Adi1
Lötkolbengott/-göttin
Jeder hatte Clinton schon als Sieger gesehen Anno 2016. Und dann.![]()
Diesmal nicht.

Jetzt wird ja auch der letzte Hinterwäldler in Montana kapieren,
das richtiges Krisenmanagement anders aussieht.

Jeder hatte Clinton schon als Sieger gesehen Anno 2016. Und dann.![]()


Aber ursprünglich ging es ja darum, ob der begrenzte (taktische) Einsatz von Kernwaffen möglich wäre, ohne dass es in einen vollen nuklearen Schlagabtausch mündet. Die klare Antwort: Kommt darauf an.
Beispielsweise könnte das nukleare Ausradieren eines Trägerverbandes mit zig Schiffen und ein paar (zehn)tausend Mann Besatzung nicht hingenommen werden, ohne damit quasi zu kapitulieren. Es hieße ja nichts Anderes als zuzulassen, dass die stärksten konventionellen Mittel deklassiert werden.
Anders sähe es aus, wenn besagter Verband selbst nuklear bewaffnet ist, sich dem feindlichen Festland nähert und bereits vorher politisch angekündigt wurde, dass man das Unterschreiten einer bestimmten Distanz als Absicht eines nuklearen Erstschlags werten und entsprechend reagieren würde. Dann wurde das Abschreckungsszenario spezifiziert, eine weitere Annäherung des Verbandes entspräche der Annäherung einer nuklear bestückten Interkontinentalrakete, bei der bekanntlich auch nicht abgewartet wird, was und wie viel sie letztlich kaputt macht.
Und dann gibt es ja noch kleinere Anwendungen. Der Einsatz nuklearer Granaten gegen stark befestigte Stellungen beispielsweise würde womöglich eher zu einer militärischen als zu einer politischen Eskalation führen: Sprich, wenn es einer macht, machen die Anderen es auch. Der Verlust einer Stellung, auch durch Kernwaffen, wird nicht zwingend mit einem strategischen Gegenschlag beantwortet, wobei auch das natürlich davon abhängt, wie es um das Nervenkostüm aller Beteiligten bestellt ist. Ich würd's nicht darauf ankommen lassen.
Dazwischen liegt allerdings auf breiter Linie sehr viel besiedeltes Land. Es gibt da praktisch keinen Korridor, in dem ein Marschflugkörper auch nur visuell unbemerkt bleiben kann. Vom Meer aus durch die Pampa kann so etwas vielleicht klappen.
ELOKA - also ganz mein Metier - bringt hier nicht mehr so wahnsinnig viel. Welche Maßnahmen sollte man denn wofür auf dem Weg von Mitteleuropa nach Moskau zum Einsatz bringen? Gut, man kann vielleicht noch Satelliten mit Lasern blenden und den Abschusspunkt sowohl chemisch als auch elektronisch einnebeln (zuzüglich ein paar weiterer Orte zwecks Täuschung), aber das war's dann auch schon. Minuten später wäre das trotzdem ein ganz einsamer Marschflugkörper auf aussichtsloser Mission über Feindesland.
Denke doch mal nicht immer so radikal,
die Amis und die Russen werden sicherlich nicht anfangen,
viel zu dolle sind die Länder miteinander verflochten.
Aber was passiert,
wenn unser Kim in Nordkorea völlig durchdreht?
So ein 100 KT Sprengsatz mit einer modifizierten Frachtmaschine über NY abgeworfen,
dass kriegen die locker hin.![]()
Exakt. Das Regime in Pjöngjang braucht an sich gar kein Langstrecken-Trägersystem für seine Bombe, aber das Basteln an einem solchen ist das Sahnehäubchen und erweitert den Kreis potentieller Geiseln über Südkorea hinaus.
Und wenn es um die weit entfernte Möglichkeit einer Besetzung Nordkoreas - beispielsweise durch die USA - geht, dann ist die Bombe ein wirksamer Schutz, denn Nordkorea hätte keine Skrupel, Kernwaffen taktisch einzusetzen - ein gleichartiger Gegenschlag wäre praktisch ausgeschlossen, weil dieser die Nachbarn stärker in Mitleidenschaft zöge als NK selbst.
Und diese Nachbarn sind das von den USA protegierte Südkorea sowie China und ein wenig Russland, wobei die letzten beiden auf Atompilze im Vorgarten bzw. Hinterhof leicht ungehalten reagieren dürften.
Aber du sprichst das nächste Problem an, welches ich auch schon angedeutet habe: Für so eine Strecke im extremen Tiefflug braucht man sehr präzise Daten des Geländes, dessen Bebauung und der Position von Hoch- und Abwehrposten, die man eher nicht hat. Das mit der Topografie mag ja noch gehen, aber schon für Bebauung braucht man sehr aktuelle Daten. Es reicht ja schon, wenn jemand, in einer Senke wohnend, mal eben seine Antenne (illegalerweise) erhöht hat, um den Empfang zu verbessern, damit der Zielflugkörper, der eben diese Senke nutzt, dort voll reinbrettert.
