Europawahl 2024

Das dreht sich ja jetzt schon länger im Kreis.
Ich würde für mich diesen Teil der Diskussion nun damit abschließen:
Wenn man Wahl nach Wahl beobachtet, dass die AfD immer mehr Stimmen bekommt und die einzige Erkenntnis daraus ziehen kann, dass der Wähler dumm ist (oder rechts, oder...) und das das Problem sein soll, dann muss man sich schon selbst auch fragen ob das richtig sein kann und warum man das bis jetzt nicht lösen konnte.

Und spätestens da, würde ich auf den Schluss kommen, dass nicht der Wähler das Problem ist, sondern dass es am bequemsten ist, wenn das nur alle denken.
 
Kannst gern mal in die neuen Bundesländer kommen. Wenn Du hier lebst, hast Du ganz schnell keinen Bock mehr. Nachbarn, Freunde, Arbeitskollegen, am Supermarkt an der Kasse vor dir, im Sportverein, bei Veranstaltungen am Bierwagen, überall musst Du dir diesen Blödsinn anhören.

Bei uns war Stadtfest und aus jeder Ecke gröhlte ein Idiot die neue Hymne aus Sylt.
Ich komme doch sogar von dort, wohne inzwischen eigentlich in der Ecke Bielefeld, Münster, Osnabrück, nur bin ich viel auf Reisen und wenig in Deutschland.
Dann hat er aber die letzten 10 Jahre in Keller gelebt ohne Tageslicht und Zugang zu Medien. Das kann man nicht nicht mitbekommen, dass die AFD durchsetzt von Nazis ist.
Da bist du schon nah dran. Zwar wohnt der nicht im Keller, sondern in NRW, aber liest weder Zeitung, noch interessiert ihn Radio. So ein Bubble-Typ eben.
 
Wenn man Wahl nach Wahl beobachtet, dass die AfD immer mehr Stimmen bekommt und die einzige Erkenntnis daraus ziehen kann, dass der Wähler dumm ist (oder rechts, oder...) und das das Problem sein soll, dann muss man sich schon selbst auch fragen ob das richtig sein kann und warum man das bis jetzt nicht lösen konnte.
Bei der letzten BTW hatte die AfD ein Minus von um die 2 % - außer in Ostdeutschland. Seitdem ist die Partei im Kern offen sichtbar immer rechtsradikaler geworden. Und trotzdem wählen die im Osten diese Partei mittlerweile zu 1/3 und mehr, aus angeblichem Protest, OBWOHL man gut 30 alternative Angebote bekam. Entschuldige, dass ich diesen Wählern dummes, rechtes Wahlverhalten vorwerfe.

Da bist du schon nah dran. Zwar wohnt der nicht im Keller, sondern in NRW, aber liest weder Zeitung, noch interessiert ihn Radio. So ein Bubble-Typ eben.
Vielleicht sollte man den Wahl-o-Maten und weniger einen Zettel mit Ankreuzfeld als Wahlmittel nehmen.
 
Das liegt aber nicht an der häufigen Nennung, sondern an den widerlichen Relativierungsversuchen von viel zu vielen Menschen.
Nö, es liegt daran, dass alles was nicht dem fortschrittlichen linken Gedankengut entspricht sofort als rechts gebrandmarkt wird. Heute zählt für die Beurteilung von Dingen und gesellschaftlichen Fragen weniger Wissen und Fakten, als Haltung und Betroffenheit.
 
Und trotzdem wählen die im Osten diese Partei mittlerweile zu 1/3 und mehr
Was mich an der Stelle interessieren würde und worüber ich bis jetzt noch nichts gefunden habe: Das Wahlverhalten derer, die seit der Wende in den Westen abgewandert sind. Nicht das eine der Ursachen für den hohen prozentualen Anteil an Stimmen für die AfD im Osten (und selbst in manchen Gegenden im Westen) eben auch ist, dass die welche die eben nicht wählen würden, abgewandert sind.
 
Nö, es liegt daran, dass alles was nicht dem fortschrittlichen linken Gedankengut entspricht sofort als rechts gebrandmarkt wird.
Was kompletter Unsinn ist.
Keine Partei wird aktuell so gehasst wie die Grünen und die versuchen als einzige Partei der Koalition Politik zu machen.
Abgesehen davon hat die Merkel Regierung entschieden, dass Deutschland bis 2050 klimaneutral sein soll.
Das gleiche bei synthetischen Kraftstoffen. Die sind sehr teuer und bei der Menge, die man bräuchte, ist das utopisch.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich denke vielen ist es egal was genau im Programm steht. Solange sie den etablierten Parteien nur eins auswischen können.
Was es natürlich insgesamt nicht besser macht.

