Es ist in meinen Augen ein Armutszeugnis dass Schulen den deutschen Kids in über 80 Jahren nach wie vor nicht so weit bilden konnten, dass stupides rechtes Gedankengut auf keinen fruchtbaren mentalen Boden gedeihen kann.
Und an der Stelle erlaube ich mir mal Monokausalität: Für mich ist es nämlich ganz klar ein Fall von Dummheit, wenn Menschen aus Protest eine neoliberale Nazi-Partei wählen.
Es ist ein Hinweis auf Dummheit, aber man kann nicht den Schulen alleine die Schuld geben. Dazu wählen zu viele Leute aus Generationen, die z.B. auch die Grünen groß gemacht haben, heute AFD. Die sind in die gleichen Schulen gegangen, aber nur die AFD-Wähler haben sich danach verkommen lassen. Auch das hätten die Schulen natürlich begünstigen können, aber irgendwann erreicht die Leistungsfähigkeit von Schulen ihre Grenzen und dann muss auch mal sowas wie Erziehung respektive Eigenverantwortung in Aktion treten.
Nur prägt Sport schon wieder auf eine ganz andere Art als Literatur und Kunst anders als Sport und Literatur.
Im Sport lerne ich vor allen Teamgeist, in der Literatur ggf. analytische Fertigkeiten, in der Kunst Abstraktion und Kreativität.
Gibt genug Sportarten, in denen lernst du stattdessen Durchsetzungskraft und Elitendenken. Und wenn der Literaturverein Göring rezitiert wird das vermutlich auch nicht die gewünschte Wirkung haben.
In sozial durchmischten Vereinen erlangt man eine gewisse Horizonterweiterung und das Kind lernt, dass es selbst nicht der Nabel der Welt und seine Familientradition nicht die ultimative Lebensvorschrift für alle anderen ist. Aber ganz abgesehen davon, dass viele Vereine aus Kostengründen diese Weite gar nicht bieten, fahren die Eltern von heute ihr Kind auch ans andere der Stadt (dafür hat man doch den 2 Tonner!), damit es in einen Verein mit "den richtigen" geht.
Ähnliches gilt übrigens auch für Schulen. Zu meiner Schulzeit ging man noch auf die nächstgelegene Grundschule, einfach weil man wirklich GING und nicht mit dem SUV ans andere Ende der Stadt gekarrt wurde. Aber heute machen Eltern genau das, insbesondere wenn ihrer Meinung nach ""zu viele Ausländer""

auf die nähergelegene Schule gehen. Und das prägt. Ich habe es selbst später am Gymnasium mitbekommen. Das nahm zwar relativ homogen biodeutsche Kinder auf (die Migranten, auch die mit sehr guten Leistungen, bekamen deutlich seltener Gymnasialempfehlungen und die deutschen Eltern haben die damalige Wahlfreiheit auch noch genutzt, um Kinder mit fragwürdiger Eignung zusätzlich ans Gymnasium zu schicken), diese kamen aber überwiegend von zwei durchmischten Innenstadt-Grundschulen in der Nähe von Sozialwohnungsblöcken und von einer 100% Käse Grundschule aus einem gehobenen Vorort. Es hat 3-4 Jahre gedauert (und das ist ein erheblicher Teil der Gesamtlebenserfahrung in dem Alter), bis die Kinder mit derart unterschiedlichen Erfahrungshintergründen wieder "eine" Klassengemeinschaft gebildet haben.
Einer meiner ehemaligen Prof, namens Dr Burchhardt, hat in seinen Seminaren an der Uni Köln, die Pisa Studie sehr oft und ausführlich kritisiert. Sein größter Kritikpunkt war, dass die Pisa Studie die Ökonomisierung der Pädagogik ist, das heißt platt ausgedrückt, dass Schulen lediglich Arbeitskräfte so früh wie möglich ausbilden sollen. Es geht bei Pisa nicht wirklich um Bildung, sondern um Marktfähigkeit und Effizienz.
