Der Militärthread

@Poulton: Die DDR hatte wegen der Reparationen einen viel schlechteren Start als die BRD, konnte aber kurioserweise bis in die 60er relativ gut mithalten. Der folgende ""Niedergang"" lag nicht zuletzt an Misswirtschaft, aber auch an der Isolierung des Ostblocks allgemein. Es ging weiterhin aufwärts, aber im Schnitt viel langsamer, als im größeren Westen, wie das bei groß gegen klein fast immer so ist. Zumal man mehr der Errungenschaft in der Welt verteilt hat (man vergleiche z.B. den Lebensstandard Kubas, das vom Ostblock auch unterstützt wurde, mit dem z.B. Nicaraguas, das vom Westen nur ausgebeutet wurde) und der besagte "Durchschnitt" ein Raumfahrt- und Militärprogramm auf Westdurchschnitt umfasste, wofür an anderer Stelle auf der Stelle getreten wurde. Für die DDR, die ja auch noch als Land mit höchstem Lebensstandard im Osten begonnen hatte und deswegen null Priorität genoss, war das im Vergleich zur BRD, die vom Westen zum Propanga-Aushängeschild hochgepäppelt wurde, natürlich ein dramatischer Kontrast zum "anderen Deutschland".

Das hätte in sofern den Unterschied bedeutet das die DDR größer gewesen wäre.
Und der Einflussbereich der Russen wäre größer gewesen.

Ja. 0,1% größer. Das hätte den kalten Krieg sicherlich massiv verändert :ugly:
Guck mal auf die Karte, wie groß der Ostblock war (und der Westblock auch). Wo genau die Grenze durch Deutschland verlief, war ein absoluter Fliegenschiss. Die Situation entlang der real existierenden Grenze hat nicht deswegen so viel Aufmerksamkeit erhalten, weil sie an einer ganz besonderen Stelle lag, sondern weil beide Seiten "DIE GRENZE" hochstilisiert haben bis zum geht nicht mehr. Das hätte sie aber genauso, wenn die Grenze quer durch die Lüneburger Heide oder wenn sie quer durch die Masuren verlaufen wäre. Lokalstrategisch hatte die Kontrolle über den Nord-Ostseekanal eine minimale Bedeutung bzw. wären umgekehrt Hamburg und Bremen für den Welthandel interessant gewesen (nicht aber für die Sowjetmarine, Deutschland hat in zwei Weltkriegen bewiesen, wie grandios nutzlos Nordseehäfen sind, wenn man nicht Großbritannien heißt), aber am kalten Krieg als solches hätte sich erst was geändert, wenn Bayern dem Ostblock zugeschlagen worden wäre. Dann hätten Deutschland nämlich schon 1950 loswerden wollen die Österreicher nämlich nur noch die Grenze zu Italien gehabt - oder die Annäherung an die Staaten, sie auf den anderen 3/4 übergeben. Aber auch das hätte den weiteren Verlauf des Großkonfliktes nicht großartig beeinflusst, denn Österreich war ja sowieso zwangsweise neutral. Umgekehrt wäre das vermutlich der größte Unterschied bei einem weiteren Vormarsch der Westallierten gewesen: Wären die bis über die Oder gekommen, hätte es vielleicht Polen nie gegeben und Österreich keinen Sonderstatus erhalten. Aber auch das hätte die Lage für Moskau, Washington, Paris und London nicht massiv verändert.


Die Grenze zwischen Krieg und Terror ist in der heutigen Zeit fließend.
Das nennt man halt asymetrische Kriegsführung.

Wenn es keine militärischen Ziele erreicht, ist es eine Kriegsführung. Der Begriff Terror wird heute zwar von vielen sehr lose verwendet, aber nicht von mir, und eine Nuklearwaffe in eine fremde Stadt zu schmuggeln ist Terror pur. "Asymmetrische Kriegsführung" beschreibt dagegen i.d.R. Guerillataktiken (die sich heute oft auch, genau wie klassischer Terror, gegen weiche Ziele richten) als Werkzeug gegen einen technisch überlegenen Gegner im eigenen Land. Wenn Kim beim Rückzug eine tickende Bombe in einer von den USA eroberten Stadt zurücklässt, dass wäre asymmetrische Kriegsführung. Aber man kann damit keinen Angriffskrieg in New York führen.

