Igors Artikel ist bisher der interessanteste zum ganzen Thema.
Ich fasse mal zusammen:
Die internen Temperatursensoren sind weiterhin vorhanden, werden von NVIDIA aber nicht mehr über die normalen öffentlichen Schnittstellen ausgegeben, soweit bekannt.
Im BAR0-Bereich der GPU wurde ein Feld mit sechs relevanten Temperaturregistern gefunden. Igor hat dabei den großen Vorteil, MODS als Referenz nutzen zu können, um die Werte damit zu vergleichen. Wie genau die sechs Sensorwerte zu bewerten sind, scheint allerdings noch nicht abschließend geklärt zu sein. Ein einfacher Mittelwert ist offenbar genauso wenig korrekt wie pauschal nur den höchsten Wert zu nehmen.
Für den direkten Zugriff auf BAR0-/MMIO-Register reicht eine normale Windows-Anwendung nicht. HWMonitor und HWiNFO verwenden für solche Low-Level-Zugriffe eigene Kernel-Treiber. Bei HWMonitor 1.65 konnte Igor nachvollziehen, dass der Blackwell-Wert direkt per MMIO aus BAR0 gelesen wird. Afterburner besitzt ebenfalls einen Low-Level-Treiber und stellt unterstützte Sensoren über MAHM bereit, der Blackwell-Hotspot ist dort derzeit aber leider noch nicht enthalten.
Unter 64-Bit-Windows müssen Kernel-Treiber digital signiert sein. Ein selbst gebauter und unsignierter Treiber lässt sich daher nicht ohne zusätzliche Eingriffe normal laden.
IBHE löst dieses Problem meiner Meinung nach ziemlich elegant.
Igors Tool liest die Register nicht direkt aus, sondern schätzt den Hotspot aus der normalen GPU-Temperatur, Leistungsaufnahme, Lüfterdrehzahl und dem thermischen Verlauf.
Die automatische Lüfterregelung dient dabei als indirekter Hinweis: Drehen die Lüfter bei einer noch moderaten GPU-Temperatur ungewöhnlich stark hoch, reagiert die Karte möglicherweise auf einen intern deutlich heißeren Bereich. Das Modell berücksichtigt außerdem Aufheizphase, stabile Last, Abkühlung und die thermische Trägheit des Kühlers.
Die Methode wird ungenauer, sobald feste Lüfterdrehzahlen, eigene Afterburner-Kurven, Wasserkühlung oder externe Lüftersteuerungen verwendet werden. IBHE bleibt deshalb eine Schätzung und keine direkte Messung. Meiner Meinung nach ist es aber vermutlich das Beste, was sich ohne eigenen Kernel-Treiber aus den verfügbaren Daten herausholen lässt!
HWMonitor nutzt dagegen bereits einen eigenen Treiber und liest direkt per MMIO aus. Laut Igors Analyse wird momentan aber offenbar nur ein einzelner Sensor als wirklicher „Hot Spot“ angezeigt. Außerdem weichen Dekodierung und Validierung von Igors Erkenntnissen ab, wodurch unplausible Sprünge oder Abweichungen entstehen können.
Technisch sauberer wäre vermutlich ein stark eingeschränkter, signierter Read-only-MMIO-Treiber oder eine korrekte Integration in die üblichen Monitoring-Tools. Am besten wäre natürlich, wenn NVIDIA den Hotspot offiziell und dokumentiert über NVML oder NVAPI bereitstellen würde.
Dann könnten Afterburner, HWiNFO, HWMonitor oder sogar NV-UV den Wert ohne Umwege sauber anzeigen...