Neue Bundesregierung 2021 Diskussionsthread

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Aber wer schlägt vor was abgestimmt wird? Diejenigen welche am lautesten schreien?
Wenn sich augenscheinlich ein gewisses öffentliches Interesse auftut, dann sind die Voraussetzungen für eine Volksabstimmung gegeben. Wenn es scheinbar keinen interessiert, dann braucht es keine Volksabstimmung, weil dann der Bundestag als Repräsentant des Souveräns die Tagespolitik erledigen kann.
Wie gesagt, die Details lasse ich aus, das müsste dann in der rechtlichen Umsetzung formuliert werden, welche Voraussetzungen es dafür gibt.
Die Bundesebene ist da nicht einmal so interessant. Eher die kommunale Ebene da sich dort die Entscheidungen sehr schnell auf Dein Leben auswirken.
Bei der kommunalen Ebene kann man das auch machen, wenn es denn nur ein kommunales Projekt ist. Wenn es entsprechendes öffentliches Interesse gibt, dann gibt es die Volksabstimmung. Gibt es keine nennenswerte Wahlbeteiligung, dann ist sie ungültig. Die Feinheiten überlasse ich dann der genauen Umsetzung, das wäre nur ein Grundgedanke.
Ja, z.b. ein Verbot der Afd.
Wenn das von großem öffentlichen Interesse wäre, warum nicht? Kommt halt nichts bei rum, würde ich mal glaskugeln.
Das würde die Afd natürlich verhindern wollen und würde nicht zulassen, dass darüber das Volk entscheiden soll.
Natürlich, so wie andere Parteien das auch machen würden.
also, wer entscheidet, was zur Volksabstimmung kommt?
Ich stelle mir mehrere Ansätze vor.
1. Eine Entscheidung des Bundestages, dass das Thema aufgrund der Tragweite direkt vom Souverän entschieden werden soll
2. Eine Petition mit einer Menge X Unterstützer, dass das Thema zur Volksabstimmung kommen soll
Dafür müsste der Bundestag natürlich Macht abgeben.
Und wie informiert man die Bürger darüber? Nutzt man die öffentlich rechtlichen Medien oder überlässt man das Tik tok und Telegram?
Vertraust du den Medien nicht, dass da alle Standpunkte weitergegeben werden? Wie will man Demokratie ernst nehmen, wenn man nicht davon ausgeht, dass der Bürger wählen kann? Wozu gehst du in 2 Jahren zur nächsten Wahl?
Ein top Manager der Wirtschaft wird mit einer großen Abfindung ausgestattet, wenn er gefeuert wird, bzw. der Aktienkurs in den Keller sinkt und er daraufhin gehen muss.
Ein Fußballtrainer im Profibereich bekommt ebenfalls eine Abfindung, wenn er entlassen wird.
Inwiefern das richtig ist, sei mal dahingestellt.
Wie viel soll also ein Politiker erhalten, wenn er seinen Posten räumen muss?
Bei manch einem wäre eine Gefängnisstrafe nicht verkehrt gewesen. Nein, ich werde niemanden namentlich nennen.
 
Ich stelle mir mehrere Ansätze vor.
1. Eine Entscheidung des Bundestages, dass das Thema aufgrund der Tragweite direkt vom Souverän entschieden werden soll
2. Eine Petition mit einer Menge X Unterstützer, dass das Thema zur Volksabstimmung kommen soll
Dafür müsste der Bundestag natürlich Macht abgeben.
Aber ich habe ja meinen Repräsentanten gewählt, um mich mit dem Kram nicht mehr herumschlagen muss. Und wenn ich mit dessen Leistung nicht einverstanden bin, wähle ich in 4 Jahren einen anderen.
Volksabstimmung halt ich in einer parlamentarischen Demokratie für überflüssig.
Bei manch einem wäre eine Gefängnisstrafe nicht verkehrt gewesen. Nein, ich werde niemanden namentlich nennen.
Meinst du Andreas Scheuer?
Was soll dass bringen, ihn einzusperren?
Und mit welcher rechtlichen Grundlage soll das ablaufen?
Kein Politiker würde ein Gesetz verabschieden, das dafür sorgt, dass er persönlich haftbar gemacht werden kann.
 
