ruyven_macaran
Trockeneisprofi (m/w)
Insofern ist es eher ein Standortthema.
Ja. Es gibt Standorte, da wohnen viele Menschen effizient. Es gibt Standorte, da ist Platz für Natur. Es gibt Standorte, das stören WKA & Co nicht.
Und es gibt zersiedelte Landschaften. Ohne. Ende. In Deutschland.
Mein täglicher Arbeitsweg beträgt einfache Stecke 85km übern kleinen Alpenpass und einer Ländergrenze.
Klingt noch mehr nach einem Lebenskonzept, dass unmöglich ein nenneswerter Teil der Bevölkerung teilen könnte.
Es geht um angemessenen und leistbaren Wohnraum.
Nein, von sowas hochtrabenden habe ich noch lange nicht gesprochen. Es geht erstmal um die Gesamtkapazität für Wohnraum und um die Ressourcen für Mobilität. Beide sind begrenzt und geteilt durch 80 Millionen bleibt sehr viel weniger pro Nase übrig, als dein Lebensstil verbraucht.
Auch soziale Umverteilung kann nur so viel verteilen, wie da ist.
Die Kernproblematik ist, dass der soziale Mietwohnungsbau nichts anders als Geschäftsmodell der Kommunen ist.
Das Objekt kostet x €, hat y Mieter und ist nach z Jahren amortisiert und danach wird Geld damit verdient.
Die Mieter (meist untere Einkommensschichten) müssen einen erheblichen Anteil ihres Verdienstes in die Miete stecken, ironischer weise sogar z. T. mit Mietzuschüssen anderweitig finanziert.
Um die Menschen aus der Armutsfalle herauszuholen, fände ich es besser, wenn nach meinethalben 30 Jahren Mietdauer die Mietwohnung in Eigentum übergeht, die hernach vom Besitzer als Wertanlage weitervererbt oder auch veräußert werden kann.
Eine überschlägige Rechnung verdeutlicht, dass dies möglich wäre.
Da muss man nicht viel rechnen: Kommunen und Bürger zusammen finanzieren Wohnraum Menge X. Entweder als Sozialwohnungen teilweise aus Steuer und aus Mieten oder als Geschennkwohnungen komplett aus entsprechend höheren Abgaben, die die Kommune irgendwo eintreiben muss. Das Mietmodell bietet dabei mehr Raum für Schindluder, aber wäre die Kommune ernsthaft am Wohl der Bürger, insbersondere der sozial schwachen, orientiert, würden beide Modelle zu guten Ergebnissen führen und das Mietmodell eine viel feinere Regulierung erlauben, weil man eben nicht 30 Jahre in Zukunft planen muss, ohne irgendwas ändern zu können.
Ich bin daher sogar für das genaue Gegenteil: Staatliche Vermietung als vorherrschende Wohnform. Wohneigentum ist vor allem eine Rückversicherung gegen "abgezockt werden", aber die braucht man eben nicht, wenn es statt Abzockern einen sozial denkenden Staat gibt. (Wenn - wenn nicht stirbt aber auch dein Modell schon vor dem ersten Spatenstich) Und bei der Flexibilität, die die moderne Arbeitswelt, durchaus aber auch soziale Interessen und erneut die optimale Ressourcennutzung erfordern, ist Wohneigentum ein großer Klotz am Bein, der am Ende nur Makler reich macht.
Aber von Seiten des Staates 30 Jahre lang Mietzuschuss gewähren und im Alter Dank Eigentum die Altersarmut zu vermeiden wäre ja mal was.
Altersarmut droht, weil der Staat kein Geld hat und in deinem Modell sinken die Staatseinnahmen bei steigenden Ausgaben.
Komplexe Themen wie ich muss alle 5 Jahre umziehen weil... - lasse ich jetzt mal der Einfachheit halber weg.
