Neue Bundesregierung 2021 Diskussionsthread

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Am Ende ist und bleibt das Prinzip des Kommunismus ein "Ideal", eine Utopie, die schlicht unter heutigen Gesichtspunkten nicht verwirklichbar ist, weshalb sich im Grunde jegliche Diskussionen theoretischer Natur dazu auch erübrigen, solange der Faktor Mensch nicht zum funktionieren aus der Gleichung genommen werden kann.
Da stimme ich dir voll und ganz zu. Der Mensch ist das große Problem in der Gleichung. Ich hab da auch so eine Vermutung. Das liegt wahrscheinlich einfach daran das der Mensch von Natur aus kein selbstloses Wesen ist, was ja irgendwo auch der Evolutionstheorie entgegenstehen würde. Er lebt nur in Gemeinschaften weil sie für ihn einen persönlichen Vorteil bringen. Könnte der Mensch auch ohne Gesellschaft ein genau so angenehmes Leben führen dann würde er es tun. So meine Theorie.

Woher kommt immer dieser Gedanke, dass im Sozialismus/Kommunismus alle selbstlos sein müssten und das Gleiche verdienen? In allen (entwickelten) sozialistischen Staaten gab/gibt es ausdifferenzierte Lohngefüge und Aufstiegsmöglichkeiten. Wenn auch sicherlich sehr viel starrer und mit politisch beeinflussten, individuellen Chancen.
Naja das komplette Aufgehen des Individuums in der Gemeinschaft und die Unterordnung eines höheren Ziels ist ja so der Grundgedanke des Sozialismus. So richtig würde diese ganze Sache auch nur funktionieren wenn man das Geld abschaffen würde und man sich eben einfach alles im Laden holen kann was man braucht. Dafür gibt man halt als Tausch seine Arbeitsleistung. Also der Tausch Arbeitsleistung gegen Produktionsmittel. Solange das Geldsystem besteht ist es immer ein Tausch Arbeit gegen Geld und Geld gegen Produktionsmittel.

Die Realität im Sozialismus sieht aber so aus das der Staat das alleinige Eigentum an den Produktionsmittel hat und nicht der Arbeitende. Das bedeutet auch das der Staat die Macht des Unternehmers und die Staatgewalt auf sich vereint und die arbeitende Bevölkerung dagegen kein Gegengewicht schaffen kann weil sie weder die Produktionsmittel noch die Macht inne hat. Also die absolute Entmündigung des Bürgers.
 
Da stimme ich dir voll und ganz zu. Der Mensch ist das große Problem in der Gleichung. Ich hab da auch so eine Vermutung. Das liegt wahrscheinlich einfach daran das der Mensch von Natur aus kein selbstloses Wesen ist, was ja irgendwo auch der Evolutionstheorie entgegenstehen würde. Er lebt nur in Gemeinschaften weil sie für ihn einen persönlichen Vorteil bringen. Könnte der Mensch auch ohne Gesellschaft ein genau so angenehmes Leben führen dann würde er es tun. So meine Theorie.
Schwierig, die Wissenschaft geht davon aus, das der Mensch ein Gemeinwesen und soziale Kontakte auch für sein "körperliches" Überleben im Endeffekt braucht. Er ist als soziales Wesen angelegt und nicht als Einzelgänger.
Naja das komplette Aufgehen des Individuums in der Gemeinschaft und die Unterordnung eines höheren Ziels ist ja so der Grundgedanke des Sozialismus.
Na ja es gibt ja auch sehr unterschiedlich ausgeprägte Formen des Kapitalismus, basierend auf der historischen Entwicklung der Staaten und Kontinente.
Ich finde man kann den Kapitalismus nicht einfach immer in den gleichen Topf werfen.

Ich sehe 3 oder mit China 4 vorherrschende Kapitalismusmodelle, die sich schon stark unterschieden, gerade auch gesellschaftlich.

1. Anglo amerikanischer Kapitalismus
2. Europäischer Festland Kapitalismus -> Soziale Marktwirtschaft
3. Asiatischer Kapitalismus geprägt durch Japan und Süd Korea wo das Gemeinschaftswesen eine viele größere Rolle spielt, größer als das Individium. Dort gibt es keine "Einzelentscheidung" alles wird in der Gruppe entschieden.
4. China.
 
Naja das komplette Aufgehen des Individuums in der Gemeinschaft und die Unterordnung eines höheren Ziels ist ja so der Grundgedanke des Sozialismus.

