Ob was genau Abschaffung der Industrialisierung bedeutet, weiß ich nicht. Das müsste mensch genauer betrachten. Allerdings sind Dynamiken durchaus denkbar - würde sich bspw. Deutschland gegen Großteil von KI sperren und damit auch eine geringere Rechenleistung und Energiebedarf erreichen, wäre dies "ein Nachteil für den Wirtschaftsstandort Deutschland - blabla ...".
Der Primärenergieverbrauch ist seit Beginn der 1990er Jahre rückläufig. Bis auf Erdgas ist der Einsatz aller konventionellen Primärenergieträger seither zurückgegangen. Dagegen hat die Nutzung erneuerbarer Energien zugenommen. Ihr Anteil ist kontinuierlich angestiegen, besonders seit dem Jahr 2000.
www.umweltbundesamt.de
Aktuell decken wir (trotz massiver Auslagerung von Verbräuchen nach Asien) gerade einmal 20% unseres Primärenergiebedarfs durch Erneuerbare. Und das, obwohl wir die nutzen, wann immer sie was ausspucken, weil halt immer ein Verbraucher bereitsteht. Mit Speichern für gleichmäßigen Output würden vielleicht 10-15% Bedarfsdeckung bleiben. Heißt umgekehrt: Um den Ausbau runterfahren zu können, müsste man 85-90% des Verbrauchs einsparen. Das entspricht
NULL Energieverbrauch Verkehr
NULL Energieverbrauch Gewerbe
NULL Energieverbrauch Industrie
Halbierter Energieverbrauch Haushalte
Also "mit einem beheizten Zimmer in seinem Dorf sitzen und von händischer Subsistenzlandwirtschaft zehren". Das ist Definitiv ein Rückfall in die vorindustrielle Zeiten. Mit etwas Glück würde es noch für medizinische Versorgung reichen, aber die aktuell so intensiv disktutierte Landesverteidigung muss mit Speeren erfolgen. (Pfeilverbrauch bei Bögen sind nicht drin, Pferde und Maultiere auch nicht, denn die Biomasseproduktion ist ja schon energetisch verplant.)
Ob es bis Passivhäuser-Standard gehen muss, weiß ich nicht.
"Muss" weiß ich auch nicht. Auch wenn ich dazu tendiere, es für sinnvoll anzunehmen, denn Häuser kann man wirklich lange nutzen und einen Verbrauch über wirklich lange Zeiten noch ein Stück weiter zu senken, rechnet sich schnell. Baumaterialien sind davon übrigens unabhängig. Man kann ein Passivhaus auch aus Holz bauen, ist sogar ein ziemlich naheliegendes Material für den Zweck, und z.B. mit Wolle dämmen, bei der es ohnehin massiv an Abnehmern mangelt. Der Bau erfordert dann halt spürbar mehr Arbeitsstunden und die dickeren Wände reduzieren den Platz drinnen etwas. Deswegen macht man das in der realen Gegenwart, wo jeder seinen >>100 m² Palast will und Arbeit teuer, aber Energie billig ist, nicht. Aber es ginge und wir reden hier ja über machbare Ziele, nicht über den Ist-Zustand.
Was aber abseits von "muss" definitiv gilt: Man kann. Wohnen ohne Energieverbrauch geht.
Dinge von A nach B bewegen ohne Energie zu verbrauchen geht dagegen nicht.
Das kommt wohl auf die Entfernungen an. Geht es um Bahnstrecken verkürzen die Reduzierung der Anzahl der Halte die Reisedauer mehr als die Erhöhung der Fahrtgeschwindigkeit. Würde also bspw. ein herkömmlicher "Regionalzug" von Berlin nach Hamburg zwischendurch nicht halten, so wäre dieser kaum langsamer als ein ICE, wenn er zudem ohne Halte, zwischendurch auf anderen Zugverkehr wartend, durchfahren könnte.