Die Vereinfachung ist aber heutzutage unzulässig. Dein Modell würde nur aufgehen, wenn jeder sein gesamtes Leben mit konstant großer Familie am gleichen Platz lebt und dann entsprechend weitervererbt. In allen anderen Szenarien ist es ganz normal, dass die Wohnumgebung dem Bedarf und den Interessen angepasst wird. Vielleicht nicht alle 5 Jahre, aber alle 10-15-20. Wenn dann jedesmal eine Immobilie verkauft werden muss, wird der Umzug noch teurer und die Nutzunganpassungen entfallen komplett. Einer der Verstärkungsfaktoren für den Mangel an familientauglichen Wohnungen in Großstädten ist schon heute, dass die ganzen Eltern bis ins Rentenalter, selbst nach Tod eines Partners, in der großen Wohnung beleiben, einfach nur um ihren günstigen Mietvertrag halten zu können. Habe ich selbst so in der Familie: Einpersonenhaushalt auf 75-80 m². Nicht weil es schön ist, muss ja auch geputzt werden, sondern weil Veränderung teurer wäre. Ein ausreichendes Angebot von fair bepreisten (also letztlich staatlichen) Mietwohnungen mit 40-50 m² und die große 2,5-Zimmer-Wohnung wäre nächste Woche frei. Drei solche Fälle und du hast dir einen kompletten Wohnungsneubau gespart und trotzdem sind alle glücklich.
Das ist zweifellos richtig, hat auch viel mit Bildungsmöglichkeiten und Bildungszugang zu tun.
Nicht im geringsten. Du betrachtest die Einkommensseite. Worum es beim Ressourcensparen geht, ist die Ausgabenseite.
(Und selbst die beschriebene Einkommensproblematik hat wenig mit dem Bildungssystem zu tun - auch wenn das seinem Namen gerecht würde, wäre immer noch irgendwer das Schlusslicht der Gesellschaft. Zwar jemand, der das eher verdient hat, aber wenn du willst, dass der 20 € mehr pro Pizza verdient, muss die Gesellschaft fairer werden)
Wir sitzen also in er Niedriglohnleistungsspirale.
Anspruch allgemein: So billig wie möglich, exorbitante Preissteigerungen zur Steigerung von Einkommen in den unteren Schichten kaum umsetzbar.
Der einzig sinnige Ausweg sehe ich, wie oben, in einem staatlich unterstützen Vermögensaufbau, der dafür sorgt, dass mit den Zuschüssen für Bedürftigen nicht noch zusätzlich Kasse gemacht wird und der Bedürftige am Ende eigentlich leer ausgeht.
Du kannst den Armen kein Geld geben, dass du nicht hast. Nimmst du es von Reichen, um den Armen XXX zu finanzieren, sorgt das natürlich für sozialen Ausgleich. Aber das gilt egal ob dieses XXX Vermögensausbau ist oder eine tausenden anderen Optionen ist. Und viele davon sind zielgerichteter und vor allem besser dosierbar als dein Vorschlag.
Die faire Perspektive muss sich auftun.
Selbst wenn Geld da ist, höre ich fast vorwurfsvoll, wie kannst du dir ein 2. Häuschen leisten, aber gleichzeitig von drei Urlauben im Jahr für zig Euros erzählen.
Ich weiß nicht, in was für elitären Kreisen dich bewegst, aber da wo kein Geld da ist, hört man nicht einmal alle drei Jahre was von Urlaub.
Ja, mei, ich fahre seit 15 Jahren nicht mehr in den Urlaub, so einfach ist das.
Fällt einem vermutlich auch leichter, wenn man in einem schönen Haus in ruhiger Gegend liegt. Aber für die ~20000-30000 €, die ich die letzten Jahre bei Verzicht auf sämtliche Urlaube (und damit eingeschlossen auf meine liebste sportliche Beschäftigung, auf Kontakte zu fremden Kulturen und auf Weiterbildung) hätte sparen können, finanzieren kein Haus.
Unterm Strich gehts nur darum, wie sinnig gehe ich mit dem Verdienten Geld um.
Manche brauchen da schlichtweg Investitionsberatung, andere wie ich machen das intuitiv und wieder andere haben schlichtweg Glück oder eh unendlich auf dem Konto.
Das klingt jetzt ehrlich gesagt nach den Lebenstipps von Merz und Lindner. "Aktien, Immobilien,..."
Wer nichts zum investieren hat, braucht auch keine Investionsberatung. Sicherlich wäre es bei vielen Leuten mal hilfreich, ihnen überhaupt wirtschaften beizubringen. Da könnte so mancher 5-10% einsparen. Aber mit 100 € Überschuss im Monat brauchst du immer noch keine Investitionen zu planen.