Genau das ist es, warum ich dieses Verhalten als unmündig und dumm bezeichne.

Ich denke dagegen, dass denen vollkommen klar ist, wen und was sie da wählen.
Hatte ich hier schon gepostet...
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Mein Vater, 82 Jahre, war heute auf dem Markt einkaufen und erzählte wie sich die ganzen Rentner darüber freuen, wie aufgeregt im Moment die Medien und Politiker sind.
Ändern wird sich nichts, aber der Content ist größer.
 
Hatte ich hier schon gepostet...
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Wobei das in sich ja sinnig ist. Wenn man annimmt, dass viele wegen einer Ablehnung der gegenwärtigen menschenwürdigen und gesetzeskonformen Migrationspolitik AfD gewählt haben, dann haben sie aufgrund politischer Forderungen AfD gewählt, aus Sicht der nicht-AfD Wähler haben sie aber Protest gewählt, weil aus deren Sicht die AfD Wähler mit den anderen Parteien unzufrieden sind.
 
Dann hat er aber die letzten 10 Jahre in Keller gelebt ohne Tageslicht und Zugang zu Medien. Das kann man nicht nicht mitbekommen, dass die AFD durchsetzt von Nazis ist.
Naja, die Nachrichtenerstattung ist ja auch sehr ausgewogen und fair. Oder kommt die Meinung vielleicht daher? Denn diese "Ausgewogenheit" ist ja schon länger da. Aber stimmt ja, eine Partei für die bis zu 25% stimmen, da kann es ja nur schlechtes geben.
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Quelle
gegenwärtigen menschenwürdigen und gesetzeskonformen Migrationspolitik
Gesetzeskonform ist da erstmal nicht ein Argument, denn ein Gesetz ist mit sich selber immer konform.
Du meinst glaube ich Verfassungskonform, und da lässt der Wortlaut sehr viel Interpretationsspielraum offen.
Das hängt mehr von der Besetzung des Verfassungsgerichtes ab. Bei der Meinungsfreiheit kann es auch ganz schnell sehr dünn werden, wenn dort die richtigen Richter sitzen.

Und um mal ein einen etwas anderen Blickwinkel darauf zu geben, Russland oder andere Staaten die uns nicht wohlgewollt sind, werden es sicherlich nicht ausnutzen, dass wir immer alle aufnehmen.
Das wird unsere Sozialsysteme sicher nicht noch extra unter Druck setzten und nicht unsere Gesellschaft noch weiter spalten. Multikultur hat sich ja schon immer in der Geschichte als wunderbares Konzept erwiesen mit bester Stabilität. /s

Oder um es auf einen Satz zu bringen. Es ist nicht alles schwarz und weiß. Die Welt ist ein Matsch aus Grau.
 
Russland oder andere Staaten die uns nicht wohlgewollt sind, werden es sicherlich nicht ausnutzen, dass wir immer alle aufnehmen.
Die haben das gleiche demografische Problem, sitzen es nur aus. Die Zeit wird zeigen, wer am Ende besser dasteht.
Heute zählt für die Beurteilung von Dingen und gesellschaftlichen Fragen weniger Wissen und Fakten, als Haltung und Betroffenheit.
Hattest du da die AfD mit dem menschengemachten Klimawandel im Sinn? :D
 
Bei der letzten BTW hatte die AfD ein Minus von um die 2 % - außer in Ostdeutschland. Seitdem ist die Partei im Kern offen sichtbar immer rechtsradikaler geworden. Und trotzdem wählen die im Osten diese Partei mittlerweile zu 1/3 und mehr, aus angeblichem Protest, OBWOHL man gut 30 alternative Angebote bekam. Entschuldige, dass ich diesen Wählern dummes, rechtes Wahlverhalten vorwerfe.
Der Protest geht ins Leere, wenn der Personenkreis, gegen den protestiert wird (das sind die etablierten Parteien), die - mit Verlaub - Hackfressen, die man aus Protest wählt (das sind sowohl die AfD als auch das BSW), nicht sehen müssen. Da wir in Deutschland die 5%-Hürde haben und auch die Medien die sonstigen Parteien idR ignorieren, liegt die Wahl daher nahe, eine Partei zu wählen, die die Chance hat, die 5%-Hürde zu überwinden. Das sind in Deutschland nun einmal die AfD und das BSW.

