Neue Bundesregierung 2021 Diskussionsthread

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Wir reden hier immer wieder von Wohnungsbau. Schon mal wer darüber nachgedacht, dass wir in zehn Jahren vermutlich bereits den Bedarf mit den vorhandenen Wohneinheiten gedeckt und ab da von Jahr zu Jahr eher mehr Angebot denn Nachfrage haben werden? In 20 Jahren werden sehr viele Millionen von Deutschen nicht mehr da sein und folglich auch keinen Wohnraum mehr benötigen. Jetzt nach heutigem Bedarf zu planen und zu bauen heißt doch nichts weiter, als die Immobilienpreise von Übermorgen auf Ramschniveau zu drücken.
Diese Prognose gibt es seit gefühlt 30 Jahren...
Ich nutze meinen Balkon wegen der Lage ausschließlich als Abstell-/Lagerfläche, aber wenigstens bin ich vor 30% Mieterhöhung sicher. (Und hellhörige Wände habe ich trotzdem nicht. Echt super Konzept von der Bislang schon durch ihre geniale Politik aufgefallenen Ministerin: Lass doch mal Häuser bauen, in denen später niemand freiwillig wohnen will. Es hat sich doch super bewährt, billige Massenunterkünfte rumstehen zu haben, in denen man dann die Hilfeempfänger zwangskonzentriert. Jede Wette, dass der Bauwirtschaft trotzdem noch Steuergelder zum Arsch reingeblasen werden werden.)
Das ist wahrscheinlich auch der Punkt. Am Ende wird man diese E-Bauten primär im sozialen Wohnungsbau sehen.
 
Schwierig, die Wissenschaft geht davon aus, das der Mensch ein Gemeinwesen und soziale Kontakte auch für sein "körperliches" Überleben im Endeffekt braucht. Er ist als soziales Wesen angelegt und nicht als Einzelgänger.
Allerdings ist diese soziale Komponente in erster Linie auf Personen in der direkten Umgebung gerichtet, nicht auf ganze Länder. Deswegen können Kommunen (oder weniger hochtrabend schlicht WGs) durchaus funktionieren, Vereine laufen auch noch halbwegs, aber das selbe Prinzip in einem ganzen Staat dann nicht mehr.
Ja genau deshalb haben sie v. der Leyen auch zur Kommissionspräsidentin gewählt, weil es so gar keine Überschneidungen gibt.
Auch NRW, SH und BaWü lassen grüßen!
Was im Grunde auch alle politisch quasi klassische CDUler sind, die nur aus ihrem Selbstverständnis heraus gerne ein "Grün" Label an ihrer Wahl kleben haben wollen.
Führen imo das ganze Baurecht ad absurdum. Entweder eine Vorschrift ist nötig oder eben nicht. Alle Regeln beizubehalten und dann eine zusätzliche Sonderform schaffen die diese dann brechen darf ist das Gegenteil von Vereinfachung und Gleichberechtigung.
 
Wir haben aber jetzt Wohnungsmangel und nicht erst in 20 Jahren!
Haben wir den denn wirklich?

Zum Ende des Jahres 2022 lag die Leerstandsquote auf dem deutschen Wohnungsmarkt bei etwa 2,5 Prozent bzw. rund 554.000 Einheiten. Abgebildet wird der marktaktive Leerstand von Geschosswohnungen.



Die Baubranche sagt, dass in 2024 die Lücke bei 600.000 liegt.


Auch den Hochrechnungen für die kommenden Jahre traue ich nicht so recht über den Weg. Die Einwohnzahl wird eher weniger denn mehr. Weniger Menschen = weniger Wohnraumbedarf.

Was allerdings stimmt: In Städten kommt man mit dem Zuzug nicht klar. Da ist und bleibt der Bedarf deutlich höher als das Angebot. Das wird sich aber auch mit einer besseren Politik nur schwer ändern lassen, sind die wesentlichen Faktoren doch Mangel an Baugrund und weniger der Wille.