Hier auch ein schöner kurzer Kommentar dazu:
bildung-wissen.eu
Wenn es wenigstens "Arbeitskräfte wegen Pisa" sind. Aber de facto bedeutet Ökonomisierung im deutschen Bildungssystem doch die Optimierung von Aufwand und Nutzen, wobei der Nutzen nicht einmal in der Arbeitsmarkttauglichkeit, sondern nur in Tests abprüfbaren Wissen liegt. Ohne die Fähigkeit zu denken, geschweige denn "logisch denken" oder "kritisch denken". Oder gar beides gleichzeitig.
Das ist der natürliche Zustand. Jahrzehnte des Friedens und der globalen Gewinnerseite haben uns nur unsere Wahrnehmung dafür verlernen lassen. Das kehrt zurück, sobald es hässlich wird.
Ein wichtiger Aspekt dieses Prinzips ist, dass mehrere Menschen zusammen oft stärker sind als einer allein und dass - im Kleinen - mehrere Menschen überhaupt erst die Chance auf Fortpflanzung (und damit das Überleben der eigenen Linie auf lange Sicht) haben, während einer allein auch allein sterben wird. Aus diesem Instinkt gründet sich das menschliche Bedürfnis nach Gemeinschaft und alle sozialen Konstrukte, die daraus erwachsen. Langfristiges Überleben, eben die Möglichkeit, selbst weiterzuleben und die eigene Linie fortzuführen. Der Sinn des Lebens, sozusagen. Sobald man davon ausgeht, wird alles recht einfach zu verstehen.
Survival of the fittest ist die Grundlage eines jeden Lebewesens, denn nur so gibt es eine Zukunft.
Ich würde das genau gegenteilig interpretieren: Während wir einerseits die Früchte von großräumiger Zusammenarbeit einfahren, wird andererseits pures Konkurrenzdenken, Egozentrismus und Individualismus als Selbstzweck gepredigt. Dein vorangehendes Post war dafür eigentlich ein Musterbeispiel: Du willst irgendwelche "anderen" in einem Wettbewerb schlagen, damit ein offensichtlich kleineres "wir" triumphiert. Dass es sinnvoller wäre, an einem Strang zu ziehen, idealerweise als gesamte Menschheit, steht überhaupt nicht auf der Agenda.
Und 90% von dem was du in Chemie lernst wirst du, wenn du nicht gerade ein Studium in dem Bereich anstrebst, oder Laborassistent werden willst, auch nie mehr brauchen.
Das, was man bis zur 10ten Klasse in Chemie lernt, kann man gut gebrauchen um keine panische Angst vor chemischen Bezeichnungen auf Lebensmitteln zu haben, mitdenken zu können wenn es um die Verunreinigung der Natur mit bestimmten Substanzen geht, wenn einem irgendwer das blaue vom Himmel zu Wunderbatterien verspricht, dank derer wir uns heute kaum um das Klima bemühen müssen oder auch einfach nur um nicht die falschen Reinigungsmittel in einen Eimer zu kippen. Oder in sich selbst zu injizieren, weil irgend ein Ex-Präsident das gesagt hat.
Aber die meisten Leute merken sich halt nicht einmal 5% dessen, was in den Naturwissenschaften in der Schule gelehrt wurde. (Und ich habe mir umgekehrt keien 5% dessen gemerkt, was über Goethe oder in Kunstgeschichte drankam. Hab ich aber bislang auch nicht vermisst und musste mir deswegen auch von niemandem auf Arbeit helfen lassen, wie umgekehrt die MatNatNulpen

.)
In der 11. Klasse auf der Oberstufe hatte ich das Schwein meines Lebens, meine erste längere Freundin war in französich (Schulfach!) Klassenbeste und sass neben mir, auch bei den Klausuren!

Jetzt wollen wir aber auch wissen, wo sie in Französisch (nicht-Schulfach!) im Klassenspiegel stand

.