Das ist schon wieder so ein Allgemeinplatz basierend auf Halbwissen bzw. eine Projektion auf Grundlage einer Gemengelage von (im Detail z.T. krass verschiedenem) faktisch Gewesenem hin zu einem abstrakten und in der Form gar nicht existierenden „Grundgedanken“. Tatsächlich gesellschafts- und wirtschaftspolitisch zentrales Element des Sozialismus dürfte (strömungsübergreifend) sein, dass die Verfügungsgewalt über gesellschaftlich wichtige und zentrale Produktionsmittel (also wichtige Industriezweige bspw.) nicht in Händen der profitorientierten Privatwirtschaft liegt, sondern „gesellschaftlicher/demokratischer Kontrolle“ unterliegt. Und gleichzeitig die Verkäufer der Ware „Arbeitskraft“ (also die Arbeitenden) möglichst weit abgesichert sind bzgl. (privat-)profitorientierten Entscheidungen, was bspw. Lohnhöhen, Arbeitsbedingungen, unternehmerische Entscheidungen wie Schließungen, Stellenabbau etc. sind.

Dazu gibt es dann verschiedenste Ideen, Konzepte und Fortführungen, über die sich innerhalb linker Kreise die Köppe eingeschlagen werden und die in historisch existierenden, sozialistischen Staaten auch unterschiedlich umgesetzt wurden.

So richtig würde diese ganze Sache auch nur funktionieren wenn man das Geld abschaffen würde und man sich eben einfach alles im Laden holen kann was man braucht. Dafür gibt man halt als Tausch seine Arbeitsleistung. Also der Tausch Arbeitsleistung gegen Produktionsmittel. Solange das Geldsystem besteht ist es immer ein Tausch Arbeit gegen Geld und Geld gegen Produktionsmittel.

Das würde in der (spätestens ab dem Punkt völlig abgehobenen) Theorie dann letztlich nach dem Übergang vom Sozialismus zu Kommunismus passieren, wenn die Lohnarbeit und damit auch der Warenfetisch abgeschafft ist. „Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen“. Aber das hat letztlich wenig mit dem „Geldsystem“ zu tun, welches selbst ja schlichtweg eine Entwicklung aus der/für die kapitalistischen Produktionsweise darstellt. Ob es in einer funktional ausdifferenzierten Gesellschaft jemals ohne irgendeine Form von Handelsmedium (was Geld ja in seiner ursprünglichen Form ist) gehen kann, kann ich mir schwer vorstellen. Aber generell ist eine nicht (Staats-)kapitalistisch organisierte Produktionsweise und Gesellschaftsstruktur für mich kaum vorstellbar, ausgehend von der Basis wie unser Leben jetzt funktioniert.

Die Realität im Sozialismus sieht aber so aus das der Staat das alleinige Eigentum an den Produktionsmittel hat und nicht der Arbeitende. Das bedeutet auch das der Staat die Macht des Unternehmers und die Staatgewalt auf sich vereint und die arbeitende Bevölkerung dagegen kein Gegengewicht schaffen kann weil sie weder die Produktionsmittel noch die Macht inne hat. Also die absolute Entmündigung des Bürgers.

Der Sozialismus ist in den gängigen Theorien (also mindestens in den sind-sowjetisch geprägten Formen des Marxismus) eben nur eine Übergangsphase von der kapitalistischen Produktionsweise und Gesellschaftsform hin zur wabernd-unkonkreten, kommunistischen Utopie. Wie oben schon geschrieben/angedeutet: im Sozialismus gibt es noch Lohnarbeit, kann es durchaus auch noch Privatbesitz an Produktionsmitteln geben, aber alles wichtige soll sozialisiert, vergesellschaftet sein. Die entsprechende gesellschaftliche Kontrolle könnte bspw. über Arbeiterräte im jeweiligen Unternehmen erfolgen. In den realexistierenden Sozialismen hat sowas in der Tat nie funktioniert, entsprechende Ansätze wurden meist recht schnell wieder eingestampft, entweder aufgrund äußerer Umstände oder weil das dann doch nicht zum Avantgarde- und Führungsanspruch der jeweiligen Partei gepasst hat.