So werden sich sicherlich auch in näherer Zukunft kleinere Staaten Atomprogramme entwickeln,
um sich der Hegemonie der Supermächte zu entledigen.

Das sicherlich. Aber immer in Kombination mit Mittel- und Langstreckenraketen und/oder Marschflugkörpern, idealerweise marin stationierten. Siehe Nordkorea, Iran, Israel, Pakistan,...
Aber bei keinem einzigen davon sind Kampfjets mit Atombomben ein relevantes Waffensystem.


Es wäre auf jeden Fall interessant, wie sich das Ganze ohne innerdeutsche Grenze abgespielt hätte, also wenn der Eiserne Vorhang in etwa identisch mit der gesamtdeutschen Ost- oder Westgrenze gewesen wäre. Ein geteiltes Deutschland plus geteilter Hauptstadt war schon eine ziemlich einmalige Situation.
Ich glaube dann hätte es ein paar Mauertote mehr gegeben.:(

Es hätte vermutlich deutlich weniger und vielleicht nicht einmal eine Mauer gegeben. Wäre die Blockgrenze im deutschsprachigen Raum auf eine Staatengrenze gefallen, dann hätte sie vermutlich genauso unspektakulär ausgesehen, wie überall anders auch zwischen Lübeck und Lubljana. Die Besonderheit der deutsch-deutschen Grenzschließung war maßgeblich auf Bemühungen der DDR zurückzuführen, einen Brain-Drain zu unterbinden, weil natürlich in den späten 40ern/frühen 50ern sämtliche Fachkräfte mit den Füßen gegen eine sozialistisch nivellierte Gesellschaft abgestimmt haben. Das ging aber nur deswegen so einfach, weil die deutsch-deutsche Grenze vorher komplett offen war, im geteilten Berlin ja sogar für Dinge des alltäglichen Lebens offen sein musste. Für Kids von heute vielleicht schwer vorstellbar, aber vor Schengen/bis in die 90er Jahre hinein war es vollkommen normal, dass man eine innereuropäische Grenze NICHT einfach überschreiten konnte und hätte das auch für die Blockgrenze im deutschsprachigen Raum gegolten, wäre die Lage ggf. nie derart eskaliert. Afaik gab es die meisten Toten bei illegalen Grenzübertritten auch im Bereich Berlin, obwohl die normale Grenze um Größenordnungen länger, aber mitten im Land eben auch viel leichter mit normalen Maßnahmen zu sichern war.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hier mal nette Videos über Schiffe und Marine (n):

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Und hier über die historischen Entwicklung der Armeegrößen verschiedener Länder

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Ob die Angaben alle so stimmen kann ich nicht überprüfen.

Ich meine noch in Erinnerung zu haben, dass sich, als es noch die Sowjetunion gab, in den 80´er Jahren, maximal 8 Millionen russische und 4 Millionen US-Soldaten gegenüber standen.
 
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Ich meine noch in Erinnerung zu haben, dass sich, als es noch die Sowjetunion gab, in den 80´er Jahren, maximal 8 Millionen russische und 4 Millionen US-Soldaten gegenüber standen.
Man kann das natürlich nicht interpolieren, aber wenn man sich ansieht, dass die Rote Armee z.B. bei Stalingrad 5 bis 10 mal mehr Tote beklagen musste als die Wehrmacht hätte es für die verdammt schlecht ausgesehen.
 
Man kann das natürlich nicht interpolieren, aber wenn man sich ansieht, dass die Rote Armee z.B. bei Stalingrad 5 bis 10 mal mehr Tote beklagen musste als die Wehrmacht hätte es für die verdammt schlecht ausgesehen.

Stand Heute geht man von einer massiven konventionellen Überlegenheit der Roten Armee in dieser Zeit aus.
Bis die US Truppen in großer Zahl eingetroffen wären, wären Deutschland und Frankreich, ohne massiven Einsatz von taktischen Nuklearwaffen, längst gefallen und damit auch Kontinentaleuropa.
 
