Glantz hackt geradezu darauf rum, was passiert wäre, hätte die UdSSR 1942 keine LKWs und kein Weizen plus fertige Essenrationen durch die USA erhalten, seine Schlussfolgerungen sind in der Beziehung mehr als eindeutig zu Ungunsten der Roten Armee.
Hallo Don, danke für die Ausführlichkeit. Das Problem, was ich dabei sehe, dass es sich dabei nicht um strategische/taktische Defizite handelte, wie Sparanus sie andeutete. Die Versorgung der Armee ist eine
politische Angelegenheit, als Angehöriger des Militärs - egal wie weit oben - hat man allenfalls indirekten Einfluss darauf, mit welcher Zielrichtung die Industrie in Kriegszeiten produziert oder, in diesem konkreten Fall, wie der allgegenwärtige Mangel verwaltet wird. Soweit ich weiß, haben viele Kommandeure - soweit es mit ihrer persönlichen Gesundheit unter einem, ähem, sehr sprunghaft-temperamentvollen Oberkommandeur vereinbar war - dringende Ersuche an die politische Führung geschickt.
Oder kurz gesagt, das alte Leid des Soldaten: Er bäckt das Brot nicht, dass er frisst und er frisst es deshalb, weil er nicht backen darf. Und dann muss er sich noch anhören, warum er es wegfrisst und/oder warum er so lasch dasteht, wenn er nichts zu fressen hat.
Ich wollte mich eigentlich hier raus halten wegen der vielen Papierexperten,
aber das sagen immer nur die Sandlatscher, weil sie neidisch sind, daß sie im Gefecht laufen müssen und die Schwarzgesichter alle neben ihnen fahren und die erste Stellung ziehen müssen, damit die RPG-Träger hinterherkommen.
Da kollidieren allerdings augenblickliche Interessen.
Panzerfahrer wissen, dass ihr Heil in der Beweglichkeit zwischen ausgebauten Stellungen liegt. Von dieser Beweglichkeit müssen sie opfern, damit die Infanterie mitkommt. Andererseits hätten sie die Infanterie schon ganz gerne bei sich, wenn's hart auf hart kommt, denn die schleppt ja ihre manngestützten Panzer- und oder Luftabwehrwaffen nicht aus Jux und Tollerei mit sich herum.
Andersherum hat der Sandlatscher zwischen den Stellungen auch ganz gerne ein paar Tonnen Stahl zwischen sich und dem, was immer der böse Feind auch gerade zu schmeißen beliebt und findet es nicht gut, wenn diese davonbrausen, auch wenn es sehr gute Gründe dafür gibt.
Einig ist man sich erst wieder dann, wenn man auf die Luftwaffeln schimpft, weil diese zu spät kommen oder ihre Zeug nicht dort abwerfen, wo es nützlich wäre. Und die Luftwaffeln schimpfen, weil die Dreckrutscher die feindliche Luftabwehr nicht klariert und/oder keine ordentliche Zielaufklärung geleistet haben.
Dafür muss man allerdings nicht in einer echten Schlacht gekämpft haben. Wie tot man wäre, weil die Kooperation zwischen Teilstreitkräften oder eben Waffengattungen nicht funktioniert hat, kann man auch nach einem gescheiten Manöver auswerten. Und genau das geschieht auch, dafür macht man den Quatsch schließlich.
Bei der einen (und dafür wirklich einprägsamen) realen Gefechtssituation, die ich erlebt habe, dauerte keine fünf Minuten und es war nur Infanterie im Spiel, aber Clusterfuck ist trotzdem noch eine nette Umschreibung. Aber es hätte sich niemand beschwert, wenn eine Schweinchenlitze dabei gewesen wäre, so lange er nur seinen Hobel mitgebracht hätte.