Bei der Wahl zum EU-Parlament ist's tatsächlich tragisch, dass der deutsche Wähler so stark auf die 5%-Hürde konditioniert wurde, denn immerhin gibt's bei der Wahl zum EU-Parlament keine solche. Dennoch ignorieren die Medien weiterhin den Block an sonstigen Parteien, was aufgrund des Umstandes, dass sowohl Volt, Freie Wähler, die Partei und - mit etwas Glück - auch die Tierschutzpartei voraussichtlich Sitze errungen haben. Noch tragischer ist es, dass die Wahlbeteiligung nur bei rund 65% lag. Damit ist die stärkste "Partei" bei dieser Wahl die der Nichtwähler. So absurd, wie das für dich auch klingen mag, eine Stimme für die AfD ist im demokratischen Sinne schlechthin unstreitig besser als keine Stimme.

Dass sich die Wähler generell und vor Allem junge Wähler als auch ostdeutsche Wähler immer mehr von den etablierten Parteien abwenden, ist für mich persönlich kein Wunder. Wir haben diverse schwerwiegende Krisen, die von den etablierten Parteien entweder nicht angegangen oder gar direkt ignoriert werden:
  • Wir haben einen sich immer stärker verfestigenden Klassismus in unserer Gesellschaft. Unsere Gesellschaft transformiert sich immer weiter zu einem neoaristokratischen Neofeudalismus.
  • Soziale Mobilität ist für die unteren Bevölkerungsschichten nicht mehr möglich.
  • Wir haben viel zu geringe Geburtenraten, so dass uns ein harter Bevölkerungskollaps bevorsteht, der weitreichende Folgen haben wird.
  • Wir haben eine sich verschärfende Kompetenzkrise.
  • Wir haben erhebliche Migrations-, Bildungs-, Fachkräfte- und Infrastrukturprobleme, um die sich niemand kümmern will.
  • Wir haben diverse Probleme im Hinblick auf den digitalen Wandel. So werden Probleme der jüngeren Generationen nicht gelöst; im Gegenteil verfestigt man bestehende Probleme, um wirtschaftliche Lobbys zu schützen.
...und das sind nur die Probleme, die mir im Stegreif eingefallen sind. Was passiert stattdessen? Wir haben blanke Inkompetenz in der Bundesregierung (dass Linder so stark an der Investitionsbremse festhält, ist hoffentlich ein Zeichen für FDP-Wähler dafür, dass die Partei wirtschaftlich maximal inkompetent ist) und betreibt Klientelpolitik (die Förderung für Wärmepumpen ist eben solche im weiteren Sinne), anstatt akute Probleme (Klimawandel) sozialverträglich zu lösen (und damit die zu belasten, die überhaupt noch belastungsfähig sind). Wir brauchen dringend einen New Deal nach US-amerikanischen Vorbild. Stattdessen passiert nichts.

Die meisten Leute - auch die eigentlich traditionell "linkgrünversiffte" Jugend - haben tatsächlich konservative Werte, wollen gute Bildung, ein meritokratisches Gesellschaftssystem mit Chancengleichheit, das dazu führt, dass man das sich Lebensideal einer glücklichen Famile, bestenfalls mit Eigenheim, erarbeiten kann.

Etwas mehr als 10 % der Wähler (um Nichtwähler bereinigt) haben die AfD gewählt. Laut Statistiken haben wir Ende 2023 einen Anteil manifest Rechtsradikalen von 8% der Bevölkerung. Ergebnis der Umfrage war aber auch, dass dieser Prozentsatz so stark gestiegen ist, weil viele Menschen der Ansicht sind, dass Deutschland mittlerweile mehr einer Diktatur als einer Demokratie gleiche. Ein erheblicher Teil der Leute ist also für die Demokratie ausdrücklich nicht verloren.

Der demokratische Weg ist es, diese Leute auf demokratische Weise - durch den "Marktplatz" der politischen Ideen - mitzunehmen. Der undemokratische Weg ist es, diese Leute mit dem N-Wort abzustempeln und sie fast schon zu kriminalisieren. Auch, wenn @seahawk hier - mit Verlaub - oft genug etwas zu extremen Unsinn von sich gibt, hat er doch Recht damit, dass die etablierten Parteien hauptsächlich aus der upper middle class und aufwärts bestehen und die unteren Bevölkerungsschichten nicht mehr im Parlament vertreten sind.

