Und der Staat schaut dabei zu.
Genau! Der Staat, also wir alle, haben alle vier Jahre die Option, in Wahlen jene Themen, die uns relevant sind, umzusetzen, und parallel können wir uns politisch engagieren. Ich frage mich seit vierzig Jahren, warum die wirtschaftlich unteren Zweidrittel der Gesellschaft keine Partei wählen, die an sinnvoller Verteilung der Waren arbeitet. Nein, bis auf eine verschwindet kleine Minderheit wählen alle stramme Neokapitalisten, die ordentlich von unten nach oben umverteilen. Und was man wählt, bekommt man.
Und der in seinen Horizont begrenzte gemeine Deutsche bemerkt so langsam, dass es ihm ja gar nicht besser geht, wenn die von ihm erarbeiteten Mittel ins obere Drittel fließen. Und was macht man als Mensch mit begrenztem Horizont? Man tritt natürlich auf die Ärmsten der Armen und wählt Faschisten. Wenn die erstmal aufgeräumt haben, wird das untere wirtschaftliche Drittel erleben, was das bedeutet. Aber egal, ein strammer Polizei- und Überwachungsstaat wird diese Menschen kontrollieren. Die Grundlagen dafür werden seit Jahren gelegt.
Ich verstehe gar nicht, warum sich jemand über die Zustände aufregt, der in den letzten Jahrzehnten nicht die Linken gewählt hat? Es war Eure Entscheidung und jetzt lebt mit den Folgen. Das ist ungeregelter Kapitalismus. Solange wir hier eine soziale Marktwirtschaft hatten, gab es so etwas sie sozialen Wohnungsbau. Aber son kommuinistischen Kram braucht man ja nicht und dann bekommt man das auch nicht. Sozialer Wohnungsbau beißt sich mit Aktionärssschutz. Und da ist nun klar, wessen Interessen wichtiger sind. Muss man einfach nur ordentlich arbeiten und im Kielwasser der Superreichen seine Brosamen einsammeln. Dann geht das schon. Studieren ist ja noch fast kostenlos und das ist die Basis, um die Brosamen einzusammeln. Ist nicht viel, aber ganz nett.
Der Regierung vorzuwerfen, das zu machen, was in ihren jeweiligen Programmen steht, ist nun wirklich absurd. Da steht nix von "Vermögenssteuer", da steht auch nix von "Transaktionssteuern für Aktienkäufe", von "sozialem Wohnungsbau" steht da auch nix, von "Ausbau des Sozialstaates" sowie nicht, von "Infrastruktur in Staatshand" findet man auch nix, sondern nur die Option weniger, sich hemmungslos zu bereichern. Wasserwerke kaufen und die Wasserpreise verzehnfachen. Jo, dass können Kapitalisten. EInfach einen Blick in die USA werfen, die sind uns 20 Jahre voraus. Und dann das Gesundheitswesen, herrlich, was man mit Medikamenten für Margen einfahren kann. Patienten sind Kunden zum Melken, so muss dass ein!
Aber die Linken gibt es jetzt nicht mehr. Sollte man vielleicht mal eine neue linke Partei gründen, ist aber in der Regel ein harter Kampf über viele Jahre, bis man damit Erfolg haben könnte, und das gesamte Kapital mit allen seinen Optionen, insbesondere den privaten Medien, wird auf Engagierte einprügeln. Man sieht es gerade an der letzten Generation, die an so etwas wie "würdiges Überleben" in der Zukunft denkt und dafür als kriminelle Vereinigung eingestuft wird, weil sie mit ihrem Handeln die Gewinne am oberen Ende begrenzen würden. Und das ist Blasphemie!
Ich kann, zusammenfassend nur sagen: Selber schuld. Aber das mit der "Verantwortung für eigenes Handeln übernehmen" ist in unserer Kultur der entmündigten Bürger schwer zu erwarten. Darum viel Spaß mit dem Faschismus, dann werden die Leute erkennen, was das wirklich bedeutet. Das wird noch witzig.