Zahlenmäßig
Aber das war die Rote Armee immer, die Effizienz russischer Streitkräfte war in der Geschichte idR verheerend schlecht.

Naja, zumindest ist auch die Nato davon ausgegangen.
Ich denke nicht, dass man so etwas geschichtlich vergleichen kann.
Die Bundeswehr ist verglichen mit der Wehrmacht ein Hühnerhaufen.
Die Armeen des antiken Israel genauso verglichen mit der heutigen Schlagkraft der IDF.
Oder vergleiche die Schlagkraft Spartas mit der des heutigen Griechenlands.
Kann man endlos weiterführen, ich glaube nicht, dass man sagen kann eine Nation hat das "im Blut".
 
Hier mal nette Videos über Schiffe und Marine (n):

Das Video über die Schiffe ist schonmal Bullshit, hier hat der Macher zuviel WoWS gespielt. 1899 hat niemand überhöhte Drillingstürme verbaut (Henri IV). Hier wurde das Modell aus dem Spiel genommen, das tatsächlich 1899 fertiggestellte Schlachtschiff sah deutlich anders aus.
 
Kann man endlos weiterführen, ich glaube nicht, dass man sagen kann eine Nation hat das "im Blut".
Niemand redet von Blut, aber es gibt eine Führungsphilosophie.
In Russland ist der Soldat als Mensch zum Beispiel nichts wert und das kann man ganz konkret nachweisen,
wenn man zeigt wie z.B. die Panzer gebaut sind.
 
Stand Heute geht man von einer massiven konventionellen Überlegenheit der Roten Armee in dieser Zeit aus.

Dem ist nach einschlägiger Literatur und der kurzfristigen Aufarbeitung der Archive in den 1990er Jahren, als man Zutritt zu russischen/"UdSSR" Archiven hatte, eben nicht so!
Es gab eine zahlenmäßige Überlegenheit auf em Papier, die nominale Kampf-und Schlagkraft war aber um ein vielfaches geringer, durch mangelnde Ausbildung, Logistik und Technik!
Selbst nach eigenen russischen Angaben, waren sie sich der absoluten Mangelhaftigkeit ihres Unteroffizierskorps sehr bewußt.
Es gab z.B. in der Roten Armee der UdSSR kein wirkliches Unteroffizierskorps, da alle Untzeroffiziere nach 3 Jahren automatisch entlassen wurden und man von vorne anfängt und die "3 Jährigen" sind nichts anderes als Wehrpflichtige die entweder besonders geeignet militärisch oder politisch waren.
 
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Dem ist nach einschlägiger Literatur und der kurzfristigen Aufarbeitung der Archive in den 1990er Jahren, als man Zutritt zu russischen/"UdSSR" Archiven hatte, eben nicht so!
Es gab eine zahlenmäßige Überlegenheit auf em Papier, die nominale Kampf-und Schlagkraft war aber um ein vielfaches geringer, durch mangelnde Ausbildung, Logistik und Technik!
Selbst nach eigenen russischen Angaben, waren sie sich der absoluten Mangelhaftigkeit ihres Unteroffizierskorps sehr bewußt.
Es gab z.B. in der Roten Armee der UdSSR kein wirkliches Unteroffizierskorps, da alle Untzeroffiziere nach 3 Jahren automatisch entlassen werden und man von vorne anfängt und die "3 Jährigen" sind nichts anderes als Wehrpflichtige die entweder besonders geeignet, militärisch oder politisch waren.

Dazu hast du aber sicher eine Quelle für mich oder?
Ich kann nichts dergleichen finden.
https://www.bundeswehr.de/de/ueber-die-bundeswehr/geschichte-bundeswehr/kalter-krieg , ich finde nur Gegenteiliges.
 
Wie gesagt mit dieser Überlegenheit ist immer nur eine Zahlenmäßige gemeint weil alle anderen Faktoren sind nur schwer oder unmöglich numerisch anzugeben sondern zeigen sich faktisch erst im Gefecht. Im Gefecht zu dem es aber nie kam.

