Kann man damit auch russische Hyperschall Raketen abwehren? Laut Wikipedia wird die Geschwindigkeit der Rakete mit Mach 9 angegeben.
Die reine Geschwindigkeit spielt ist sekundär, das System ist sowieso ausschließlich auf Abfang- und nicht Verfolgungsmanöver ausgelegt. Die Beweglichkeit ist das Problem um und Flugbahn ändernde Flugkörper zu bekämpfen wird gerade Arrow 4 entwickelt, also dürfte Arrow 3 dazu mäßig geeignet sein.
Die noch wichtigere Frage ist aber, wie unser Chefgeldausdemfensterwerfer mit drei Systeme und je 100 km Reichweite die gesamte Bundesrepublik schützen will? Das System wurde für ein Land mit 200 * 50 km Kerngebiet entwickelt, da kann es einen wirkungsvollen Schutzschirm bilden. Für Deutschland reicht es hinten und vorne nicht. Und es ist weder robust noch mobil genug, um im Fronteinsatz kämpfende Truppen zu unterstützen.
Reiner Aktionismus/Populismus in meinen Augen. Oder vielleicht auch Diplomatie - ne saftige Scheibe von den 100 Milliarden frischen Schulden um den Israelis Sahne um den Mund zu schmieren. (Wär das koscher?

)
Evtl. finden sich "Haubitzen" (bewußt in Anführungszeichen geschrieben) irgendwann in einer Art "Dual-Rolle" oder "Tri-Rolle" wieder.
Eigentlich als Rohrartillerie/Unterstützungswaffe ursprünglich konzipiert, könnte eine Kombination aus MBT + Haubitze + Gefechtsfeldnahsteuerung für mittlere Kampfdrohnen in der Unterstützung die Zukunft werden, sozusagen "crossover"
Den Centauro kriegst du nicht nur mit 105/52 und 120/45, sondern auch als Stachelschwein mit 155/39. Und den Boxer mit der kompletten Feuertechnik der PzHb2k. Da ist es nun wirklich kein weiter Weg mehr zu einer Kombination. Flachbauende Autolader (schwedischer Archer als Vorbild), moderne Elektronik zur Waffensteuerung und ebensolche zur Unterstützung der Crew und Konzentrierung der selben auf kleinem Raum haben schon viele der alten Kompromisse zwischen Artillerie und direkt kämpfenden Einheiten überflüssig gemacht. Je nach gewünschtem Gewicht und akzeptierten Preis wäre ein Multifunktionsvehikel beinahe ohne weitere Entwicklung realisierbar.
Das einzige, was ich mich frage: Was macht der MBT überhaupt noch in deinem Konzept?
Wenn ich mir so vorstelle, dass eine Bayraktar-Drohne grob "nur" 5 Mio. kostet und 4 echt wirksame Antipanzer-Raketen mit sich schleppen kann und im Ernstfall mutmaßlich kein eigenes Personal auf der Verlustliste steht, weiss ich nicht wirklich, was noch für ein relativ langsames 60 to Gefährt sprechen soll.
Der LEO2 kostet angeblich irgendwas um die 15 Mio. + deutlich höherer Wartungsaufwand + mehr Personal.
+ Einsatzlogistik + Unterstützungstruppen!
Bayraktar wird mit 3000 - 10000 km angegeben. Letzteres ist zwar Bullshit, aber was bräuchte man alles an Versorgungseinheiten, um bis Ende der Woche russische Panzer in Südossetien mit einem Leobattalion anzugreifen?
Ein mit Bayraktar ausgestattete Einheit würde antworten: "Um VON JETZT bis Ende der Woche anzugreifen täglich eine Ladung Sprit an den Heimatstützpunkt."
Ich glaube eben nicht, dass es zu Szenarien kommen könnte, in denen wie anno tobak sich ganze Panzerkorps gegenseitig die Rübe einschlagen, sondern jener gewinnt, der die vermeintliche Hauptkampfwaffe am effektivsten ausschaltet.
