Der Energiewende Thread

  • Ersteller Ersteller Gast1675120202
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Das checke ich nicht ganz. Kannst Du das näher erläutern?
Klar. Jedes Auto unterliegt einem Wertverlust und hat gewisse Betriebskosten. Bei meinem EV3 sind das ohne den "Sprit" aka Strom ganz bummelige 0,5 € / gefahrenem Kilometer. Ich will den Wagen nach 4 Jahren mit möglichst hohem Wiederverkaufswert loswerden. Fahre ich 4.500 KM, dann sind das für mich Kosten, also ein Wertverlust in Höhe von 2.250 €. Die 800 € für den Mietwagen sind dagegen dann ein Schnäppchen. ;)
 
Und die "Konservativen" torpedieren sogar bereits geplante Vorhaben.

Und wenn ich den ÖPNV in Leipzig mit dem in Hamburg vergleiche, sehe ich vor allem im Osten noch sehr viel Handlungsbedarf. Aber die Fahrradinfrastruktur ist in beiden Städten sehr schlecht.
Welchen Handlungsbedarf gibts es denn beim ÖPNV in Leipzig?
Du kommst mit Straßenbahn, Bus und S-Bahn überall hin, und das z.T mit einer Taktung von unter 10 Minuten.
Es gibt eine ÖPNV-Lücke zwischen 1 Uhr Nachts und 5 Uhr früh --> da fahren dann nur die Nightliner Busse stündlich.
Aber sonst ist Leipzig ein ÖPNV Paradies.

Als ich in Leipzig gewohnt habe, bin ich innerorts zu 99% mit ÖPNV gefahren. Nur mein Wocheneinkauf wurde mit dem Auto bestritten.
Warum hatte ich dann ein Auto? Ganz einfach, meine Arbeitsstelle war 50 Kilometer entfernt. Bahn nicht praktikabel.

Ganz einfach gesprochen, bekommt man die Autos nicht weg. Die Infrastruktur so auszubauen, dass auch Dörfer und Kleinstädte nur noch mit ÖPNV funktionieren würde, halte ich für völlig unrealistisch.
Hätten meine Großeltern auf ihrem Dorf übrigens kein Auto gehabt, wären sie verhungert. Da gab es nichts mehr, kein Laden, kein Arzt, keine Apotheke und keinen Anrufbus.

Von der Bubble einer Großstadt sieht man sowas natürlich nicht.
 
Klar. Jedes Auto unterliegt einem Wertverlust und hat gewisse Betriebskosten. Bei meinem EV3 sind das ohne den "Sprit" aka Strom ganz bummelige 0,5 € / gefahrenem Kilometer. Ich will den Wagen nach 4 Jahren mit möglichst hohem Wiederverkaufswert loswerden. Fahre ich 4.500 KM, dann sind das für mich Kosten, also ein Wertverlust in Höhe von 2.250 €. Die 800 € für den Mietwagen sind dagegen dann ein Schnäppchen. ;)
Also 80tkm mehr fahren und das Ding ist gar nichts mehr wert? Scheint mir etwas überzogen die Rechnung.
Aber gut, Autos auf Wertverlust kaufen und betreiben ist eh eine sehr deutsche Sichtweise :ka:
 
Also 80tkm mehr fahren und das Ding ist gar nichts mehr wert? Scheint mir etwas überzogen die Rechnung.
Aber gut, Autos auf Wertverlust kaufen und betreiben ist eh eine sehr deutsche Sichtweise :ka:
Eine rein kaufmännische Sichtweise. Mir überweist niemand Geld, egal wie mein Output war. Ich muss kalkulieren können. Tue ich das nicht, dann gehe ich pleite. Außerdem nimmt der Wertverlust über die Jahre ab.

Klicke den Link in meinem Post mal an und spiele mit der Berechnungsgrundlage. Dann relativiert sich das mit den Kilometern.
 
Diese Entwicklung ist teils schon irre. Bspw. in Berlin wird unsinnigerweise die A100 südöstlichen Teil her ins Zentrum planiert. Eigentlich heutzutage unglaublich, sollte mensch angesichts der ökologischen Krisen und deren Folgen (länger/häufiger Hitze kombiniert mit mehr Asphalt, mehr Verbrenner) meinen.
Das Stadtautobahnen Humbug sind, kann man sich überall auf der Welt angucken. Aber bei so was ist Deutschland immer wie ein Teenager und will seine eigenen Fehler machen.
Eine rein kaufmännische Sichtweise. Mir überweist niemand Geld, egal wie mein Output war. Ich muss kalkulieren können. Tue ich das nicht, dann gehe ich pleite. Außerdem nimmt der Wertverlust über die Jahre ab.
Also ich weiß ja auch nicht. Ein Auto zu halten, dass man dann durch ein anderes ersetzt, weil die Kosten pro Kilometer zu hoch sind? Je weniger man ein Auto nutzt, desto höher werden die doch.
 
Ich will den Wagen nach 4 Jahren mit möglichst hohem Wiederverkaufswert loswerden. ;)
Nach vier Jahren ist es relativ egal, ob das Auto 60.000 oder 70.0000 km runter hat. Für die 10.000km Unterschied zahlt niemand 5.000 Euro mehr beim Kauf.

Aber eigentlich interessierte mich der Teil: "Mein Auto ist ein selbst bezahlter Firmenwagen. Jeder Kilometer kostet mich damit ohne Strom..."

Was ist ein selbst bezahlter Firmenwagen und was genau unterscheidet ihn von einem Privatauto? Du schreibst "kostet micht damit". Macht Dein Finanzierungsmodell das Auto deshalb irgendwie teurer?
 
Nach vier Jahren ist es relativ egal, ob das Auto 60.000 oder 70.0000 km runter hat. Für die 10.000km Unterschied zahlt niemand 5.000 Euro mehr beim Kauf.
Bei einem Wagen, der 2024 auf den Markt kam, ist das sowieso nur alles eine Annahme. Man sollte sie aber treffen, um zu sehen, wo man am Ende ungefähr landet.

