfD wählen. Das ist schon ne Menge.
Und auch das Pseudo-Argument... Jugendliche können nicht in die Zukunft planen ist Murks.
Warum wählen denn relativ viele junge Menschen die Grünen? Weil sie sich Gedanken über ihre Zukunft machen!
@compisucher hat ja Beispiele aus Österreich genannt und da klappt es ganz gut.
Warum sollten sich Jugendliche in Deutschland groß davon unterscheiden?
 
Das Österreich Beispiel war rechtlich genau das was bei uns auch außerhalb von Bayern, Hessen, Saarland und Sachsen gültiges Recht ist ;) .

Und mehr halte ich nach wie vor für eine schizophrene Forderung wenn sie nicht damit verbunden ist die Volljährigkeit insgesamt auf 16 zu setzen. Jemand dem wir nicht erlauben voll über sein eigenes Leben zu entscheiden lassen wir aber über das Leben von 80Millionen Anderen abstimmen?
 
Jemand dem wir nicht erlauben voll über sein eigenes Leben zu entscheiden lassen wir aber über das Leben von 80Millionen Anderen abstimmen?
Es können 16 jährige schon bei der Europawahl mitmachen. Warum dann nicht bei der Bundestagswahl?

Koalition senkt Wahlalter für Europawahl auf 16 Jahre

Die Koalition will mit der Senkung des Wahlalters das politische Engagement vieler Jugendlicher würdigen. Die bisherige Schwelle von 18 Jahren habe viele Menschen vom aktiven Wahlrecht ausgeschlossen, "die an zahlreichen Stellen in der Gesellschaft Verantwortung übernehmen und sich in den politischen Prozess einbringen können und wollen", heißt es in dem Gesetzestext.

Die stellvertretende rechtspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Carmen Wegge, sprach nach der Einigung von einer notwendigen Ausweitung der politischen Teilhabe: Alle gesellschaftlichen Protestbewegungen der vergangenen Jahre seien maßgeblich von jungen Leuten initiiert worden. Gerade die junge Generation sei von politischen Entscheidungen betroffen – etwa beim Schutz des Klimas oder der Ausgestaltung der sozialen Sicherungssysteme, argumentierten die Fraktionen.

Das halte ich eher für "schizophren". :ugly:
 
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Muss man genau das gleiche Thema doppelt in einem thread abhandeln?

Ich denke nicht...
Das man sich in so einen großen Thread mal wiederholt ist doch normal.
(wie in anderen größeren Diskussionsthreads auch)
Außerdem können sich Aspekte zu dem Thema geändert haben.
Vom Tisch ist das Thema jedenfalls noch lange nicht. Es sei denn es ist hier unerwüscht.
Aber für letzteres gibt es keinen Grund.
 
Nein, unerwünscht nicht :ka:
Die Wiederholung ist auch nicht dramatisch, nur sehe ich irgendwie keine neuen Ansichten oder neue Aspekte, im vergleich zu der Diskussion vor 18 Monaten ^^
 
Die Wiederholung ist auch nicht dramatisch, nur sehe ich irgendwie keine neuen Ansichten oder neue Aspekte, im vergleich zu der Diskussion vor 18 Monaten ^^
Die Argumentationen (und Erkenntnisse) unterscheiden sich schon. ;)

z.B. ist das mit der Europawahl relativ aktuell. Weil Beschluss vom Ende letzten Jahres.
 
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Werter Mahoy,
Du kannst jede Statistik zu Deinen oder meinen Gunsten hinbiegen.
Nicht nur ich, das kann jeder.
Und das ist exakt mein Punkt.

Auch du verliest Dich leider in der destruktiven Häme über den Gegner, statt die Sachdiskussion zu beginnen.
Ich habe - wenn auch mit ironischem Unterton - eine ganze Reihe sachlicher Punkte eingebracht, über die man diskutieren könnte. Insbesondere den, dass die richtige Auswertung von Statistiken nicht unbedingt die Paradedisziplin von Ideologen, Populisten und Boulevardschreiberlingen, aber auch nicht des Ottonormalbürgers ist, der sich daher leicht ins Bockshorn jagen lässt.