Aber ich habe ja meinen Repräsentanten gewählt, um mich mit dem Kram nicht mehr herumschlagen muss.
Dennoch bist du gerade hier im Forum unterwegs und schlägst dich mit dem Kram rum. Und das recht regelmäßig, würde ich mal sagen. Da kannst du deine Stimme auch direkt abgeben.
Und wenn ich mit dessen Leistung nicht einverstanden bin, wähle ich in 4 Jahren einen anderen.
Und wenn der Repräsentant 70% so entscheidet, wie du es für richtig hälst, 30 aber falsch?
Oder wenn er 40% richtig entscheidet, 60 aber falsch und du ihn nur wählst, weil der andere noch mehr falsch entscheiden würde?
Oder du eigentlich jemanden hättest, der 80% richtig entscheidet, aber geringe Chancen auf einen Sieg hat und du deshalb lieber einen wählst, der zwar nur 60% richtig macht, dafür aber gute Chancen hat?
Das ist das Problem mit dem Repräsentanten.
Volksabstimmung halt ich in einer parlamentarischen Demokratie für überflüssig.
Ich halte die Volksabstimmung für essenziell in einer Demokratie. Direkte Bürgerbeteiligung ohne Zwischenschritt. Die Folgen von blöden Entscheidungen trägt schließlich auch der Bürger.
Kein Politiker würde ein Gesetz verabschieden, das dafür sorgt, dass er persönlich haftbar gemacht werden kann.
Natürlich würde das kein Politiker freiwillig machen. Die Folgen von Fehlentscheidungen darf die Gesamtbevölkerung tragen. Schön Verantwortung abwälzen, wenn man verkackt. Am besten noch was dabei einstecken. Das können Privatunternehmen und Vereine handhaben wie sie lustig sind, aber in der Politik sollte es das nicht geben dürfen.


Edit: Frohe Weihnachten, ich bin für heute raus.
 
Es wäre eben Aufgabe der Politik, Entscheidungsmöglichkeiten aufzustellen, die ein Thema entsprechend abbilden.

Erst das Unmögliche verlangen und dann bei Nachfragen auf "das ist halt Aufgabe der Politik" verweisen, ist wirklich unterste Populismus-Schublade.

Bei der repräsentativen Wahl wählt man bspw. eine Partei, die gegen den Fleischkonsum ist, hat aber gleichzeitig noch einen Berg an weiteren Dingen gewählt, die man so eigentlich nich unbedingt wählen wollte.

Wie gesagt: Das ist ein theoretisch bestehendes Problem. Real sehen die Wähler aber nicht einmal den Bedarf, den ~20 "kleinen" Abwandlungen bestehender, "großer" Parteien eine Stimme zu geben. Also stellen erstere wohl in der Praxis ganz gute Gesamtpakete zusammen, in denen sich 94% der Bevölkerung gut abgebildet finden.

Warum also nicht einfach die Wahl zum Bürger geben?
Im Falle des Fleischkonsums wäre der Wahlzettel dann eben:
"Wir mästen die Viecher weiter so, dass sie nach paar Wochen schlachtreif sind. Dafür bleibt das Fleisch aber so billig wie es ist."
"Wir schreddern keine Küken mehr, sondern ziehen sie alle auf, bis wir sie nach paar Wochen schlachten. Das Fleisch wird bisschen teurer."
"Wir bieten den Viechern ein längeres, besseres Leben, bis wir sie nach paar Monaten schlachten. Dafür wird das Fleisch aber sehr viel teurer."
Meinetwegen noch mit extremeren Positionen. Ob die dann einer wählt, sei's drum.

Wenn du wirklich direkte Demokratie willst, dann musst du schon alle, und zwar wirklich alle Optionen auflisten. Auch die extremen, sonst würde ja derjenige, der in "extrem" und "nicht extrem" aussortiert, eine Vorentscheidung treffen und einige Bürgermeinungen ganz tod machen.

Deine bisherige Auswahl wird diesem Anspruch aber nicht annähernd gerecht: Was sind "ein paar Wochen"? "ein paar Monate"? Gilt das für alle Tiere oder getrennt für Hühner (bislang 1,4 Monate), Enten, Gänse, Scheine, Stäuße, Tauben, ..., Büffel, Rinder (bislang 14 Monate)? Was ist, wenn ich Küken geschreddert haben will, aber mein Steak ein langes Leben gehabt haben soll? Was ist wenn schreddern schrecklich aber vergasen geil finde? Ist es erst ab dem Schlüpfen ein Küken oder haben voll ausgebildete Embryonen im Ei auch ein Recht? Was für Lebensbedingungen haben die Tierchen eigentlich während der Mast? Licht? Frischluft? Platz? Beschäftigungsmöglichkeiten? Untergrund? Was für Futter bekommen sie? Bio? Tiermehl? Sind Medikamente erlaubt und wenn ja wie viele wie oft unter welchen Bedingungen? etc. etc. etc. etc.

