Okay, das mag sein. Genau habe ich mir das nicht angeschaut, deswegen im konjunktiv formuliert.
Noch kurz - demnach was ich las, sind Offshore WKAs größer (Nabenhöhe, Rotorblätterlänge) als Onshore WKAs.
Sollte im Schnitt stimmen. Offshore hat einfach nicht die Transportprobleme und viel höhere Fundamentkosten, da rentieren sich große Exemplare schneller. Aber afaik werden mittlerweile auch 10 MW und mehr an Land aufgestellt, also die Größenordnung, die vor 10-15 Jahren Offshore der neueste Scheiß war. Und bei gleicher Leistungsklasse sind die Dinger dann i.d.R. noch größer, weil man Onshore halt im Schnitt weniger Wind und mehr Verwirbelungen unten hat => längere Blätter und mehr Abstand zum Boden.
Naja, fragt sich wie viele Faktoren auf den Bestand welcher Vögel einwirken und wie groß der Faktor von WKAs ist. Und wie das im Zusammenhang aussieht, wenn es Abhängigkeiten der Vogelarten voneinander gibt. An sich ist der Vogelbestand ja bereits dramatisch zurückgegangen. Auf den Lofoten in Norwegen ist bspw. seit den 1970ern ein Rückgang von 80 Prozent der Seevögel zu verzeichnen ...
Klar muss man im Einzelfall gucken und ich sagen ja auch, dass
mehr WKAs je nach Standort durchaus eine Belastung darstellen. Das wird aber auch berücksichtigt und
höhere ist im Gegensatz dazu relativ unproblematisch, weil wird das "da fliegen die Vögel drüber hinweg"-Format schon vor 25 Jahren verlassen haben. Aber nicht vor 60 Jahren. Dass die Vogelpopulationen, auch bei uns, seit den 60ern abnehmen liegt nicht am Flügelschlag, sondern überwiegend an der Landwirtschaft.
So ließe sich (auch) der Energiebedarf und so auch der Ausbau der EEs in Grenzen gehalten werden.
Wie gesagt: Ja, mit weniger Verschwendung ließe er sich in Grenzen halten. Aber ohne massivste Einschränkungen, de facto eine Abschaffung der Industrialisierung, nicht auf die Grenzen, die wir heute mit EE füllen konnen. Sondern eben maximal Größenordnungen, die wir beim heutigen Ausbautempo erst in Jahrzehnten erreichen werden => die ganze derzeit von der Union und anderen Lobbyisten durchs Dorf getriebene "Bedarf überprüfen"-Sau ist nur ein Ablenkungsmanöver. Der Bedarf liegt auf absehbare Zeit bei deutlich über 100% der Ausbaukapazitäten, auch wenn wir endlich mal mit Sparen ernst machen. Und er liegt sehr, sehr, sehr, sehr weit darüber, wenn wir es nicht machen.
Heizung hat übrigens mehr Potential als Verkehr: Passivhäuser gibt es seit Ewigkeiten und in nahezu allen Formaten. Den Verbrauch kann man also auf null senken. Aber zügig und über größere Entfernungen von A nach B kommen wird immer Energie brauchen. Mit anderer Technik ggf. etwas weniger (wenn ich mir die aktuellen Batterie-SUVs angucke ggf. auch nicht

), aber jenseits des innerstädtischen Verkehrs ist man da schnell wieder bei reinem Verzicht.
Ich sehe da nicht den Unterschied zwischen dem, was ich zu dem Punkt schrieb/meinte und Du nun geschrieben hast.
Vermutlich hast du die gleiche Intention, aber deine Formulierung ist 1:1 die gleiche, welche Land auf Land ab für ein immer weiteres zurückdrängen von Schutzmaßnahmen genutzt wird: Die Gleichsetzung von Klima-, Umwelt- und zum Teil auch noch Arten- und sogar Tierschutz. Das Ergebnis sind dann Windräder in der Kernzone von Natura 2000 Habitaten, wo sie tatsächlich seltene Vogelarten mit spezifischen Anforderungen bedrohen, weil das "ja die Natur schützt". Bullshit! WKAs schützen eine im Energieluxus sitzende Menschheit vor der Selbstzerstörung. In Naturschutzgebieten haben die entsprechend nichts zu suchen; eigentlich sollte man sie in Industrieparks, Villen- und Vorortsiedlungen stellen. Dahin, wo die Energie verbraucht wird, nicht auf die allerletzten halbwegs unberührten Schutzflächen.
Vielleicht meinen wir ja das gleiche. Vermehrter Flächenverbrauch und Vergiftung der Umwelt würde ich als wesentliche Ursachen für Artensterben anführen.
Das ist sicherlich richtig. Und genau deswegen hat Umweltschutz nichts mit Klimaschutz zu tun, denn dem Klima sind Vergiftungen egal und Flächenverbrauch ist auch nur mittelbar relevant (Flächenumnutzung setzt oft Klimagase frei, aber nur einmalig).
Inwiefern? Ich würde geringeren Flächenverbrauch als einen Faktor von/für Umweltschutzes ansehen.
"Größere Monitore" und "mehr Smartphones" haben aber quasi keinen Flächenverbrauch. Mehr Billigschweinefleisch für den Export, das ist bei uns der Haupttreiber, gefolgt von Neubauten inkl. Straßen. Global betrachtet ist es vor allem das Bevölkerungswachstum. Aber Technikkonsum und Stromverbrauch spielen eher eine kleine Rolle. Das traurige an Freiflächensolaranlagen ist nicht die Dimension der abgedeckten Flächen, würde mich nicht wundern wenn trotz allem mehr Parkplätze neu gebaut werden, sondern dass diese Abdeckung technisch vollkommen überflüssig ist, solange wir noch Ende ungenutzte Gebäudeflächen haben, die ohnehin versiegelt sind.
