Wenn PoC sich in Deutschland nicht wahrgenommen fühlen und diese Wahrnehmung, wie im Video, formulieren, dann sollte man hier dasselbe zugestehen. Zuhören, das wahrgenommene Problem verstehen.
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Vllt wärs mal ganz geil wenn so jemand in der Politik Erfolg hat, damit auch Menschen welche diese Wahrnehmung teilen sich repräsentiert fühlen. In einer parlamentarischen Demokratie sollte sowas auch kein Problem sein, wenn wir die AfD im Bundestag aushalten müssen, dann werden wir eine Sarah-Lee auch aushalten.
Es gibt doch so einige Menschen mit äußerlich klar sichtbaren Migrationshintergrund (also solche die u.a. so "farbige Kartoffeln" wie Frau Heinrich sind, oder asiatisch / türkisch / arbische Wurzeln haben, halt PoCs) in den Landes und Bundesparlamenten.
Alleine im aktuellen Bundestag sind es immerhin 83 der 709 Abgeordneten, also ca. 12% der Abgeordneten.
Zwar ist der neue Bundestag im Vergleich zu vorherigen diverser geworden, aber Menschen aus Einwandererfamilien sind weiterhin im Vergleich zur gesellschaftlichen Realität unterrepräsentiert. Hakan Demir (SPD) ist einer von nun 83 Abgeordneten mit Migrationsgeschichte.
www.deutschlandfunk.de
Damit sind sie entsprechend des Anteils in der Bevölkerung eigentlich auch im Bundestag in etwa anteilig representabel vertreten, beachtet man vor allen das das die Mehrheit der Migranten in Deutschland immer noch aus europäischen Staaten & EU-Ländern kommt und eben nicht alle davon in die Kategorie PoC, die großzügig angenommen etwa 13 Mio. Menschen der aktuell etwa 22 Mio. Menschen in Deutschland mit einem Migrationshintergrund ausmachen, fallen:
Knapp zwei Drittel (65 %) aller Personen mit Migrationshintergrund sind aus einem anderen europäischen Land Eingewanderte und ihre Nachkommen. Dies entspricht 13,8 Millionen Menschen, von denen 7,5 Millionen Wurzeln in anderen EU-Mitgliedsstaaten haben. Die 4,6 Millionen aus Asien Eingewanderten und ihre Nachkommen machen 22 % der Personen mit Migrationshintergrund aus, darunter haben 3,2 Millionen einen Bezug zum Nahen und Mittleren Osten. Knapp 1,0 Millionen Menschen (5 %) haben Wurzeln in Afrika. Weitere 0,6 Millionen Menschen (3 %) sind aus Nord-, Mittel- und Südamerika sowie Australien Eingewanderte und deren Nachkommen. Wichtigste Herkunftsländer sind nach wie vor die Türkei (13 %), gefolgt von Polen (11 %) und der Russischen Föderation (7 %).
Im Jahr 2019 hatten 21,2 Millionen Menschen und somit 26,0 % der Bevölkerung in Deutschland einen Migrationshintergrund. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) auf Basis des Mikrozensus weiter mitteilt, entspricht dies einem Zuwachs gegenüber dem Vorjahr von 2,1 % (2018: 20,8 Millionen). Im...
www.destatis.de
Das wären also in einer großzügigen Annahme etwa rund 14 -15% der Bevölkerung, denen gegenüber etwa 12% im Bundestag stehen wo man von einem PoC Hintergrund sprechen könnte.
Ich sehe also nicht wo diese Minderheit in der Bevölkerung nach deiner Ausführung keinen Erfolg hätte und sich rein zahlenmäßig nicht ausreichend vertreten fühlen kann.
So dies in der Politik der Fall ist (sich nicht ausreichend vertreten zu fühlen) liegt es vermutlich ehr nicht daran das sie dort nicht zu finden wären, sondern dann mehr daran das die entsprechend vorhandenen Abgeordneten wohl scheinbar kein Interesse daran haben sich, aus welchen Gründen auch immer, für die Interessen dieser Gruppe stärker zu engagieren.