Aber eigentlich interessierte mich der Teil: "Mein Auto ist ein selbst bezahlter Firmenwagen. Jeder Kilometer kostet mich damit ohne Strom..."
Die Fahrzeugkosten müssen auf alles Möglich umgelegt werden. Einerseits die Kunden für die Anfahrt, aber auch aus privater Natur bei der Steuer für z.B. private Nutzung.

Was ist ein selbst bezahlter Firmenwagen und was genau unterscheidet ihn von einem Privatauto? Du schreibst "kostet micht damit". Macht Dein Finanzierungsmodell das Auto deshalb irgendwie teurer?
Das Auto ist für mich ein Werkzeug. Es hat einen Wert, seine Abnutzung mindert diesen Wert. Dieser Wert muss ausgeglichen werden. Je mehr ich fahre, umso höher wird der Wert gemindert. Will ich das Fahrzeug wieder veräußern, dann vermutlich nicht an privat, sondern an einen Händler als Anzahlung für einen Neuwagen. Der fragt genau 4 Dinge: Erstzulassung wann? Anzahl der Halter? Gefahrene Kilometer? Unfälle? Das hackt der in sein Programm und nennt mir einen Betrag X, um den wir dann noch feilschen.
 
Aber sonst ist Leipzig ein ÖPNV Paradies.
ja, Leipzig ist ok aber andere Städte machen es deutlich besser.

Fairerweise muss man aber auch sagen, dass Leipzig an der Grenze des machbaren ist und U-Bahn ist nicht sinnvoll. Aber eine Hochbahn wie in Berlin oder Hamburg hätte vor Jahrzehnten schonmal überlegt werden sollen. Die Taktzeiten sind m.E. zu gering und das Netz ist zu weitmaschig. Und wenn Du etwas außerhalb wohnst, kommst Du nach 23 Uhr teilweise nicht mehr nach Hause.

Die Umsetzung der Straßenbahnlinien am Bahnhof ist eine Vollkatastrophe und die Fahrzeiten sind viel zu lange. Klar, wenn Stau, steht manchmal auch die Straßenbahn. Ist halt nicht sinnvoll gelöst. Und die S-Bahn fährt auch nur in 2 Richtungen. Die ÖPNV App war zumindest vor ein paar Jahren auch noch eine Katastrophe.

Und sobald Du Leipzig verlässt passt gar nichts mehr. Bus? Da darfst Du keine Minute zu lange arbeiten. Kommt die Straßenbahn oder der Bus zu spät? Fehlt der Anschluss. Kommst Du mit dem Bus zum Bahnhof? Tja, Zug ist gerade abgefahren.
 
Das Auto ist für mich ein Werkzeug. Es hat einen Wert, seine Abnutzung mindert diesen Wert.
Sofern du nicht nutzlos in der Gegend rumfährst erzeugst du mit jedem gefahrenen Kilometer einen Mehrwert. Und der ist hoffentlich so groß, dass du Abnutzung + deine Lebenszeit bezahlt werden.

Dieser Wert muss ausgeglichen werden. Je mehr ich fahre, umso höher wird der Wert gemindert. Will ich das Fahrzeug wieder veräußern, dann vermutlich nicht an privat, sondern an einen Händler als Anzahlung für einen Neuwagen. Der fragt genau 4 Dinge: Erstzulassung wann? Anzahl der Halter? Gefahrene Kilometer? Unfälle? Das hackt der in sein Programm und nennt mir einen Betrag X, um den wir dann noch feilschen.
Ein Fahrzeug an einen Händler als Anzahlung für einen Neuwagen bei diesem zu verkaufen ist doppelter Verlust. Der Händler kauft dir den Wagen zum aktuellen Marktpreis abzgl. seiner Aufwendung vor dem Wiedervorkauf und seinem gewünschten Gewinn ab. Mittelklassewagen je nach Größe des Händlers und Alter des Autos 1000-3000€. Wenn du von diesem dann noch einen Neuwagen kaufst zu Listenpreis abzgl. Händlerrabatt, verlierst du nochmals 1000-3000 Euro. Der Händler tut zwar so als wenn es dir entgegen kommt, so ist es aber nicht. Denn das Neuwagengeschäft hat mit dem Gebrauchtwagengeschäft im Business nichts zu tun ;o)
Wirtschaftlich richtig machst du es wenn du an privat verkaufst = tatsächlicher Marktwert und dann einen jungen Gebrauchten kaufen der bereits 30-35% Wertverlust zum Listenpreis erfahren hat. Oder bei Direkthändler über einen Makler bei dem du bis zu 30% auf den Listenpreis bei Neuwagen auch mit individueller Bestellung erhältst.
Übrigens, E-Fahrzeuge sind spezieller als Verbrenner was den Verkauf angeht.
 
Klar, wenn Stau, steht manchmal auch die Straßenbahn.
So was darf halt nicht passieren.
Die ÖPNV App war zumindest vor ein paar Jahren auch noch eine Katastrophe.
Dass auf deren Benutzung zunehmend gedrängt wird, die aber alle nur aus den offiziellen Stores und somitmindestens mit deren Trackern kommen und dadurch auch die Betriebssystemagnostik leidet, halte ich sowieso für eine Katastrophe.
 
Ob was genau Abschaffung der Industrialisierung bedeutet, weiß ich nicht. Das müsste mensch genauer betrachten. Allerdings sind Dynamiken durchaus denkbar - würde sich bspw. Deutschland gegen Großteil von KI sperren und damit auch eine geringere Rechenleistung und Energiebedarf erreichen, wäre dies "ein Nachteil für den Wirtschaftsstandort Deutschland - blabla ...".