Selbst wenn du die Halte auf null reduzierst, kannst du keinen Geschwindigkeitsfaktor von Faktor 2-3 kompensieren auf einer Strecke, auf der auch der ICE nur 2, 1 oder kein Mal hält. Außerdem halten die Züge ja nicht zum Spaß, sondern weil da Leute ein und aussteigen wollen. Diesen Nachteil hat der ÖPV immer: Er muss Leute einsammeln und verteilen un das kostet Zeit und bedeutet mehr Wegstrecke. Letzteres bedeutet Energieverbrauch, ersteres durch mehr Tempo zu kompensieren auch und dementsprechend haben Einsparungen durch ÖPNV ihre Grenzen.
Laut Bahn:
ICE 25-37 Wh/Platz&km
EC 26 Wh/Pkm
RE 22 Wh/Pkm
S-Bahn 21 Wh/Pkm
Fünfsitzige Batterieautos haben 20-40 Wh/Pkm und fahren ohne Umweg über C von A nach B. Um die gleiche Transportleistung effizienter zu erbringen, muss die Bahn schätzungsweise eine doppelt so hohe Auslastung erreichen. Klingt, ausgehend von 1,25 Personen im Fünfsitzer, erstmal einfach, aber jede Linie hat Anfangs- und Endstücken, jeder Planverkehr hat Zeit mit geringer Auslastung und ähnliches. Ich hatte schon ICE-Wagen für mich alleine, RE in Randzeiten JWD hat oft nur eine Person pro zehn Sitzplätze. In Gebiete mit noch weniger Verkehrsdichte auszubauen, kann den Verbrauch also sogar steigern und im Gesamtschnitt liegt der Vorteil der Bahn bislang eher in der Oberleitung, welche eine Umstellung auf EE drastisch erleichtert, nicht in der Effizienz.
Okay. Ich habe da Umwelt- mit Naturschutz synonym verwendet. Ein Beispiel: Renaturierung/Wiedervernässung von Mooren, was vorher Agrarfläche war. Das bedeutet CO2-Einspeicherung, höhere Artenvielfalt - Klima- und Naturschutz. Naturschutz könnte aufgrund obigen Hinweises Naturbegriff etwas komplizierter sein ...
Jo, Moorschutz ist ein Beispiel, wo viel ineinandergreift. Primär ist das Naturschutz, aber weil Moore zu den wenigen noch naturnahen und damit artenreichen Lebensräumen in Deutschland gehören (ein ursprünglicher Wald wäre vielleicht noch schützenswerter, aber wir haben halt keinen), stehen sie auch beim Artenschutz im Fokus und während die Wiedervernässung nur sehr wenig CO2-Bindung und damit Klimaschutz beiträgt, stoppt sie zumindest die enorme laufende Klimaschädigung, die Moortrockenlegung darstellt.
Sicherlich kann mensch das aktuelle System hinterfragen und Gerechtigkeitsfrage stellen - bspw. wo bleiben die vielen (ärmeren) Mieter:innen?
Gerechtigkeit sollte man imho am anderen Ende lösen. Mein Vermieter ist zwar derjenige, der mir als Einzelposten am meisten Geld vom Konto klaut, aber die Arbeitslosen-, Renten- und Krankenversicherung zweigen schon vor dem Konto noch mehr ab und wenn ich die Märchensteuer überall zusammenrechne, kommt auch ordentlich was zusammen. Warum nicht die Energiesteuern so hoch und damit die Produktion so attraktiv machen, dass jeder Vermieter von alleine nutzt (oder an einen Stromkonzern vermietet, der das für ihn übernimmt)? Und parallel die Grundsteuern so nach oben schrauben, dass nicht zuviel zusätzliche Kohle in den Taschen des Vermieters bleibt? Und von diesem Geld all die sozialen Funktionen finanzieren, die bislang das Groß der Arbeiter bezahlt, sodass ich trotz auch für mich steigender Energieausgaben am Ende wenigstens den gleichen Betrag auf dem Konto habe?
So geht "steuern". Aber in Deutschland mach man stattdessen teure Lobbygeschenke.