Ich sehe jedenfalls rein von den Zahlen her nicht das PoC bzgl. ihres Anteils in der Bevölkerung in der Politik drastisch unterepräsentiert wären und man daher den Anteil auf Teufel komm raus spürbar erhöhen müsste, das würde dann langsam ehr ihren realen Anteil in der Bevölkerung verzerren, als ihn wirklich wiederzuspiegeln.
Das soll aber, nicht das ich da falsch verstanden werde, sicher nicht bedeuten das ihre Interessen und Bedürfnisse an der einen oder anderen Stelle nicht mehr mit berücksichtigt werden sollten.
Man kann in Deutschland geboren sein, man kann seit der Geburt die Staatsbürgerschaft haben, man kann perfekt Deutsch sprechen, man kann sehr gebildet sein, wenn man nicht so aussieht, wie man als Deutscher aussehen sollte, wird man von einigen Teilen der Bevölkerung nicht als Deutscher akzeptiert.
Das finde ich extrem traurig, das im 21. Jahrhundert, Rund 80 Jahre nach dem Nazi Regime.
Ich hatte immer gehofft, dass wir weiter wären.
Das ist nunmal die menschliche Natur und hat nichts mit Deutschland im speziellen, oder seiner jüngeren Geschichte, zu tun, das wird dir auch 2021 überall auf der Welt in Teilen der Bevölkerung genauso wiederfahren, egal ob in China, Japan, Afrikanischen Staaten, Türkei, Russland, Indien, usw.
Mal als Beispiel China & Indien:
In China kommt es in der Coronakrise vermehrt zu rassistischen Vorfällen. Besonders Afrikaner sind betroffen. Der Journalist Frank Sieren findet das angesichts der politischen Interessen des Landes "grotesk".
www.deutschlandfunkkultur.de
Und auch:
Nirgendwo in Asien leben so viele Afrikaner wie im chinesischen Guangzhou. Sie zwingen das ethnisch homogene China zu einer Auseinandersetzung mit der eigenen Xenophobie.
Nirgendwo in Asien leben so viele Afrikaner wie im chinesischen Guangzhou. Sie zwingen das ethnisch homogene China zu einer Auseinandersetzung mit der eigenen Xenophobie.
www.zeit.de
Und Indien:
Afrikanische Studenten kommen gerne nach Indien: es locken gute Universitäten und niedrige Lebenshaltungskosten. Doch sie haben es nicht leicht in dem Land, in dem "weiß gleich beautiful" ist. Viele klagen über Diskriminierung, Rassismus und Gewalt.
www.deutschlandfunkkultur.de
Der Mensch neigt von seinem üblichen Verhalten nun einmal gerne immer noch dazu sich von Fremden abzugrenzen und sie als grundsätzliche Bedrohung / Angriff für sich / seine Gruppe / Gesellschaft / Lebensart wahrzunehmen.
Das findet auch im Tierreich genau so statt, z.B. bei Ameisen, oder Ottern, ect. und am Ende bleibt trotz aller "Zivilisation und vermeindlicher Intelligenz" halt auch der Mensch weiterhin nur ein Tier, mit ein paar mehr Fähigkeiten, aber manche Verhaltensmuster bekommst du halt auch nach etwa 10.000 Jahren Sesshaftigkeit und Gesellschaft nicht völlig aus uns raus und dazu gehört halt das wir halt eigentlich nicht für das Leben in der X Millionengesellschaft von der Natur konzipiert wurden, sondern für das Leben in einer überschaubaren Gruppe mit maximal ein paar dutzend anderen Individuen (gerade in ehr sehr kleinen Gemeinschaften wie Dörfern kann man das immer noch sehr gut beobachten).