Und am effektivsten ist es, diese Waffe zu ignorieren und deren Versorgung auf Korn zu nehmen. Egal ob Putin oder Hitler - die Liste von Panzereinheiten, die quasi ohne Kampf ausgeschaltet wurden, ist lang. Und bei immer teureren Vehikeln und immer geringeren Stückzahlen wird irgendwann auch das nicht mehr möglich sein. Selbst die russische Armee wäre ohne ihre Sammlung antiker T-72 nicht annähernd in der Lage, einen Sperrriegel vom weißen bis zum schwarzen Meer aufzubauen. Wenn die in 10-20 Jahren endgültig nur noch als Briefbeschwerer taugen, aber mutmaßlich immer noch nicht mehr als 200 T-17 ausgeliefert wurden, dann muss die Aufklärung schon verdammt gute Arbeit leisten. Sonst fährt der mobile Gegner einfach die Lücken durch und lässt die Eisenschweine in ihren Suhlen sitzen.
Ich würde das "Eisenschwein" auch noch nicht so schnell abschreiben, die Dinge sind mir im Moment zu sehr im Fluss und man weiß bei der elektronischen Kriegsführung unter anderen auch Drohnen eben nicht wie effektiv eventuelle Störmaßnahmen oder Abwehrwaffen/Szenarien funktionieren.
Scheiß drauf, was die Moralapostel sagen: Wenn die Kommunikation erfolgreich gestört wird, lässt man halt voll autonom töten. Wie von mir weiter oben schon postuliert besteht ein Großteil der Kriegsführung aus der Luft heute aus "Sensorsystem zeigt X an, Mensch drückt Taste Y". Technisch kann man das auch einen Bordcomputer alleine machen lassen. Vielleicht nicht ganz so gut, aber für einen Bruchteil des Preises kann man sich "Masse statt Klasse" erlauben. Störsysteme, die sämtliche Formen von Sensoren lahmlegen und/oder Elektronik schlicht auf große Entfernung zerstören können, sind weiterhin Sci-Fi.
Sollte es sie irgendwann geben, wäre man natürlich schlagartig zurück auf dem Niveau der 40er/50er, einschließlich der Bedeutung von Panzern.
Panzer wurden schon immer für einen speziellen Einsatzzweck entwickelt, das war von ihren Anfängen im Ersten Weltkrieg so, im Zweiten Weltkrieg war ihr Zweck wieder ein anderer als im Kalten Krieg danach und ist bis heute so.
Wenn die Aufgabenstellung sich ändert muss sich auch der Panzer ändern / ihr anpassen, das mit jeden Waffensystem so.
Das wird jetzt aber Wortklauberei. Von 1. WK bis heute hat sich das Einsatzprofil gepanzerter Kettenfahrzeuge mindestens viermal grundlegend geändert und erst die Variante seit den 50ern kann als MBT bezeichnet werden. Wenn jetzt wieder ein großer Paradigmenwechsel ansteht, wird es natürlich weiterhin gepanzerte Fahrzeuge geben, aber das heißt nicht, dass der MBT weiter besteht.
Evtl. haben sie auch vor Minengürteln Angst.
Aber dafür gibt es eigentlich auch Gerät.
Vielleicht hatten sie gar keinen Plan, sondern nur eine Menge Altmetall, mit dem sie ungehindert bis vors Kiewer Rathaus fahren wollten.
Alle Hinweise besagen, dass der ursprüngliche Plan zumindest im Norden überhaupt nicht zum Ziel hatte, die Armee auszuschalten, sondern die politische Führung. Deswegen braucht der Mangel an klassischen militärischen Manövern auch nicht zu wundern - wer auf dem schnellsten Weg Kiew eroberen möchte, der nimmt die Straßen von Norden her. Ist halt nicht aufgegangen und da es beim großen Tsar keine Irrtümer gibt, hat die Reorganisation erst jetzt begonnen.
Im Süden wiederum hat man einen Lehrbuchvorstoß in den ersten Kriegstagen gesehen, gefolgt von einem stetigen Vormarsch nach Osten mit einer Flanke durch die Küste gedeckt. Das da weitere große Manöver ausblieben liegt im wesentlichen daran, dass es gar keinen Feind gab, den man hätte in die Zange nehmen können. Im Südosten kämpft die russische Armee seit Wochen nur noch mit eingenistetem Widerstand in Städten. Da steht man jetzt im Kessel drum rum und schießt, bis alle Zivilisten tot sind, ohne Manöverbedarf. Im Krieg gegen einen fitten Gegner würde man das vermutlich aus Selbstschutz vermeiden, weil man selbst gute Ziele abgäbe, aber die ukrainische Armee ist ja nicht zu einem Gegenschlag dieser Größenordnung in der Lage.