Obendrein dauert die Erschließung neuer Areale, so vorhanden, mitunter Jahre. Konkrete Beispiele in meiner Stadt ist die Bebauung der Hörn (südl. Ende der Kieler Förde), Holtenau-Ost (ehem. Marine Flieger Geschwader 5) oder auch Suchsdorf-West (landwirtschaftl. Fläche). Zwischen der Idee und der Umsetzung vergehen teils Jahrzehnte. Politik und Verwaltung haben da sicherlich ihren Anteil dran, aber es sind auch rechtliche wie wirtschaftliche Faktoren von großer Bedeutung.

Der eigentlich wirklich krasse Brocken sind die rund 1.000.000 fehlenden Einheiten als Sozialwohnungen. Die hat der Staat zum Leidwesen vieler Menschen über die letzten 30 Jahre immer mehr zurückgefahren. Kostete ja Geld. Der Markt wird es schon regeln. Kurz- wie mittelfristig hat man damit die Haushalte geschönt, aber wie bei Acandor und Galeria/Karstadt gilt: Verkaufst du deine Gebäude und wirst deren Mieter, dann zahlst irgendwann drauf.
 
Der eigentlich wirklich krasse Brocken sind die rund 1.000.000 fehlenden Einheiten als Sozialwohnungen. Die hat der Staat zum Leidwesen vieler Menschen über die letzten 30 Jahre immer mehr zurückgefahren. Kostete ja Geld. Der Markt wird es schon regeln. Kurz- wie mittelfristig hat man damit die Haushalte geschönt, aber wie bei Acandor und Galeria/Karstadt gilt: Verkaufst du deine Gebäude und wirst deren Mieter, dann zahlst irgendwann drauf.
Die Bundesregierung hatte 400000 neue Wohnungen pro Jahr versprochen. Da ist leider nicht viel draus geworden.
 
Die Bundesregierung hatte 400000 neue Wohnungen pro Jahr versprochen. Da ist leider nicht viel draus geworden.
Konnte halt auch nie funktionieren, wenn es (wie üblich) der Markt regeln soll und man auf Freiwilligkeit "baut" (Wortspiel beabsichtigt).

Man fragt sich schon manchmal wann auch endlich einmal die letzte naive gehirnamputierte Schlaftablette in der Politik aufwacht und feststellt das der Markt nur dann etwas regelt wenn es besonders lukrativ und / oder zu seinen Gunsten ist.

Soziale Leistungen und die Schwachen der Gesellschaft sind üblicherweise nicht im Interesse des Marktes (schmälern das was übrig bleibt, Langzeiteffekte egal, dadrum darf sich ggf. dann der "Zukunftsrainer" kümmern).
Entsprechend muss der Markt halt auch durch den Gesetzgeber geregelt und verpflichtet werden, oder aber der Gesetzgeber selbst Auftraggeber sein, sobald es um soziale und gesellschaftliche Anliegen geht.

Aber selbst wenn der Markt sich doch mal zu mehr Sozialwohnungen "verpflichtet", kann es passieren das er einen hinterher doch nur auslacht und dadraus dann lieber teure Apartments macht:

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Haben wir den denn wirklich?
Natürlich gibt es auch Lehrstand, aber eben nicht dort, wo die Wohnungen gebraucht werden.
Was nützt eine leere Wohnung in Thüringen, wenn du einen Job in Freiburg hast?


Das islamische Zentrum in Hamburg wurde wegen des Vorwurfs der Terrorismusunterstützung verboten.