Aktuell decken wir (trotz massiver Auslagerung von Verbräuchen nach Asien) gerade einmal 20% unseres Primärenergiebedarfs durch Erneuerbare. Und das, obwohl wir die nutzen, wann immer sie was ausspucken, weil halt immer ein Verbraucher bereitsteht. Mit Speichern für gleichmäßigen Output würden vielleicht 10-15% Bedarfsdeckung bleiben. Heißt umgekehrt: Um den Ausbau runterfahren zu können, müsste man 85-90% des Verbrauchs einsparen. Das entspricht
NULL Energieverbrauch Verkehr
NULL Energieverbrauch Gewerbe
NULL Energieverbrauch Industrie
Halbierter Energieverbrauch Haushalte
Also "mit einem beheizten Zimmer in seinem Dorf sitzen und von händischer Subsistenzlandwirtschaft zehren". Das ist Definitiv ein Rückfall in die vorindustrielle Zeiten. Mit etwas Glück würde es noch für medizinische Versorgung reichen, aber die aktuell so intensiv disktutierte Landesverteidigung muss mit Speeren erfolgen. (Pfeilverbrauch bei Bögen sind nicht drin, Pferde und Maultiere auch nicht, denn die Biomasseproduktion ist ja schon energetisch verplant.)

Ob es bis Passivhäuser-Standard gehen muss, weiß ich nicht.

"Muss" weiß ich auch nicht. Auch wenn ich dazu tendiere, es für sinnvoll anzunehmen, denn Häuser kann man wirklich lange nutzen und einen Verbrauch über wirklich lange Zeiten noch ein Stück weiter zu senken, rechnet sich schnell. Baumaterialien sind davon übrigens unabhängig. Man kann ein Passivhaus auch aus Holz bauen, ist sogar ein ziemlich naheliegendes Material für den Zweck, und z.B. mit Wolle dämmen, bei der es ohnehin massiv an Abnehmern mangelt. Der Bau erfordert dann halt spürbar mehr Arbeitsstunden und die dickeren Wände reduzieren den Platz drinnen etwas. Deswegen macht man das in der realen Gegenwart, wo jeder seinen >>100 m² Palast will und Arbeit teuer, aber Energie billig ist, nicht. Aber es ginge und wir reden hier ja über machbare Ziele, nicht über den Ist-Zustand.

Was aber abseits von "muss" definitiv gilt: Man kann. Wohnen ohne Energieverbrauch geht.
Dinge von A nach B bewegen ohne Energie zu verbrauchen geht dagegen nicht.

Das kommt wohl auf die Entfernungen an. Geht es um Bahnstrecken verkürzen die Reduzierung der Anzahl der Halte die Reisedauer mehr als die Erhöhung der Fahrtgeschwindigkeit. Würde also bspw. ein herkömmlicher "Regionalzug" von Berlin nach Hamburg zwischendurch nicht halten, so wäre dieser kaum langsamer als ein ICE, wenn er zudem ohne Halte, zwischendurch auf anderen Zugverkehr wartend, durchfahren könnte.

Selbst wenn du die Halte auf null reduzierst, kannst du keinen Geschwindigkeitsfaktor von Faktor 2-3 kompensieren auf einer Strecke, auf der auch der ICE nur 2, 1 oder kein Mal hält. Außerdem halten die Züge ja nicht zum Spaß, sondern weil da Leute ein und aussteigen wollen. Diesen Nachteil hat der ÖPV immer: Er muss Leute einsammeln und verteilen un das kostet Zeit und bedeutet mehr Wegstrecke. Letzteres bedeutet Energieverbrauch, ersteres durch mehr Tempo zu kompensieren auch und dementsprechend haben Einsparungen durch ÖPNV ihre Grenzen. Laut Bahn:
ICE 25-37 Wh/Platz&km
EC 26 Wh/Pkm
RE 22 Wh/Pkm
S-Bahn 21 Wh/Pkm

Fünfsitzige Batterieautos haben 20-40 Wh/Pkm und fahren ohne Umweg über C von A nach B. Um die gleiche Transportleistung effizienter zu erbringen, muss die Bahn schätzungsweise eine doppelt so hohe Auslastung erreichen. Klingt, ausgehend von 1,25 Personen im Fünfsitzer, erstmal einfach, aber jede Linie hat Anfangs- und Endstücken, jeder Planverkehr hat Zeit mit geringer Auslastung und ähnliches. Ich hatte schon ICE-Wagen für mich alleine, RE in Randzeiten JWD hat oft nur eine Person pro zehn Sitzplätze. In Gebiete mit noch weniger Verkehrsdichte auszubauen, kann den Verbrauch also sogar steigern und im Gesamtschnitt liegt der Vorteil der Bahn bislang eher in der Oberleitung, welche eine Umstellung auf EE drastisch erleichtert, nicht in der Effizienz.

Okay. Ich habe da Umwelt- mit Naturschutz synonym verwendet. Ein Beispiel: Renaturierung/Wiedervernässung von Mooren, was vorher Agrarfläche war. Das bedeutet CO2-Einspeicherung, höhere Artenvielfalt - Klima- und Naturschutz. Naturschutz könnte aufgrund obigen Hinweises Naturbegriff etwas komplizierter sein ...

Jo, Moorschutz ist ein Beispiel, wo viel ineinandergreift. Primär ist das Naturschutz, aber weil Moore zu den wenigen noch naturnahen und damit artenreichen Lebensräumen in Deutschland gehören (ein ursprünglicher Wald wäre vielleicht noch schützenswerter, aber wir haben halt keinen), stehen sie auch beim Artenschutz im Fokus und während die Wiedervernässung nur sehr wenig CO2-Bindung und damit Klimaschutz beiträgt, stoppt sie zumindest die enorme laufende Klimaschädigung, die Moortrockenlegung darstellt.

Sicherlich kann mensch das aktuelle System hinterfragen und Gerechtigkeitsfrage stellen - bspw. wo bleiben die vielen (ärmeren) Mieter:innen?

Gerechtigkeit sollte man imho am anderen Ende lösen. Mein Vermieter ist zwar derjenige, der mir als Einzelposten am meisten Geld vom Konto klaut, aber die Arbeitslosen-, Renten- und Krankenversicherung zweigen schon vor dem Konto noch mehr ab und wenn ich die Märchensteuer überall zusammenrechne, kommt auch ordentlich was zusammen. Warum nicht die Energiesteuern so hoch und damit die Produktion so attraktiv machen, dass jeder Vermieter von alleine nutzt (oder an einen Stromkonzern vermietet, der das für ihn übernimmt)? Und parallel die Grundsteuern so nach oben schrauben, dass nicht zuviel zusätzliche Kohle in den Taschen des Vermieters bleibt? Und von diesem Geld all die sozialen Funktionen finanzieren, die bislang das Groß der Arbeiter bezahlt, sodass ich trotz auch für mich steigender Energieausgaben am Ende wenigstens den gleichen Betrag auf dem Konto habe?

