Kann man nicht? Ich denke man muss. Autofahren muss unattraktiv werden. Dazu gehören strikte Tempolimits, hohe Benzinpreise, hohe Preise fürs Parken und hohe Steuern. PS und Gewicht sollten zusätzlich bestraft werden.
Du musst dafür aber eine parlamentarische Mehrheit haben und damit es nachhaltig ist, diese auch halten, sonst ist das ganze nach spätestens 4 Jahren vorbei. Zwischendurch darfst du garantiert noch mit enormen Druck von der Straße rechnen.
Ohne massiven Widerstand wird es nicht gehen, das liegt alleine schon daran, dass noch immer zuviele Sturköpfe versuchen die Wirtschaft zu retten anstatt die Lebensgrundlage der Menschheit auf diesem Planeten.
Das Ziel ist doch nicht (oder darf nicht sein) "nur" bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, das Ziel muss eine Veränderung der Art und Weise sein wie wir Leben und Arbeiten um nachhaltig weiterhin eine Lebensgrundlage zu haben.
Ich wäre schon zufrieden, wenn man neben der Entlastung des Wohnraums in Ballungsgebieten (damit einhergehend die Mietpreise), eine deutliche CO2 Reduzierung durch weniger Pendelverkehr erreicht. Vorbild ist hier schon die Corona Zeit. Den letzten Absatz halte ich
im Moment für deutlich zu groß und
demokratisch nicht für erreichbar.
ÖPNV muss im Grunde überall dort individuelle Mobilität ersetzen wo dies möglich ist.
Dann musst du auch B sagen und erklären wie du das erreichen willst, ohne das soziale Fass aufzumachen, das zwangsläufig kommen würde, wenn man es über den Preis regelt. Ich habe die Unterschiede zu "früher" nicht umsonst in den Raum gestellt und für Totalverbote, halte ich unser GG und unsere momentane Gesellschaftsform für nicht geeignet. Darüber hinaus, ist es m.A. nach für Viele eine Rückentwicklung, oder zumindestens eine gefühlte Rückentwicklung.
Das Auto als Ausdruck von individueller Freiheit ist - entschuldige bitte - sowas von ein Bullshitargument.
Garnicht soo lange her, da hat mal einer in Deutschland gesagt, das Auto sei ja eine nette Erfindung, würde aber das Pferd niemals ablösen können. Das ist nichts was eine Gesellschaft nicht binnen 10 Jahren auch wieder ändern könnte, nichts was zwingend
Tut mir leid, aber diese Argumentation halte ich nicht für schlüssig, da das Automobil der Start zur
großflächigen individuellen Mobilität
für die Masse war. Das Pferd war als individuelle Mobilität immer nur einem sehr sehr kleinen Teil der Bevölkerung vorbehalten.
Auch wenn du den Freiheitsbegriff, als Bullshitargument bezeichnest, stelle ich in den Raum, dass der überwiegende Anteil, der momentanen Bevölkerung in Deutschland genau damit aufgewachsen ist und ihn positiv verinnerlicht hat. Meine persönliche Einschätzung geht bis ungefähr Ende der 1970er, Anfang der 1980er Geburtenjahrgänge.
Dazu gehören vor allen dingen auch die Babyboomer der gesammten 1960er, die noch nicht mal in Rente sind und die Entwicklung, die du im wahrsten Sinne des Wortes zurückdrehen willst, selber noch miterlebt haben, die Entwicklung des Fussvolkes hin, zur erschwinglichen individuellen Massenmobilität.
Ich halte das, was du so einfach schreibst und auch teilweise gut argumentativ unterlegst, für sehr sehr viel schwieriger umzusetzen, als du es dir vorstellen kannst, jedenfalls mit demokratischen Mitteln und wie gesagt über allem kreist auch noch der soziale Sprengstoff.