Eins der großen Probleme des Informationszeitalters ist, dass man dem Menschen so deutlich bewusst macht, was für ein kleines Licht er eigentlich ist.
Ist es nicht eher das Gegenteil? Viele nutzen die neuen Medien, um in ihre Bubble abzutauschen und das wars. Das ist meiner Meinung nach auch einer der Hauptgründe für das Erstarken des Populismus in den letzten 20-25 Jahren: Früher hat man sich entweder gar nicht um politisches gekümmert (auch von Populisten kaum was mitbekommen) oder aber man musste Tageszeitungen und kuratierte Nachrichten konsumieren. Im Worst Case waren es die Bild und die RTL-News, aber schon letztere waren um Größenordnungen besser als das, was viele heute konsumieren und sogar erstere schlägt den AFD-Telegram-Kanal um Welten. In einer Zeit, in der es technisch nicht möglich war, sich nur das rauszupicken, dass einen bereits interessiert, wurde man zwangsläufig auch mit Dingen konfrontiert, die einen interessieren SOLLTEN und das weitet den Horizont ungemein.
Warum sollte man deutsche Kinder mit so etwas belästigen? Was für ein absurder Votrschlag.
Wer ubedingt in Arabisch unterrichtet werden will, kann das in Kürze in arabischen Schulen. Berlin will die erste eröffnen. Das ist ein übliches Vorgehen, es gibt auch englische und französische Schulen. Muss man sich überlegen, ob man das will. Für Diplomatenkinder auf der Durchreise mag das sinnvoll sein. Will man sein Leben lang hier blieben, ist die Sprache zu kennen ein Vorteil.
Ich kenne das eigentlich so, dass solche internationalen Schulen von den jeweiligen Heimatländern tatsächlich überwiegend für Expats betrieben werden (das sind ja bei weitem nicht nur Diplomaten) und dass dort Deutsch mindestens als Sprachfach unterrichtet, in der Regel aber auch ein Teil des Unterrichts auf Deutsch praktiziert wird. Nur halt nicht alles und durchgängig mit französisch/...-sprachigen Lehrern, weil die Hauptzielgruppe eben Kinder von Franzosen/... sind, die ggf. bislang in Frankreich gelebt haben und das auch künftig wieder werden. Wer internationale Experten nach Berlin hohlen will, sollte SOWAS durchaus auch für Araber ermöglichen.
Allerdings liest sich das verlinkte irgend wie eher wie eine von Deutschland betriebene Schule, die teilweise in arabisch arbeitet? WTF? Ich habe da zwar keine Parallel-Gesellschaftsprobleme, weil es kaum Migration aus SA und VAR nach Deutschland gibt und wenn dann wirtschaftlich sehr hochrangige (die zwar sozial oft noch bedenklicher ist, aber die man selbst in München gerne empfängt und ihr Parallelräumlichkeiten einräumt, ein Mensch ist in Deutschland schließlich immer genau so erwünscht, wie sein Portmonaie)
Aber Afghanen, Syrer, Iraner, Iraker, Ägypter, Sudanesen, Marokaner, Lybier und über was sich der volldemokratische Rechtsextrem-Wähler noch so aufregt, der sich deutscher Bürger schimpft, sprechen allesamt kein Arabisch als Muttersprache und die weniger Gebildeten oft sogar gar nicht oder so gebrochen, dass deren Kinder auf so einer Schule weniger verstehen würden als auf einer deutschsprachigen.
Klimageld ist ja auch totaler Schwachsinn...man macht für den Bürger was teurer und gibts ihn dann wieder teilweise zurück...das macht das ganze CO2 Klimawandelwirmüssensparen-Ding zu ner Quatschdiskusion.
Da wird wieder so unnötig viel Kohle in die Verwaltung geballert...