Ein etwas übersimplifiziertes Beispiel: Statistisch gesehen sind 99,9999999999999999999... Prozent der Weltbevölkerung nicht Papst. Das liegt bei 83% der Weltbevölkerung dran, dass sie keine Katholiken sind, also nicht Papst werden können. Es liegt bei rund 50% der Weltbevölkerung daran, dass sie weiblich sind. Bei 25% der Weltbevölkerung liegt es daran, dass sie Muslime sind - diese gehören allerdings auch als Teilgruppen zu denen, die nicht katholisch, nicht männlich, nicht alt und nicht klerikal genug sind.
Sicherlich stehen tatsächlich viele kulturelle Eigenheiten des Islam im Weg, wenn es darum geht, den Heiligen Stuhl zu besteigen, aber ob das jetzt tatsächlich eine maßgebliche Größe ist?
Oder, wenn man es nicht auf die Religion beziehen möchte - auch ein männlicher katholischer Geistlicher im richtigen Rang und Alter aus Afrika hat es schwerer, Papst zu werden als einer aus Europa oder Südamerika. Das liegt dann sicherlich an seiner kulturellen Prägung.

Einfache Fragen:
Liegt ein überproportionaler Anteil der Gruppen vor:
ja oder nein?
Wer einfache Fragen stellt, will in aller Regel einfache Antworten, und die gibt es nun einmal nicht.

Wenn du fragst, ob Personen mit Migrationshintergrund bei Straftaten überpropportional vertreten sind, kann ich das für dich einfach bejahen - nur weißt du dann immer noch nicht, ob das Merkmal des Migrationshintergrunds das Ausschlaggebende ist.
Höchstwahrscheinlich nicht, denn der höheren Anteil an begangenen Straftaten existiert ebenso innerhalb der selben sozialen Schicht, unabhängig vom Migrationsstatus. Oder einfacher ausgedrückt: Prekär lebende Personen mit und ohne Migrationshintergrund sind bei Straftaten gleich stark vertreten, während besser situierte Personen ebenso geringer vertreten sind.

Auch die Art der Straftaten skaliert eher mit der sozialen Stellung, Alter und Geschlecht, weniger mit dem Migrantenstatus: Bei Kevin und Mehmet im Kiez sitzt das Messer locker, bei Rüdiger und Hassan im Bankenviertel überwiegt Veruntreuung. Chantalle und Franziska, Aishe und Jasmina neigen eher seltener zu Messerstechereien oder Veruntreuung, egal wo sie leben.
(Dass ich bei den Namen ebenfalls mit Klischees spiele, ist hoffentlich selbsterklärend.)
 
Oder einfacher ausgedrückt: Prekär lebende Personen mit und ohne Migrationshintergrund sind bei Straftaten gleich stark vertreten, während besser situierte Personen ebenso geringer vertreten sind.
Perfekte Antwort.

Somit erneut meine Thesen: Entweder massiv Personal, Material für Migranten erhöhen oder eben den Zugang erschweren, weil keine Bereitschaft vorhanden ist, mehr Geld zu investieren, oder?
 
Ich kann gerade nicht erkennen, wo daran das Problem sein soll. ...
Dieses elitäre, lindwurmlindnerische "man muss schon mit Geburt wissen, was man mal in seinem Leben werden möchte", geht komplett an der Realität einer Vielzahl der Menschen vorbei.

Das einzige Problem hier ist, dass "Poulton" ein Problem konstruieren und jemanden anpflaumen will.
Ich habe lediglich festgestellt, dass jemand, der mit 16 nicht weiß, was er eigentlich mit 18 machen will, mit 16 schon gar nicht weiß, was die optimale Balance zwischen Rentenhöhe, Arbeitnehmerbelastung, Krankenvorsorge, Staatverschuldung und unternehmerischer Freiheit ist. Als Wähler soll er aber kompetent darüber entscheiden und diese Mündigkeit wird ihm hier zugesprochen.