Was meinst Du? Ich sehe jedenfalls miteinander verflochten. (Meine) Grundlinien sind Erhaltung der Lebensgrundlagen für Menschen und auch Zugestehen einer größeren Gewichtigkeit des Lebens von Tieren.
Es gibt Verknüpfungen, aber als Artenschutz bezeichnet man eigentlich den Schutz einzelner Arten. Wo man es hinbekommen kann, versucht man das heute so hinzubiegen, dass deren Lebensbedingungen geschützt werden, sodass bei hinreichend großem Maßstab eine gewisse Naturschutzwirkung resultiert. Wieviel hängt aber von der Art ab, Maßnahmen gegen Abschüsse von Wildkatzen schützen bedrohte Insekten beispielsweise nicht vor Ackergiften und umgekehrt, während ein Naturschutzgebiet das Ökosystem insgesamt erhalten würde. Und ganz klassischer Artenschutz besteht auch darin bestehen, Nashörner gegen Wilderer zu überwachen oder die letzten Exemplare einer Art einzufangen und Zoos nachzuzüchten. Das hat dann mit Naturschutz ebensowenig etwas zu tun, wie Naturschutz oftmals nichts mit Klimaschutz gemeinsam hat. Als vierten Punkt, der oft in den gleichen Topf geworfen wird, gäbe es dann noch Tierschutz, also die Bewahrung einzelner Exemplare vor Unanehmlichkeiten. Wer die Hand voll machen will, kann außerdem auch noch zwischen Umweltschutz und Naturschutz differenzieren: Umwelt ist, was Menschen umgibt. Also z.B. Luftqualität in Städten, während Natur eben Natur ist.
In Deutschland werden aber alle fünf Anliegen als linksgrünes Spinnertum zusammengefasst und dann erhalten sie zusammen ein Budget, dass nicht einmal für eine der Rubriken ausgereicht hätte. Und dieses Budget fließt mittlerweile zu >>90% in den Klimaschutz (wenn man Glück hat. Wenn man Pech hat, bauen Habeck oder Reiche fossile Infrastruktur davon). Umweltschutz rund um Menschen wird auf kommunaler Ebene noch vorangetrieben (wobei ich den Eindruck habe, dass das eher auf Druck von Immobilienbesitzern geschieht, die eine Aufwertung wollen), aber Naturschutz ist seit Jahren auf dem Rückmarsch. Insbesondere die Bauern, aber auch die Baulobby streicht gerade einen Punkt nach dem anderen. (Von Artenschutz brauchen wir gar nicht erst anzufangen und im Tierschutz ist sogar die Überwachung bestehender Regelungen Aktivisten überlassen, die dafür mit beiden Beinen im Knast stehen.)
All das mit der Begränung "wir tun doch schon genug fürs Klima". Was a) falsch ist und b) eben nichts mit Natur-/Arten-/Tierschutz zu tun hat

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[Energiewende]
Ah, okay. Da war ich mir nicht sicher, da Du von einem Investitionsrisiko schriebst. So ein Risiko lässt sich ja durch angepasste Dimensionierung und Kombination mit Wärmepumpe minimieren. Bei hohem Eigenverbrauchsanteil der gebauten EEs dürften sich Investitionen sehr schnell rentieren, würde ich meinen. Hierdurch würden die sonst laufenden Strom- und fossil-verknüpfte Heizkosten eingespart werden. Hatte da weiter oben ein Beispiel eines Ortes genannt, der in EEs investiert ...
Das Problem bei allen kleinmaßstäblichen Investitionen ist der Overhead. Kommunen sind einfach eine keine Kraftwerksbauer oder -betreiber und sich 4-5 WKAs das nötige Knowhow anzueignen ist genauso aufwendig und teuer, wie für 4000-5000. Die Planung des Parks selbst dann nur unwesentlich günstiger als die von einem 40-50 oder 400-500, den es bleibt halt EIN Standort, EIN Gebiet, EIN Anschluss. Wenn man also von einem Gebiet redet, in dem große Betreiber einen Ausbau für nicht lohnend erachtet haben, dann ist es nahezu garantiert, dass der sich unter BWL-Betrachtung für Kleinbetreiber erst recht nicht lohnt. Auch private Solaranlagen leben weiterhin in großen Teilen von staatlicher Förderung (deutscher wie chinesischer) und schöngerechneten Bilanzen. Würde man das gleiche Geld, dass Staat(en) und späterer Besitzer und Netzbetreiber und Stromkunden zahlen, einigermaßen geschickt an der Börse anlegen, käme mehr dabei herum. Die Technik ist zwar mittlerweile recht billig geworden, aber das ganze drumherum nicht.
Anders sieht das ganze, wie gesagt, bei VWLer-Betrachtung aus, weil halt einfach die Gemeinschaft profitiert. Aber für diese idealistische Perspektive muss das Geld halt erstmal da und übrig sein. Dann kann man es investieren und freut sich am Ende nicht darüber, dass man es mit Gewinn zurückbekommt (weil man das nicht tut), sondern daran, dass es der ganzen Gegend etwas besser geht. Gegenden, die soviel Geld übrig haben, ging es aber schon vorher relativ gut und sie sind selten. Effizient und sinnvoller wäre ein Ausbau auf Landes- oder Bundesebene. Aber das wäre dann ja Sozialismus oder ""schlimmeres"".