Du hast da wirklich kein schlechtes Beispiel für die weitgehende Unmöglichkeit direkter Demokratie aufgelistet: "Nutztierhaltung" betrifft daumen*pi ein dutzend Arten an Land, für jede davon 1-2 dutzend größere Aspekte und im Schnitt dürften davon für jeden davon ein Dutzend Ausprägungen denkbar sein. Macht Überschlagsmäglich 12^4 = 20736 verschiedene Antwortmöglichkeiten, die dein Wahlzettel umfassen müsste. Und zu jeder einzelnen davon möge der Entscheidungsträger sich bitte vor der Wahl abschließend informiert haben, um eine kompetente Entscheidung zu treffen.

Es stehen ja nicht jede Woche 30 Gesetze zur Auswahl.
2022 waren es 115, 2021 203, 2020 156 und 2019 117. Also mit drei Stück pro Woche sollte man schon rechnen. Details wie die Mastdauer von Nutzvieh werden aber nicht in Bundesgesetzen geregelt, ebensowenig wie viele Details der von dir vorher angesprochenen Ausländerpolitik. Das wir in ministeriellen Verordnungen geregelt; einschließlich Änderungen derselben sprechen wir hier also eher von 10-20-30 Entscheidungen pro Woche, die du dem Wähler zumuten willst. 50+, wenn du dabei großflächig Ferienzeiten ausklammerst, was wohl sinnvoll wäre - sonst beschließt man die Endlagerung des deutschen Atommülls in Oberbayern halt einfach mal Anfang September, wenn quasi in allen Bundesländern gearbeitet wird und nur die "die günstige Nachsaison gehört uns"-Süddeutschen außer Landes sind.

Breaking News, die bei vielen Populisten gerne unter den Tisch fällt: Wir bezahlen nicht hunderte Leute für den Job "Legislative", weil man diese Aufgabe mal eben so nebenbei erledigen könnte.

Irgendwo ist es schließlich sinnlos, zur Wahl zu gehen, wenn der gewählte Politiker dann ohnehin macht, was er will.

Äh - ne? Genau das ist eigentlich Sinn einer repräsentativen Wahl? Alle Kandidaten geben an, was sie wollen und wählt der Souverän diejenigen aus, die ihn am besten vertreten und die setzen dann ihren = seinen Willen nach Kräften durch. Nur wer so blöd ist jemandem zu wählen, dessen Willen er nicht mag, der sollte nach einer Wahl nicht repräsentiert sein. Aber wer so blöd ist, dem sollte man erst recht nicht direkt an wichtigen Entscheidungen beteiligen.
(Nicht repräsentiert sind natürlich außerdem Leute, deren gewählter Vertreter plötzlich seinen Willen ändert. Darüber können sich imho im Moment aber nur die Grünenwähler beschweren und gerade die machen das nicht. Ansonsten haben alle bekommen, was schon vor der Wahl vorgelebt wurde - pöbelnde, geschichtsvergessene Generalopposition durch Merz, pöbelnde, geschichtsrevisionierende Generalopposition durch die AFD, Selbstzerlegung bei der Linken, Wirtschaftsgeschenke auf Kosten von Umwelt und Sozialstaat durch Lindner, Schweigen von Scholz.)

Entweder vertraut man dem Souverän, dass er richtige Entscheidungen treffen kann, oder man kann es mit der Demokratie gleich lassen, weil die Bevölkerung ohnehin keine Ahnung hat und regiert gehört.

Man kann jemandem vertrauen, moralisch Grundsätze zu haben ohne ihm zu vertrauen, Fachentscheidungen in wichtigen Sachfragen zu stellen. Ich würde meine Freundin nie die Statik von etwas berechnen lassen, unter das ich mich später stellen will, aber einen Architekten könnte sie vermutlich aussuchen.


Recht einfach: Wenn ein Gesetzesentwurf entweder ein großes öffentliches Interesse

Ich wiederhole Inus Frage, denn die ist hier die entscheidende:
Wer soll das entscheiden?

oder einschneidende Einflüsse auf einen beachtlichen Teil der Bevölkerung hat

Ich wiederhole Inus Frage, denn die ist hier die entscheidende:
Wer soll das entscheiden?