Da die eigenen Lebensumstände das eigene Weltbild prägen, wird man als Durchschnittsparlamentarier daher auch deutlich eher Politik für die eigene soziale Schicht machen - auch aus dem Grund, weil man die Probleme der unteren sozialen Schichten ggf. nicht kennt und/oder nicht nachvollziehen kann. Die Leute, die jetzt AfD wählen, sind im Zweifel die Leute, die man Jahrzehnte lang vernachlässigt hat.
 
Der Protest geht ins Leere, wenn der Personenkreis, gegen den protestiert wird (das sind die etablierten Parteien), die - mit Verlaub - Hackfressen, die man aus Protest wählt (das sind sowohl die AfD als auch das BSW), nicht sehen müssen. Da wir in Deutschland die 5%-Hürde haben und auch die Medien die sonstigen Parteien idR ignorieren, liegt die Wahl daher nahe, eine Partei zu wählen, die die Chance hat, die 5%-Hürde zu überwinden. Das sind in Deutschland nun einmal die AfD und das BSW.

Bei der Wahl zum EU-Parlament ist's tatsächlich tragisch, dass der deutsche Wähler so stark auf die 5%-Hürde konditioniert wurde, denn immerhin gibt's bei der Wahl zum EU-Parlament keine solche.
An der Stelle sei erwähnt, dass in allen Sendungen im TV wie im Radio zum Thema Europawahl stets gesagt wurde, dass es eben keine 5%-Hürde gibt. Ich lasse das daher nicht als Entschuldigung zu.

Dennoch ignorieren die Medien weiterhin den Block an sonstigen Parteien, was aufgrund des Umstandes, dass sowohl Volt, Freie Wähler, die Partei und - mit etwas Glück - auch die Tierschutzpartei voraussichtlich Sitze errungen haben. Noch tragischer ist es, dass die Wahlbeteiligung nur bei rund 65% lag. Damit ist die stärkste "Partei" bei dieser Wahl die der Nichtwähler. So absurd, wie das für dich auch klingen mag, eine Stimme für die AfD ist im demokratischen Sinne schlechthin unstreitig besser als keine Stimme.
Es fehlt eindeutig eine Wahlpflicht, wie es sie in anderen Ländern der EU gibt.

Dass sich die Wähler generell und vor Allem junge Wähler als auch ostdeutsche Wähler immer mehr von den etablierten Parteien abwenden, ist für mich persönlich kein Wunder. Wir haben diverse schwerwiegende Krisen, die von den etablierten Parteien entweder nicht angegangen oder gar direkt ignoriert werden:
Na dann mal los ...

  • Wir haben einen sich immer stärker verfestigenden Klassismus in unserer Gesellschaft. Unsere Gesellschaft transformiert sich immer weiter zu einem neoaristokratischen Neofeudalismus.
Den die AfD nachweislich weiter forcieren wird.

  • Soziale Mobilität ist für die unteren Bevölkerungsschichten nicht mehr möglich.
Die war bis in die Mitte der 1970er Jahre möglich. Seit dem eigentlich von Jahr zu Jahr weniger. Eigentliches Problem ist hierbei die Verschiebung von Vermögen von unten nach oben. Aber so ist das Pyramidenspiel namens Kapitalismus. Dem kann man mMn nur etwas entgegensetzen, in dem man Vermögen oben deutlich höher abschöpft und es in Form von Bildung und Infrastruktur für alle verteilt.

  • Wir haben viel zu geringe Geburtenraten, so dass uns ein harter Bevölkerungskollaps bevorsteht, der weitreichende Folgen haben wird.
Das ist wohl wahr - seit dem Pillenknick. Daran ändert sich auch nichts, solange Kinder von der Gesellschaft wie eine Behinderung behandelt werden. Das Problem ist aber schon seit Jahrzehnten vorhanden. Demografen haben schon in den frühen 1980er Jahren diese Entwicklung offen dargestellt. Die Menschen - Politik wie Bevölkerung - haben es aber, wie die Aufrufe zum Schutz der Natur, überwiegend ignoriert.

  • Wir haben eine sich verschärfende Kompetenzkrise.
Ja, wie der Herr so das Geschirr. Und der Herr ist in diesem Falle das Wahlvolk.

