"Falten" ist ein missverständlicher Begriff. Es geht um die räumliche Struktur von komplexen organischen Substanzen.
Denk an den Chemieunterricht zurück und die kleinen Steckkästen, um Moleküle zu simulieren:
http://www.uni-duesseldorf.de/MathN...nthese_neu/dateien/dunkel/bilder/gluckett.jpg
Das ist bei einfachen Molekülen leicht verständlich, komplexe Eiweisstrukturen haben aber viele 100.000 Atome:
https://de.wikipedia.org/wiki/Protein
Verkompliziert wird es dadurch, dass chemische Verbindungen keine starren Objekte sind, sondern leicht verformbar,
oder gefaltet, werden können. Der Bindungswinkel ist vom Aufbau eines Moleküls abhängig, Damit wird das ganze
extrem kompliziert, weil es ein Optimierungsproblem wird mit dem Ziel, die gesamte Bindungsenergie des Moleküls
zu minimieren. Die Mathematik dahinter wird bei Molekülen mit hunderttausenden von Atomen "aufwendig". Bei
Wasser haben wir alle gelernt, dass der Bindungswinkel nur 105° beträgt und eben nicht 109°, wie es geometrisch
anschaulich wäre.
https://de.wikipedia.org/wiki/Bindungswinkel
Den räumlichen Aufbau brauchen wir, um zum Beispiel Medikamente zu entwickeln, die genau an ein bestimmtes
Molekül andocken, aber eben auch nur dort und nicht woanders. Das heißt auch Schlüssel-Schloss Prinzip. Um
einen Schlüssel zu bauen, muss ich aber wissen, wie das Schloss aussieht.
Der nächste Bereich, und da wird es mit dem Begriff "Faltung" verständlicher, sind spiegelverkehrte Moleküle,
zum Beispiel links- und rechtsdrehende Milchsäure. Krankheiten wie Creutzfeld Jacob (entspricht BSE bei Kühnen)
basieren darauf, dass komplexe Strukturen "entarten" also irgendwie umklappen, oder gefaltet werden. Sie dazu
Prionen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Prion
Ich hoffe, dieser kleine Einstieg macht verständlich, warum man so extremen Rechenaufwand benötigt, um komplexe
Moleküle zu verstehen. Darum bedarf es hoher Rechenleistung, um zu Lösungen zu kommen. Universitäten betreiben
Forschung, die der Öffentlickeit mehr oder weniger frei zugänglich ist. Was veröffentlicht wurde, ist in der Regel nicht
patentrechtlich geschützt. Mit der kostenlosen Unterstützung dieser Forschung durch unsere Rechenleistung helfen
wir uns damit selber.
Und jetzt: MITMACHEN