Wohlgemerkt, es geht dabei um registrierte Straftaten. "Unterschiedliche Meinungen" gibt es eher darüber, inwieweit etliche Straftaten während der Pandemie in den häuslichen Bereich abgewandert sind und dort weder angezeigt noch anderweitig bemerkt, also auch nicht registriert werden konnten.

Hat eigentlich jemals irgend jemand irgend eine Kriminalitätsstatsitik gesehen, die auf Verurteilungen basierte? Mich kotzt das immer so an: "angezeigt", "Verdächtige",...
Ne Anzeige schreiben kostet in der Theorie 10 Minuten (in der Praxis eher 2 Stunden), verdächtigen kann man alles und jeden. Ehe was in die Statistik fließt, ist zwar noch ein kleiner Filter dazwischen, aber letztlich basiert absolut alles, was als Kriminalitätsstatistik durch die Medien geistert, auf Vermutungen. Vermutungen von Leuten, zu denen wir hier einen ganzen Thread darüber haben, dass die teils äußerst selektiv und wechselhaft vermuten.


Das Wahnwitzige hieran ist die Bubble, in welcher sich diese Leute befinden, die sich gegenseitig mit ihren Narrativen seltsamerweise gegenseitig am Leben halten: Islamkritiker unterstellen Extremisten Extremismus, die wiederum mit Extremismus reagieren (surprise!), die sich beide dadurch in ihrem Weltbild bestätigt sehen.

In dem Fall ist das ja auch eine vollkommen berechtigte Bestätigung, denn es handelt sich ganz offensichtlich um Extremisten, die als Extremisten bezeichnet wurden und das ist so falsch nicht.
Das Problem ist, dass äußerst selten die Mühe gemacht wird, scharf abzugrenzen, über wen man eigentlich redet und sicher zustellen, dass das gesagte auch nur auf die Mehrheit geschweige denn alle Angesprochenen zutrifft. So wird aus einer Aussage, die gegenüber einigen richtig ist, auf einmal ein Märchen über viele. Das aber unversell als wahr gilt, weil die Minderheit es ja bestätigt.


Und genau das ist Whataboutismus.
Die These war dass Jugendliche im Durchschnitt(!) schlechter informiert wählen würden als Ältere, das kannst du nicht widerlegen indem du zeigst dass es einige(!) Erwachsene auch tun. Da vergleichst du Äpfel mit Birnen.

Thx.
Und ich möchte noch einmal betonen, dass ich eine Diskussion über den whataboutismus aka ein verwandtes Thema nicht einmal komplett ablehne. Aber wenn ein gegenüber das von mir zu einem Randthema geschriebene offensichtlich nicht einmal liest, auf die zu einem Hauptthema geschriebenen Argumente kein Bisschen eingeht und dann nur Suggestivfragen zum Nebenthema stellt...
Verarschen kann ich mich auch alleine. Aber hier bin ich zum diskutieren.


Sehe ich anders. Es hat nämlich nichts mit dem Alter zu tun. Sondern mit dem politischen Bildungsstand.

Ich stelle jetzt mal eine gewagte These auf: Die Zahl derjenigen, die 20 Jahre aktiv die Bundespolitik verfolgt hat, ist unter den 40-jährigen größer als unter den 16-jährigen. Aber sicherlich wirst du mir auch da pauschal widersprechen oder abseits des Gesagten eine neue Frage aus dem Hut ziehen?


Perfekte Antwort.

Somit erneut meine Thesen: Entweder massiv Personal, Material für Migranten erhöhen oder eben den Zugang erschweren, weil keine Bereitschaft vorhanden ist, mehr Geld zu investieren, oder?

Nicht zwingend. Letztlich ist das eine gesamtgesellschafte Grundsatzfrage: Was wollen wir?
a) ungestört in Ruhe unseren Reichtum genießen?
b) Menschen, denen es dreckig geht helfen? Und in welchem Umfang?