Über die Möglichkeiten von Marsch- bzw. generell Zielflugkörpern in Anbetracht der veränderten Weltlage wird ja schon seit Jahren diskutiert. Dass diese geeignet sind, um in asymmetrischen Konflikten ihr Ziel praktisch ungestört zu erreichen, ist unbestritten. In symmetrischen Konflikten landet man allerdings am Ende immer dort, dass der massive Einsatz erforderlich ist. Zum Beispiel würde der zuvor mehrfach zitierte Trägerverband, wenn man ihn nicht nuklear bombardieren will, mit so vielen Raketen belegt, dass auf alle Fälle etwas durchkommt. Oder anders ausgedrückt: symmetrische Konflikte münden immer in Materialschlachten mit Overkill-Option/Potential, weshalb man ja nach zwei Weltkriegen und der Erfindung von WMDs auch so erpicht war, diese zu vermeiden und stattdessen lieber "überschaubare" Stellvertreterkriege zu führen.
Das ist allerdings heute nicht anders. Der Kalte Krieg ist lange vorbei, politische Systeme haben sich gewandelt - aber die globalen Interessensphären sind immer noch exakt dieselben. Was sich derzeit noch am stärksten verändert, ist die Positionierung Europas als eigene Sphäre und in Relation zu den anderen.
Szenarien, in denen in Mitteleuropa Russen ante portas stehen, sind daher an sich komplett unrealistisch. Der Wladi fährt viel zu gut damit, zwischen Weltmachtambitionen und wirtschaftlichem Entgegenkommen zu pendeln. Allein uns Gas zu verkaufen, welches wir gerne abnehmen, hat mehr Wirkung zu Gunsten Russlands und zu Lasten des transatlantischen Bündnisses, als tausend russische Panzer vor Berlin (oder auch nur vor Warschau).
Das ist einzweischneidiges Schwert. Viele Menschen verlieren dadurch ihren Job, und die Wirtschaft in den Regionen wird sehr stark darunter leiden.
So sehe ich das auch. Die haben auch einiges an Kaufkraft mitgebracht, und die Regionen um die Militärbasen haben sich daran angepasst. Ich kann mir vorstellen, dass das für viele kleiner Unternehmen nun schwer werden kann.
Aber letzten Endes sind die US-amerikanischen Truppen in Deutschland nicht hier um Deutschland zu schützen, sondern als Brückenkopf in den Mittleren Osten. Aus diesem Grund verstehe ich den Abzug nicht. Etliche Milliarden investieren und die eigene Position zu schwächen, nur um ein einigen Unternehmen in der Region um die Basen zu schaden? Klingt für mich ziemlich doof. Aber nun ja, ich habe auch keine Ahnung.
Vorallem der Truppenübungsplatz in Grafenwöhr ist vor gar nicht langer Zeit kräftig modernisiert worden. Das ist eine typische Trump-Aktion. Die Verteidigungsausgaben von Deutschland sind ihm zu niedrig. Naja mal sehen, der US-Kongress könnte den Teilabzug noch über den Militärhaushalt blockieren oder zumindest deutlich erschweren. Ich hoffe sie machen das auch. Denn ansonsten wäre das ein harter Schlag für die Regionen hier im Land.![]()
Aber ich bin nach wie vor *ernsthaft* dafür, ein paar Posten über den Etat des Verteidigungsministeriums laufen zu lassen, die man nicht sofort und manchmal auch auf den zweiten Blick nicht mit Verteidigung in Verbindung bringen würde. Das machen andere Länder schließlich auch.
Also ich bin eigentlich dankbar das die Westmächte es damals so schnell nach Berlin geschafft haben.
Sonst wäre ganz Deutschland kommunistisch gewesen. Wer weiß was dann noch alles passiert wäre.
Das hätte in sofern den Unterschied bedeutet das die DDR größer gewesen wäre.Gar nichts? Der Konflikt zwischen den Blöcken hat doch nichts mit der geographischen Lage der Grenze zu tun gehabt. Man den eisernen Vorhang auch ebensogut am Rhein entlanglaufen lassen können. Oder an der Oder. Das hätte für sich genommen keinen Unterschied bedeutet. (Die für diese Ausgangslage nötigen unterschiedlichen militärischen Fähigkeiten Stand 45 ggf. eher)
Locker auch nicht. Aber was hat das mit Kriegsführung zu tun? Das wäre ein militärisch wertloser Terroranschlag, keine militärischer Einsatz mit Kampfjets, wie er von dir vorgeschlagen wurde und wie er z.B. auch der nuklearen Teilhabe Deutschlands zu Grunde liegt.
)
Es wäre auf jeden Fall interessant, wie sich das Ganze ohne innerdeutsche Grenze abgespielt hätte, also wenn der Eiserne Vorhang in etwa identisch mit der gesamtdeutschen Ost- oder Westgrenze gewesen wäre. Ein geteiltes Deutschland plus geteilter Hauptstadt war schon eine ziemlich einmalige Situation.
Ich glaube dann hätte es ein paar Mauertote mehr gegeben.![]()

