Was mich immer noch wundert.
Alleine mit ihren 600-700 Jagdflugzeugen müsste es ein Leichtes sein, absolute Luftherrschaft zu erringen.
Tun sie aber nicht.
Ihre ganzen Raketen werden daher zu grob 80% abgefangen, was natürlich eine irrsinnige Materialverschwendung ist.
Russland hat über der Ukraine weitestgehende Luftherrschaft. Den letzten Rest könnten sie sicherlich leicht erlangen, aber wozu? Das Problem der Russen ist die bodengestützte Flugabwehr. In einem Krieg, in dem der Feind näherungsweise 0 Lufteinheiten einsetzt und man selbst 600 einsetzen könnte, bringt es rein gar nichts, dass man 100% feindlicher Lufteinheiten abschießt, während der Feind dies nur bei (sagen wir gändigerweise

30% schafft. Man hätte trotzdem viel höhere, inakzeptable Verluste.
Und dass die russische Luftwaffe keine Antwort auf die bodengestützte Luftabwehr der Ukraine hat, wird historische Gründe haben: Die Grunddesigns und die Einsatzkonzepte der Muster stammen alle aus den 80ern, teils 70er Jahren und wurden für einen Krieg über halb Eurasien in Koordination mit den Panzerstreitkräften der Sowjetunion entwickelt, die ihrerseits eine sehr mobile Doktrin mit stark in die Tiefe gehendem Kampfgeschehen hatten.
Das war ein Szenario, in dem (damals teure) Luftabwehrsysteme mit zielsuchenden, aus jeder Richtung einsetzbaren Raketen selten und nur mit großem Abstand anzutreffen waren, während in der Breite manuell bediente Rohrwaffen eingesetzt wurden. Letztere hätten mit den tiefflugtauglichen, flinken, von improvisierten Stellugnen und damit aus unvorhersehbaren Richtungen einsetzbaren Sowjetjäger ihre Mühen gehabt, erstere hätte man leicht umfliegen können. Aber stattdessen führt man jetzt Krieg gegen ein kleinen Nachbarstaat und in jeder zweiten Pfütze sitzt ein Infanterist mit MANPADs von einem Kampfwert, dessen Verbrauch man in den 80er Jahren drei Wochen vorher hätte anmelden und fünfmal beglaubigen lassen müssen.
Die Yak war sicher auch nur ein Jäger zur Abwehr von Angriffen . Zur damaligen Zeit waren Flugzeugträger für eine Kontinentalmacht unnötig.
Flugzeugträger sind bis heute für eine Kontinentalmacht unnötig. Das besagt ja schon die Bezeichnung. Sowas braucht man nur, wenn man See- und vor allem wenn man Weltmacht sein will.
Aber das hat wenig mit der Yak-141 zu tun. Als die entwickelt wurde flogen von der Kuznetsov schon ganz normale Su-27/-33. Die Yak-141 war für den Einsatz von Schiffen gedacht, die im Deutschen respektive Kriegsrechtlich eher als Hubschrauberträger zählen (in den USA wegen Zweitfunktion als "amphibious assault ship", selbst wenn sie gar kein Welldeck mehr haben - Hauptsache, man unterliegt nicht den Beschränkungen für "aircraft carrier"). Das von sowas keine große Luftkampfkraft ausgeht, hatten die Briten damals schon Jahrzehntelang bewiesen. Sowas liefert Bodenunterstützung und -angriffspotential über Entfernungen, die mit Drehflüglern unpraktikabel sind.
Wiki.org begründet den Zweck der Yak-141 dann uch mit "fleed defense fighter", was nichts mit der globalen Machtprojektion zu tun hat, der US- (oder auch französische oder neue britische) Flugzeugträger dienen. Die Yak-141 ist eher ein Convoy Fighter in richtig geil. Aber diese Idee wurde aus gutem Grund in den 60er für militärisch bescheurt befunden.
Mich wundert eher wie du als Expilot zu solch einer Auffassung kommst?
Du solltest doch Fähigkeiten von Satelliten, Awacs und Drohnen zur Aufklärung einschätzen können?
Russische Flugzeuge werden fast schon beim Start entdeckt und live verfolgt.
Was ist daran verwunderlich? Er hat nicht gefragt, "wie"/auf welchem Wege die russische Luftwaffe Probleme bekommt, sondern "warum" die vorliegende Situation ein Problem für sie darstellt?
Sie wurde schließlich zu Sowjetzeiten dafür konzipiert, einem Feind standzuhalten, der eben genau über diese AWACs, Satelliten und andere weitereichende Aufklärungssysteme verfügt, von denen jetzt die Ukraine profitiert.
Und die Ukraine profitiert sogar nur indirekt davon, ist nicht in NATO-Waffenleitsysteme eingebunden. Möglich, dass sie rechtzeitig und zuverlässig genug über russische Starts informiert werden, dass sie den Rest der Zeit schlafen gehen können. Bislang war aber immer nur die Rede von strategischen Informationen, also über Truppenbewegungen mit einem Lag von gegebenenfalls Tagen. Die Bekämpfung feindlicher Luftfahrzeuge muss die Ukraine vor Ort alleine meistern. Und sie nutzt dafür genau die Technik aus den 90ern, gegen die sich die Sowjetunion mit dem heute von Russland genutzten Material gegebenenfalls hätte verteidigen müssen. Also warum klappt das nicht?
(Anm.: Meine Antwort steht oben. Die Erkennung russischer Flugzeugstarts hat imho rein gar nichts damit zu tun. Das Alter der startenden Flugzeuge schon wesentlich eher.)