  • Wir haben erhebliche Migrations-, Bildungs-, Fachkräfte- und Infrastrukturprobleme, um die sich niemand kümmern will.
Nicht wollen, würde ich nicht sagen. Eher nicht mehr (schnell) können. Im Laufe der letzten 40 Jahre haben wir uns einen Komplex an Regeln und Maßnahmen zugelegt, die es in diesem Land nahezu unmöglich macht im großen Stile Migranten zu integrieren, sowie Bildung zu stärken und über die Länder zu harmonisieren. Fachkräfte fallen auch nicht vom Himmel, sondern müssen geboren, aufgezogen und dann ausgebildet werden. Deswegen ist es ja auch so ungemein wichtig, dass man alle, die herkommen, um hier zu arbeiten, möglichst fix mit der Sprache und dem noch notwendigen Wissen versorgt.

Die Infrastruktur, najo, die hat man zumeist in den 1960er Jahren angelegt und nicht bedacht, dass mal 40 Mio. PKW + LKW darüber brettern, oder Schienen im Deutschlandtakt genutzt werden würden. Unter der Maßgabe hat man mit dem Know-how und der Technik von damals gebaut. Das wird jetzt marode und muss erneuert werden.

Das alles kostet Geld, viel Geld. Geld ist da! Das Barvermögen - also keine Immobilien oder Firmen - ist dreimal so hoch wie unsere Gesamtverschuldung. Aber da traut sich keine Regierung ran.

  • Wir haben diverse Probleme im Hinblick auf den digitalen Wandel. So werden Probleme der jüngeren Generationen nicht gelöst; im Gegenteil verfestigt man bestehende Probleme, um wirtschaftliche Lobbys zu schützen.
Kann ich aus dem Nähkästchen plaudern: Es liegt nicht an der Politik, sondern an den Leuten, die diese Digitalisierung nutzen und leben sollen.

...und das sind nur die Probleme, die mir im Stegreif eingefallen sind. Was passiert stattdessen? Wir haben blanke Inkompetenz in der Bundesregierung (dass Linder so stark an der Investitionsbremse festhält, ist hoffentlich ein Zeichen für FDP-Wähler dafür, dass die Partei wirtschaftlich maximal inkompetent ist) und betreibt Klientelpolitik (die Förderung für Wärmepumpen ist eben solche im weiteren Sinne), anstatt akute Probleme (Klimawandel) sozialverträglich zu lösen (und damit die zu belasten, die überhaupt noch belastungsfähig sind). Wir brauchen dringend einen New Deal nach US-amerikanischen Vorbild. Stattdessen passiert nichts.
Weil das Geld nicht da ist, kann man nichts bewegen. Weil die notwendigen Schulden nicht gemacht werden dürfen, passiert da nichts. Und an den großen Topf, der in der Bevölkerung bei den oberen 10% vorhanden ist, traut man sich nicht ran. Ja, ein Trauerspiel.

Die meisten Leute - auch die eigentlich traditionell "linkgrünversiffte" Jugend - haben tatsächlich konservative Werte, wollen gute Bildung, ein meritokratisches Gesellschaftssystem mit Chancengleichheit, das dazu führt, dass man das sich Lebensideal einer glücklichen Famile, bestenfalls mit Eigenheim, erarbeiten kann.
Das ist nicht traditionell, das ist ureigenes Menschsein - übrigens auch das Kernanliegen der meisten der zu uns kommenden Migranten.

Etwas mehr als 10 % der Wähler (um Nichtwähler bereinigt) haben die AfD gewählt.
Meh. Das ist Schönrechnerei.

Laut Statistiken haben wir Ende 2023 einen Anteil manifest Rechtsradikalen von 8% der Bevölkerung. Ergebnis der Umfrage war aber auch, dass dieser Prozentsatz so stark gestiegen ist, weil viele Menschen der Ansicht sind, dass Deutschland mittlerweile mehr einer Diktatur als einer Demokratie gleiche. Ein erheblicher Teil der Leute ist also für die Demokratie ausdrücklich nicht verloren.
Sind Sie rechtsradikal? Nein.
Wie stehen Sie zur aktuellen Migration: Alles faule Nafris.
Was sollte man ihrer Meinung nach tun: Allesamt einpacken und dahin schicken, wo der Pfeffer wächst!