Interessant ist, was sich von grundlegenden sozialistischen Ansätzen wie oben beschrieben bspw. noch im Grundsatzprogramm der IG Metall finden lässt unter dem Stichwort „Wirtschaftsdemokratie“. Oder bei einem Konzept wie Mindestlohn, der auf ideeller Ebene eine Form der Absicherung gegen/Abkopplung von unternehmerischer „Willkür“ darstellt.

…und mit dem Thema Mindestlohn und dass ich mich frage, ob die SPD tatsächlich groß die Wahlkampftrommel mit der Forderung nach 15€ rühren wird (und damit glaube ich die Forderung der Linkspartei zur letzten Debatte der Mindestlohnkommission evtl. noch überholt?) und ob man die Befugnisse eben jener Mindestlohnkommission einschränken wird… wir haben ja eigentlich sogar eine gesetzliche Regelung zur Anpassung des Mindestlohns, die Rolle der Kommission ist da etwas schwammig…

… hoffe ich jetzt irgendwie wieder den Bogen zu einer On Topic-Diskussion hinzukriegen :ugly:
 
Lol,

entweder sind die sau dumm, oder Elsässer will nicht "alleine" über die Klinge springen und in der medialen Öffentlichkeit stehen.
Nicht umsonst bekommen nur Anwälte Einsicht in die Ermittlungsakte und nicht die freie Presse!
 
Gibt es eigentlich Zahlen darüber wo dazwischen differenziert wird?

Für den Zustrom kenne ich gerade keine, aber meist reicht schon eine Auflistung nach Ländern
Ukrainer, Syrer und Afghanen haben i.d.R. einen Fluchtgrund, die gesamten EU-Nationen genießen Freizügigkeit. Das heißt als "Zuwanderer" im Sinne eines Zuwanderergesetzes bleiben unter den Top10 nur die Türken und Inder. (Und wenn #10 gerade einmal auf 1/6 von #1 kommt, folgt auf 11 und weiter hinten auch nicht mehr viel.)
Mit der Türkei gibt es aber wiederum bilaterale Abkommen und davon abgesehen stehen die Remigrations-Populisten ja neuerdings auf Putinversteher Erdogan und Inder liefen bei denen schon länger unter "Arier" statt "Problem".
=> Hier gibt es nichts zu regulieren, außer Flüchtlinge. Und die fallen unter die Genfer Konvention, nicht unter Einwanderungsgesetze.

Wozu es direkte Angaben gibt, nämlich schlicht die Ausländerstatistiken, ist das aufsummierten Ergebnis über die letzten Jahrzehnte:
Zum Jahreswechsel waren 13895865 nicht-Deutsche in Deutschland. Der mit Abstand größte Block waren andere EU-Bürger, sonstige waren 8526465. Davon gerade einmal 673305, also kein 8%, zum arbeiten oder Ausbildung. 2223555 waren als Flüchtlinge anerkannt, dazu kommen noch einmal 965525 Familienangehörige, 700875 warteten auf eine Entscheidung, 1138425 waren abgelehnte Flüchtlinge, die aber nicht abgeschoben werden konnten. Macht in der Summe also 5028380 Geflohene. Dem gegenüber stehen 419285 die zum arbeiten hier waren, also das, was Kanada und USA über Punktesystem und Greencard gezielt ins Land holen. Und ich würde mich nicht wundern, wenn von diesem nicht-einmal-Zehntel noch ein ordentlicher Teil Saisonarbeitskräfte aus z.B. Georgien waren. Auf jeden Fall zählt das Pflegepersonal, dass z.B. vor 1-2-3 Jahren in fünfstelliger Zahl aus Lateinamerika angeworben werden sollte, in diese Gruppe, die iirc 40000 Computer-Inder, etc. etc..

Aber Flüchtlinge, wo absehbar ist das ihre Heimatländer nicht so schnell wieder sicher sind, sollen möglichst auch arbeiten. Und gerade dann sollte man Deutsch sprechen können.
Deswegen sollten auch Flüchtlinge Deutschkurse belegen.
Sofern es genügend Angebote dafür gibt. Und möglichst kostenlos.

Das ist dann aber der große Unterschied zwischen "Deutschkenntnisse vor der Einreise verlangen" und "nach der Einreise Deutschkenntnisse vermitteln, damit die Leute eine Chance haben, etwas zur Gesellschaft beizutragen und sich zu integrieren".

Die Mittel für besagte Kurse, die schon zuvor als schlecht und knapp galten, haben FDP und SPD im neuen Haushalt übrigens massiv gekürzt.