So geht "steuern". Aber in Deutschland mach man stattdessen teure Lobbygeschenke.


Naja, da wird irgendwann das Erwachen kommen, wenn sie merken, dass Autoabhängigkeit ganz schön blöd ist, wenn man erst mal altersbedingt seinen Lappen abgeben musste. Dass insbesondere diese Generation so darauf schwört könnte auch mit daran liegen, dass die in einer Zeit angefangen haben Auto zu fahren, in der diese ganzen Probleme, die ja auch Autofahrer betreffen, noch nicht aufgekommen sind, weil einfach noch viel weniger Leute gefahren sind und die immer noch denken, dass die Lösung ist, einfach mehr und breitere Straßen und mehr Parkplätze zu bauen und deswegen natürlich allergisch darauf reagieren, wenn stattdessen Platz für irgendwas anderes "verschwendet" wird.

Nahezu alle der heutigen Probleme stehen spätestens seit den 70ern auf der Agenda und Leute, die damals schon alt genug waren, um sich eingelebt zu haben, liegen mittlerweile zum Großteil im Grab (Alter: 75-80+). Was sich in großer Zahl erhalten hat sind jüngere Leute, die seit ihrer Jugend ersichtliche Probleme seit Jahrzehnten leugnen und darauf bestehen, dass ihr Komfort wichtiger als alles andere ist.


Klar. Jedes Auto unterliegt einem Wertverlust und hat gewisse Betriebskosten. Bei meinem EV3 sind das ohne den "Sprit" aka Strom ganz bummelige 0,5 € / gefahrenem Kilometer. Ich will den Wagen nach 4 Jahren mit möglichst hohem Wiederverkaufswert loswerden. Fahre ich 4.500 KM, dann sind das für mich Kosten, also ein Wertverlust in Höhe von 2.250 €. Die 800 € für den Mietwagen sind dagegen dann ein Schnäppchen. ;)

Autos nur für vier Jahre kaufen, aber beim Thema Ressourcenverbrauch mitreden wollen :ugly: :P


Klar. Jedes Auto unterliegt einem Wertverlust und hat gewisse Betriebskosten. Bei meinem EV3 sind das ohne den "Sprit" aka Strom ganz bummelige 0,5 € / gefahrenem Kilometer. Ich will den Wagen nach 4 Jahren mit möglichst hohem Wiederverkaufswert loswerden. Fahre ich 4.500 KM, dann sind das für mich Kosten, also ein Wertverlust in Höhe von 2.250 €. Die 800 € für den Mietwagen sind dagegen dann ein Schnäppchen. ;)

Vorsicht: Der Beispielrechner legt alle Kosten auf die gefahrenen Kilometer um, auch die pro Zeit anfallenden. Der Wertverlust nach 5 Jahren und 20 Mm ist "nur" 2k kleiner als nach 5 Jahren und 25 Mm. Davon 800 € Mietwagen und sagen wir mal 500 € Differenz Strom versus Sprit abgezogen, und es verbleiben 700 €, die du netto gespart hast. (Ggf. weniger, wenn sich z.B. zusätzliche Firmenwagenkosten steuerlich verrechnen lassen)
Dafür bist du nicht nur umweltschädlicher unterwegs gewesen, sondern halt auch mit der ollen Mietschüssel statt mit dem (hoffentlich) nach deinen Wünschen ausgewählten, eigenen Auto.


Eine rein kaufmännische Sichtweise. Mir überweist niemand Geld, egal wie mein Output war. Ich muss kalkulieren können. Tue ich das nicht, dann gehe ich pleite.

Also mein letzter Verbrenner hatte 7500 € Wertverlust über 140000 km, entspricht 0,05 Cent. Irgendwas machst du falsch, wenn es dir wirklich nur über günstige Mobilität geht...


Ein Fahrzeug an einen Händler als Anzahlung für einen Neuwagen bei diesem zu verkaufen ist doppelter Verlust. Der Händler ...

Macht je nach Marke und Zustand teils spannende Dinge. Hätte ich noch einmal bei der gleichen Marke gekauft, hätte ich obigen Wertverlust um 6500 € senken können :ugly:
 
Auch wenn es mittlerweile am Thema vorbei geht.

Also mein letzter Verbrenner
Gebrauchter ...

Autos nur für vier Jahre kaufen, aber beim Thema Ressourcenverbrauch mitreden wollen :ugly: :P
Mietwagen sind im weitesten Sinne auch nur Carsharing. Also wo ist dein Problem?

Dafür bist du nicht nur umweltschädlicher unterwegs gewesen, sondern halt auch mit der ollen Mietschüssel statt mit dem (hoffentlich) nach deinen Wünschen ausgewählten, eigenen Auto.
Mietschüssel ist gut. Der hatte 5.000 KM erst runter und fuhr sich gut und komfortabel. Vom Preis her kaum ein Unterschied zum Stromer.

Ein Fahrzeug an einen Händler als Anzahlung für einen Neuwagen bei diesem zu verkaufen ist doppelter Verlust. Der Händler kauft dir den Wagen zum aktuellen Marktpreis abzgl. seiner Aufwendung vor dem Wiedervorkauf und seinem gewünschten Gewinn ab. Mittelklassewagen je nach Größe des Händlers und Alter des Autos 1000-3000€. Wenn du von diesem dann noch einen Neuwagen kaufst zu Listenpreis abzgl. Händlerrabatt, verlierst du nochmals 1000-3000 Euro. Der Händler tut zwar so als wenn es dir entgegen kommt, so ist es aber nicht.
Mir hat mal ein Kunde aus der Branche gesagt: Wenn dein Gegenüber rumheult, dass er schon den besten Preis gemacht hat, dann sind noch 10-20% drin. ;)

Denn das Neuwagengeschäft hat mit dem Gebrauchtwagengeschäft im Business nichts zu tun ;o)
Das ist nur Mittel zum Zweck, um einen Neuwagen losschlagen zu können.