Und dann sind da noch die nicht Rechtsradikalen, die dir davon erzählen, wie das Weltjudentum eigentlich die Welt regiert und wir Schlafschafe das nur nicht mitbekommen. :ugly:

Der demokratische Weg ist es, diese Leute auf demokratische Weise - durch den "Marktplatz" der politischen Ideen - mitzunehmen. Der undemokratische Weg ist es, diese Leute mit dem N-Wort abzustempeln und sie fast schon zu kriminalisieren. Auch, wenn @seahawk hier - mit Verlaub - oft genug etwas zu extremen Unsinn von sich gibt, hat er doch Recht damit, dass die etablierten Parteien hauptsächlich aus der upper middle class und aufwärts bestehen und die unteren Bevölkerungsschichten nicht mehr im Parlament vertreten sind.
In diesem Land wird Politik für die oberen 10% gemacht. Jedenfalls von den Konservativen und den Liberalen. In diese Reihe gliedert sich de AfD ganz vorn mit ein. Die Sozialdemokraten sind noch so etwas wie die Mitte, die, siehe z.B. Mindestlohn und Bürgergeld, einen Hauch von Sinn für die "unteren Schichten" haben. Die Grünen, die sind irgendwo mittendrin und haben ja recht damit, dass man aktiv was gegen den von Menschen gemachten Klimawandel tun muss. Ob deren Weg immer richtig ist, darüber kann man freilich streiten, nicht aber über das Ziel.

Da die eigenen Lebensumstände das eigene Weltbild prägen, wird man als Durchschnittsparlamentarier daher auch deutlich eher Politik für die eigene soziale Schicht machen - auch aus dem Grund, weil man die Probleme der unteren sozialen Schichten ggf. nicht kennt und/oder nicht nachvollziehen kann. Die Leute, die jetzt AfD wählen, sind im Zweifel die Leute, die man Jahrzehnte lang vernachlässigt hat.
Die Leute haben Jahrzehnte lang aktiv Parteien gewählt, die nicht in ihrem Sinne gehandelt haben. Die CDU ist eine bürgerliche Partei. Das heißt, dass die eine Partei der Besserverdiener war und immer noch ist. Deren größte Spender waren stets Leute mit Vermögen und die Wirtschaft. Das war aber allen Wählen bekannt. Das war kein Geheimnis, wo man sich plötzlich umschaut und erkennt, dass die ja gar nicht sozial im Sinne von für den Normalobürger sind. Wenn es die Leute gewollt hätten, sie hätten jederzeit etwas anderes wählen können - hat man aber nicht.

Gemein ist dabei nur, dass nach 16 Jahren Kohl mit Gerhard Schröder ein wirtschaftsnaher Sozi an die Macht kam. Im Grunde wurde seit Helmut Schmidt bis zum Ende der Ära Merkel ein und dieselbe Politik gemacht. Wirtschaftsfreundlich und nach unten tretend.

Aber hey! Die AfD will das noch viel krasser so weitermachen, deswegen wählt man die als Alternative. Dümmer geht bekanntlich ja immer :ugly:
 
Es fehlt eindeutig eine Wahlpflicht, wie es sie in anderen Ländern der EU gibt.
Komisch, der "Endgegner" ist ständig die DDR, aber ihre Rezepte werden häufig ausgekrammt.
Wahlpflicht....
Auch das ablehnen der Wahl, was ich noch nie gemacht habe, ist Teil der Meinungsfreiheit.

überwiegend ignoriert.
Ignoriert? Familie und Kinder brauchen Bedingungen, welche das unterstützen. Gib Familien eine günstige Wohnung, Arbeit, vielleicht noch ein Ehekredit, Kindergärten, Kindern einen Wert, statt bei Kinderlärm die Polizei zu rufen und schon, Mist, wieder die DDR. Aber im Ernst, wer setzt Kinder in die Welt, wenn man das ganze Leben erklärt, das reisen und Konsum, Plus ein Gamingrechner das Leben sind ? Wenn dein Dopamin bei irgendeinem Spiel den entsprechenden Pegel erreicht, benötigst du keinen Sex mehr.
Und der Herr ist in diesem Falle das Wahlvolk.
Was von oben bis unten berieselt wird.
Welchen "Mehrwert" haben Sendungen wie Lanz ?
Wie hat einer so schön gesagt? »Dünn hungern mit Heidi Klum, Dreck fressen mit Dirk Bach, kleine Mädchen fertig machen mit Dieter Bohlen«
Fachkräfte fallen auch nicht vom Himmel, sondern müssen geboren, aufgezogen und dann ausgebildet werden.
Dafür benötigt man Geld. Dafür ein "Sondervermögen".... Wenn wir weiter so machen, erlebt keiner mehr die gute ökologische Zukunft. Auch ne Form eines Rettungsprogramms.
Die Infrastruktur, najo, die hat man zumeist in den 1960er Jahren angelegt und nicht bedacht,
Das Unternehmen ihre Lagerhaltung auf die Strasse verlegen. Nicht der Individualverkehr ist das Problem.
Aber da traut sich keine Regierung ran.
Trauen? Wer macht ihnen den Druck ? Sie müssen es nicht einmal scheinbar probieren.
Weil die notwendigen Schulden nicht gemacht werden
Naja, kommt immer auf den BIAS an. Aus unserer Sicht nicht, aber Blackrock, Microsoft, Apple usw, die lächeln zufrieden.
Wirtschaftsfreundlich und nach unten tretend.
Der Staat ist das Machtinstrument der Herrschenden Klasse.
Solange die Genossen beim Parteitag der SPD einen roten Kopf bekommen und verschämt die "Internationale" stammeln, wird sich nichts ändern. Habe sie mir mal letztens angehört. Ausgesprochen passend.

