Ich weiß nicht, kann man mit der selben Argumentation nicht sagen, dass jeder Spieletest wertlos ist, weil es für Tester ja keine Qualifikationsmerkmal gibt, dass ihnen erlaubt Spiele mit Expertise zu bewerten?
Ja und nein.
Ein Spieletest spiegelt natürlich immer die persönliche Präferenz, die Gewichtung und den Geschmack des Redakteurs / Testers wieder, bzw. ist durch diesen gefärbt.
Einen objektiven Spieletest gibt es daher gar nicht und kann es gar nicht geben.
Das einzige was ein Redakteur / Tester ggf. nüchtern betachten kann ist ob ein Spiel sehr verbuggt ist, ob Dialoge und Charaktere zumindest auf einem gewissen Grundniveau überzeugen, die Grafik zeitgemäßen Ansprüchen folgt, ein Kampfsystem und der SG ehr seicht sind, oder komplexer, gibt es viele Entscheidungen, oder wenige und ob die Performence zumindest ordentlich ist.
Alles dadrüber hinaus fällt in der Tiefe dann schon zu einem guten Teil unter die persönliche Gewichtung der jeweiligen Person, sobald es um eine (Be)Wertung und die Gewichtung der einzelnen Bestandteile, für die "Gesamtwertung", geht.
Jemand der ehr schnelle Actionreiche Shootouts mag wird daher ein CoD vermutlich anders gewichten und bewerten als ein Hell Let Loose, jemand der privat ehr ARPGs mag diese anders als ein CRPG, jemand der "Seifenoper Storys" mag ein Risen etwas anders als ein Deus EX: Human Revolution, ect. pp.
Grundsätzlich valide und genauso nicht grundsätzlich falsch ist aber am Ende jede dieser Ansichten, solange die "Begründung" nicht ist, " Spiel X ist einfach total Kacke", oder klar erlogen ala, "die Waffen in Hell Let Loose schießen Rosa Regenbögen", oder anders gesagt, solange wie die Ansicht mit nachvollziehbaren Argumenten untermauert werden kann.
Allerdings trifft eben nicht jede dieser Ansichten, selbst wenn nachvollziehbar untermauert, auf Grund der persönlichen Gewichtung, deshalb auch zwingend den Schnittpunkt der Masse, sonst würden Spielemagazine schließlich auch nicht so oft mit ihren Wertungen teils sichtbar von der der Spieler abweichen (und das eben nicht nur bei "shit show" Titeln), weil da eben eine Einzelmeinung auf die Sichtweise der breiten Masse trifft.
Letzlich hat also die Meinung eines Redakteurs / Testers natürlich ein gewisses Gewicht und einen gewissen Wert, aber bleibt am Ende auch immer nur eine Richtschnur, möglichst auf Basis von argumentativen Punkten und eben immer mit persönlicher Note.
Das selbe trifft auch zu wenn ein außenstehender Entwickler sich zu einem Spiel eines anderen Entwicklers äußert, genauso wie wenn ein Spieler eine positive / negative Kritik zu einem Spiel äußert, die natürlich aus der Sicht eines das Spiel spielenden erfolgt und damit eine andere Perspektive ist als die eines Entwicklers, der sein Spiel primär erst einmal vor allen aus der Perspektive eines das Spiel Erstellenden sieht.
Beides sind üblicherweise sehr gegensätzliche Standpunkte und Betachtungsweisen, besitzt aber beides argumentativ richtige Punkte, weil z.B. jemand aus der Perspektive eines Spielers, der ein Spiel 1000h intensiv gespielt hat, Balance oft besser einordnen und beurteilen kann als ein Entwickler, der diese vor allen vor dem sehr theoretisch-technischen / mechanischen Hintergrund erstellt.