Ich halte das für sehr unwahrscheinlich. Die SPD möchte keine große Koalition und die CDU wird nicht in eine Koalition mit einen SPD Kanzler gehen. Eher geht sie in die Opposition.
Wenn sich FDP und Grüne nicht einig werden oder nur zu Bedingungen, die sowohl für SPD als auch CDU unerträglich sind, dann gehen entweder alle in die Opposition und Merkel bleibt komissarisch im Amt oder es gibt GroKo. Wetten, dass ersteres nicht geschieht?
(Die dritte Option "Minderheitenregierung" ist bei der derzeitigen Blockadehaltung für niemanden attraktiv, Neuwahlen lehnen auch alle ab.)
In zweiter Geige weiterzuregieren dürfte dagegen für viele CDUler ganz attraktiv sein und so, wie sich die Partei gerade selbst zerlegt, denkt da in einem Monat jeder nur noch an sich, nicht an die Position der Partei insgesamt. Die einzige noch offene Frage: Vizekanzler Merz?Vizekanzler
Oettinger Röttgen?
Edit: Keine Ahnung, wie ich die beiden Hackfressen verwechseln konnte. Erstaunlich, dass icht trotzdem verstanden wurde.
Die FDP hat vor allem von der Corona-Krise profitiert und viel von Freiheitsrechten usw gesprochen. Das ist gerade bei den Jungwählern gut angekommen. Darunter hat die FDP auch die meisten Wähler.
Bin schon länger kein Jungwähler mehr. Aber nachdem, was ich aus der Richtung unter 25 gehört / darüber gelesen habe, war der Anteil vernünftiger Menschen dort WEIT höher als in den älteren Schichten. Auf die Freiheit zu sterben und andere umzubringen, wie die Lockerung-um-jeden-Preis-Fraktion, die auch Lindner anzusprechen versucht hat, legten eher wenige wert. Man ist angepisst, dass CDU und SPD sich einen Dreck um Impfschutz für jüngere und Bedingungen in Klassenzimmern oder gar an Unis gekümmert haben, von typischen Studentenjobs, Kunst und Kultur ganz zu schweigen. Aber das führt nicht zur FDP, die dafür im Gegenteil noch weniger getan hätte.
Ich glaube eher, dass das ohnehin traditionell bessere Abschneiden der FDP bei Jungwählern diesmal etwas konzentrieter von der Ego-Fraktion gespeißt wurde. Jugendliche, die vor allem an eigenen Wohlstand / Klassenerhalt denken, gab und gibt es immer, aber früher haben davon noch erstaunlich viele CDU gewählt. Nach dem die diesmal soviel Murks gebaut hat und obendrein auch noch offen für eine Koalition mit der Lieblingspartei des verhassten FFF-Komillitonen war, ging der Trend diesmal halt eher zur FDP. Das würde auch zum Verhalten der Wähler insgesamt passen.
Wobei es den Jungen FDP-Wählen wohl weniger um Wirtschaftpolitik, sondern mehr um Freiheitsrechte wie Gleichberechtigung (inkl. LGBTQ), Abschaffung der Vorratsdatenspeicherung und Uploadfilter und allgemein Digitalisierung gehen wird.
Und da sind durchaus große Schnittmengen zu den Grünen da.
Theoretisch ja, praktisch spielt das in Wahlprogramm, Wahlkampf und allgemein politischen Bemühungen der FDP keine Rolle. Sozialliberalität haben die schon lange nicht mehr vertreten. Dafür finden sich genau diese Inhalte und zugehörige Kompetenzen weiterhin geballt bei den Piraten, die jüngeren eigentlich noch ein Begriff sein sollten.
Die Frage ist jetzt nur, wie geht man mit der hohen AfD-Quote in Sachsen und Südost-Thüringen um.
Erschreckend auch, dass die so viele Direktmandate dort geholt haben, obwohl Rechtsextreme nun mal keine Probleme lösen.
Im Sächsischen Landtag wollte die AfD die angebliche "Relativierung der Familie aus Mutter, Vater und Kindern in der Öffentlichkeit und im Bildungsbereich" unterbinden – alle anderen Fraktionen gaben Kontra. Mitten in der Aussprache kam es zum Eklat. (Politik - Deutschland)
www.queer.de
Dazu trägt wohl auch die CDU/CSU bei, die im Wahlkampf immer vor einem Linksruck gewarnt hat, nun gibt es einen deutlichen Rechtsruck.
