Ich sehe diese Probleme genauso, aber genauso wie du, halte ich sie für lösbar.
Ich sag nicht, sie seien nicht lösbar, ich sag nur, sie sind ggf. etwas größer und umfangreicher als dargestellt.
Für mich ist es von allem was im "Raum" steht das mit Abstand mildeste Mittel.
Um welches Ziel zu erreichen?
Die Frage mag dumm erscheinen, aber, welche konkreten Ziele sollen erreicht werden, bzw. welche werden ignoriert. Wenn du nur darüber diskutierst, dass wir das Wohnproblem dadurch lösen, dann sehe ich darin keinen Sinn.
Im Gegensatz zu dir und anderen glaube ich eben nicht, das es möglich ist, ohne massivste soziale Verwerfungen und auch massiven Widerstand, den Individualverkehr im großen Umfang zu reduzieren, vor allen dann nicht, wenn man nicht Arbeitsplätze, dort wo es möglich ist, dezentral (sprich Homeoffice) organisiert
Ohne massiven Widerstand wird es nicht gehen, das liegt alleine schon daran, dass noch immer zuviele Sturköpfe versuchen die Wirtschaft zu retten anstatt die Lebensgrundlage der Menschheit auf diesem Planeten.
Das Ziel ist doch nicht (oder darf nicht sein) "nur" bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, das Ziel muss eine Veränderung der Art und Weise sein wie wir Leben und Arbeiten um nachhaltig weiterhin eine Lebensgrundlage zu haben.
Das reden von ÖPNV ist schön und gut, individuelle Mobilität, ist aber seit tausenden von Jahren mehr als die Ratio von Punkt A nach Punkt B zu kommen.
ÖPNV muss im Grunde überall dort individuelle Mobilität ersetzen wo dies möglich ist.
Wir verblasen Ressourcen ohne Ende für diese "Freiheit" und allokieren soviel mehr Ressourcen (E Autos, Wasserstoffautos) nur um diese beizubehalten anstatt Einschränkungen auch nur zu Erwägen.
Das ist nicht nachhaltig möglich. Ja, ich kenn auch die Mär vom Peak Oil, das hätte bereits vor gefühlt 20 Jahren erreicht sein sollen. Irgendwann IST Ende. Und dann kriegen wir von ganz alleine eine Abkehr von dieser individuellen Mobilität wie wir sie heute kennen. Nur dann eben komplett unfreiwillig und möglicherweise auch unvorbereitet.
Das Auto als Ausdruck von individueller Freiheit ist - entschuldige bitte - sowas von ein Bullshitargument.
Garnicht soo lange her, da hat mal einer in Deutschland gesagt, das Auto sei ja eine nette Erfindung, würde aber das Pferd niemals ablösen können. Das ist nichts was eine Gesellschaft nicht binnen 10 Jahren auch wieder ändern könnte, nichts was zwingend beibehalten werden müsste, vor allem nicht, wenn die Notwendigkeit ein Auto zu besitzen über Veränderungen in unserer Art zu Leben, zu Arbeiten und zu Reisen abnimmt.
Wir brauchen ein Auto weil wir alles darauf ausgelegt haben. Klar geh ich mit dem Auto zum einkaufen wenn ich für die ganze Familie Getränke kaufe, mein Kaff hat keinen Getränkelieferanten. Mein Kumpel in München lässt sich das mit dem ElektroLKW liefern.
Alternativen schaffen und schon merkt man, das doofe Blechding ist garnicht so notwendig wie wir glauben.
Aber ohne Alternativen keine Abkehr von dieser Mobilität, das ist eben die Krux dabei. Reine Verbote helfen niemandem wenn es keine Möglichkeit zum Ausweich gibt.
Entsprechend habe ich einfach einen anderen Ansatz und sehe die Lösung beim Verkehr, vorwiegend beim Güterverkehr auf der Schiene und Wasserstraße, und sonst technologischen Lösungen.
Das ist ja nicht falsch, nur schrumpft das Schienennetz in Deutschland während das Straßennetz ausgebaut wird (Grüße gehen raus an den CSU Verkehrsminister der Bayern bei der Geldervergabe bevorzugt). Wir brauchen dringend mehr Güterverkehr auf Schienen, aber das alleine reicht nicht. Tempolimit, Autobahnmaut, alternativen zum Gütertransport, das alles geht Hand in Hand.
Aber egal wie, du hast nicht Unrecht damit, dass wir deutlich weniger LKW auf allen Straßen brauchen.
Darüber hinaus ist eine andere Form, als die individuelln Mobilität auf dem Lande, noch wesentlich weiter entfernt von der Infrastruktur, als schnelles Internet.
Ist richtig, wäre aber ebenfalls dringend notwendig, auch schon für den Home Office Aspekt.