Danke für die Blumen.
Gute MAs bekommt man nur dann, wenn auch die Kohle passt.
Ich zahle schon seit jeher deutlich über Tarif, versuche auch die Arbeit fair und gleichmäßig zu verteilen.
Läuft dass Projekt z. b. für mein Büro gut, gibts eine ganz einfache und transparente Regelung, die jeder MA auf dem Server tagesaktuell abgreifen kann.
Da wir der erwartete Gewinn abgebildet.
Meinethalben 10% aus einem 500.000 € Planungsauftrag, wären 50.000 €
Regelung ist banal, 50% fließen ins Büro zum Reinvest, die anderen 50% gehen an jene Mitarbeiter, die am Projekt mitgearbeitet haben und zwar Verteilerschlüssel Stundenaufwand.
Da in der Regel jene MAs in eher niedrigen Positionen die meiste h Arbeit leisten müssen (klar: Arbeitsverteilung von oben nach unten), bekommt die Sekretärin oder der Zeichner immer mehr als der Projektleiter.
Da kann unterjährig nach Abschluss des Projekts durchaus mal ein 5-6.000 €/Projekt Schein aufs Konto der Sekretärin fließen. Da wir immer mehrere Projekte haben, liegt der langjährige Schnitt bei der besagten Sekretärin mit einem Grundgehalt von grob 45.000 €/a bei ca. 15.000 € Gratifikation/a.
Das mag nicht jeder MA, habe auch schon Kündigungen von Leistungsträgern genau aus diesem Grund gehabt, wer aber das soziale Prinzip mal kapiert hat, zieht mit.
Ich glaube, ich muss mal ganz schnell ne Ausbildung zum Sekretär machen
.Ganz ehrlich: Das selsbt wenn mein Arbeitgeber auch nur in die Nähe des Tarifs kommen würde, wäre das noch ein Gehaltssprung, für den ich einen Umzug in Betracht ziehen würde.
Als Planungsbüro: Nein
Als GF Baufirma: Ja, wobei wir wohl zu 90% auf langjährige Subs zugreifen, die ausschließlich aus dem lokalen Raum kommen. Gründe sind banal: Weniger Mängel, weniger Kosten, mehr Kunden.
Cool.
Immerhin weiß ich jetzt für einen Fall, warum bauen so verdammt teuer ist und dass es in dem Fall einen guten Zweck hat
.Siehe Beispiel Gratifikation oben und nein, wenn einer leistet, steigt er auf.
Meine zwei besten Projektleiter sind keine Studierten, sondern Seiteneinsteiger techn. Zeichner + Klempner-Geselle.
Jo: Aber du kannst nicht 16 weitere Projektleiter gebrauchen, wenn du dann niemanden mehr hast, den sie anleiten können, oder?
"Allen eine Chance geben" ist schon weitaus mehr, als viele machen. Aber es ist eben immer noch eine Chance für alle. Es gibt einfach mehr einfache Tätigkeiten als Führungspositionen und deswegen wird es immer nur eine Minderheit von Leuten mit Führungskräftegehalt geben. Würden alle Arbeitgeber auch, wie du, Sekretärin & Co fair für deren Aufwand bezahlen, wäre das kein Problem, weil ein Führungskräftegehalt halt nichts besonderes mehr wäre. Aber das ist leider ein extremer, schon mehr als sozialistischer Ausnahmefall. In der Regel wird in Deutschland nicht Anstrengung, sondern "Verantwortung" belohnt. Wohlgemerkt nicht "Verantwortung gerecht werden", sondern nur "Verantwortung zugeschrieben haben". Und wenn man 3-4-5 Hierarchieebenen von Leuten hat, die überwiegend Sessel warmhalten und denen unter ihnen mit der Peitsche drohen und jeder davon kriegt deutlich mehr als der unter ihm, dann kommt halt nicht nur ein Ungleichgewicht von vielen Leuten und in der Hierarchie und wenigen oben bei raus, sondern auch ein extremes Gehaltsgefälle zwischen denen.
Das ist das Problem und die unten können es kaum ändern (Fakeln, Mistgabeln,...), die oben wollen es kaum ändern.
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