Wirtschaftlich richtig machst du es wenn du an privat verkaufst = tatsächlicher Marktwert
Der Vorwagen ging an den Händler für den Preis brutto weg, den man so ungefähr auch an privat bekommen hätte, nur mit dem Vorteil, dass ich mich nicht mit der Gewährleistung rumschlagen musste.

und dann einen jungen Gebrauchten kaufen der bereits 30-35% Wertverlust zum Listenpreis erfahren hat.
Wieder ein Halter mehr ...

Oder bei Direkthändler über einen Makler bei dem du bis zu 30% auf den Listenpreis bei Neuwagen auch mit individueller Bestellung erhältst.
Ich hatte am Ende 20 % auf den Listenpreis (inkl einem Satz Felgen mit Winterreifen). Dafür musste ich mich nicht mit dem Verkauf des Vorwagens kümmern. Ich fand das schon ganz okay so.

Übrigens, E-Fahrzeuge sind spezieller als Verbrenner was den Verkauf angeht.
In 4 Jahren sicherlich auch noch, aber schon deutlich anders als heute.
 
Zuletzt bearbeitet:

Aktuell decken wir (trotz massiver Auslagerung von Verbräuchen nach Asien) gerade einmal 20% unseres Primärenergiebedarfs durch Erneuerbare. Und das, obwohl wir die nutzen, wann immer sie was ausspucken, weil halt immer ein Verbraucher bereitsteht. Mit Speichern für gleichmäßigen Output würden vielleicht 10-15% Bedarfsdeckung bleiben. Heißt umgekehrt: Um den Ausbau runterfahren zu können, müsste man 85-90% des Verbrauchs einsparen. Das entspricht
NULL Energieverbrauch Verkehr
NULL Energieverbrauch Gewerbe
NULL Energieverbrauch Industrie
Halbierter Energieverbrauch Haushalte
Also "mit einem beheizten Zimmer in seinem Dorf sitzen und von händischer Subsistenzlandwirtschaft zehren". Das ist Definitiv ein Rückfall in die vorindustrielle Zeiten. Mit etwas Glück würde es noch für medizinische Versorgung reichen, aber die aktuell so intensiv disktutierte Landesverteidigung muss mit Speeren erfolgen. (Pfeilverbrauch bei Bögen sind nicht drin, Pferde und Maultiere auch nicht, denn die Biomasseproduktion ist ja schon energetisch verplant.)
Stimmt! Ich frage mich, wie ich daran nicht gedacht habe. Besonders, weil mich dieser wichtige Aspekt, der noch geringe EE Anteil am Primärenergieverbrauch, mich meist pessimistisch stimmt, was die Zukunft angeht.

"Muss" weiß ich auch nicht. Auch wenn ich dazu tendiere, es für sinnvoll anzunehmen, denn Häuser kann man wirklich lange nutzen und einen Verbrauch über wirklich lange Zeiten noch ein Stück weiter zu senken, rechnet sich schnell. Baumaterialien sind davon übrigens unabhängig. Man kann ein Passivhaus auch aus Holz bauen, ist sogar ein ziemlich naheliegendes Material für den Zweck, und z.B. mit Wolle dämmen, bei der es ohnehin massiv an Abnehmern mangelt. Der Bau erfordert dann halt spürbar mehr Arbeitsstunden und die dickeren Wände reduzieren den Platz drinnen etwas. Deswegen macht man das in der realen Gegenwart, wo jeder seinen >>100 m² Palast will und Arbeit teuer, aber Energie billig ist, nicht. Aber es ginge und wir reden hier ja über machbare Ziele, nicht über den Ist-Zustand.

Was aber abseits von "muss" definitiv gilt: Man kann. Wohnen ohne Energieverbrauch geht.
Dinge von A nach B bewegen ohne Energie zu verbrauchen geht dagegen nicht.
Klar, heutige Ansprüche an riesiger Wohnungsgröße wären definitiv diskussionswürdig.
An sich ginge eine Passivhaus-Diskussion zu einem Teil wohl an den Realtitäten vorbei. Da finde ich folgendes wichtig(er):
  • Es gilt, bereits gebaute Gebäude weiter zu nutzen und Neubauten zu vermeiden, schon um die bereits riesige Flächenversiegelung einzugrenzen und um durch Neubau bedingte Emissionen zu vermeiden. Ein weiteres gutes Beispiel für das Ineinandergreifen von Klima-, Umwelt-, und potentiell Artenschutz.
  • Durch effektivere Nutzung des jetzigen Bestandes, könnte Neubau vermieden werden. Es bräuchte bspw. Mietabsenkung, damit bspw. Rentner:in/Alleinstehende ihre zu große Wohnung mit einer Familie tauschen kann.
  • Besserer ÖPNV könnte Nutzung von ländlichen Wohnraumbestand besser nutzbar machen und so Neubauten in Städten zumindest ein bisschen reduzieren.
  • Der Gebäudebestand müsste nachträglich gedämmt werden. Bei diesem einen Passivhausstandard zu erreichen, dürfte sehr teuer und aufwändig, gar in Fällen womöglich unmöglich sein. Am besten sind Dämmmaßnahmen, die ein gute Preis-Leistungsverhältnis haben, die sich also überhaupt geleistet werden können und gleichzeitig einen recht großen Unterschied bei der Energieeinsparung machen können. Nachdem, was ich gelesen habe, wäre zuallererst Erneuerung von Dichtungen am günstigsten. Dann wären Dämmung von Dach, Ersatz der Fenster, Dämmung der Kellerdecke bereits effektiv. Also lieber jetzt Wärmepumpe plus ein "bisschen" Dämmung als umsetzbare Veränderung, als weiter fossil, wenn umfangreichere Dämmmaßnahmen plus Wärmepumpen nicht geleistet werden könnten. Allein die höhere Effizienz von Wärmepumpe macht bereits jetzt einen großen Unterschied bei älteren Gebäuden ...

