Neue Bundesregierung 2021 Diskussionsthread

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Und gerade, damit man im Alter nicht in Armut landet (obwohl man sein ganzes Leben gearbeitet hat), ist die Erhöhung des Mindestlohnes sehr wichtig. Zusätzlich privat vorsorgen können Menschen mit geringen Einkommen nämlich in der Regel nicht. Weil die anderen Kosten fast alles aufressen. Und ihnen wenig Geld übrig bleibt.

"Privat Vorsorgen"? Wie denn mit Garantiezinsen von praktisch null und mit einer Wirtschaftskrise nach der nächsten? Unterhalb von "Haus kaufen" gibt es kaum noch was, was man wirklich selber machen kann und private Anbieter wollen vor allem eins: Gewinne abzeigen. Entsprechend wenig bleibt dem going-to-be Rentner.

Das einzige, was gegen Altersarmut helfen würde, wäre mehr staatliche Vorsorge. Leider ist auch von der Ampel nichts Produktives in Sachen Rentenreform zu erwarten.


Ich bin ja auch für mehr Lohn...was aber nie bedacht wird.
Steigt der Lohn, steigen die Preise, weil nen Unternehmen garantiert nicht auch nur auf einen Euro verzichtet.
Durch höhere Löhne hat man dann am Ende irgendwann sogar weniger in der Tasche, weil sich der Staat an höheren Einkommen natürlich mehr dran gesundstößt.
Zählt natürlich nur für Deutsche Produkte.

Es stimmt, dass höhere Löhne erstmal eine Inflationsspirale auslösen. Aber läuft nicht 1:1 ab:
Importierte Waren werden z.B. nicht teurer, du kaufst von deinen 10% mehr Lohn also nicht nur Waren von Firmen mit 10% mehr Lohnkosten, sondern auch welche die billig bleiben und kannst dir somit mehr leisten. Außerdem bedeuten 10% mehr Lohn nicht 10% mehr Einkommen von Selbstständigen und 10% mehr Mindestlohn bedeuten gar keine Lohnerhöhung für Führungskräfte. Das heißt auch hier müssen die Preise gar nicht um 10% angehoben werden, sondern im Beispiel nur um 5%. Trotz kalter Progression kannst du dir vom höheren Einkommen also mehr leisten.
Draufzahlen tun dagegen reiche Leute, die von ihren Aktien leben. Die Zahlen nämlich auch die höheren Preise, erhalten aber mangels Lohn auch keine Lohnerhöhung. Unterm Strich verringern höhere (Mindest-)Löhne also die soziale Spaltung.

(Und die höheren Sozialabgaben sorgen dann noch dafür, dass bei Renten, Pflege,... weniger gekürzt werden muss, was ebenfalls Arbeitern zu gute kommt.)


Also ich kann mich noch an meine Studienzeit erinnern. Regelstudienzeit waren 10 Semester, der Durchschnitt lag bei 13 Semestern, Elektrotechnik.
Naja wobei mit der heutigen Wissens-/Informationsdatenbank des Internets dürfte das Studium auch effizienter von der Hand gehen. Was wir damals alleine mit Büchern an Zeit verbraten haben nur um eine bestimmte Fragen zu beantworten... Heute gibst du das einmal bei Youtube/google in die Sucher ein und kriegst zig Videos die dir das alles animiert vorgekaut erklären.

Dafür haben sich aber auch die Stoffpläne weiterentwickelt. Man muss die Basics ja immer noch verstehen, aber zusätzlich auch die Entwicklung der letzten Jahrzehnte drauf haben.

Die größere Auswirkung auf die formellen Regelstudienzeitüberschreitungen hatte aber Bachelor/Master, zumindest an den Universitäten. Dadurch gibt es jetzt doppelt so viele Studienabschlüsse bei gleicher Studiendauer (Bachelor ist in vielen Fächern nix wert, ein brauchbares Studium hat weiterhin 10 Semester Regelstudienzeit), also verteilt sich auch die Regelstudienzeit-Überschreitung feiner: 12 Semester insgesamt sind jetzt nicht mehr "+2", sondern "+1" beim Bachelor und "+1" beim Master.

Zusätzlich sind viele Studenten aber auch gezwungen, gar keinen Überhang zuzulassen. Früher war es recht einfach, jedes Jahr z.B. 80% des Pensums zu machen, wenn man nebenbei arbeiten gehen musste. Hat man halt im 2. Semester 20% des 1.-Semesterstoffs nachgeholt und zusätzlich 60% 2. Semester studiert. War in der Summe wieder 80% und einmal quer durchs Studium schob man am Ende zwei Semester Mehraufwand vor sich her. Aber heute geht "im SS statt im WS" oft gar nicht mehr, weil Kurse von strengen Stundenplänen vorgeschrieben und oft nur entweder/oder angeboten werden. Und wegen der gleichen Stundenpläne ist es auch schwer möglich. 3.-Semesterinhalte im 5. Semester nachzuholen. Selbst wenn es nur 20% Nachholbedarf sind, muss dafür dann oft 40-60% des 5. Semesters ausfallen lassen. Zieht man das "20% nebenbei Arbeiten" das ganze Studium durch, studiert man so am Ende nicht 1 Jahr länger, sondern 3 Jahre. Das kann man sich aber eigentlich nicht erlauben, weswegen immer mehr Studenten heute auf Studienkredite ausweichen und dann zwar mehr in der Regelstudienzeit fertig werden, danach aber auch hoch verschuldet sind. Und oftmals noch einen schlechteren Abschluss haben, weil Wiederholung eines nur knapp geschafften Kurses gar nicht in Frage kommt und außerdem keinerlei Zusatzkenntnisse neben dem Vorgeschriebenen, weil zusätzliche, freiweillige Veranstaltungen nicht mehr vorgesehen sind.


