Nightslaver
PCGH-Community-Veteran(in)
Den Zustand des Deutschen Bildungssystems kann man sicherlich als Ausrede vorschieben, aber ich kann dir aus eigenen Erfahrungen sagen das zu meiner Schulzeit vor 20 Jahren plus Gebäude und Material auch schon alles andere als in einem geilen Zustand waren und z.B. an unserer Berufsschule die Computerräume schon viel mehr Gemeinsamkeit mit einem Technikmuseum hatten, als einer Schule an der man aktuell noch ITSL und EvA unterrichtetIrgendwo her muss die Bildung ja kommen, wenn nicht von den völlig maroden Schulen und den Lehrern, die keinen Bock auf ihren Job haben.![]()
Die erste Amtshandlung, nach betreten der Computerräume, war immer PC einschalten, damit er in 15min bereit zur Nutzung war, effektiv konnten wir also nur grob 20 bis 25min an den Rechnern, pro Unterrichtsstunde, arbeiten. (gab 3-4 Leute in der Klasse die Zuhause, aus finanziellen Gründen, keinen eigenen PC hatten, die hatten es da wirklich echt schwer).
Das gleiche galt auch für die Motivation der Lehrkräfte, vor allen auch nach der Wende, wo so mancher lustlose Lehrer-Halbrenter West, mit 5-8 Jahren vor seiner Pensionierung, nach Ost versetzt wurde, um dann gerade an Grundschulen so Fächer wie Englisch zu unterrichten.
Ergo, das Bildungssystem mag sicher mit einen Anteil haben, aber es als Hauptgrund vorzuschieben, warum die Leute schlicht zu blöde sind sich nicht alles von irgendwelchen Agitatoren vorkauen zu lassen und konsumierte Informationen kritisch zu hinterfragen, sowie sich und andere Ansichten zu reflektieren, reicht es nicht zur Begründung, bzw. macht man es sich damit zu einfach.
Am Ende ist eines der Hauptprobleme, meiner Meinung nach, immer noch persönliche Bequemlichkeit, mangelnde Fähigkeit sich und seine Fähigkeiten / Wissensstand einzuordnen (Dunning-Kruger grüßt) und gewollte Realitätsflucht vor komplexen Problemen und nicht die Verfügbarkeit und generelle Zugänglichkeit zur Bildung.
Die Bildung in Deutschland, so runtergewirtschaftet das System auch sein mag und daher sozialen Aufstieg erschwert, ist immer noch (inhaltlich) auf einem wesentlich besseren Niveau als vor 60 oder 80 Jahren plus und ermöglicht somit jeden, der auch nur ein Minimum an Selbstantrieb hat, ein "kritischer und reflektierender Bürger" zu werden und nicht nur ein zu fütternder Lemming für Populisten und Extremisten.
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