Ich glaube dann hätte es ein paar Mauertote mehr gegeben.![]()
Das hätte an der Situation auch nix geändert.
Auch nur eine Mutmaßung.Worauf gründest du diese Vermutung?
Wenn ganz Deutschland sozialistisch geworden wäre, hätte bspw. auch die Rohstoffsituation und die Verfügbarkeit von Industrieanlagen völlig anders ausgesehen. Sofern die Sowjetunion im Zuge der Reparationszahlungen nicht proportional im gleichen Maße mehr Rohstoffe und eben Industrieanlagen abtransportiert hätte, wäre bspw. die Versorgungslage, insbesondere mit Konsumgütern, sicher noch einmal völlig neu ausgewürfelt worden. Vermutlich zum deutlich besseren hin. Die "Republikflucht" in ein völlig anderes, nichtdeutsches Ausland hätten sich darüber hinaus sicherlich viele Leute auch nochmal eher überlegt.
Viel Geld in Rüstung und ein paar Prestigeobjekte gesteckt und wenig fürs Volk.
Alles runtergewirtschaftet und die Umwelt verschmutzt.

Also in den USA ist auch nicht alles das gelbe vom Ei, aber so schlimm wie in der UDSSR hat es da nie ausgesehen.Beschreibst du gerade die UDSSR vor 30 Jahren oder die USA bis einschließlich heute?![]()
Das hätte sogar sehr viel geändert. HenneHuhn hat schon etliche Aspekte genannt und wenn man ein wenig überlegt, fallen einem sicherlich auch noch weitere ein. Allein dass die Speerspitze eines etwaigen Schlagabtauschs Menschen mit gemeinsamer Geschichte gewesen wäre, könnte beispielsweise dazu beigetragen haben, einen solchen zu verhindern. Allem Getöne auf beiden Seiten zum Trotz waren die BRD und die DDR geradezu herzlich zueinander - wenn man es beispielsweise einmal mit Nord- und Südkorea vergleicht.

Auch nur eine Mutmaßung.[...]
Ich glaube dann hätte es in Deutschland nicht viel besser wie in der damaligen Sowjetunion ausgesehen.
Viel Geld in Rüstung und ein paar Prestigeobjekte gesteckt und wenig fürs Volk.
Alles runtergewirtschaftet und die Umwelt verschmutzt.
Wie der allgemeine Lebensstandard da gewesen ist hat man ja gesehen.
Guck dir mal die Geschichte der DDR an. Dann weißt du es.Was wäre denn deiner Meinung nach anders gewesen, wenn es nicht BRD und DDR gegeben hätte, sondern nur DDR?

Guck dir mal die Geschichte der DDR an. Dann weißt du es.![]()
Ich habe es noch editiert.Hältst du das für ein Argument?
Man kann sie zu einem nicht geringen Teil auch als nachträgliche Beteiligung an den Reparationskosten bezeichnen. Etwas, wovon die Bundesrepublik weitestgehend verschont geblieben ist. Mir wäre z.B. neu, dass in der Bundesrepublik bei einem nicht geringen Teil der Strecken das zweite Gleis demontiert wurde oder die gesamte Streckenelektrifizierung sowie die E-Loks als Reparation mitgenommen wurden.Was meinst du warum soviel Geld in den Osten gepumpt werden musste?
Weil alles heruntergekommen war.