Naja, da wird irgendwann das Erwachen kommen, wenn sie merken, dass Autoabhängigkeit ganz schön blöd ist, wenn man erst mal altersbedingt seinen Lappen abgeben musste. Dass insbesondere diese Generation so darauf schwört könnte auch mit daran liegen, dass die in einer Zeit angefangen haben Auto zu fahren, in der diese ganzen Probleme, die ja auch Autofahrer betreffen, noch nicht aufgekommen sind, weil einfach noch viel weniger Leute gefahren sind und die immer noch denken, dass die Lösung ist, einfach mehr und breitere Straßen und mehr Parkplätze zu bauen und deswegen natürlich allergisch darauf reagieren, wenn stattdessen Platz für irgendwas anderes "verschwendet" wird.
Nahezu alle der heutigen Probleme stehen spätestens seit den 70ern auf der Agenda und Leute, die damals schon alt genug waren, um sich eingelebt zu haben, liegen mittlerweile zum Großteil im Grab (Alter: 75-80+). Was sich in großer Zahl erhalten hat sind jüngere Leute, die seit ihrer Jugend ersichtliche Probleme seit Jahrzehnten leugnen und darauf bestehen, dass ihr Komfort wichtiger als alles andere ist.
Klar. Jedes Auto unterliegt einem Wertverlust und hat gewisse Betriebskosten. Bei meinem
EV3 sind das ohne den "Sprit" aka Strom ganz bummelige 0,5 € / gefahrenem Kilometer. Ich will den Wagen nach 4 Jahren mit möglichst hohem Wiederverkaufswert loswerden. Fahre ich 4.500 KM, dann sind das für mich Kosten, also ein Wertverlust in Höhe von 2.250 €. Die 800 € für den Mietwagen sind dagegen dann ein Schnäppchen.
Autos nur für vier Jahre kaufen, aber beim Thema Ressourcenverbrauch mitreden wollen
Klar. Jedes Auto unterliegt einem Wertverlust und hat gewisse Betriebskosten. Bei meinem
EV3 sind das ohne den "Sprit" aka Strom ganz bummelige 0,5 € / gefahrenem Kilometer. Ich will den Wagen nach 4 Jahren mit möglichst hohem Wiederverkaufswert loswerden. Fahre ich 4.500 KM, dann sind das für mich Kosten, also ein Wertverlust in Höhe von 2.250 €. Die 800 € für den Mietwagen sind dagegen dann ein Schnäppchen.
Vorsicht: Der Beispielrechner legt alle Kosten auf die gefahrenen Kilometer um, auch die pro Zeit anfallenden. Der Wertverlust nach 5 Jahren und 20 Mm ist "nur" 2k kleiner als nach 5 Jahren und 25 Mm. Davon 800 € Mietwagen und sagen wir mal 500 € Differenz Strom versus Sprit abgezogen, und es verbleiben 700 €, die du netto gespart hast. (Ggf. weniger, wenn sich z.B. zusätzliche Firmenwagenkosten steuerlich verrechnen lassen)
Dafür bist du nicht nur umweltschädlicher unterwegs gewesen, sondern halt auch mit der ollen Mietschüssel statt mit dem (hoffentlich) nach deinen Wünschen ausgewählten, eigenen Auto.
Eine rein kaufmännische Sichtweise. Mir überweist niemand Geld, egal wie mein Output war. Ich muss kalkulieren können. Tue ich das nicht, dann gehe ich pleite.
Also mein letzter Verbrenner hatte 7500 € Wertverlust über 140000 km, entspricht 0,05 Cent. Irgendwas machst du falsch, wenn es dir wirklich nur über günstige Mobilität geht...
Ein Fahrzeug an einen Händler als Anzahlung für einen Neuwagen bei diesem zu verkaufen ist doppelter Verlust. Der Händler ...
Macht je nach Marke und Zustand teils spannende Dinge. Hätte ich noch einmal bei der gleichen Marke gekauft, hätte ich obigen Wertverlust um 6500 € senken können
