Konservative wählen "weil das schon immer so wahr", ist (auch) konservativ
Schon klar. Aber so meinte ich das nicht.
Die verbrauchte Menge (ob sinnvoll oder nicht) muss produziert werden, daran ändert sich nichts. Wenn die Bauern mehr produzieren, können die Supermärkte noch mehr wegschmeißen, aber der Verbraucher zahlt nicht mehr und dementsprechend werden auch die Bauern keinen Cent extra erhalten. Im Gegenteil, sie feuern nur den Unterbietungspreiskampf weiter an.
Aber das scheint selbst für große Bauernverbände zu komplex zu sein, die wollen Freigaben und Unterstützung für noch mehr Produktion
Alles so zu lassen wie es ist, solange es noch irgendwie läuft, ist sicher die Lösung, die am wenigsten Aufwand und Fantasie bedeutet... dass das für viele verlockend ist da irgendwie naheliegend.
Außerdem kann man mit massig Billigfleisch nach dem Motto Brot und Spiele schön von den Bedingungen im Niedriglohnsektor ablenken, also gibts auch in der Politik kein Interesse Fleisch und Milchprodukte zu Luxusgütern zu machen. Dazu RTL in der Glotze und alles ist super.
Es wäre wirklich interessant zu sehen, was passieren würde, wenn die Lebensmittelkosten auf ein vernünftiges Niveau steigen würden.
Da müsste man sich angucken, was wann von wo nach wo gekarrt wird (oder ganz einfach die Transportkosten in der EU deutlich nach oben schrauben, in dem man mal angemessenen Abgaben auf Diesel und LKW-Autobahnnutzung erhebt

), vermutlich macht es keinen Sinn. Noch viel absurder finde ich aber den subventionierten Aufbau von Milchviehhaltung in subventionierten Betrieben die auf Basis subventionierter Forschung und subventioniertungen Molkereien subventioniertes Milchpulver & Co herstellen lassen um es mit subventionierten Transportmitteln nach China zu verkaufen.
Manchmal sollte man einfach Hartz IV verdoppeln, wenn man Leuten Geld schenken möchte...
Noch schlimmer sind die Exporte nach Afrika. Nicht nur von Milchpulver, sondern auch Hähnchenresten, Tomaten... wir subventionieren den Markt dort kaputt und wundern uns dann, wenn der afrikanische Bauer übers Mittelmeer hierher kommen will.

Ist natürlich alles Wasser auf den Mühlen der EU-Gegner. Und solche Argumente kann man schwer entkräften.
Was soll denn die Alternative zum bedingungslosen Grundeinkommen sein? Es wird aller Voraussicht nach immer weniger Arbeit geben, also brauchen wir ein Modell, in dem man auch ohne Arbeit über die Runden kommt.
Man könnte die vorhandene Arbeit alternativ auch vernünftig auf die vorhandenen potentiellen Arbeitnehmer aufteilen, aber da man lieber bis zum Burn-Out und zur Depression ausbeutet scheint das genau so unrealistisch wie ein Grundeinkommen zu sein.

Wenn Arbeitslose nicht mit unmoralischen Mitteln loswerden wollen (Euthanasie z.B. hat sich in jüngerer Vergangenheit im großen Stil eher nicht bewährt) müssen wir wohl oder übel solange eine Alternative finden, bis die Automatisierung irgendwann in ferner Zukunft so weit fortgeschritten ist, dass niemand mehr arbeiten muss.