Ich bin ja auch der Meinung das man jeden eine Gelegenheit geben sollte.
Auch dem Bewerber mit Hauptschulabschluß. Wenn er z.B. praktisch was kann und sich für eine handwerkliche Stelle bewirbt. Das solche Bewerbungen nicht gleich im Müll landen.

"Chance geben" kostet Zeit und Arbeit. Spätestens seitdem HartzIV-Sanktionen Hintz und Kunz zwingen, sich auf jeden Scheiß zu bewerben, auch wenn sie noch so schlecht passen, hat ein Arbeitgeber aber schnell mal 400-500 Bewerbungen für eine einfache Stelle vor sich liegen. Denen kann er einfach nicht allen eine Chance geben und warum sollte er das überhaupt wollen? Er sucht den besten und um den zu finden, muss er erst einmal möglichst einfach die 450 schlechtesten Aussieben. "Schulabschluss" ist da ein ziemlich simples Kriterium und jemand, der keine mittlere Reife gemacht hat, steht sowieso schon einmal in dem Verdacht, entweder blöd, faul oder unfähig zu sein. (Und das nicht zu Unrecht, denn wer schlau, fleißig und fähig ist, hätte ja einen Realabschulabschluss gemacht. Dass der Schüler bei mangelnden Fähigkeiten oftmals nur eine Teilschuld trägt, ist dem Arbeitgeber dabei egal. Für den zählt nur, dass jemand anderes schon mehr kann.)
 
"Privat Vorsorgen"? Wie denn mit Garantiezinsen von praktisch null und mit einer Wirtschaftskrise nach der nächsten? Unterhalb von "Haus kaufen" gibt es kaum noch was, was man wirklich selber machen kann und private Anbieter wollen vor allem eins: Gewinne abzeigen. Entsprechend wenig bleibt dem going-to-be Rentner.
Ich meinte auch private Versicherungen usw. Dafür haben arme Menschen auch kein Geld über.
Das einzige, was gegen Altersarmut helfen würde, wäre mehr staatliche Vorsorge. Leider ist auch von der Ampel nichts Produktives in Sachen Rentenreform zu erwarten.
Dafür gabs ja meines Wissens bisher nur die Riester Rente welche ein Flop sein soll.
Unterm Strich verringern höhere (Mindest-)Löhne also die soziale Spaltung.
Mein Reden.
"Chance geben" kostet Zeit und Arbeit. Spätestens seitdem HartzIV-Sanktionen Hintz und Kunz zwingen, sich auf jeden Scheiß zu bewerben, auch wenn sie noch so schlecht passen, hat ein Arbeitgeber aber schnell mal 400-500 Bewerbungen für eine einfache Stelle vor sich liegen. Denen kann er einfach nicht allen eine Chance geben und warum sollte er das überhaupt wollen? Er sucht den besten und um den zu finden, muss er erst einmal möglichst einfach die 450 schlechtesten Aussieben. "Schulabschluss" ist da ein ziemlich simples Kriterium und jemand, der keine mittlere Reife gemacht hat, steht sowieso schon einmal in dem Verdacht, entweder blöd, faul oder unfähig zu sein. (Und das nicht zu Unrecht, denn wer schlau, fleißig und fähig ist, hätte ja einen Realabschulabschluss gemacht. Dass der Schüler bei mangelnden Fähigkeiten oftmals nur eine Teilschuld trägt, ist dem Arbeitgeber dabei egal. Für den zählt nur, dass jemand anderes schon mehr kann.)
Ja leider ist das in der Praxis häufig so.
 
Ich meinte auch private Versicherungen usw. Dafür haben arme Menschen auch kein Geld über.
Die meinte ruyven auch. Und die sind halt gewinnorientiert, wollen also selbst auch noch was vom Kuchen anhaben.
Dafür gabs ja meines Wissens bisher nur die Riester Rente welche ein Flop sein soll.
Die Riester Rente war eine Förderung von obigem, also genau keine staatliche Vorsorge. Eben weil man sich vor einer echten Rentenreform gescheut hat. Was die bräuchte ist eigentlich ziemlich klar (und mit der FDP unmöglich), nämlich dass wirklich alle einzahlen.
 