Der Warschauer Pakt hätte diese Überlegenheit nur ausspielen können, wenn der Krieg vollkommen überraschend begonnen hätte. Aber das passiert eigentlich nicht.
 
Wenn es keine militärischen Ziele erreicht, ist es eine Kriegsführung. Der Begriff Terror wird heute zwar von vielen sehr lose verwendet, aber nicht von mir, und eine Nuklearwaffe in eine fremde Stadt zu schmuggeln ist Terror pur.
Das sind meines Erachtens gleich mehrere Sachverhalte, die unterschiedlichste Konstellationen zulassen.

Bei identischer - und in aller Regel stark umstrittener - Definition eines (legitimen) militärischen Ziels wäre es beispielsweise komplett unerheblich, ob man eine Kernwaffe mit einem Langstreckenbomber oder einem Lieferwagen in Ziel bringt. Letzteres wäre nach heutigen Bedingungen eine Guerilla-Taktik, ersteres nicht. Wären Langstreckenbomber das schwächere Mittel eines asymmetrischen Konflikts, könnte das aber auch eine sein.

Terror wiederum kann beides sein. Für beides kann wiederum - in der Regel von den Siegern - eine Legitimität beansprucht werden; siehe beispielsweise die Bombardierung von Hiroshima und Nagasaki, um Japan zur Kapitulation zu zwingen.
Wenn nun [beliebiger sogenannter Schurkenstaat einsetzen] zwei US-amerikanische Städte mit eingeschmuggelten Kernwaffen auslöschen würde, um trotz konventioneller militärischer Unterlegenheit deren Kapitulation (oder realistischerweise einen Rückzug, Konzessionen etc.) zu erzwingen, gibt es dazu mindestens zwei Bewertungen: eine sachlich-neutrale und eine weltanschauliche.
 
Stand Heute geht man von einer massiven konventionellen Überlegenheit der Roten Armee in dieser Zeit aus.
Bis die US Truppen in großer Zahl eingetroffen wären, wären Deutschland und Frankreich, ohne massiven Einsatz von taktischen Nuklearwaffen, längst gefallen und damit auch Kontinentaleuropa.

Hängt von der Vorwarnzeit ab. Nur ein sehr kleiner Teil der roten Armee war in Mitteleuropa stationiert, viel zu wenig für einen Angriff. Eine Verlegung entsprechender Einheiten und vor allem der für die Sicherung des Nachschubs 1000 km quer durch Feindesland mit mehreren Gebirgen und großen Flüssen im Weg benötigten Infrastruktur hätte Monate gedauert (sofern die Rote Armee dazu überhaupt in der Lage gewesen wäre - es gibt genug Anekdoten, dass sie nicht einmal die Mehrheit ihrer Teilstreitkräfte im eigenen Land auf voller Einsatzbereitschaft halten konnte) und war spätestens Ende der 60er nicht mehr vor der NATO-Aufklärung zu verheimlichen gewesen. Das heißt die sicherlich ebenfalls ihre Zeit dauernde Verlegung von Bündnisstruppen wäre als Reaktion auf die Angriffsvorbereitungen lange vor einem tatsächlichen Angriff gestartet. Im Falle der Bodeneinheiten hätte der Warschauer Pakt bei sehr guter, unbemerkter Vorausplanung theoretisch einen kleinen Vorteil herausarbeiten können, aber zum einen war gute Planung und Vorbereitung nicht unbedingt deren Stärke. Zum anderen hätte es nie im Leben gereicht, den Lufteinheiten ein Schnippchen zu schlagen.