Die TAZ hat in ihrer gestrigen Ausgabe (Montag) mal versucht, der Motivation dieser Leute nachzuspüren. Ergebnis: Selbst in Wahlkreisen mit >>50% AFD-Erfolg war auf der Straße kein einziger AFD-Wähler zu finden. Nur Leute, denen zu Folge Politiker eh alle gleich mieß sind und sich nicht um sie kümmern, obwohl das in Augenschein genommene Dorf in den letzten Jahren Straßen saniert, eine neue Turnhalle, etc. bekommen hat.
Übrigens während der kommunale Vertreter der AFD sich mit populistischen Pöbeln beschäftigte, aber keinerlei Leistung in kommunalen Grämien brachte.
Du denkst auch, im Osten rennen die Leute nur H-Kreuz Tätowierung rum...
Ich kenne viele AFD Wähler...nen Rechter ist keiner von denen.
- AFD-Wählen
- Nicht Rechts sein
- Hirn haben
Pick 2. (or less)
Die sagen halt, wenn se rechts wären, würden se NPD wählen.^^
Die NPD ist hart rechtsEXTREM. Das heißt links von ihr ist noch reichlich Platz für teilweise rechte, klar rechte und teilweise rechtsextreme Parteien. Wie die AFD. "Nicht rechts" beginnt frühestens bei CDU und FDP, wobei erstere lange Zeit den expliziten Anspruch hatte, auch das konservativ-rechte Spektrum mit abzudecken, was viele höherrangige Parteimitglieder weiterhin fleißig machen.
Am Beispiel der CO2-Neutralität. Die FDP will einen Deckel beim Ausstoß und entsprechende Zertifikate jährlich reduzieren. Ergo steigt der Preis für die Belastung des Klimas, wie dann aber CO2 gespart wird, wollen sie nicht vorgeben. Es ist dann egal ob es E-Autos sind oder Verbrenner mit E-Fuels.
Was die FDP will, ist eine Nebelkerze mit reichlich Verwässerungspotential in Nachverhandlungen, die Ökos regelmäßig schlecht dastehen lässt, aber garantiert keinen Klimaschutz.
Wie miserabel Zertifaktsysteme funktionieren, sehen wir seit 1,5 Jahrzehnten auf EU-Ebene. Und das liegt nicht nur an der Politik, sondern auch am System:
Solange mehr als genug Zertifikate verfügbar sind, haben die (bei freiem Handel wie von der FDP gefordert) einen Preis von praktisch Null und entfalten keinerlei Lenkungswirkung. Sobald auch nur etwas weniger als nötig verfügbar sind, explodiert umgekehrt der Preis, begrenzt hart das Wirtschaftswachstum und kann ratzfatz ganze Branchen in den Ruin treiben. Solange kein politischer Preis für die Zertifikate festgelegt wird (was einer CO2-Abgabe gleich käme und eben kein reines Zertifikatsystem mehr ist), ist der Grat zwischen beiden Seiten extrem schmal und erfordert, dass die Politik ständig nachjustieren muss und sich dabei jedes Mal entweder gegen Klimaschutz oder für wirtschaftlichen Schaden entscheiden muss.
Ein Traum für Parteien wie die FDP, Wirtschaftsfreiheit ohne Blick auf die Folgen will, denn in so einem Szenario muss der entscheidende Politiker entweder Klimaschutz sein lassen oder er kriegt so regelmäßig derart schlechte Presse, dass er sich selbst in die außerparlamentarische Oppostion kegelt.
Ein tatsächlich wirklich marktkonformes Mittel wären CO2-Ausgaben: Man legt keine politisch-planwirtschaftliche Obergrenze fest, sondern allgemein einen CO2-Preis. Und das einmalig als Korridor auf Jahre hinaus, wie es klimatechnisch nötig ist. Dann hat jeder in der Wirtschaft Planungssicherheit und zugleich eine Motivation, soviel CO2 wie möglich einzusparen (und nicht nur bis knapp unter eine festgelegte Grenze) aber nicht den Zwang zu "mehr-als-möglich" (mit "Dichtmachen" als einzige Alternative). Genau dieses ur-liberale Konzept fordert die FDP aber komischerweise nicht, sondern verteufelt es als Grünes Unding.