Und nein, die Qualität haben die Rechten bisher nicht im Land erreicht, völlig diametrale Ansicht, wei die RAF einen Angriff auf den demokratischen Staat selbst unternahm.

Statt auf die Bevölkerung als ganzes. Wunderbare Prioritäten: Menschen töten ist Kleinkram, aber wehe es richtet sich jemand gegen die Teutsche Nation!

Sagen wir es mal so:
Mir ist kein kommnunistisch regiertes Land in der Vergangenheit oder in der Gegenwart bekannt, in dem es der Bevölkerung zumindest gut geht.

Mir ist gar kein kommunistisch regiertes Land bekannt (mir ist nicht einmal eins bekannt, dass beansprucht(e), kommunistisch regiert zu sein, auch wenn es da durchaus 1-2 gegeben haben mag). Vor allem ist mir aber nicht bekannt, was "gut gehen" mit "demokratische Verfassung" zu tun hat oder "bei eigenen Fehlern das Thema wechseln" mit "Diskussionskultur"

Eines ist aber auch richtig, Demokratie funktioniert besonders da gut, wo die allgemeinen Voraussetzuungen (z. B. Wirtschaft/Arbeitsplätze bis hin zur Work-Life-Balance) eh schon gut sind.
In jenen Ländern, die eh schon mit großer Armut, gar Hunger udn schlechteren Umweltbedingungen kämpfen müssne, entwickelt sich fast jede Demokratie in ein Pulverfass, weil auch die demokratrischen Vertreter eher kleptomanisch veranlagt sind.

Nein. Demokratie hat auch damit nichts zu tun. Kapitalismus, den du mit Demokratie gleichsetzt und der tatsächlich das Leidbild nahezu aller Demokratien in deinem Sinne sein dürfte, funktioniert besonders gut bei den Profiteuren von Ausbeutung. Und das sind im Zeitalter der Globalisierung die Staaten mit "allgemein guten Voraussetzungen", die vom "armen" Rest der Welt profitieren. Global betrachtet gehört selbst ein deutscher Bürgegeldempfänger zu den oberen 10%.

Wie gut Demokratie und Kapitalismus vor der Globalisierung z.B. im Deutschland der 20er/30er Jahre funktioniert haben, als die Verlierer des Kapitalismus im gleichen System wahlberechtigt waren und nicht wie ehute in Fidschi, Nigeria oder Haiti, sollte bekannt sein.


Da stimme ich dir voll und ganz zu. Der Mensch ist das große Problem in der Gleichung. Ich hab da auch so eine Vermutung. Das liegt wahrscheinlich einfach daran das der Mensch von Natur aus kein selbstloses Wesen ist, was ja irgendwo auch der Evolutionstheorie entgegenstehen würde. Er lebt nur in Gemeinschaften weil sie für ihn einen persönlichen Vorteil bringen. Könnte der Mensch auch ohne Gesellschaft ein genau so angenehmes Leben führen dann würde er es tun. So meine Theorie.

Das hat nicht direkt etwas mit Evolution zu tun, wie z.B. staatenbildende Insekten beweisen. (Auch wenn deren Evolutionsbiologie etwas zu komplex für diesen thread wäre)
Grundsätzlich ist eine funktionierende Gemeinschaft stabiler und produktiver und damit ist es für das Individuum von evolutionärem Vorteil, einer möglichst großen Gemeinschaft anzugehören. Das war übrigens einer der (wenigen) externen Gründe für den Niedergang des Ostblocks - er war einfach deutlich kleiner als der Westen, hat aber trotzdem versucht in einigen Bereichen mitzuhalten, wofür anderes komplett vernachlässigt wurde.

Das Problem ist "möglichst" groß - Stichwort Monkeysphere. Es braucht braucht (wortwörtlich) Hirnleistung, um sich in eine komplexes Gefüge zu integrieren, weil man das eigene Handeln aus der Perspektive vieler betrachten und seine Auswirkungen über viele hinweg berücksichtigen muss. Ein entscheidender Faktor für den Erfolg der modernen Zivilisation ist z.B. die Abstraktion in immer größere, verallgemeinerte Gruppen: Wenn man sich eine Beziehung nicht zu jedem Individuum in einem einige dutzende fassenden Stamm merken muss, sondern nur generisch zum tausenfach existierenden "Stahlarbeiter", "Büroheini", "Anwalt", etc. weitet man das Gemeinschaftspotential enorm, ohne dass sich das Hirn weiterentwickeln muss. Aber es gibt halt auch immer noch die Leute, deren Horizont auf "wir" und "die" beschränkt ist. Oder vielleicht viergeteilt: "Wir" gegen "die da oben", "die Ausländer" und natürlich "die Grünen".