Selbst wenn du die Halte auf null reduzierst, kannst du keinen Geschwindigkeitsfaktor von Faktor 2-3 kompensieren auf einer Strecke, auf der auch der ICE nur 2, 1 oder kein Mal hält. Außerdem halten die Züge ja nicht zum Spaß, sondern weil da Leute ein und aussteigen wollen. Diesen Nachteil hat der ÖPV immer: Er muss Leute einsammeln und verteilen un das kostet Zeit und bedeutet mehr Wegstrecke.
Ich meine nicht, alle Halte zu reduzieren, sondern ein flexibles Verbindungsangebot zu schaffen. Bummelbahnen mit Halten an vielen "Milchkannen" bzw. Verbindungen mit Halten an größeren Orten, von denen aus Busse o.ä. zu "Milchkannen" weiterverteilen und abseits von Bummelbahnen Verbindungen, welche eben nur an Metropolen halten. Letztere brauchen keine ICEs zu sein ggf. kürzere Strecken, sie es mittlerweile ja bereits oftmals gibt. Es sollte nicht vergessen werden, dass der Energieverbrauch stark mit der Geschwindigkeit ansteigt. Eine halbe Stunde mehr an Fahrtzeit würde auf einer längeren Strecke nicht den Unterschied machen, zumal wenn die Bahn denn zuverlässig und pünktlich führe, würde ich meinen. Letzteres müsste als allererstes angegangen werden, denke ich, damit sie als Umstiegsoption überhaupt wahrgenommen werden kann.

Fünfsitzige Batterieautos haben 20-40 Wh/Pkm und fahren ohne Umweg über C von A nach B. Um die gleiche Transportleistung effizienter zu erbringen, muss die Bahn schätzungsweise eine doppelt so hohe Auslastung erreichen. Klingt, ausgehend von 1,25 Personen im Fünfsitzer, erstmal einfach, aber jede Linie hat Anfangs- und Endstücken, jeder Planverkehr hat Zeit mit geringer Auslastung und ähnliches. Ich hatte schon ICE-Wagen für mich alleine, RE in Randzeiten JWD hat oft nur eine Person pro zehn Sitzplätze. In Gebiete mit noch weniger Verkehrsdichte auszubauen, kann den Verbrauch also sogar steigern und im Gesamtschnitt liegt der Vorteil der Bahn bislang eher in der Oberleitung, welche eine Umstellung auf EE drastisch erleichtert, nicht in der Effizienz.
Höhere Auslastung zu erreichen, wäre das Ziel, woran gearbeitet werden müsste - sprich die Bahn attraktiver und eben Auto und Flugzeug unattraktiver machen.
Klar, mag Ausbau Grenzen haben wie bis in die Häuseransammlung. Ausbau hieße aber auch im wesentlichen flexibles, angepasster Ausbau - eben auch Rufbusse, evtl. kommunales Carsharing.
Nochmal zur Anmerkung: es geht nicht bloß um 1,2 Personen im Fünfsitzer sondern auch darum, dass dieser 23 Stunden pro Tag ungenutzt herumsteht. Ein wenig könnte Carsharing diesbezüglich besser sein, allerdings dann Sammelfahrt genutzt.
Gerechtigkeit sollte man imho am anderen Ende lösen. Mein Vermieter ist zwar derjenige, der mir als Einzelposten am meisten Geld vom Konto klaut, aber die Arbeitslosen-, Renten- und Krankenversicherung zweigen schon vor dem Konto noch mehr ab und wenn ich die Märchensteuer überall zusammenrechne, kommt auch ordentlich was zusammen. Warum nicht die Energiesteuern so hoch und damit die Produktion so attraktiv machen, dass jeder Vermieter von alleine nutzt (oder an einen Stromkonzern vermietet, der das für ihn übernimmt)? Und parallel die Grundsteuern so nach oben schrauben, dass nicht zuviel zusätzliche Kohle in den Taschen des Vermieters bleibt? Und von diesem Geld all die sozialen Funktionen finanzieren, die bislang das Groß der Arbeiter bezahlt, sodass ich trotz auch für mich steigender Energieausgaben am Ende wenigstens den gleichen Betrag auf dem Konto habe?

So geht "steuern". Aber in Deutschland mach man stattdessen teure Lobbygeschenke.
Könnte sein. Das wäre dann aber ein krass abweichendes, neues Steuermodell, mit ensprechend großem Umstellaufwand. Einfacher, aber aufgrund Einfluss der Reichen und ihrer Verbündeten und kapitalistischer Ideologie bereits genügend herausfordernd, wäre eine nach oben hin stark angehobene Kapitalertragssteuer, sowie effektivere Erbschaftssteuer und Einführung einer Vermögenssteuer, schätze ich.
 
[*]Der Gebäudebestand müsste nachträglich gedämmt werden. Bei diesem einen Passivhausstandard zu erreichen, dürfte sehr teuer und aufwändig, gar in Fällen womöglich unmöglich sein. Am besten sind Dämmmaßnahmen, die ein gute Preis-Leistungsverhältnis haben, die sich also überhaupt geleistet werden können und gleichzeitig einen recht großen Unterschied bei der Energieeinsparung machen können. Nachdem, was ich gelesen habe, wäre zuallererst Erneuerung von Dichtungen am günstigsten. Dann wären Dämmung von Dach, Ersatz der Fenster, Dämmung der Kellerdecke bereits effektiv. Also lieber jetzt Wärmepumpe plus ein "bisschen" Dämmung als umsetzbare Veränderung, als weiter fossil, wenn umfangreichere Dämmmaßnahmen plus Wärmepumpen nicht geleistet werden könnten. Allein die höhere Effizienz von Wärmepumpe macht bereits jetzt einen großen Unterschied bei älteren Gebäuden ...
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Passivhaus war auch von meiner Seite her nur das Extrem, um die Möglichkeiten abzustecken. Wieviel wo sinnvoll und nötig ist, muss man im Einzelfall prüfen. Deswegen plädiere ich ja so vehement dafür, die Abgaben auf Arbeit zu senken und die auf Energie anzuheben, den im Prinzip werden solche Einzelfallprüfungen immer gemacht. Nur mit der komplett falschen Ausgangsbasis: Aktuell kostet die Umsetzung von Änderung wenigstens das doppelte des eigentlichen Arbeitsaufwandes, die Verschwendung von Energie aber teilweise nur 20% der tatsächlichen, gesamtgesellschaftlichen Kosten.