Die hätten größtenteils binnen Tagen in Europa einsatzbereit sein können, zusätzlich zu den ohnehin schon nicht schwachen Kräften vor Ort. Aufgrund des wesentlichen kleineren Territoriums war nun einmal keine Lufteinheit der EU-NATO-Partner mehr als eine halbe Überführungsreichweite von einer Basis entfernt, die direkte Angriffe bis weit in den Ostblock hinein ermöglich hätte, da reichten somit Vorwarnzeiten von 24 Stunden. Eine frühestens nach 24 Tagen, in der Ost-Realität vermutlich eher nach 24 Wochen einsatzbereite, riesige Panzerarmee, hätte dann entweder
- ohne totale Luftüberlegenheit vor der Oder, Elbe oder spätestens dem Rhein mangels Brücken ein Problem gehabt, aber garantiert keinen freien Weg bis nach Frankreich. Bei einem auch nur halbwegs ausgeglichenen Verhältnis am Himmel hätten sie zudem massive Verluste einstecken müssen.
oder
- mit totaler Luftüberlegenheit sowie nichts weiter als ein Bisschen Bodensicherung betreiben müssen. Wie es zu dem Szenario hätte kommen sollen, ist mir zwar unklar, aber wenn die Rote Armee sämtliche NATO-Luftstreitkräfte vom Himmel geholt hätte, dann wäre ihre Stärke am Boden ebenfalls egal da größtenteils unnötig gewesen.


Dazu hast du aber sicher eine Quelle für mich oder?
Ich kann nichts dergleichen finden.
https://www.bundeswehr.de/de/ueber-die-bundeswehr/geschichte-bundeswehr/kalter-krieg , ich finde nur Gegenteiliges.

Ich hab zwar keine Quellen für seine Aussage, aber in deiner Quelle lese ich nun auch nichts gegenteiliges. Und ich wäre allgemein sehr vorsichtig mit Selbstdarstellungen oder auch nur Literatur "professionellen" und/oder alten Ursprungs, die nicht 1:1 von den Gegenstücken auf anderer Seite bestäigt wird. Die Propaganda steckte und steckt tief in vielen Köpfen und lenkt die Interpretation bei solchen "was wäre wenn"-Szenarien.


Das sind meines Erachtens gleich mehrere Sachverhalte, die unterschiedlichste Konstellationen zulassen.

Bei identischer - und in aller Regel stark umstrittener - Definition eines (legitimen) militärischen Ziels wäre es beispielsweise komplett unerheblich, ob man eine Kernwaffe mit einem Langstreckenbomber oder einem Lieferwagen in Ziel bringt. Letzteres wäre nach heutigen Bedingungen eine Guerilla-Taktik, ersteres nicht. Wären Langstreckenbomber das schwächere Mittel eines asymmetrischen Konflikts, könnte das aber auch eine sein.

Ich habe nie behauptet, dass die Wahl des Transportmittels einen Unterschied bei der Bewertung Terror ja/nein macht. Es geht um die Vernichtung einer Stadt voller Zivilisten, aber ohne militärische Bedeutung. Ein derartiger Akt hat, egal ob Kim eine AN-2 oder einen Barkas nimmt, keine militärische Wirkung, würde keine militärische Antwort erfordern und allgemein nicht als Kriegsakt, sondern als Massenmord zählen, der in diesem Fall offensichtlich Angst und Schrecken und der Bevölkerung verbreiten sollte, also Terror wäre. Dieser Terror mag einem politischen Ziel dienen (siehe unten/oben), aber wer kein Akt militärischer Kriegsführung. Genausowenig wie es 9/11 war.

Terror wiederum kann beides sein. Für beides kann wiederum - in der Regel von den Siegern - eine Legitimität beansprucht werden; siehe beispielsweise die Bombardierung von Hiroshima und Nagasaki, um Japan zur Kapitulation zu zwingen.

Ja, Sieger beanspruchen gerne Legitimitäten. Die für die US-Atombombenabwürfe beanspruchte ist aber nun wirklich oft genug ins Reich der Märchen (und zwar von unzensierter Grimm'scher Qualität) verwiesen worden.
(Terror würde ich sie dennoch nicht nennen, da sie nur bedingt Angst in der japanischen Bevölkerung verbreitet haben oder dies zu erwarten gewesen wäre, sondern vor allem Macht gegenüber anderen Staaten demonstrierten.)

Wenn nun [beliebiger sogenannter Schurkenstaat einsetzen] zwei US-amerikanische Städte mit eingeschmuggelten Kernwaffen auslöschen würde, um trotz konventioneller militärischer Unterlegenheit deren Kapitulation (oder realistischerweise einen Rückzug, Konzessionen etc.) zu erzwingen, gibt es dazu mindestens zwei Bewertungen: eine sachlich-neutrale und eine weltanschauliche.