(die Details lasse ich offen, darüber könnte man diskutieren)

Das ist jetzt wirklich eine Standard-Populisten-Taktik:
Du stellst mal ne Forderung auf, die unmöglich erscheint und darauf angesprochen, wie das funktionieren soll, wird "das Unmögliche möglich machen" als Aufgabe der Politik abgeschoben? So kommen wir nicht weiter. Du willst an den absoluten Grundfesten der Verfassung rütteln, da solltest du felsenfeste Konzepte vorlegen können.

Ebenso bin ich für eine angemessene Haftung für politische Entscheidungsträger.

Dann werden endgültig nur noch Vollidioten Entscheidungen tragen.


Deshalb muss man ja nicht jeden Kleinkram über die Bevölkerung abstimmen lassen. Aber wenn es wegen dem Thema schon Demos gibt und die Medien Kreise ziehen

Es gibt zu wortwörtlich jedem Kleinkram Demos und eines der weiterhin führenden Medien dreht bekanntermaßen immer mal wieder Kreise um Dinge, die es nicht einmal gibt. Wie willst du aus einem Haufen dampfender Scheiße das Fundament eines Staates Formen?

Voraussetzung dafür ist eine taugliche politische Bildung des Bürgers. Aber die braucht es grundsätzlich, damit das System Demokratie funktionieren kann.

Nein. Voraussetzung für deine Forderung wäre eine taugliche Fachbildung der Bürger, in diesem Fall in den Bereichen Energiemanagement, Heizsysteme, Klimaprozesse, Markoökonomie, Immobilienstruktur Deutschlands und Facharbeitermarkt. Ich schätze mal, 4-5 Habilitationen könnten das wichtigstes abdecken.

Politische Bildung reicht dagegen nur für ein System, in dem der Wähler ein paar Grundsatzprogramme mit seinem Willen abgleichen muss und dann später retrospektiv überprüfen, ob sie eingehalten wurden. Das ist im Größenordnungen einfacher; dass ist der Unterschied zwischen Onkel Franz, der dir sagt wie zufrieden er mit dem von ihm ausgewählten neuen Audi ist auf der einen Seite und der Gesamtheit aller VAG-Ingenieure zusammengenommen auf der andern Seite.
Bislang wird der deutsche Bürger imho nicht einmal den Ansprüchen einer repräsentativen Demokratie gerecht.


Wenn sich augenscheinlich ein gewisses öffentliches Interesse auftut, dann sind die Voraussetzungen für eine Volksabstimmung gegeben. Wenn es scheinbar keinen interessiert, dann braucht es keine Volksabstimmung, weil dann der Bundestag als Repräsentant des Souveräns die Tagespolitik erledigen kann.

Entweder der Bundestag ist repräsentativ, dann kann er auch alles entscheiden. Oder der Bundestag ist nicht repräsentativ, dann kann er gar nichts entscheiden. Da musst du dich jetzt mal für eine Position entscheiden ;) .

Solange man prinzipiell an Repräsentativität festhält, machen vorgeschriebene Volksbefragungen nur in absoluten Ausnahmefällen einen Sinn, wenn große, wichtige und möglicherweise bei der letzten Wahl noch nicht absehbare Grundsatzentscheidungen getroffen werden müssen, zu denen man sich selbst innerhalb der Parteien nicht einig ist und auch keine Wahlkampfposition hatte. Die Coronamaßnahmen waren z.B. von der Fragestellung her so ein Fall - aber da hat es bis zwei-drei Jahre nach den Entscheidungen gedauert, bis überhaupt die Grundlage für eine kompetente Antwort gegeben war und eine Volksbefragung wäre schon allein wegen der Vorbereitungszeit (und der Ansteckungsgefahr bei Abstimmungen :) ) keine Option gewesen.

Was man natürlich unabhängig davon machen kann: Eine freiwillige Option für Befragungen, wenn sich das Parlament nicht einigen will oder wenn wirklich große extraparlamentarische Kräfte nachweislich geschlossen eine Forderungen aufstellen. Unverbindlich gibt es das ja schon auf Länderebene, aber halt auch mit Ergebnissen, die zum Nachdenken anregen. Der Erhalt des Tempelhofer Felds war sicherlich eine legitime Grundsatzentscheidung: "Wo wollen wir eigentlich hin?" können Menschen für gewöhnlich ganz gut abschätzen. "Vonovia enteignen" dagegen ist ein wunderbares Beispiel (neben dem Brexit), wie Populismus den Souverän in Idotien fernab jeglicher Realisierbarkeit treibt und somit dafür, warum solche Befragungen unverbindlich bleiben sollten.
 