Naja das komplette Aufgehen des Individuums in der Gemeinschaft und die Unterordnung eines höheren Ziels ist ja so der Grundgedanke des Sozialismus.

Nö. Die gemeinsame Arbeit an einem gemeinsamen Ziel, nämlich dass es allen gut geht, ist der Grundgedanke hinter Sozialismus und Kommunismus respektive umgekehrt ein Ende der Arbeit einzelner gegen andere. Aber Individualität steht dem nicht entgegen. Der Sozialismus/Kommunismus beschäftigt sich eigentlich nur mit dem öffentlich-wirtschaftlichen Raum und da gibt es natürlich eine Lösung, die für alle das in der Summe beste bringt. Aber im Kapitalismus gibt es ja auch nur einen Systemzustand (der einigen wenigen DAS Beste bringt), das geht ja nicht anders. Das Private lassen beide Konzept unberührt.

Davon getrennt zu betrachten sind mal wieder real existierende Diktaturen. Die mehr oder minder sozialistische FDJ erlaubte natürlich nicht so wahnsinnig mehr Individualismus als die eher kapitalistische Ideale vertretende HJ. Das lag aber in beiden Fällen an Regimen, die gleichgeschaltete, indoktrinierte, leicht kontrollierbare Massen wollten.

So richtig würde diese ganze Sache auch nur funktionieren wenn man das Geld abschaffen würde und man sich eben einfach alles im Laden holen kann was man braucht. Dafür gibt man halt als Tausch seine Arbeitsleistung. Also der Tausch Arbeitsleistung gegen Produktionsmittel. Solange das Geldsystem besteht ist es immer ein Tausch Arbeit gegen Geld und Geld gegen Produktionsmittel.

Solange man tauscht, ist Geld schon okay. Unproduktive Finanzwirtschaft, die Geld als Selbstzweck sieht, passt nicht in einen Sozialismus und dient im Kapitalismus ja auch nur dazu, die Gewalt des Kapitals zu vermitteln. Aber alles andere würde erstmal so weiterlaufen. Erst in der absoluten Endphase des perfekten Kommunismus erreicht man irgendwann den Punkt, an dem Geld einfach überflüssig wird. In einer Welt wie z.B. Star Trek arbeitet jeder von sich aus, weil er was zur Gesellschaft beitragen möchte und jeder nimmt sich einfach, was er braucht, weil die Gesellschaft es bereitstellt und niemand nimmt sich mehr als er braucht, sodass es gar keine Tausch-, Kontroll- und Zwangsmittel mehr braucht. Aber das ist wirklich sehr utopisch/extrem. (Umgekehrt könnte man in gleicher Übersteigerung z.B. ebenfalls ohne Geld auskommende Sklaverei als Höhepunkt des Kapitalismus betrachten.)

Die Realität im Sozialismus sieht aber so aus das der Staat das alleinige Eigentum an den Produktionsmittel hat und nicht der Arbeitende.

Das ist sogar die Definition.

Das bedeutet auch das der Staat die Macht des Unternehmers und die Staatgewalt auf sich vereint und die arbeitende Bevölkerung dagegen kein Gegengewicht schaffen kann weil sie weder die Produktionsmittel noch die Macht inne hat. Also die absolute Entmündigung des Bürgers.

Ne, in einer Demokratie, in der alle Macht vom Volke ausgeht und das Volk den Staat bildet, ist dass die maximale Ermächtigung des Bürgers. Eine Entmündigung ist dagegen der Kapitalismus, in der diese Macht einigen wenigen Privilegierten überlassen wird, gegen die Staat und Bürger dann kein Gegengewicht schaffen können.

Genau die Debatte haben wir doch jedesmal, wenn es um Steuern für Reiche geht, um Schutz der Menschen vor Industrien oder ähnliches: "Da ist demokratisches Handeln nicht möglich, die mit dem Kapital würden sonst ins Ausland gehen."
 