Von weltanschaulicher Rummalerei halte ich nichts. Sachlich-neutral wäre es Terror: Es hätte keine Wirkung auf das in deinem Szenario angreifende US-Militär, nur auf die US-Zivilbevölkerung. Und es würde somit garantiert keine US-Kapitulation heribeiführen. Was möglich wäre: Wenn es auf eine Art geschieht, die wiederholt werden könnte, könnte es somit als politisches Druckmittel am Verhandlungstisch dienen. Aber das wäre eben nicht militärische Kriegsführung, sondern terroristische Erpressung.

Und, um noch einmal auf den Anfang meiner Diskussion mit Adi1 zurückzugreifen:
Wie du selbst schreibst, wäre sowas bestenfalls über Schmuggel denkbar. Adi1s ging es aber um die Bedeutung von nuklearen Freifallwaffen, im ursprünglichen Post von Jagdbombern, später von Frachtern abgeworfen. Da bleibe ich bei meinem ursprünglichen Statement: Humbug. Wenn [Schurkenstaat X] so weit in die Ecke gedrängt ist, dass er die USA durch Atomisierung einer Großstadt und Androhung einer Wiederholung dieser Tat zu Zugeständnissen zwingen möchte, dann ist er schon lange nicht mehr in der Lage, mit einem normalen Flugzeug nach New York zu fliegen. Oder überhaupt nur sein Territorium zu verlassen. Schon gar nicht während über ganz Nordamerika totales Flugverbot herrscht (Bedingungen nach erstem Angriff während Androhung des zweiten). Und als sich das letzte Mal nachgeguckt habe, hatte Nordkorea nicht für diese Fälle zwei nuklearbewaffnete Stealth-Bomber in Nordamerika stationiert. Zugegeben: Das kann auch nur bedeuten, dass deren Stealth-Technik wirklich verdammt gut ist :).
 
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Diese fiktive ZDF Doku über den Beginn des dritten Weltkriegs könnte vielleicht einige interessieren. Sie spielt zum Zeitpunkt des Falls der Berliner Mauer.
 
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Ein Rail-Gun-Projektil mit einer Hochgeschwindigkeits-Kamera aufgenommen.
 
Und, um noch einmal auf den Anfang meiner Diskussion mit Adi1 zurückzugreifen:
Wie du selbst schreibst, wäre sowas bestenfalls über Schmuggel denkbar. Adi1s ging es aber um die Bedeutung von nuklearen Freifallwaffen, im ursprünglichen Post von Jagdbombern, später von Frachtern abgeworfen. Da bleibe ich bei meinem ursprünglichen Statement: Humbug. Wenn [Schurkenstaat X] so weit in die Ecke gedrängt ist, dass er die USA durch Atomisierung einer Großstadt und Androhung einer Wiederholung dieser Tat zu Zugeständnissen zwingen möchte, dann ist er schon lange nicht mehr in der Lage, mit einem normalen Flugzeug nach New York zu fliegen. Oder überhaupt nur sein Territorium zu verlassen. Schon gar nicht während über ganz Nordamerika totales Flugverbot herrscht (Bedingungen nach erstem Angriff während Androhung des zweiten). Und als sich das letzte Mal nachgeguckt habe, hatte Nordkorea nicht für diese Fälle zwei nuklearbewaffnete Stealth-Bomber in Nordamerika stationiert. Zugegeben: Das kann auch nur bedeuten, dass deren Stealth-Technik wirklich verdammt gut ist :).
Dir scheint die nukleare Bedrohung gar nicht klar zu sein,
neben Nordkorea,
kann jeder Kasper radioaktives Material anreichern,
dafür gibt es halt einen Markt. :(

Die IAEO hat das schon längst nicht mehr unter Kontrolle.
 