Solange man prinzipiell an Repräsentativität festhält, machen vorgeschriebene Volksbefragungen nur in absoluten Ausnahmefällen einen Sinn, wenn große, wichtige und möglicherweise bei der letzten Wahl noch nicht absehbare Grundsatzentscheidungen getroffen werden müssen, zu denen man sich selbst innerhalb der Parteien nicht einig ist und auch keine Wahlkampfposition hatte. Die Coronamaßnahmen waren z.B. von der Fragestellung her so ein Fall - aber da hat es bis zwei-drei Jahre nach den Entscheidungen gedauert, bis überhaupt die Grundlage für eine kompetente Antwort gegeben war und eine Volksbefragung wäre schon allein wegen der Vorbereitungszeit (und der Ansteckungsgefahr bei Abstimmungen :) ) keine Option gewesen.
Gerade wichtige Entscheidungen oder Entscheidungen, welche zur Bewältigung von Krisen dienen, würde ich nicht vom Volk abstimmen lassen. Bei Corona hätten mit Sicherheit die meisten gegen harte Maßnahmen gestimmt.
Man kann sich im nachhinein auch darüber streiten, ob jede Maßnahme sinnvoll und nicht überzogen war.
Aber die Politiker hatten damit selber noch keine Erfahrung und wollten auf "Nr. Sicher" gehen.
Außerdem muß bei so etwas schnell entschieden werden, wie du selber schon festgestellt hast.
 
Corona war "Gefahrenabwehr". Man sollte wirklich nicht das Volk zur Auslegung des Infektionsschutzgesetzes befragen.

Abgesehen davon zeigen ja Erfahrungen auf kommunaler Ebene, das direkte Demokratie vor allem Populismus ergibt und auch sehr ungute Nebenwirkungen. Fragt doch mal in eurer Gemeinde ob man die Strasse zu einem Ausflugsziel 2 Wochen sperrt um 200 Leuten schnelles Internet zu bringen, oder ob man es nicht besser sein lässt.
 

Es ist im Gespräch, dass ein "Bekenntnis zu Israel", eine Vorraussetzung für die Einbürgerung in Deutschland werden soll.
Was auch immer man meinen mag was das letztlich aus Sicht der Politik mal wieder bewirken soll...
Was Menschen öffentlich sagen und wirklich denken und im kleinen Kreis äußern, sind zwei verschiedene paar Schuhe, das war schon in Bezug auf die DDR so und wird auch so sein wenn irgendwer bei der Einbürgerung bekräftigen soll Israel anzuerkennen.

In meinen Augen im Grunde nur wieder eine reine Schnellschussmaßnahme, damit man sich in der Politik selbst auf die Schulter klopfen kann, etwas getan zu haben.
 

Mehrheit für Einsparungen bei Bürgergeld und Ukraine-Hilfen

Auf die Frage, bei welcher der derzeit diskutierten Möglichkeiten der Bund am ehesten sparen sollte, sprechen sich 64 Prozent für Einsparungen beim Bürgergeld aus. Auch gegenüber Kürzungen bei Militärhilfen für die Ukraine zeigt sich eine Mehrheit der Befragten (54 Prozent) offen.

Einsparungen bei der Klimatransformation der Wirtschaft befürworten nur vier von zehn Befragten (41 Prozent) und nur 27 Prozent sehen Einsparpotential bei der geplanten Kindergrundsicherung. Bei diesen zwei Möglichkeiten spricht sich jeweils eine Mehrheit gegen Einsparungen aus (55 Prozent und 69 Prozent).
Quelle: ARD-DeutschlandTrend: Zufriedenheit mit Kanzler Scholz auf Rekordtief

Da hat wohl die Hetze von Schmierblättern wie die Bild ganze Wirkung gezeigt.
 
Zuletzt bearbeitet:

Arbeitsminister Hubertus Heil will harte Sanktionen gegen Arbeitsverweigerer durchsetzen.
Das Bürgeld soll 2 Monate komplett gestrichen werden, wenn mehrfach Jobangebote abgelehnt werden.
Bisher kann das Bürgergeld um 30% gekürzt werden.