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Das ist dann aber der große Unterschied zwischen "Deutschkenntnisse vor der Einreise verlangen" und "nach der Einreise Deutschkenntnisse vermitteln, damit die Leute eine Chance haben, etwas zur Gesellschaft beizutragen und sich zu integrieren".
Naja, gerade Menschen die flüchten die planen das ja nicht Monate oder Jahre voraus. Aber die sollten auch integriert werden.
Die Mittel für besagte Kurse, die schon zuvor als schlecht und knapp galten, haben FDP und SPD im neuen Haushalt übrigens massiv gekürzt.
Das ist nicht so schön. Gerade dort sollte man mehr investieren.
 
Rofl.

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Anscheinend hat der Kubicki immer noch nicht verstanden/verinnerlicht, das (er) seine Partei mit den Grünen zusammen mit die Regierungskoalition der Bundesrepublik stellt.
Mal abgesehen von seinem "Verhalten" als Vizepräsident des Bundestages, zeigt das ja sehr schön der gesammten Öffentlichkeit sein inneres Verhältnis zu einem Koalitionspartner.
Merz ist anscheinend soweit Realist, das er erkannt hat, das die FDP ausschließlich Politik nach Wahl und Umfrageergebnissen macht und keine nachhaltige Politik für das Land. Ob er sich das unbedingt an tun will?!
Mir war schon bei dem Gespräch zwischen Habeck und Merz bei Illner aufgefallen, wie gesittet es da zuging.

Na ja, Linnemann bei Lanz und Spahn auf dem Republikaner Parteitag haben anscheinend noch nicht die "Metamorphose" ihres Parteivorsitzenden richtig geschnallt! :D
 
Ich finde Wolfgang Kubicki einfach nur widerlich. Schon zur Corona Zeit ist er häufig negativ aufgefallen.

Merz finde ich allerdings auch nicht viel besser. :ugly:
Sollen die sich ruhig gegenseitig zerfleischen. :devil:
 
Habeck bringt sich allgemein mehr und mehr in die Position, in der die FDP früher mal war und regelmäßig als Steigbügelhalter für die Union fungiert hat. Allein: Der Rest der Grünen und vor allem die Grünwähler scheint das nicht gerade zu begeistern.
 
Habeck bringt sich allgemein mehr und mehr in die Position, in der die FDP früher mal war und regelmäßig als Steigbügelhalter für die Union fungiert hat. Allein: Der Rest der Grünen und vor allem die Grünwähler scheint das nicht gerade zu begeistern.
Ja genau deshalb haben sie v. der Leyen auch zur Kommissionspräsidentin gewählt, weil es so gar keine Überschneidungen gibt.
Auch NRW, SH und BaWü lassen grüßen!
 
Ich möchte auf die Widerständler um Graf von Stauffenberg erinnern, die vor 80 Jahren das Attentat auf Adolf Hitler verübt haben und dafür ermordet wurden. Widerstand ist wichtig.

Die hatten großen Mut und Courage.
 
Ich respektiere die „normalen“, die „kleinen“ Leute, die ihren Widerstand gegen den Hitlerfaschismus mit dem Leben bezahlt haben - und dafür häufig noch Jahrzehnte nach Kriegsende als „Verbrecher“ galten, bis man sie endlich posthum rechtlich rehabilitiert hat - deutlich mehr als irgendwelche Adligen und Generäle mit z.T. auch sehr fragwürdiger politischer Gesinnung, die sich (zumindest für eine Übergangszeit) schon die Regierungspöstchen untereinander aufgeteilt hatten.

Klar wäre es gut gewesen, wenn die Gruppe, zu der Stauffenberg gehörte, Erfolg gehabt hätte. Aber schon allein, dass das Gedenken so stark auf Stauffenberg (der zwar der Ausführende des Attentats, aber bei weitem nicht der führende Kopf der Gruppe war) und seine Mit-Militärs (es gab ja auch viele Zivilisten in dem Kreis) zugeschnitten ist, zeigt, wie sehr dieses Gedenken instrumentell war und ist. Unter anderem für den „Gründungsmythos“ der Bundeswehr und die Selbstentschuldung der dt. Militäreliten
 
Die haben gehandelt weil man verloren hat, nicht weil Hitler böse war. Echte Helden sind die deutschen Kommunisten, die auf Seite der tapferen Roten Armee gegen den Faschismus kämpften. Das Nationalkomitee Freies Deutschland zum Beispiel.
 