Wegen der FDP gibt es auch keine Bürgerversicherung.
Wegen der FDP gibt es vieles nicht und wird es auch in einem absehbaren Zeitrahmen nie geben können, weil die ewig gestrigen dort immer noch dem klar gescheiterten 80er Jahre Thatcher Neoliberalismus angehören.
Nicht weil sie glauben würden das er besser funktionieren würde, sondern weil er das wirtschaftliche / finanzielle Machtgefüge weitestgehend zu Gunsten derer verschiebt und zementiert die bereits Geld besitzen, oder im Mittelstand angekommen sind, indem man den Staat in allen Bereichen maximal möglich in seinen Befugnissen und Eingriffsmöglichkeiten "demontiert".

Und wenn die FDP nunmal die letzten 30 Jahre eines immer wieder durch ihre Politik und Standpunkte ganz klar bewiesen hat, dann das sie halt auch nur eine Maximal-Lobbypartei für die Besserverdiener und das große Kapital ist / sein will.

Das die FDP es trotzdem immer wieder mal schafft bei Wahlen spürbar über die 5% Hürde zu klettern liegt auch nur daran das die Wähler halt nicht in der Lage sind zu erkennen wann das Wahlprogramm einer Partei eigentlich nur klar gegen die eigenen Interessen ist, da sie sich oft nicht weiter damit auseinandersetzen, als was sie in Wahlspots im TV sehen, oder den "lustigen tweets" in Social-bubble-media aufgabeln. ;)
 
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Das die FDP es trotzdem immer wieder mal schafft bei Wahlen über die 5% Hürde zu klettern liegt auch nur daran das die Wähler halt nicht in der Lage sind zu erkennen wann das Wahlprogramm einer Partei eigentlich nur klar gegen ihre eigenen Interessen sein kann, da sie sich nicht weiter damit auseinandersetzen, als was sie im Fernsehn, oder den "lustigen" Posts in Social-bubble-media aufgabeln. ;)
Ja leider fallen viele auf die FDP rein. Weil sie ja achso besorgt um die Freiheiten der Bürger ist. :schief:
 
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Man wird ja sehen, ob sie nach der Regierung immer noch so gut dastehen, oder so abschmieren wie beim letzten mal.

Sie wurden schließlich auch wegen "FreedomDay" etc. von den jungen Leuten gewählt und jetzt müssen sie doch Lockdown und Impfpflicht mittragen.

Vielleicht reicht es in 4 Jahren dann für Grün-Rot-Rot.
Denn auch die Grünen werden hoffentlich aus den Fehlern in diesem Wahlkampf lernen.
 
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Vielleicht reicht es in 4 Jahren dann für Grün-Rot-Rot.
Denn auch die Grünen werden hoffentlich aus den Fehlern in diesem Wahlkampf lernen.
Ich hab das blöde Gefühl, dass die Grünen der große Verlierer der nächsten 4 Jahre sein werden und die Linke kommt in 4 Jahren nicht mehr ins Parlament.
In 4 Jahren wird der Söder das Ruder an sich reißen und mit den Liberalen eine Koalition machen und dann haben wir wieder das, was wir von 2009 bis 2013 hatten -- absoluten Stillstand.
 
Merz wäre ein Glücksfall für eine Fortführung des Modernisierungsprozesses in Deutschland, denn er führt die CDU zwangsläufig in die Stagnation. Röttgen hätte viel mehr das Potential die Ideen der CDU auch jungen Wähler wieder zu verkaufen.
 
Da muss natürlich die Regierung da unterstützt und gefordert werden den Koalitionsvertrag wirklich umzusetzen.

Der Erfolg der FDP zeigt ja, dass leider nicht jeder junge Wähler ein Aktivist ist.

Die Frage ist Aktivist für was. Es könnten auch Aktivisten für Freiheit und Grund/Bürgerrechte gewesen sein.

Da hätte man mit der ehemaligen Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger durchaus ein prominentes Vorbild. Und der neue Justizminister Buschmann scheint da in die selben Fußstapfen zu treten.
 
Oder Friedrich Merz. Der bewirbt sich ja zum 3. mal für den CDU Vorsitz. Und dieses mal könnte es klappen.
Es ging mir ja um den neuen Kanzler und in 4 Jahren ist Merz 70.
Da schickt die Union eben Söder ins Renner. An dem prallt eh alles ab, was in Bayern passiert. also beste Voraussetzungen für das Kanzleramt.
Und der neue Justizminister Buschmann scheint da in die selben Fußstapfen zu treten.
Der hatte die Pandemie auch schon für beendet erklärt und tritt damit in die Fußstapfen von Höcke, der das gleiche erzählt.
 
Mir ging es auch um den Kanzler. Meinst du das Alter würde ihn davon abhalten?
Wir können anhand der Diskussion ums Gesundheitsministerium sehen, dass es keine Rolle spielt, wie alt oder qualifiziert jemand für irgendeinen Job ist. Es ist immer Parteipolitik.
Klar könnte Merz auf die Kanzlerkandidatur pochen, aber wir haben ja gesehen, wie sowas ausgehen kann.
 
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