Da ist die billigste Lösung für einen Altbau dann, die Gasheizung weiterlaufen zu lassen und die etwas teurere sind multiple großdimensionierte Splitklimas mit vielleicht JAZ 2-3 unter Beibehaltung der Nichtdämmung, was dann bei Strom aus Gaskraftwerken energetisch ein Nullsummenspiel wird. Dem Ding 20 cm Dämmung, neue Fenster und einen Wärmepumpenanschluss an ein Niedrigtemperatur Nahwärmenetz zu verspassen und so den Energieverbrauch um 80-90-95% zu senken, dass ist dagegen bei der aktuellen Kalkulationsgrundlage unbezahlbar. Das macht man höchstens bei Denkmalschutz und Altmietverträgen. (Nicht, weil es sich da lohnt, sondern weil man die absurden Kosten umlegt, so die alten Mieter zur Kündigung zwingt und dann nach Sanierung zum vierfachen Preis neuvermieten kann.)

Ich meine nicht, alle Halte zu reduzieren, sondern ein flexibles Verbindungsangebot zu schaffen. Bummelbahnen mit Halten an vielen "Milchkannen" bzw. Verbindungen mit Halten an größeren Orten, von denen aus Busse o.ä. zu "Milchkannen" weiterverteilen und abseits von Bummelbahnen Verbindungen, welche eben nur an Metropolen halten. Letztere brauchen keine ICEs zu sein ggf. kürzere Strecken, sie es mittlerweile ja bereits oftmals gibt.

Abgesehen davon, dass auf einigen Neubautrassen irgendwelche Dorfsheriffs einen ICE-Bahnhof als Preis für die Trassenführung erzwungen haben, beschreibst du den Istzustand. Wie gesagt: Das von dir selbst gebrachte Beispiel Berlin-Hamburg hat in der Regel drei Halte zwischen den Städten (dass er in Berlin und in Hamburg teilweise je zweimal hält, kostet zwar ein paar Minuten Haltezeit, aber abbremsen müsste er bis Beginn der Innenstadttrassen sowieseo). Wenn ich mich richtig erinnere, waren es auf der eigentlich Hauptstrecke statt der im Moment gefahrenen Umleitung 1-2 Halte, bei Sprintern kein einziger.

Aber das ändert halt nichts an dem Problem, dass die meisten Bahnstrecken in Deutschland nur zweigleisig ausgebaut sind und wenn du auch einen Milchkannenzug im gleichen Korridor fahren lassen willst, dann wird es bei der derzeitigen Auslastung zwangsweise vorkommen, dass ein ICE hinter dem abbremsen muss, bis die nächste Ausweichmöglichkeit kommt. Die Bahn hat da kein Konzeptproblem, sondern um welten zu geringe Kapazitäten. (siehe auch "Pünktlichkeit")

Es sollte nicht vergessen werden, dass der Energieverbrauch stark mit der Geschwindigkeit ansteigt. Eine halbe Stunde mehr an Fahrtzeit würde auf einer längeren Strecke nicht den Unterschied machen

Auf einer langen Strecke macht eine halbe Stunde mehr Fahrzeit aber auch nicht "den Unterschied" bei der Geschwindigkeit.

Nochmal zur Anmerkung: es geht nicht bloß um 1,2 Personen im Fünfsitzer sondern auch darum, dass dieser 23 Stunden pro Tag ungenutzt herumsteht.

Das ist ein Problem für die Stadtplanung, aber nur sehr eigneschränkt fürs Klima. Ein stehendes Auto verbraucht keine Energie. Und ehrlich gesagt hat die Binsenweißheit, dass Autos eigentlich Stehzeuge sind, auch wenig mit Einsparpotential zu tun, denn die meisten Autos stehen und fahren zu ähnlichen Zeitpunkten. Auch mit einer Umstellung von Besitz- auf Sharingfahrzeuge kann Person B nicht mit dem gleichen Auto um 8:45 zur Arbeit und um 18:45 wieder zurück fahren, dass Person A von 9:00 bis 18:30 und 19:00 bis 8:30 rumstehen lässt. Genausowenig funktioniert sharing saisonal, solange alle Sommerurlaub machen und an Weihnachten die Verwandtschaft besuchen. Ich wäre schon positiv überrascht, wenn man die Zahl der Autos auch nur halbieren könnte und das wäre energetisch und ökologisch ggf. nur ein Nullsummenspiel, wenn diese Autos im Gegenzug zusätzliche Strecken zurücklegen müssen, um von einem zum anderen Nutzer zu kommen.

Könnte sein. Das wäre dann aber ein krass abweichendes, neues Steuermodell, mit ensprechend großem Umstellaufwand. Einfacher, aber aufgrund Einfluss der Reichen und ihrer Verbündeten und kapitalistischer Ideologie bereits genügend herausfordernd, wäre eine nach oben hin stark angehobene Kapitalertragssteuer, sowie effektivere Erbschaftssteuer und Einführung einer Vermögenssteuer, schätze ich.

Das ist nur ein Vorschlag für "mehr Einnahmen", hat aber null Lenkungswirkung. Und, wenn man sich anguckt, was unsere aktuellen Politiker mit zusätzlichem Geld machen, auch nahezu null Nutzen für Klima oder Umwelt.
 
Passivhaus war auch von meiner Seite her nur das Extrem, um die Möglichkeiten abzustecken. Wieviel wo sinnvoll und nötig ist, muss man im Einzelfall prüfen.
Okay!

Deswegen plädiere ich ja so vehement dafür, die Abgaben auf Arbeit zu senken und die auf Energie anzuheben, den im Prinzip werden solche Einzelfallprüfungen immer gemacht. Nur mit der komplett falschen Ausgangsbasis: Aktuell kostet die Umsetzung von Änderung wenigstens das doppelte des eigentlichen Arbeitsaufwandes, die Verschwendung von Energie aber teilweise nur 20% der tatsächlichen, gesamtgesellschaftlichen Kosten.
Das mag gut sein. Da würde ich Dir zustimmen.

