Tekkla
Volt-Modder(in)
Wohin mit Grub? Auf welche SSD? Wie groß muss die Partition sein? Ans Ende der SSD? An den Anfang? Welche Formatierung?
Daher wäre mir eine Schritt für Schritt Anleitung für meinen speziellen Fall am Liebsten.
Windows : auf 2TB NVME + Games auf 2TB SATA SSD (Alles NTFS oder schon ext4?)
Linux : auf 2TB NVME + Games auf 2TB SATA SSD (Alles BTRFs?)
Datenlaufwerk : 4TB SATA SSD (welches Dateisystem für Win+Linux)
Ich habe also 5 SSDs verbaut, je 2x 2TB NVME + 2x 2TB SATA + 1x 4TB SATA und will beide Systeme getrennt mit eigenen Laufwerken betreiben, wobei die 4TB als Partition für beide Systeme für den Datenaustausch dienen soll.
(Downloads, Bilder, Dokumente)
Ich nehme diese Frage mal zum Anlass, ein eigenes Thema aufzumachen und die vielleicht noch nicht bekannten, aber vielleicht noch dahinterliegenden Fragen ins Helle zu führen. Ich will dir auch keine Schritt-für-Schritt-Anleitung an die Hand geben, weil es am Ende eigentlich echt cooler ist, wenn man sich selber überlegen kann, ob die bisherige Idee des Installationsschemas überhaupt so sein muss? Im Kern bin ich ein Typ, der auch seinen Kunden am liebsten Hilfe zu Selbsthilfe bietet.

Die einfache Lösung
Du installierst Windows auf NVME1 - oder hast ggf. ja schon. Das Linux deiner Wahl geht auf NVME2 mit dem vom Installer vorgeschlagenen Dateisystem (EXT4 oder BTRFS ist beides gut) und sagst dabei, dass grub auch auf diese NVME2 drauf soll. Mehr ist gar nicht notwendig. Das ist schon Dualboot. Die Auswahl, welches System gestartet werden soll, machst du dann über das UEFI-Bootmenü. Keine Kopfschmerzen, alles komplett sauber getrennt, kein System kann das andere schrotten, muss man halt nur fix sein beim Start. Wenn du primär Linux nutzen willst, dann stellst im UEFI den Linux-Bootloader als Startsystem ein. Fertig ist die Laube.Ein erweiterter Ansatz
Zuerst hier ein Bild, wie das bei mir aussieht:Wie du siehst, habe ich 2x 2 TB NVME im System. Auf dem Bild siehst du die Partitionierung der ersten NVME. Ist ein bisschen wirr, weil historisch gewachsen. Ich würde die heute anders machen, aber es läuft, es behindert mich nichts, ich kann flexibel mal neue Systeme testen, also kein Grund was zu ändern, weil Freizeit ist schließlich kostbar.

