Age of Wonders 4
Gerade eine absolute Hassliebe bei mir...
Aber zuerst einmal darf ich vorstellen, Nytha "die Weberin", "Herrin des Wandels", Gebieterin über das elfische "Reich des ewigen Wandels" und Auserkorener Champion und Stellvertreterin des Warhammer Chaosgottes der Magie, Intrigen und der stätigen Veränderung und des Wissens, Tzeentch, in der Dimension und Welt von Age of Wonders 4 (Chaos, Chaos it is everywhere).
Neben der recht passenden Optik (Augen, auf der Maske ist auf der Stirn auch eines eingraviert, sieht man auf dem Bild leider nicht so gut und blau / rosa / gelb / Gold als Farben sind so ein typisches Tzeentch Ding), ist sie passend zu ihren "Lehnsherren" Tzeentch sehr begabt in der Magie und giert nach Wissen, sowie Macht. Außerdem hat sie sich mit den Elfen ein Volk ausgesucht das ebenfalls ein ausgeprägtes Talent für Fernkampf und Magie besitzt (etwas das Dämonen und Einheiten des Tzeentch auch auszeichnet).
Und da hier ein neuer "Kult" gegründet wurde und es da immer entsprechender "Inbrunst und Fanatismus" bedarf, gerade in den Anfängen, ist ihr erstes Buch der Magie natürlich das des "Eifers".
Aber kommen wir nun zur "Hassliebe" von Age of Wonders 4.
Positiv ist zunächst einmal das folgende:
Age of Wonders 4 sieht einen Ticken besser aus als noch Age of Wonders 3, aber ein grafischer "Quantensprung" ist der Nachfolger definitiv aber nicht.
Die Performence ist im Vergleich zu Age of Wonders 3 massiv viel besser. Selbst bei recht guter Hardware ruckelte der Vorgänger, im späten Spielverlauf, sich auf der Strategischen karte irgendwann grenzwertig spielbar zu tode.
Bugs halten sich in Grenzen, es gibt einige kleinere, aber keine zu gravierenden, die mir persönlich untergekommen wären, oder solche die Gamebreaking sind. Auch mit abstürzen hatte ich in 12h bis jetzt genau null Probleme, wovon öfter hier und da zu lesen war.
Der Anführer- und Fraktionsbaukasten ist deutlich modularer geworden und zwingt den Spieler deutlich weniger auf für bestimmte Spielstile und Magierichtungen bestimmte Kobinationen aus Volk und Klasse zu wählen, wie es noch in AoW3 der Fall war. Du willst Maulwurfsmenschen, die im Nahkampf genauso stark wie Orks sind und einer barbarischen Kultur angehören, aber eine Affinität für die Ordnung und über deren Einheiten besitzen?
In AoW4 geht das, in AoW3 hätte dies noch erfordert das der Spieler auch wirklich die Orks nimmt und zwingend der Klasse "Kriegsherr" angehört und hätte viele Zauber der Ordnung underen Einheiten ausgeschlossen, die der Klasse des Theokraten vorbehalten waren. AoW4 kann der Spieler sowohl die Eigenschaften seines Volkes frei bestimmen, als auch Kultur, Kultureigenschaften und grundsätzlich im Spielverlauf auch, eine Forschung die gut genug ist vorrausgesetzt, theoretisch alle Bücher der Magie lernen könnte.
Ansonsten hat sich das Spiel einiger Elemente aus dem vorrangegangenen Titel entliehen, Planetfall.
So ist die Spielkarte nun auch in Sektoren eingeteilt und gibt es auf der Karte u.a. "Alte Wunder" genannte Orte, welche faktisch, sofern von Gegnern befreit und an eine Stadt angegliedert besonders starke Boni verleihen.
Sowie gibt es nun ein "Reichs-Upgrade System", ein Forschungsbaum in welchen man abhängig von den eigenen Affinitäten verschiedene Boni freischalten kann, je höher dabei die eigene jeweilige Affinität ist (Ordnung, Chaos, Schatten, Materium, Astral, Natur) desto schneller sind diese auswählbar, erfordern aber noch produzierte Imperiums-Punkte, als Ressource, um sie auch freizuschalten.
Von diesen Dingen abgesehen gleicht AoW4 in den allermeisten Punkten dem System von AoW3, inkl. über weite Strecken Umfang, Zauber, Verzauberungen und öfters auch Einheiten.