Es gibt sicherlich eine ganze Menge am Umgang mit Flüchtlingen zu optimieren, aber wenn sich arme, hoffnungslose, traumatisierte Menschen mit gewalttätiger und kleinkrimineller Vorgeschichte plötzlich wie arme, hoffnungslose, traumatisierte Menschen mit gewalttätiger kleinkrimineller Vorgeschichte verhalten, bin ich jedesmal wieder irritiert, wie viele Leute davon überrascht sind und plötzlich zeter und mordio schreien.
Fakt ist: Es gibt keinen 100% legalen Weg nach Deutschland. Es gibt kaum einen 100% pazifistischen Weg, um erfolgreich aus einem Kriegsgebiet oder allgemein über 1000de km zu fliehen. Es gibt keinen Grund, so eine Flucht zu unternehmen, der nicht tiefe psychische Spuren hinterlässt und es gibt kaum eine Flucht, die nicht weitere schlimme Ereignisse beinhaltet. Es gibt keine Möglichkeit, eine erwähnenswerte Menge Wohlstand auf einer Flucht mitzunehmen und es gibt in der deutschen Gesellschaft kaum Chancen, von ganz unten auf ein auch nur halbwegs angenehmes Niveau aufzusteigen, selbst wenn man nicht mit vorurteilen, Sprachhemnissen und ganz simplen Verboten von fast allem konfrontiert wird.
Und dennoch drehen 99% der Schutzsuchenden nicht durch. Die Frage ist, ob wir diesen 99% wegen dem anderen Prozent jede Hilfe verweigern wollen?

Und das ist die einzige Frage. Flüchtlinge werden nahezu zwangsläufig immer in diversen Negativstatistiken überproportional auftauchen, auch wenn man nur 50% verrecken lässt, um die beschränkte Hilfe auf die anderen 50% zu konzentrieren. Einfach weil ihr Proporz in gleichem Zuge runtergeht und weil die meisten Hilfsleistungen ja nicht "für Flüchtlinge", sondern für "in Deutschland lebende" ergehen würden (sonst gäbe es endgültig eine rechstextrem-bis-konservative Revolution) und somit einer beim entsprechenden Pro-Kopf-Budget sicherlich erreichbaren Halbierung der Gewalttaten durch arme, hoffnungslose, traumatisierte Migranten mit gewalttätiger und kleinkrimineller Vorgeschichte auch eine Halbierung der Gewalttaten durch arme, hoffnungslose, nicht-traumatisierte Nicht-Migranten mit nicht-gewalttätiger und (möglicherweise) kleinkrimineller Vorgeschichte gegenüber stehen würde, sodass erstere Gruppe wieder ganz vorne bei den nun absolut selteneren Vorfällen steht.

Damit muss man also zwangsläufig leben. Die Frage ist, mit wieviel "davon" wir leben wollen? Wer "null" antwortet, der plädiert für null Flüchtlingshilfe, also Schießbefehl an der (Außen-)Grenze.
 
Wahlen ab 16: Dann sollte vergangene, aktuelle, und zukünftige, Politik der verschiedenen Parteien als Fach in Schulen aber auch sehr ausdifferenzierend behandelt werden.
Vor allen Dingen sollten sie mal Parteiprogramme besprechen und wofür Parteien eigentlich stehen. Ich finde das kommt in vielen Schulen zu kurz.
Aber wenn ein gegenüber das von mir zu einem Randthema geschriebene offensichtlich nicht einmal liest, auf die zu einem Hauptthema geschriebenen Argumente kein Bisschen eingeht und dann nur Suggestivfragen zum Nebenthema stellt...
Verarschen kann ich mich auch alleine. Aber hier bin ich zum diskutieren.
Ich bin auf deine Argumente eingegangen, nur habe ich sie nicht immer geteilt.
Ich stelle jetzt mal eine gewagte These auf: Die Zahl derjenigen, die 20 Jahre aktiv die Bundespolitik verfolgt hat, ist unter den 40-jährigen größer als unter den 16-jährigen. Aber sicherlich wirst du mir auch da pauschal widersprechen oder abseits des Gesagten eine neue Frage aus dem Hut ziehen?
Das eine ist das (theoretische) Wissen und das andere die Erfahrung. Natürlich hat ein 40 Jähriger mehr miterlebt als ein 16 Jähriger. Der 16 jährige kann aber trotzdem eine bessere Bildung haben.
 