Aus der Union und FDP gibt es Zustimmung. Kritik aus den eigenen Reihen und von den Grünen:

 
Blanker Populismus. Laut "heute" gab es dieses Jahr wohl 72000 Sanktionierte Empfänger, davon 80% wegen verpasster Termine. Wenn vom Rest tatsächlich die Hälfte mehrfach zumutbare Jobs verweigert, dann reden wir hier von 30 Millionen Einsparpotential. Gegenzurechnen ist noch der einhergehende Verwaltungsaufwand sowie die Folgekosten von resultierender Kriminalität, wenn man Leuten im warsten Sinne des Worts den Zugang zu Nahrung wegnimmt. Allein das unvermeidliche Verfahren quer durch alle Instanzen, weil hier mal wieder das Existenzminium gestrichen werden soll, wird ein Vielfaches kosten.

Zum Vergleich: 1,4 Millionen soll Heil schon allein für Werbung für das Bürgergeld ausgegeben haben.
 
Es geht ihm glaube ich gar nicht um das einsparen, sondern eher um eine Symbolwirkung.
Um schon aufgehetzte Wähler (welche Union und AfD wählen würden) vielleicht doch noch irgendwie umzustimmen.
Aber das wird die SPD vor eine Wahlniederlage nicht retten. Vielleicht erreicht sie bei den Restlichen, bisher treuen Wählern, auch genau das Gegenteil damit. Dann stehen sie noch schlechter da.
 
Es geht ihm glaube ich gar nicht um das einsparen, sondern eher um eine Symbolwirkung.
Um schon aufgehetzte Wähler (welche Union und AfD wählen würden) vielleicht doch noch irgendwie umzustimmen.
Aber das wird die SPD vor eine Wahlniederlage nicht retten. Vielleicht erreicht sie bei den Restlichen, bisher treuen Wählern, auch genau das Gegenteil damit. Dann stehen sie noch schlechter da.

Ja, das ist eine Symbolgeste, hat vermutlich der Olaf angeordnet, um die SPD angesichts der ganzen Bürgergeld-Entrüstungsdebatte seitens Schwarz-Gelb besser darstehen zu lassen.

Ein Kumpel, ehemals SPD-/Juso-Kader, geht ebenfalls von einer Anweisung „von oben“ aus, da er Hubi Heil wohl als ausgeprägten Machtpolitiker kennengelernt hat, der freiwillig nichts tut bei unklaren Mehrheitsverhältnissen und schon gar nicht ohne weiteres den linken Parteiflügel gegen sich aufbringen würde - schließlich greift er gerade deren letztes großes Feigenblatt an…
 
Ja, das ist eine Symbolgeste, hat vermutlich der Olaf angeordnet, um die SPD angesichts der ganzen Bürgergeld-Entrüstungsdebatte seitens Schwarz-Gelb besser darstehen zu lassen.

Ein Kumpel, ehemals SPD-/Juso-Kader, geht ebenfalls von einer Anweisung „von oben“ aus, da er Hubi Heil wohl als ausgeprägten Machtpolitiker kennengelernt hat, der freiwillig nichts tut bei unklaren Mehrheitsverhältnissen und schon gar nicht ohne weiteres den linken Parteiflügel gegen sich aufbringen würde - schließlich greift er gerade deren letztes großes Feigenblatt an…
Mit diesen Vorstoß tun die sich keinen Gefallen.
Ist genauso hirnrissig wie Habeck mit seinem Energiegebäudegesetz.
Die wollen wohl wirklich abgewählt werden...
 
Um Populismus geht es doch gar nicht.
Mit unserem Land geht es abwärts,
dafür ist eindeutig die Politik zuständig.
Der Schuss vom Heil ist ganz definitiv Populismus. Unsere politische Elite hat uns jetzt bereits seit mehreren Jahrzehnten zu reinen Vollidioten erzogen, die weder politische noch wirtschaftliche Zusammenhänge verstehen. Das ist nicht nur mit der kontraproduktiven Schuldenbremse, der unreflektierten "schwarzen Null" und der wirtschaftlich-suizidalen "schwäbischen Hausfrau" so, sondern auch mit Themen wie Grundsicherung und Bürgergeld. So etwas wie bedingungsloses Grundeinkommen wird zwangsweise ohnehin irgenwann in der nahen Zukunft kommen - spätestens dann, wenn durch Automatisierung und KI noch mehr Jobs wegfallen.

Dass die SPD jetzt mit Heil Politik gegen das macht, was eigentlich Teil der Parteilinie sein sollte, wundert mich im Übrigen nicht. Die Zeiten, in denen die SPD noch für Integrität stand, sind schon lange vorbei. Gern wird von denen alles für Machtinteressen geopfert.
 
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