Du weißt doch selbst sehr genau das dies damit nicht gemeint war.
Bildung fängt halt nicht erst bei der Universität an und jemand mit mittlerer Reife und / oder einer abgeschlossenen Berufsausbildung dürfte genauso ein ausreichendes Maß an Bildung besitzen um im Bundestag zu sitzen und die Interessen der Wähler zu vertreten, wie jemand der einen Universitätsabschluss inne hat.
Man kann mit dem einen Abschluss genauso intelligent sein oder nicht wie mit dem anderen. Aber genauso gut kann man mit dem einen Abschluss die Interessen der von dir genannten Gruppen vertreten oder nicht. Beim Anteil der Leute, die die eine oder die andere fähigkeit bieten, gibt es aber halt klare Tendenzen und bei der Mehrheit der Leute, die an einem Abi gescheitert sind, sehe ich eher schlechte Chancen, dass sie Klimawandel, Risiken von Atomenergie, innovative Verkehrskonzepte oder auch nur so etwas wie Inflation, internationale Diplomatie und Staatshaushalte verstehen. Und zwar so gut, dass sie es merken, wenn ihnen Lobbyisten einen Bären aufbinden. Daran scheitern nämlich schon die meisten Abgänger von >50% der Universitätsstudiengänge. Von der absoluten Führungselite dieser Republik wird aber erwartet, dass sie kompetente Entscheidungen gerade auch in solchen Fragen treffen können.
Dass sie aus persönlicher Erfahrung die Interessen irgend einer wie auch immer definierten Gruppe X nachvollziehen können, erachte ich dagegen als optional, denn in unserer diversifizierten Gesellschaft reicht selbst der enorm aufgeblähte Bundestag nicht aus, um jede Gruppe persönlich zu vertreten und wie von mir dargelegt ist das in zahlreichen Fällen auch gar nicht sinnvoll. Wichtig ist, dass die stattdessen gewählten Vertreter auch die Interessen von Gruppen vertreten und berücksichtigen können, denen sie selbst nicht angehören. Leute herauszusuchen und zu ernennen, die diese Anforderung mit dem nötigen Know-How für korrekte Entscheidungen vereinen, dass ist dann Aufgabe des Wählers.
Genau diese genannte Gruppe wird aber seit Jahrzehnten im Bundestag zunehmend geringer
Das gilt noch für zahlreiche weitere. Und es gibt Gruppen, die schon vor Jahrzehnten überhaupt nicht im Bundestag vertreten waren und bei denen sich das bis heute kaum oder gar nicht geändert hat. Warum ist die eine von dir genannte Gruppe derart privilegiert, dass wir uns um sie besonders sorgen müssen?
und ich lehne mich da mal dahingehend aus dem Fenster das ein Handwerker des öfteren vermutlich alleine durch seine gelernte / ausgeübte Tätigkeit in 4 Jahren täglich mehr mit einem größeren wirtschaftlich, wie sozialen, Querschnitt der Bevölkerung in Kontakt gekommen ist als viele der akademisch gebildeten Bundestagsabgeordneten vom Studium bis zu ihrer politischen Laufbahn.
Gut möglich. Ich ziehe mich vom Fenster bis zum Türrahmen zurück und stellte mit an Absolutät grenzender Sicherheit fest, dass selbst ein Handwerker, der in vier Jahren mit 1000-4000 Menschen aus einer geographisch eng begrenzten Region und mehrheitlich aus einer sozioökonomisch eng definierten Schicht jeweils 10-60 Minuten rein beruflichen Kontakt hatte, immer noch absolut rein gar nichts über die mehrheitlichen oder auch nur minderheitlichen Interessen von 83 Millionen Einwohnern dieses Landes weiß. Und somit für verantwortungsbewusstes Handeln als Abgeordneter genauso wie jeder andere auch auf das aktive Auftreten und Bürgerkontakte in seinem Wahlkreis beziehungsweise auf statistische Erhebungen angewiesen ist. (Wobei ihm seine handwerklichen Kentnisse vermutlich nicht dabei helfen werden, letztere besser einzuschätzen als ein Abgeordneter mit einer x-beliebigen anderen Laufbahn.)
Eine langanhaltende Diskriminierung durch eine Bevorzugung zu kompensieren ist zulässig. Deswegen ist es auch völlig okay wenn Bewerbungen von Frauen bevorzugt behandelt werden.
Zulässig mag es sein, führt aber nicht zu mehr Gerechtigkeit. Sondern eher dazu, dass noch mehr Menschen ungerecht behandelt werden - und aufgrund der geringen Zahl hervorgehobener Posten, die es gibt, steigt das Gerechtigkeitsniveau nicht einmal im Durchschnitt.
Ich kenne den Wiki Eintrag.
Ist trotzdem Unsinn.
Das einzige, was Unsinn ist, ist dein Kommentar und vielleicht noch dein Verständniss des Wiki-Eintrags. Politikwissenschaft hat halt nichts mit Politik zu tun, sehr wohl aber mit Wissenschaft.