Das eine ist das (theoretische) Wissen und das andere die Erfahrung. Natürlich hat ein 40 Jähriger mehr miterlebt als ein 16 Jähriger. Der 16 jährige kann aber trotzdem eine bessere Bildung haben.
Welcher 16 Jährige hat heute denn schon mal sein eigenes Geld erarbeitet ,Abgaben geleistet und musste vom Rest noch seinen eigenen Haushalt bestreiten und hat daher zumindest einen groben Hauch von praktischer Erfahrung gesammelt, was abseits von gut klingenden Buzzwörtern, wie Klima, Bildung und Migration, evt. noch für einen durchschnittlichen Bürger von Belang wäre?

Der durchschnittliche "deutsche" Herranwachsende kommt kaum vor dem 18 Lebensjahr mal in eine eigene Wohnung und lernt ab da dann ein realistisches Verhältnis zu seinem eigenen Verdienst und einzuschätzen, wieviel Wert sein verdientes Geld eigentlich hat (oder auch nicht).

Gleichzeitig verlangst du aber von 16 Jährigen bei Parteien bitte möglichst realistisch Entscheidungen in Bezug auf die Kernthemen und Bedürfnisse von erwerbstätiger Bevölkerung zu fällen, die du in theoretischer Bildung vermitteln willst?

Ich weiß ja nicht was man zu deiner Zeit und heute so in der Schule unterrichtet, aber selbst wenn du die Thematik in ein eigenes Fach packst reichen 4 Jahre, von der 7 bis 10 Klasse, meist kaum aus diese Inhalte realistisch vermittelt zu bekommen, was zu meiner Zeit in mehreren Fächern in verschiedenen Themenfeldern so mit nebenher abgehandelt wurde und neben Erdkunde / Politische Bildung in Geschichte und Deutsch unterrichtet worden ist.

Realistisch kann ich auch sagen das 2/3 der Klasse da die meiste Zeit auf Durchzug geschaltet hat, weil es trockener und oft abstrakter Stoff ist und ein Interesse erst dann wirklich plötzlich da war als das Ganze Thema später, während meiner kaufmännischen Ausbildung, nochmal tiefer in der Berufschule, in Wirtschaftslehre, Rechnungswesen, Englisch, ect. pp, abgehandelt wurde, weil viele da plötzlich erst einmal begriffen haben wie sehr es doch auch sie selbst eigentlich betrifft und trotzdem dürfte es selbst da noch für die meisten am Ende nicht wirklich in Gänze verständlich gewesen sein, aber das fordert das Bildungssystem ja auch nicht, solange du dir die richtigen Antworten durch reines "büffeln" merken kannst.
 
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@Nightslaver : Deswegen schrieb ich ja auch, dass die im Unterricht (aktuelle) Parteiprogramme der wichtigsten Parteien durchgehen sollen. Am besten vor den Wahlen. Das hat mehr Praxisbezug.
 
@Nightslaver : Deswegen schrieb ich ja auch, dass die im Unterricht (aktuelle) Parteiprogramme der wichtigsten Parteien durchgehen sollen. Am besten vor den Wahlen. Das hat mehr Praxisbezug.
Danke aber ein Tonband das nicht auf die Kritik (zu trocken, für Jugendliche die absolut nahe null Berührung mit denn meisten Punkten in solchen Programmen haben) dazu in meinen Post, die ich auf diese deine Aussage, die du genau so einen Post darüber ebenso bereits geschrieben hattest, eingeht, führt nur zum sich in Kreis drehen. ;)
 
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