Erklärung
1. EFI Partition (p1)
Man sieht z.B., dass die für die Bootloader von Windows und den Linux-Distris notwendige EFI Partition viel zu groß ist, aber man hat ja! Selbst die von Windows von Haus aus erstellte 100 MB Partition würde für mich reichen, ich finde das aber ein bisschen sehr wenig. Ich hatte damals zuerst das Windows installiert und dann vergößert.Wenn man Windows als allererstes auf einem Datenträger ohne Partitionen installiert, dann kann man bei der Windowsinstallation sagen, dass man eine neue Partition der Größe x Megabyte anlegen will. Macht man das, dann legt Windows zusätzlich auch die EFI und noch andere für sich notwendige Partitionen an. Danach Windows in die angelegte Partition installieren und die Installation ganz beenden. Wenn man dann auf dem Desktop ist, erstmal nichts weiter machen.
Mit Gparted als Live-Linux von USB gestartet habe ich die Größen der Partitionen nachträglich verändert. Ich habe alle existierenden Partitionen so verschoben, dass ich die EFI-Partition auf obige 2 GB vergrößern konnte. Würde ich es neu machen, ich würde 500 MB wählen. So machen das auch die meisten Linuxinstaller.
2. Windows (p2)
Dieser Teil ist 200 GB groß, und die Hälfte ist belegt. Schon krass, wenn man bedenkt, dass es ein nahezu jungfräuliches System lediglich mit Treibern, Discord, BattleNet und installiertem WoW ist. Normalerweise habe ich in meiner Windowszeit die Systempartition immer "nur" so groß gemacht. Wenn man Games und Dateien woanders ablegt, dann reicht das dicke.3. Andere Partitionen
Erklären sich dank der Bezeichnungen eigentlich von selbst. Die Windows-Partition war mal 120 GB größer. Das ist die freie p4. Darauf installiere ich immer mal wieder eine Distri, wenn z.B. @PCGH_Sven hier auf der Seite was über Distri XYZ schreibt oder Keno bei ct3003 irgendwas Abgefahrenes im Netz gefunden hat. Ich muss demnächst aber was ändern, weil meine Systempartition für winboat zu klein ist. Mal schauen. Die Partitionen p6, 7 und 8 werden jetzt interessant. Und gleich kommt auch die zweite NVME ins Spiel.Auf p6 ist mein Manjaro drauf. Die 120 GB reichen im Normalfall ebenfalls dicke. Schau dir mal die p9 mit cashyOS an. Das hat 17 GB nach der Installation. Zurück zu meiner p6. Du siehst, dass die als Root-System ( / ) gemountet ist.
Auf p7 liegt der Mountpoint für das ganz allgemeine Home-Verzeichnis. ( /home ). Damit liegen alle Userverzeichnisse auf einer eigenen Partition. Geht das OS mal den Bach runter oder du willst ein anderes installieren; Null Problemo! Einfach neues System auf die alte Root-Partition installieren, die Home-Partition ohne sie zu formatieren wieder nach /home mounten. Fertig! Du hast damit sogar alle Daten und Benutzeinstellungen der Desktops oder Programme aller User mit auf dem neuen System. Geiler geht das kaum! Wie groß du diese Partition machst, musst du selber abschätzen. Willst du unter Linux zocken, dann werden die meisten Games in deinem Home-Verzeichnis abgelegt. Ist die Sammlung groß, und es muss immer alles installiert sein, naja, die Größe muss entsprechend sein. Ich habe da einen Kniff angewendet. Komme ich gleich zu.
Die letzte Partition ist die "Datenplatte" für Windows. Das, was Windows als Laufwerk D: einbindet. Eigentlich brauche ich das nicht mehr. Da sind aber noch Sachen drauf, die ich ggf. noch mal für bestimmte Dinge brauche.
Die 2. NVME
Auch hier zuerst ein BildDa ist nicht viel Äkschn, denn das ist meine Linux-Gaming-Platte. Die 100 GB große p2 dabei einfach ignorieren.
Der wohl wichtigste Punkt ist der, und ich hoffe, es erklärt ein wenig diese am Anfang etwas mystischen Mountpoints, dass die Partition p1 mit meinem Home-Verzeichnis in Verbindung steht, weil ich sie nach /home/<username>/Games mounte. Soll heißen, wenn ich im Filemanager in mein Home-Verzeichnis gehe, dann ist da ein Ordner namens "Games", der eigentlich eine ganze NVME umfassende Partition ist.
Das Geniale daran ist, dass man bei den ganzen File-Dialogen in allen Programmen von Haus aus eh immer erst im eigenen Home-Verzeichnis ist, und so nicht ewig herumklicken muss, um dahin zu kommen.
Sowas geht übrigens auch unter Windows, trifft man so aber eher selten an.
Noch ein paar Worte zu Dateisystemen
Linux frisst eigentlich alles. Die Unixoiden-Dateisysteme sowieso, die von Microsoft, also FAT, exFAT und NTFS auch. Es gibt aber Einschränkungen bei den Systemen von MS.Gängigstes Filesystem dieser Tage ist bei Windows NTFS. Das wird von jeder modernen Distribution gelesen und beschrieben, und du kann diese auch mit einem Mountpoint beim Boot in dein System einbinden. Das würde ich aber nicht machen, denn du musst einige Sachen bedenken.
Windows hat von Haus aus einige Funktionen, die, wenn man nicht davon weiß, so manchen "Spaß" bescheren. Der wohl wichtigste beim Thema Parallelnutzung von Daten über NTFS zwischen Windows und Linux ist der Schnellstart in Windows. Es kann nämlich passieren, dass Linux die Windows-Datenträger dadurch beim Boot nicht eingebunden bekommt und dann der gesamte Bootvorgang scheitert. Kann man dann zwar korrigieren bzw. vermeiden, gibt es "flags" für, aber kann man sich auch schlicht sparen. Beste Lösung bei Dual Use von Windowsdateisystemen ist deshalb, so oder so den Schnellstart bei Windows auszuschalten. Der fehlende Schnellstart ist egal, weil er macht das Windows bei NVME-Datenträgern beim Boot eh nicht schneller.
Selbst wenn man das Problem umschifft hat, kommt es trotzdem immer wieder so zu sonderbarem Verhalten, weswegen ich die Windows-Partitionen lieber on-the-fly im Filemanager beim Anklicken einbinde. Ist für mich Best Practice geworden, weil einfach stressfreier und ohne Einschränkungen. Gleiches gilt übrigens auch, wenn man sich vornimmt, Netzwerkressourcen wie bspw. Freigaben von einem NAS als Laufwerke zu mounten. Das führt hier aber schon zu weit.

Exemplarisch mal ein Bild von meinem KDE Dolphin Filemanager
Links siehst du alle verfügbaren Partitionen. Die mit dem Balken darunter sind die beim Boot gemounteten Partitionen. Sind die Namen bzw. Bezeichnungen, die du auch in der Partitionsübersicht sehen konntest. Mit einem Klick auf z.B. die Windows11-Partition wird die Partition eingebunden. Ich kann dort Daten lesen und auch schreiben.
Wenn es im Laufe der Zeit dazu kommt, dass du ein Windows nur noch startest, um Windows-only Programme und Games zu nutzen, dann wirst du feststellen, dass du NTFS immer weniger brauchst. Dann reicht vielleicht schon ein kleiner Teil deiner einen NVME mit 500 GB fürs Windows und die 2-3 Games und Programme. So wie bei mir mit der 200 GB Windows-Partition, die ich nur noch habe, um WoW zu zocken, wenn Blizzard mal wieder was ändert und es noch keine passende Protonversion gibt, was sehr, sehr selten vorkommt.
Warum soviel TL;DR?
Du hast sehr viele Datenträger im System und so viele Möglichkeiten dir dein System aufzubauen, dass ich es für gut befand, dir einen Einblick in die Möglichkeiten zu geben und auch meine Gedanken dahinter zu teilen. Ich wollte dir auch zeigen, wie flexibel du bei der Ausgestaltung sein kannst.Wenn du es dagegen schnell, sauber und simpel willst, dann mache es wie eingangs beschrieben. Das klappt. Kein Stress mit Windows VS Rest der Welt.
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