Ich weiß nicht, auf welcher Basis du Mutmaßungen über meine Einschätzung der Gefahr nuklearer Proliferation anstellst, aber gesagt habe ich hier rein gar nichts dazu. Das von dir angestoßene Thema ist "Bedeutung des Trägermittels Kampfjet für nukleare Waffen". Und die ist in meinen Augen nahe null. Es gibt niemanden mit Nuklearwaffen und Jagdbombern, aber ohne Raketen oder Marschflugkörper. Und zweitgenannte sind im Gegensatz zu letzteren beiden eines der schlechtesten Transportmittel überhaupt für erstgenannte: Teuer, wertvoll, auf noch teureres und wertvolleres Personal angewiesen, empfindlich gegenüber Nuklearexplosionen, eines der auffälligsten Waffensysteme überhaupt und definitiv dasjenige, gegen das es die zahlenmäßig meisten und technisch höchstentwickelsten Gegenmaßnahmen gibt. (Weil Kampfjets für nahezu jeden anderen Aspekt der modernen Kriegsführung das absolut wichtigste sind, aber das ist hier auch nicht Thema gewesen.)

Selbst Nuklearartillerie ist in meinen Augen noch sinnvoller, die kann einen Feind mit richtig schlechter Aufklärung wenigstens überraschend, wirkungsvoll, kostengünstig, und ohne Verhinderungsmöglichkeit nach Beginn des Angriffes treffen. (Und bei unerwartet starken Gegenmaßnahmen kurz vorher hat sie vergleichsweise gute Rückzugschancen.) Aber im allgemeinen spielen Nuklearwaffen heute nur noch auf zwei Arten eine Rolle: Strategischer Gegenschlag über große Entfernung unabhängig von verbliebenem Personal. Sprich: Mit Langstreckenflugkörpern. Und durch verdeckt eingeschleuste Sprengköpfe. Ganz vereinzelt wird noch die taktische Ausschaltung militärischer Großziele durch Einsatz einer größeren Anzahl von Flugkörpern besprochen, bei denen man eine hohe Abfangwahrscheinlichkeit sieht und bei der die 1-2, die durchkommen, entsprechend wirkungsvoll sein müssen. Aber auch dafür nimmt man dementsprechend kein bemanntes Fluggerät und somit spricht außerhalb von "Teilhabe"-Konzepten niemand mehr von Freifallbomben. Und nukleare Teilhabe ist eben ein Relikt aus den frühen 50ern, als man noch Bomberkriege geplant hat.


Bezüglich Proliferation als Anmerkung: Nein, dass kann nicht jeder Kasper. Zumindest nicht unbemerkt in relevantem Ausmaß. Die IAEO hat zwar keine Kontrolle über gar nichts, aber Russland, USA, China und EU haben ein Auge auf die benötigten Techniken und Rohstoffe. Von beidem braucht es viel und von sehr spezieller Art; derartige Beschaffung fällt schnell auf. Iran und Nordkorea haben erfolgreich die entsprechenden Fähigkeiten aufgebaut, werden dafür aber seit über 30 Jahren sanktioniert (nebst anderen Sanktionen, die sie schon vorher abbekommen haben). Und das sind beides Nationen, die vorher schon Atomkraftwerke unterhalten haben. Das irgend ein anderer Player aus dem nichts heraus plötzlich selbst die nötigen Mengen Uran anreichert oder Plutonium in hinreichender Menge erbrütet und aufreinigt, ist keine reale Bedrohung. Es gibt zwar ettliche Staaten auf der Welt, denen das mit zwei Jahrzehnten Vorlauf zuzutrauen wäre, eher aber länger. Israel hat in etwa so lange gebraucht und die große Teile der Technik sowie Ausgangsmaterialien von Briten und Franzosen gestellt bekommen und eben in aller Öffentlichkeit eine Plutoniumproduktion für "friedliche Zwecke" hochgezogen :wall:. Aber derzeit gibt es keinen weiteren Staat mit diesem Potenzial, der entsprechendes Interesse zeigt (ändert sich vielleicht unter Söder :ugly:), und somit ist die Welt vor weiteren Bedrohungen auf diesem Wege zumindest für die nächsten 20-30 Jahre sicher. Zumal die Verbreitung von Atomkraftwerken glücklicherweise nicht an Fahrt aufnimmt.