 
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Natürlich gibt es auch Lehrstand, aber eben nicht dort, wo die Wohnungen gebraucht werden.
Was nützt eine leere Wohnung in Thüringen, wenn du einen Job in Freiburg hast?
Leerstand und Wohnungsmangel ist m. E. eine komplexe Sache.
In der Tat, da stimme ich zu, ist der größte Bedarf genau da, wo es kaum Leerstand gibt.
Wir wohnen ja im fernsten Eck des Münchner Speckgürtels und ich weiss, dass es selbst spekulativ kaum mehr Leerstand gibt.
Einerseits gibt es schon entsprechende Gesetze dazu andererseits wollen die privaten Bauträger sehr schnell, sehr viel Geld verdienen und fangen mit dem Bauen an, sobald sie das Grundstück erworben haben.
Die eigentliche Kernproblematik hier ist, dass die Verkäufer so viel verlangen, dass es für die Bauträger nur dann Sinn macht, wenn sie Hochpreisiges bauen. Die kommunalen Baugesellschaften wiederum schaffen nicht annäherungsweise das politisch auferlegte Soll.
Irgendwann, so denke ich, muss das System implodieren.
So viele Gutbetuchte kann es gar nicht geben, um all diese noch im Bau befindlichen Luxusteile zu erwerben.
 
Wir wohnen ja im fernsten Eck des Münchner Speckgürtels und ich weiss, dass es selbst spekulativ kaum mehr Leerstand gibt.
Bei uns gibt es Leerstand. Nichtsdestotrotz sind die Mieten in den letzten paar Jahren enorm gestiegen. Früher hast du eine kleine Wohnung für 350€ bekommen. Heute gibt es unter 500€ nichts mehr. Für Familien mit Kindern musst du sehr lange suchen, bis du was unter 1000€ hast.
Wir haben Neubaugebiete, aber nur Einfamilienhäuser und keine Sozialwohnungen. Die Stadt ist pleite und der private Bauunternehmer will Kohle machen.
 
Bei uns gibt es Leerstand. Nichtsdestotrotz sind die Mieten in den letzten paar Jahren enorm gestiegen. Früher hast du eine kleine Wohnung für 350€ bekommen. Heute gibt es unter 500€ nichts mehr. Für Familien mit Kindern musst du sehr lange suchen, bis du was unter 1000€ hast.
Wir haben Neubaugebiete, aber nur Einfamilienhäuser und keine Sozialwohnungen. Die Stadt ist pleite und der private Bauunternehmer will Kohle machen.
Die Preisentwicklung kenne ich :(
Same hier.
Wir konnten vor, na ca. 15 Jahren noch ein kleines "Zuhäusel" (das ist so Nebengebäudevon einem Bauernhof, wohin meist die Altbauern eigezogen sind) erwerben, mit grob 800 m² Obstgarten, aber schon fast 50 km von meinem Arbeitsplatz entfernt.
Gerade noch leistbar , mittlerweile fast fertig renoviert und dieses Jahr abbezahlt. Stolze 350 k, verdammt viel Geld für uns, damals wie heute.
Jetzt wurde kein zwei Häuser weiter was sehr ähnliches verkauft, ist Dorfgespräch - für 2.2 Mio. - völlig irre....
 
Was nützt eine leere Wohnung in Thüringen, wenn du einen Job in Freiburg hast?
Nix. Aber ist das der Punkt? Wenn es Menschen immer mehr in Städte zieht, die aber nicht mehr nach außen wachsen können, dann wird vorhandener Baugrund immer teurer. Obendrein kannst nur noch in den Boden oder zum Himmel bauen. Paare das dann mit den Renditeanforderungen heutiger Projektfinanzierer, und du hast den Salat.

Würde man seitens der Politik die Zeiträume für die Amortisation auf 15 oder 20 Jahre festlegen, dann würde viel mehr Wohnraum für deutlich weniger Geld möglich. Wenn du aber deine Baukosten binnen 5-10 Jahren wieder drin haben musst, weil man ab da zweistellige Renditen einfahren will, najo, dann kannst halt nur Luxus bauen.

Die sog. "Wohnungsnot" ist auch ein Ausdruck der Landflucht hin zu den Städten. Erinnere dich an vor ca. 40 Jahren, was es da auf den Dörfern in S-H noch für Strukturen gab. Da hatte jedes Dorf um die 1.000 Einwohner den von Tante Emma geführten A&O Laden, manche einen Kiosk, einen Bäcker oder eine Post-Stelle - freaky oder? Es gab auch fast in jedem Dorf einen Krug. Alles verschwunden, weil es immer mehr in Richtung der Städte ging.