Wenn man hier so liest, sind viele links, wollen an das Geld der Reichen und eine bessere Welt aufbauen, aber spätestens an der Wahlurne ist Ende. Wie bei Ottos Zwergen, wo einer die Burg stürmen will und alle nicht mitziehen. Dann werden wieder Konservative und Liberale Parteien gewählt, wie seit 34 Jahren. Wie im PingPong. Das da manche irgendwie eine Mauer einreißen wollen und noch Nationale marktliberalere extreme Parteien wählen, ist zu einem gewissen Teil zu verstehen, wenn man die ganze Marktliberale Gehirnwäsche betrachte.
Der Markt wird es richten....
Bei Schröder sollten wir alle "Dienstleister" werden, weil das in Deutschland fehlte und keiner machen wollte.
"Dienstleistungsgesellschaft... , wer spricht noch davon.

https://www.deutschelyrik.de/der-revoluzzer.html zum einschlafen...
 
Komisch, der "Endgegner" ist ständig die DDR, aber ihre Rezepte werden häufig ausgekrammt.
Wahlpflicht....
... obwohl das Endergebnis eh schon fest stand. Ja, weird DDR. :ugly:

Auch das ablehnen der Wahl, was ich noch nie gemacht habe, ist Teil der Meinungsfreiheit.
Sehe ich anders. Faulheit ist kein Ausdruck von Meinung. Und wenn man am Ende ein Feld mit: [Keine/r von denen, geht alle sterben] bekommt. Aber mitmachen, das sollte Bürgerpflicht sein.

Ignoriert? Familie und Kinder brauchen Bedingungen, welche das unterstützen. Gib Familien eine günstige Wohnung, Arbeit, vielleicht noch ein Ehekredit, Kindergärten, Kindern einen Wert, statt bei Kinderlärm die Polizei zu rufen und schon, Mist, wieder die DDR.
Ja, ignoriert. Die Wissenschaft hat vor über 40 Jahren prognostiziert, dass die Boomer zu einem Problem für die Gesellschaft werden, wenn nicht in gleichem Maße Kinder hinter kommen. Das Wahlvolk hat aber munter weiter Politiker gewählt, die daran nachweislich kein Interesse gezeigt haben. In der Folge haben wir den Salat. Das hat nun rein gar nichts mit der Staatsform zu tun. Deine tolle DDR hat mit der Betreuung der Kinder nämlich auch den Zweck verfolgt, die von klein auf mit den Werten der Partei zu indoktrinieren. So wie bei den Nazis davor. Haben die gut von gelernt. Wie gut das funktioniert hat? Du bist der lebende Beweis in diesem Forum. ;)

Aber im Ernst, wer setzt Kinder in die Welt, wenn man das ganze Leben erklärt, das reisen und Konsum, Plus ein Gamingrechner das Leben sind ?
Offensichtlich du und alle anderen, die das Bedürfnis haben, einen Teil von sich weiterzugeben. Man bekommt auch nicht vorgeschrieben, dass Konsum und nur Konsum zählt. Ich habe dieses Bedürfnis nur sehr bedingt. Mag ein bisschen auch mit Altersweisheit zusammenhängen, aber ich muss nicht wie meine Nachbarn mit mehr als einem Auto und die dann als SUV fahren. Ich brauche auch keinen Panamera. Ich fahre Corsa - noch non E! :D

Wenn dein Dopamin bei irgendeinem Spiel den entsprechenden Pegel erreicht, benötigst du keinen Sex mehr.
Du hast eine komische Sexualität.