Viel größer sehe ich das Risiko ausgehend von hochangereichertem Material aus den bereits heute offiziell dazu fähigen Quellen. Einfach einkaufen, wie es Südafrika gemacht hat und wie es Gerüchten zu Folge Saudi-Arabien als offene Option gegenüber Pakistan möglich ist oder aus einer der post-sowjetischen Quellen. Denn was gestimmt hätte: Jeder Kasper kann eine Gun-Type-Bombe bauen, sobald er an 40-50 kg U235 oder 15 kg PU239 ohne alzu viel Verunreinigungen rankommt. (kritische Massen liegen jeweils etwas tiefer, aber guntype ist nicht sehr effizient) Aber selbst herstellen können sich die Kasper das nicht und unbemerkt sowieso bestenfalls in mg-Mengen durch Transmutation.
 
Zumal klassische Kernwaffen im konventionellen Einsatz in ihrer Wirksamkeit beispielsweise gegenüber einer vergleichsweise simplen Dirty Bomb weit zurückstehen. Das gilt übrigens ingesamt für die erschreckend höhere Wirksamkeit streuender und persistenter Kampfstoffe.

Overkill ist Overkill, da kann man ohnehin nichts machen. Fest umrissene Ziele von nuklearem Beschuss kann man härten oder durch Mobilität schützen.
Aber gegen die Verseuchung von Fläche einschließlich der Bevölkerung und ziviler Infrastruktur ist kein Kraut gewachsen. Die Einsatzfähigkeit von Truppen unter ständigen Schutzmaßnahmen ist ad hoc bereits extrem reduziert und sinkt weiter, weil keine ABC-Ausrüstung 100%igen Schutz bietet, aber die Folgen für das Zivilleben in der betroffenen Region sind verheerend. Da kommt praktisch alles zum Erliegen, und zwar dauerhaft.

Die entsprechenden Modelle stammen bereits aus den frühen 70er Jahren, das ist alles kein Geheimnis. Das offizielle Getöne über (teils sogenannte) Schurkenstaaten, die sich nuklear bewaffnet haben oder bewaffnen wollen ist daher auch eher vokalisierter Unmut darüber, dass diese jetzt beim Abschreckungsspielchen mitmachen und nicht mehr nach Bedarf einkassiert werden können. Richtig Sorgen macht man sich eher über Kräfte, die es nicht zur nuklearen Abschreckung, aber zu Material ausreichender Radioaktivität bringen, diese verbauen können und über die globale Mobilität bzw. Präsenz verfügen, sie zum Einsatz zu bringen.

Selbst in den Medien als "unberechenbar" gehandelte Staaten wie Nordkorea sind tatsächlich sogar sehr gut berechenbar. Man weiß sehr genau, wohin diese mit welchen Mitteln wollen und wie weit sie zu gehen bereit sind. Viel gefährlicher ist die diffuse Verteilung von Know-how und Ressourcen, wenn immer mehr Teilnehmer mit immer komplexeren Verflechtungen im Spiel sind.
 
Gar nicht, ich geh in dem Zeug immer joggen :D
Offizielle Trainingsdoktrin (außer Grundwehrdienstleistende): In ABC Ausrüstung wird gelaufen, bis innerhalb der ABC-Ausrüstung geschwommen werden kann. :D

Oder, wie es mein Ausbilder damals so lebensbejahend ausgedrückt hat: Der Tod des Soldaten soll lediglich so lange verzögert werden, dass der Feind in Zweifel gerät, ob der Kram vielleicht schon abgelaufen ist - während er die Etiketten kontrolliert, wird vorgerückt.

Den Galgenhumor beiseite: Die ABC-Ausrüstung der Bundeswehr ist im internationalen Vergleich bereits nicht die beste, aber selbst die beste Ausrüstung verringert bzw. verzögert lediglich die Aufnahme von Kampfstoffen noch etwas länger. Soldaten, die in ABC-Ausrüstung kämpfen, sind technisch gesehen wandelnde Tote.
Die Zahlen müssen heute nicht mehr stimmen, aber damals wurde davon ausgegangen, dass vier Fünftel der Soldaten, die C-Waffen ausgesetzt sind, kurz- bis mittelfristig versterben.
Bei Zivilisten ist die Quote logischerweise noch deutlich schlechter.
 
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