Teurer machen nach Verbrauch und erstatten nach Angemessenheit ist sehr berechtigt; eine stärkere Lenkungswirkung lässt sich kaum erzielen. Und wenn man die Erhebung an der Wurzel ansetzt (Förderung von Brennmaterial oder Import von als solchem geeigneten Materialien) und die Auszahlung mit ohnehin vorhandenen Systemen kombiniert (Bürgergeld hoch, Renten angemessen ebenfalls, Lohnnebenkosten runter) dann braucht es auch so gut wie keine Bürokratie.
Und wenn sie Geld bekommen, steigt deren Verbrauch, was für das Klima uncool ist...von daher.
Wenn man parallel eine angemessen CO2-Abgabe einführt, dann können sie nur den Verbrauch von Dingen steigern, die nicht klimaschädlich sind. Alles andere kann man mit mehr Geld nämlich weiterhin nur maßvoll genießen, weil es teurer wird. Genau das ist der Grundgedanke: Lenkung zu klimafreundlichem.
Quelle:
Statistiken zum Durchschnittseinkommen
Das wäre knapp über dem Durchschnittseinkommen. Also für mich nicht besonders viel.
Durchschnitt ist aber eben nicht Median.
(Hatten wir gerade das Thema "wofür braucht man Matheunterricht"?)
Da geht es doch um Einkommen, Einkommensteuer ect. Falls ich was übersehe, hilf einem alten Mann mal auf die Sprünge.
Edit: Der alte Mann hat den falschen Button gedrückt, sorry. Werden tatsächlich auch andere Einkommenarten berücksichtigt. Vermögen allerdings nicht
"Einkommens"steuer berücksichtigt immer das ganze Einkommen

. Was du gedacht hast, war vermutlich "Lohnsteuer".
Allerdings muss man auch klar sagen, dass es bei den oberen 30-40% zunehmend zum Volkssport wird und bei den oberen 10-20% extrem, sein Einkommen zu verschleiern um weniger Steuern zu zahlen. Das für den dicken Porsche aufgewandte Geld steht nicht in diesen Statistiken, weil es ein Firmenwagen ist, etc.. Aber sowas ändert auch nichts am Median. Sowas ändert nur die Einkommengrenzen für die Schichten, bei denen Steuervermeidung erhebliche Summen im Vergleich zum tatsächlich erfassten Einkommen ausmacht und das sollte sich beim mittleren Drittel noch in Grenzen halten.
Im oberen Drittel bist Du auch noch weit von reich entfernt. Der Median ist unerträglich tief, wenn man gerade an der Grenze zum oberen Drittel ist, ist das immer noch ein recht moderates Einkommen.
Wer das doppelte des Median verdient ist per Definition "reich". Und diese Definition passt auch, wenn man sich anguckt, welchen Lebenstandard diese Leute z.B. mit denejenigen an der Grenze vom ersten zum zweiten Quartil haben. Leute, die selbst irgendwo im dritten Quartil stehen, haben immer ein Problem damit, dass zu akzeptieren, aber sorry:
Da muss man endlich mal aufwachen und der Realität ins Auge blicken.
Bezugspunkt ist nicht das obere 1%. Diesen Lebensstandard kann unmöglich ein nenneswerter Teil der Gesellschaft erreichen. Bezugspunkt ist die MITTE. Und wer bereits über dem Niveau dieser Mitte lebt, der kann damit trotzdem noch so unzufrieden sein respektive gierig nach noch viel mehr, aber Fakt ist, dass er nur noch eine kurze Strecke zu "reich" vor sich hat und bereits zu "priviligiert" gehört. Also zudenjenigen, die eigentlich mal was abgeben könnten, anstatt als Wutbürger/-bauern auf die Straße zu rennen, weil es mit ihrer Schicht nicht mehr SCHNELL GENUG noch weiter bergauf geht.
(An dieser Stelle bitte ich um Entschuldigung für die Multi-Posterei. Aber ich kann ja nichts dafür, wenn ihr übers Wochende dermaßen viele Fässer gleichzeitig aufmacht

.)