Was von oben bis unten berieselt wird.
Welchen "Mehrwert" haben Sendungen wie Lanz ?
Wie hat einer so schön gesagt? »Dünn hungern mit Heidi Klum, Dreck fressen mit Dirk Bach, kleine Mädchen fertig machen mit Dieter Bohlen«
Niemand zwingt einen, das alles zu konsumieren!

Dafür benötigt man Geld. Dafür ein "Sondervermögen".... Wenn wir weiter so machen, erlebt keiner mehr die gute ökologische Zukunft. Auch ne Form eines Rettungsprogramms.
Ja, mehr Geld für Bildungseinrichtungen und folglich Lehrer.

Und mehr Einsatz für die, die freiwillig hierherkommen, um ein besseres Leben zu haben. Ich halte es für maximal blöd, dass man diese Arbeitskraft nicht eingesetzt bekommt. In anderen Ländern baut man mit Hilfskräften ganze Städte aus der Wüste. Warum geht das bei uns nur mit einem anerkannten Ausbildungsabschluss?

Das Unternehmen ihre Lagerhaltung auf die Strasse verlegen. Nicht nur der Individualverkehr ist das Problem.
Fixed that for you. @AzRa-eL :D

Trauen? Wer macht ihnen den Druck ? Sie müssen es nicht einmal scheinbar probieren.
Der dumme Michel jedenfalls nicht. Der wählt aus Protest die Partei, die das ganze noch verschärfen will.

Der Staat ist das Machtinstrument der Herrschenden Klasse.
Der Staat ist erst einmal nur ein Verwaltungsorgan. An dessen Spitze wählen wir Vertreter. Wenn die von uns gewählten Vertreter nicht das machen, wofür wir sie gewählt haben, dann wählt man beim nächsten Mal eine Partei, vom man lt. Parteiprogramm auch von ausgehen kann, dass sie es anders und ggf. besser macht.

Nun kommt aber der Wähler, der keinen Progress will. Der Wähler, der meint, dass es so wie es ist, okay sei. Veränderung ist dem zuwider. Der wählt dann die Partei, die er immer gewählt hat. Der schaut nicht nach unten oder oben, aber schaut sich an und sagt: Warum was riskieren? Ich habe, was ich brauche.

Damit kommt dann eine Politik wie in den letzten 40 Jahre zustande.

Wenn man hier so liest, sind viele links, wollen an das Geld der Reichen und eine bessere Welt aufbauen, aber spätestens an der Wahlurne ist Ende. Wie bei Ottos Zwergen, wo einer die Burg stürmen will und alle nicht mitziehen. Dann werden wieder Konservative und Liberale Parteien gewählt, wie seit 34 Jahren. Wie im PingPong. Das da manche irgendwie eine Mauer einreißen wollen und noch Nationale marktliberalere extreme Parteien wählen, ist zu einem gewissen Teil zu verstehen, wenn man die ganze Marktliberale Gehirnwäsche betrachte.
Der Markt wird es richten....
Ich kann null komma gar nicht verstehen, wie man da noch xenophobere, nationalistischere, marktliberalere, extreme Parteien wählen kann.

Bei Schröder sollten wir alle "Dienstleister" werden, weil das in Deutschland fehlte und keiner machen wollte.
"Dienstleistungsgesellschaft... , wer spricht noch davon.
Also ich verdiene damit mein gutes Geld. ;)
 
Gemein ist dabei nur, dass nach 16 Jahren Kohl mit Gerhard Schröder ein wirtschaftsnaher Sozi an die Macht kam. Im Grunde wurde seit Helmut Schmidt bis zum Ende der Ära Merkel ein und dieselbe Politik gemacht. Wirtschaftsfreundlich und nach unten tretend.
Dazu muß man aber sagen, dass Schröder von der Kohlregierung eine sehr hohe Arbeitslosigkeit "übernommen" hatte. Und die Staatsverschuldung war auch sehr hoch. Schröder war zu Reformen gezwungen.
Allerdings hat man dabei nicht wenige Fehler gemacht (welche teilweise später korrigiert wurden) und sich dadurch viele Wähler verprellt. Gerade die aus der Arbeiterklasse.
 
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