Also, Sonar, aber auch nur ziviler Beitrag.
Ziviles Sonar wird wenig mit der Militärtechnik gemeinsam haben und die aktiven Techniken, von denen du sprichst ("Frequenz" => aktiv. Passive Sonare lauschen auf breitem Spektrum), kommen sowieso nicht zur Überwachung, sondern zur konkreten Zielerfassung zum Einsatz (von U-Booten selbst dann eher nicht.) Ein besserer Proxy ist, wie gesagt, die Ozeanographie. Die haben nicht ohne Grund das, was von SOSUS offiziell aufgegeben wurde, gerne übernommen - und waren, soweit ich weiß, nur von der Quantität begeistert, nicht von der Qualität. Bin seit 20 Jahren raus der Thematik, aber damals waren Laufzeitmessungen über 1000 km Routine, konnten also mit hinreichend leisen Lärmquellen durchgeführt werden, um nicht sämtliche Meeresschützer gegen sich aufzubringen. Floats werden über 2000 km akustisch getrackt. Ein Experiment, bei dem man Explosionen als Schallquelle genutzt hat (also Methoden, die auch Geologen und die Ölindustrie nutzen - dann mit dem Ergebnis, dass lokal die Fische Bauchoben schwimmen, aber auch nicht in kilometerweiten Umkreis), ging vom Südpazifik bis in den Nordatlantik. Unter der Bedingung, dass die Militärs wissen, wie das zu findende Objekt klingt, sind 15 km also eine absolut lachhafte Angabe. Aber es ist, wie gesagt, das höchste, was ich als Praxisbericht finden konnte und viele lagen sogar nur bei 5-10 km. (Was für passiv erst recht Bullshit ist, soweit sollten ja schon aktive Sonarbojen kommen, wenn man sich die zugehörigen Einsatztaktiken anschaut.) Solange dass der offizielle Stand ist, kann man die 212 CD nicht offiziell zur Schließung von GIUK nutzen.
Muss man aber eben auch nicht: Selbst wenn sie real deutlich mehr können, sind sie immer noch lauter als feste Installationen und das TAS-3 ist afaik nicht einmal halb so lang, wie die Schlepparrays von manch Oberflächeneinheiten. Und so ein 212 ist weitaus teurer als beide, sowohl in der Anschaffung als auch im Unterhalt als auch im Unterstützungaufwand pro Einsatzzeit im Zentralatlantik. => Es gibt einfach passendere Technik für den Job. 212er nimmt man, wenn es auch etwas zu zerstören gibt oder wenn man aus anderen Gründen nah an den Feind ran will.
Hier nimmt man sich den obigen Waleffekt zu Nutze und kann sehr niederfrequente Töne von z. B. Motoren auch über größere Reichweiten dedektieren.
Das mit zweifelsfrei und exakte Position würde ich auch bei hochmodernen Systemen nicht wirklcih unterschreiben wollen.
Identifizieren UND exakte Position brauchst du für die Überwachung nicht. Eins von beiden genau und das andere ganz grob reicht, den Rest machen bei Bedarf Marineflieger. Nur weder "was" noch "wo" zu erkennen wäre blöd, weil man nicht jedem biologischen Geräusch hinterhetzen kann. Das ist dann eben das Ende der Ortungsreichweite, wenn man Kontakte vor dem Hintergrundrauschen nicht mehr einordnen kann. Die Frage ist nur, wie weit das Objekt dafür weg sein muss, wenn es sich um ein leises U-Boot statt um einen dröhnenden Dampfer handelt? Die tatsächliche Antwort darauf will niemand öffentlich preisgeben. Aber wenn 5-10, maximal 15 km gepostet werden, würde ich nicht auf mehr als 30-60 km tippen. Also erneut zu wenig, um mit einzelnen Booten ganze Regionen zu überwachen. Man kann die Systeme in Friedenszeiten zwar runterschrauben, sodass selbst die Sonaroffiziere nicht wissen, was tatsächlich möglich wäre und man kann die noch dazu anhalten, ihre Erfahrungen runterzuspielen. Aber es sind zu viele, um wirklich große Unterschiede geheim zu halten und halbwegs praxisnah muss das Training ja bleiben.
Die Entfernung ergibt sich aus Reichweite der Frequenz und Achtung: der angenommenne Ausgangslautstärke des Emitters (also Schiffsmotors).
Bei festinstallierten und Oberflächen-Systemen trianguliert man die Entfernung recht genau ausgehend von mehreren Standorten. Mit hinreichend guten Uhren geht das auf wenige Meter genau, wenn man die ozeanographischen Bedigungen kennt. (Und es hat einen Grund, dass die Bundeswehr das zeitweise viertgrößte und mit Sicherheit überdurchschnittlich ausgestattete deutsche Forschungsschiff betreibt, vergleichbares gibt es in Marinen aller Länder. Über die Russen wird ja häufiger berichtet.)
Wenn ich den Jungs von der beratenden Firma Glauben schenken mag, befinden sich in den Weltmeeren zigtausende von solche "Kühlschränken" von allen maßgeblichen Marinenationen, die auf die Aktivierung im Ernstfall schon längst irgendwo herumtreiben und abwarten.
Klingt unglaubwürdig. Es treiben zwar jede Menge echte Kühlschränke im Ozean. Aber so, wie die aussehen, würde nach einigen Jahren auch alles andere "auf Vorrat" ausgebrachte aussehen. Da man Lärmquellen auch in der Größe einer Thermoskanne bis eines Abflussrohrs bauen kann, könnte man sie auch zeitnah vom Flugzeug verteilen, sofern sie überhaupt einen Sinn ergeben. Bonusvorteil: Was nicht rumtreibt, kann der Gegner auch nicht ausfischen und auswerten.
Zweifelsfreie Ortung von gegnerischen Schiffen taxieren diese Jungs auf Grund obiger Umstände auf deutlich unter 20 Seemeilen. Alles andere sind eher Zufallstreffer.
Auch mit ein Grund, warum die Seeaufklärer immer (Passiv-)sonarbojen zum Abwurf mit dabei haben.
Man vermutet da was und schmeisst zur Verifikation Bojen ab, die passiv horchen können und einige dann auch auch aktiv mit Sonar im Zielgebiet suchen können.
Wäre das nämlich trivial, bräuchte man gar keine Seeaufklärer, egal ob zu Luft oder Wasser.
"Aufklärer" ist mal wieder nur Euphemismus. Die Präzision braucht man für die Bekämpfung, nicht um die Anwesenheit festzustellen. Letzteres reicht auf dem offenen Ozean auch grob, eben weil man bei Bedarf eine P-3 hinschicken kann.