Und da kommen wir dann auch langsam dazu was ich an dem Titel ehr "hasse":
Es fehlt dem Titel eindeutig an klaren Alleinstellungsmerkmalen. Wer Planetfall gespielt hat könnte über weite Strecken meinen er spielt mit Age of Wonders 4 eigentlich nur eine "Mod", mit neuen Modellen, Setting und Völkern, etwas getauscht und schwups, fertig ist die Kiste.
Wer Age of Wonders 3 gespielt hat wird vor allen davon entäuscht sein das er hier eigentlich inhaltlich wenig Neues geboten wird. Wie oben schon angedeutet, viele Völker, Einheiten, Magie, ect. pp. entsprechen faktisch dem Stand von AoW3 mit allen DLCs (etwa das vergleichbare Problem wie auch Civilization 6 zu Release hatte, nur wie ein minimal verändertes Civilization 5 zu wirken, bzgl. Inhalten).
Zudem, anders als noch in AoW3 bietet AoW4 leider keine wirklich richtigen Kampagnen mehr. Es gibt zwar ein bis zwei "Storykarten", die etwas die grundlegende Geschichte um die Godhir, Portale, Zauberer-Könige und Champions erzählen, aber richtige Protagonisten und einen durch die jeweilige Kampagne strigend erzählten Plot um sie sucht man dafür in AoW4 völlig vergebens.
Aber so richtig nerven tut mich vor allen das höllisch schlechte Clipping im Heldeneditor / Spiel.
Verdammt hat da niemand bei der Qualitätssicherung mal darüber geschaut? Umhänge deren oberer Saum zu tief sitzt und die halb links über den Charakter ragen, Flügel die bei allen Einheitenmodellen, der jeweiligen Völker, einen gefühlten Meter hinter dem Modell in der Luft schweben, Pfeil und Bogen, wo der Pfeil halb in der Luft, über dem Bogen gehalten wird, "Hautschmuck" wo verschiedene Optionen gar nicht angezeigt werden / funktionieren, Kapuzen die bei 80% der Rüstungen einfach nur beschissen sitzen, weil entweder hinten der Hals frei bleibt und Umhänge ja nicht mal im Ansatz bündig anschließen und / oder die vorne aufs härteste in die Rüstung reinclippen.
Der Punkt ist eine ganz ganz wirklich ganz große Baustelle des Titels, gerade im Vergleich zum Vorgänger, der da weit besser poliert war, zu Release. Sicherlich aber keine die nicht nachgepatcht werden kann, aber man darf hoffen das dies auch gemacht werden wird und sowas, bei so einer zentralen Kernfunktion des Spiels zu Release abzuliefern, bleibt trotzdem entäuschend...
Ansonsten noch die Balance!
Aktuell fühlt sich die Balance grauenhaft an. Voll auf schnelle Forschung zu gehen fühlt sich zu mächtig an, genauso wie Diplomatie-Fokus zum frühen und extremen Boosten der eigenen Wirtschaft.
Gerade die Astrale Kultur überperformt teils sehr heftig und Böse Gesinnung zu spielen fühlt sich im Vergleich zu Guter Gesinnung in AoW4 zu schwach in der Performence an, bzw. unterperformt es einfach.
Fazit bis jetzt bei mir, nach 12h Spielzeit, es macht schon irgendwie Spaß, aber es sorgt bzgl. Gameplay (Einheiten / Zauber, ect.) einfach zu oft für AoW3 Flaschbacks, weil vieles doch einfach etwas wie 1 zu 1 kopiert wird.
Es fehlt an mehr frischen Völkern, merh frischen Einheiten und eigenen Mechaniken.
Auch fand ich das Sektorsystem und die "Alten Wunder" in Planetfall schon nicht so richtig "überzeugend".
Es in AoW4 jetzt nochmal aufzugreifen...
Das Spiel braucht defintiv noch was mehr Politur und Content.
Wer überlegt es zu kaufen und AoW3 und ggf. auch Planetfall gespielt hat, wartet bis die Erweiterungen draußen sind, die haben bereits in AoW3 viel deutlich besser gemacht und vermutlich braucht es sie auch hier wieder, um das Spiel "runder" zu machen.
Wer mit AoW4 überlegt in die Reihe einzusteigen kann aber denke ich das bereits jetzt machen, sofern er sich mit dem mangelhaften Clipping arangieren kann, da das Spiel für Neueinsteiger durchaus ausreichend Content besitzt. Die ganze geschilderte Problematik betrifft halt ehr "alte Spieler", der beiden Vorgänger.