Da ist die billigste Lösung für einen Altbau dann, die Gasheizung weiterlaufen zu lassen und die etwas teurere sind multiple großdimensionierte Splitklimas mit vielleicht JAZ 2-3 unter Beibehaltung der Nichtdämmung, was dann bei Strom aus Gaskraftwerken energetisch ein Nullsummenspiel wird. Dem Ding 20 cm Dämmung, neue Fenster und einen Wärmepumpenanschluss an ein Niedrigtemperatur Nahwärmenetz zu verspassen und so den Energieverbrauch um 80-90-95% zu senken, dass ist dagegen bei der aktuellen Kalkulationsgrundlage unbezahlbar. Das macht man höchstens bei Denkmalschutz und Altmietverträgen. (Nicht, weil es sich da lohnt, sondern weil man die absurden Kosten umlegt, so die alten Mieter zur Kündigung zwingt und dann nach Sanierung zum vierfachen Preis neuvermieten kann.)
Das dürfte schwierig werden - es sei denn, die. Gaslobby erreicht eine entsprechend hohe Gassubventionierung.
Zum nachfolgenden - Das mag sein. Dann müsste mensch Förderungsmenge ändern - am besten mit Förderungsbedarf in Abgleich mit Vermögen. Wer viel hat, kann/sollte auch viel selbst beitragen, wenn mensch jetzigem System etwas menschlicheren Antlitz verleihen wollte.

Das ist ein Problem für die Stadtplanung, aber nur sehr eigneschränkt fürs Klima. Ein stehendes Auto verbraucht keine Energie.
Mein Punkt ist, dass Ressourcenförderung und Herstellung anstelle für viele neue Autos in ÖPNV & Co flössen. Das wäre effizientere Energie-und Ressourcennutzung und würde weniger Klima-und Umweltschäden bedeuten. Wir diskutieren hier ja vor dem Hintergrund, dass neue Autos im Schnitt 1,7 t wiegen (für deren Bau diverse Rohstoffe benötigt werden, welche nicht durch recyceltes Metall ersetzt werden, und die zumeist in wesentlich größerer Menge geschürft werden müssen - bspw. wenn ich mich recht entsinne, braucht es zur Gewinnung von Aluminium die 4fache Menge an Bauxit und sehr viel Strom/Energie) wiegen und dass es einen Bestand an 48 Mio.(!) Autos bzw. jährliche Neuproduktion von 4 Mio. (!) alleine in Deutschland gibt. Insofern könnte ein Einspareffekt schon groß sein, meine ich. Entsprechend finde ich es fatal, wenn weiterhin das Märchen der herkömmlichen Verkehrswende weitererzählt werden - auf allgemeine Debatte, nicht unbedingt auf Dich gemünzt -, wonach neue E-Autos umweltfreundlich wären. Diese Denke wird ja von vielen Leuten übernommen, und ein weiteres Umdenken über diesen Aspekt des verschwenderischen und zerstörerischen Lebensweise findet meines Eindrucks nach kaum statt. Viele wollen ihre Bequemlichkeit beibehalten ungeachtet der tatsächlichen Folgen, die damit einhergehen.

Und ehrlich gesagt hat die Binsenweißheit, dass Autos eigentlich Stehzeuge sind, auch wenig mit Einsparpotential zu tun, denn die meisten Autos stehen und fahren zu ähnlichen Zeitpunkten.
Meine Annahme ist, dass die Ineffizienz der Autos zwar auf der Hand liegt, aber keinesfalls von vielen gesehen wird - schon gar nicht die Negativ-Folgen. Wohl auch nicht bezüglich stetigen Reifen- und Asphaltbedarfs (rohölbasiert)

... denn die meisten Autos stehen und fahren zu ähnlichen Zeitpunkten. Auch mit einer Umstellung von Besitz- auf Sharingfahrzeuge kann Person B nicht mit dem gleichen Auto um 8:45 zur Arbeit und um 18:45 wieder zurück fahren, dass Person A von 9:00 bis 18:30 und 19:00 bis 8:30 rumstehen lässt. Genausowenig funktioniert sharing saisonal, solange alle Sommerurlaub machen und an Weihnachten die Verwandtschaft besuchen. Ich wäre schon positiv überrascht, wenn man die Zahl der Autos auch nur halbieren könnte und das wäre energetisch und ökologisch ggf. nur ein Nullsummenspiel, wenn diese Autos im Gegenzug zusätzliche Strecken zurücklegen müssen, um von einem zum anderen Nutzer zu kommen.
Das sehe ich genauso. Es hinge dann vom Anteil von Sammelfahrten ab. Wie auch immer, deswegen bevorzuge ich die Lösung ÖPNV, Bahn und Fahrrad inkl. E-Bike.

Was ich bemerke, ist, dass die Diskussion bzw. Forderungen/Lösungen (bspw. Passivhaus, radikale Verkehrswende) hier und da Richtung Utopie geht, da sie jetzigen Profitinteressen der Konzerne (insbesondere der mächtigen Erdölkonzerne) sowie u.a. kurzfristiger Bequemlichkeitsneigung der Konsument:innen zuwiderlaufen.

Edit: Korrekturen sowie Erläuterungen und Ergänzungen, Anführen des letzten eigentlichen Zitates
 
Zuletzt bearbeitet:
Huh, was meinst du jetzt genau?
Den Individualverkehr einschränken,. den öffentlichen Naheverkehr bis in die Dörfer ausbauen und kostenlos anbieten
Den Individualverkehr muss man eh einschränken, wenn man Klimaneutral werden will und das ist in 20 Jahren soweit.
Deutschland hat das jahrelang verschlafen und je länger man wartet, desto stärker müssen am Ende die Schriztte werden. Ich tippe sowieso auf e9in Verbot, das irgendwann kommen wird.
Und wenn ich mir die Regierung anschaue, wird schon wieder verschleppt.
Ich hoffe, ich kriege es noch mit, wenn die CSU Verbote ausspricht und dabei erklärt, dass man nur durch Verbote die Ziele erreichen kann, weil der eh4malige Ministerpräsident Unsinn geredet hatte.
 
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