Die haben gehandelt weil man verloren hat, nicht weil Hitler böse war. Echte Helden sind die deutschen Kommunisten, die auf Seite der tapferen Roten Armee gegen den Faschismus kämpften. Das Nationalkomitee Freies Deutschland zum Beispiel.
Sick.

Die Helden sind also nur anders eingefärbte Faschisten, die gegen unsere Faschisten gekämpft haben. Pog.
 
Die haben gehandelt weil man verloren hat, nicht weil Hitler böse war.
Das glaube ich nicht. Die taten das schon aus moralischer Überzeugung.
Echte Helden sind die deutschen Kommunisten, die auf Seite der tapferen Roten Armee gegen den Faschismus kämpften. Das Nationalkomitee Freies Deutschland zum Beispiel.
In fast allen besetzten Ländern gab es Widerstandskämpfer.

Aber das hat nichts mehr mit aktueller Bundespolitik zu tun und ist OT.
 
Die taten das schon aus moralischer Überzeugung.
Kurz - ja und nein. Und darin liegt auch mein Problem mit dem 20. Juli, es wurde sich in der Erinnerungskultur lange auf den rein militärischen Arm dieses Widerstandnetzwerkes fokussiert. Wahrscheinlich um das eigene Gewissen zu beruhigen, vermutlich auch um der Bundeswehr als Nachfolgerin der Wehrmacht irgendwie noch ein positives Narrativ an die Hand zu geben, wurde diese doch überwiegend noch von der Tätergeneration, und zu einem guten Teil auch Tätern, aufgebaut. Und untere den Offizieren des 20. Julis befinden sich auch einige Täter, ein Haufen Opportunisten und wohl ein paar, die aus moralischer Überzeugung gehandelt haben.
Der zivile Teil dieses Widerstands blieb lange unbeachtet, dabei wäre dieser wohl nach einem Putsch entscheidend gewesen. Von lokale Polizeikräfte, die zur Umsetzung bereit standen, eher bürgerlich eingestellte Menschen bis hin zu im Untergrund aufrecht erhaltenen gewerkschaftlichen Strukturen, das alles wäre dann zum Tragen gekommen.
Aber man sollte sich da auch nichts vormachen, die Alliierten hatten sich bereits auf die bedingungslose Kapitulation festgelegt und ob dass von dem militärischen Arm der Putschisten mitgetragen worden wäre, bezweifle ich...
Ich sehe 3 oder mit China 4 vorherrschende Kapitalismusmodelle
Kapitalismus ist halt erstmal eine Wirtschaftsform. Die Gesellschaft in der er stattfindet, ist dem Kapitalismus erst völlig wertfrei egal.
 
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Man kann diesen Staat nur noch auslachen, so dermaßen lächerlich ist das was seine Vertreter oft fabrizieren und von sich geben einfach nur noch:

Die Bundesregierung reagiert darauf nun mit dem sogenannten Gebäudetyp E – wobei E für einfach oder experimentell steht.
Die Vertragspartner könnten damit beim Bauen rechtssicher von kostenintensiven Standards abweichen, erklärte Geywitz. Das kann etwa den Verzicht auf Keller, weniger Balkone oder geringere Lärmschutzvorkehrungen bedeuten. Von solchen Vereinbarungen profitierten Baubranche und Nutzer zugleich, weil Bauen preiswerter werde.
Lärmschutz ist also schon "Goldstandard" beim bauen?
Wer mal mehrere Jahre in einer sehr hellhörigen Wohnung wohnen musste weiß wie belastend andauernder Lärm ist, vor allen dann wenn man auch noch jeden kleinen Furz aus der Nachbarwohnung hört und wie sehr das die Fähigkeit sich zu erhohlen mindern kann, wenn man in den eigenen 4 Wänden nicht die geringste Ruhe findet.

Lediglich bei Keller und Balkon würde ich zustimmen, auf die kann man oft durchaus verzichten, besonders auf letztere, die viel zu oft auch in Lagen gebaut werden wo sie für den Mieter keinen Mehrwert besitzen, oder wer setzt sich ernsthaft an z.B. einer mehrspurigen Hauptstraße auf seinen Minibalkon, sofern man nicht gerade Raucher ist?

Oft werden sie nur dazu genutzt den Mietpreis künstlich hochsetzen zu können, weil die Wohnung ja einen "Balkon" besitzt.

 
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