Das "Problem" mit der nicht zu findenden Wohnung am Wunschort Stadt, das wird man jedenfalls nicht durch noch mehr Zentralisierung und Konzentration von Jobs in den Städten in den Griff bekommen. Und wie ich ausführte, wird man mit heutigen Herangehensweisen auch keinen preislich gescheiten Wohnungsbau hinbekommen - von Sozialwohnungen ganz zu schweigen!

So viele Gutbetuchte kann es gar nicht geben, um all diese noch im Bau befindlichen Luxusteile zu erwerben.
Das wird man irgendwann schmerzhaft lernen müssen.
 
Das "Problem" mit der nicht zu findenden Wohnung am Wunschort Stadt, das wird man jedenfalls nicht durch noch mehr Zentralisierung und Konzentration von Jobs in den Städten in den Griff bekommen. Und wie ich ausführte, wird man mit heutigen Herangehensweisen auch keinen preislich gescheiten Wohnungsbau hinbekommen - von Sozialwohnungen ganz zu schweigen!
Du musst aber dort wohnen, wo der Job ist und im Dorf gibt es eben keine Jobs mehr.
Wir leben im Speckgürtel von Hamburg und auch hier ist das sehr teuer geworden. Wo soll denn der Werftarbeiter wohnen, wenn er keine 100km pro Strecke fahren will?
Da braucht es mehr Bahn, aber das wird ja immer weiter reduziert.
 
So einfach kann man als Staat, per Minderjährigenhaftung, aus sowieso schon sozial benachteiligten Jugendlichen direkt zum 18 Geburtstag, per Amtsbescheid, hoch verschuldete Erwachsene machen (etwa 600.000 in Deutschland), indem man Schulden von z.B. überzahlten Leistungen einfach direkt auf die Kinder umlegt, wenn es bei den Eltern nichts zu holen gibt:

Schuldenfalle Jobcenter - warum Jugendliche mit 18 Jahren schon pleite sind / Doku / exactly / MDR Investigativ
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Dauer: 20min 41sek

Dieses System ist einfach völlig kaputt und kein Politiker sieht einen Handlungsbedarf für Reformen, aber Hauptsache man labert von "mehr" sozialer Gerechtigkeit...
 
Zuletzt bearbeitet:
Du musst aber dort wohnen, wo der Job ist und im Dorf gibt es eben keine Jobs mehr.
Oder du musst dir da 'nen Job suchen, wo man wohnen kann. :ugly:

Okay, okay. Du hast ja recht. Ich bleibe aber bei meiner Aussage, dass ein massenhafter Wohnungsbau in einem kaufmännischen Desaster endet, wenn sich die Situation mittelfristig aufgrund der demografischen Entwicklung ins Gegenteil verkehrt.

Wir leben im Speckgürtel von Hamburg und auch hier ist das sehr teuer geworden.
Joa. Ich weiß. Ein Haus in meiner Hood musste kernsaniert werden. Dennoch hat da jemand 600K für die Hütte und dann nochmal 600K für die Renovierung bezahlt.

Wo soll denn der Werftarbeiter wohnen, wenn er keine 100km pro Strecke fahren will?
Über kurz oder lang wird es die Werft dann wegen mangelnder Arbeitskräfte nicht mehr geben. :ka:

Selbig traurig Spiel spielt man doch bereits entlang der gesamten Westküste, wo die Leute, die den Touri-Puff auf den Inseln am Leben halten, auf selbigen keinen für ihre Entlohnung angemessenen Wohnraum mehr finden.

Da braucht es mehr Bahn, aber das wird ja immer weiter reduziert.
Ist doch das gleiche Spiel wie mit dem Wohnungsbau. Warum jetzt Mrd. in die Förderung von Trassen versenken, wenn in 10, aber spätestens 20 Jahren noch weniger Leute als heute diese nutzen, schlicht, weil die Nutzer wegsterben?
 
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