Der Energiewende Thread

  • Ersteller Ersteller Gast1675120202
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Ja, im Sommer und noch vor 10 Jahren ja.
Allerdings gabs da noch nix mit E-Motor, also gestrampelt.
Jetzt, mit 46, Bürobierbauch, unmögliche Arbeitszeiten (wie z. B. gestern von 20:30 bis 04:45 Uhr) und heute Morgen frische +2° bevorzuge ich dann doch die S-Bahn.
In diesen Augenblicken sind mir die 31gr CO2/Bahnkilometer völlig egal, weil hundemüde.

Gegen den Bauch hilft Radfahren :P
Und zu den genannten Zeiten würde ich erst richtig wach werden. Stattdessen muss ich mich halt zu den Zeiten auf Arbeit schleifen, zu denen mein Körper schlafen will. Willkommen bei der chronischen Diskriminierung in Deutschland.

2 °C sollten übrigens mit einem geschlossenen Velomobil ebenfalls ziemlich gut passen. Aber wenn die S-Bahn bei dir eine passable Lösung ist, ist das ja auch okay. Ich sag ja nur, dass es selbst für solche Entfernungen auch individuelle Lösungen mit geringem Energiebedarf gibt und plädiere im großen und ganzen dafür, dass >99% der Bevölkerung nicht weiter als 5 km von der Arbeitsstelle, die Mehrheit nicht weit als 5 m, entfernt leben sollte. Das senkt den Energiebedarf dann nämlich richtig.
 
Wie weiter oben schon geschrieben: Ein Großteil der Autos wird so oder so benötigt, wenn man den Leuten weiterhin individuelle Ausflüge, Urlaube und ähnliches zugestehen will. Diese Autos könnten sehr viel weniger fahren, als heute üblich, wenn man sie sinnvoll nur da nutzen würde, wo sie nötig sind.
Auch auf die Gefahr hin, dass ich da weiter darauf herumreite und womöglich nerve. Das Benötigen in dem von Dir beschriebener Weise würde ich als Anspruchshaltung betrachten (und nicht als Notwendigkeit, wie sich Deine Formulierung deuten ließe). Ich will das jetzt nicht an Deiner Person festmachen, sondern nehme an, dass solche Haltung weit verbreitet ist und ziele auf diesen Normalitäts- und Anspruchsdiskurs ab.
Deine genannte Logik erscheint mir als schlechte Ausrede - sorry - denn je weniger Autos genutzt werden, desto ineffizienter wird deren Bilanz in Bezug auf die für die Herstellung und Unterhalt des Autos aufgewendeten Resourcen und Energie.
Um zugestehen/(implizit)nicht zugestehen von Urlaub, Ausflügen geht es in meinen Augen nicht, sondern es geht um die Form der Mobilität. Die Alternative wäre regelmäßig nicht kein Urlaub und keine Ausflüge sondern Urlaube/Ausflüge mit Fahrrad und ÖPNV bzw. einer Kombination aus diesen statt mit dem Auto - oder eben E-Carsharing. Das Problem der Körpergröße fällt beim ÖPNV/Fahrrad weg.

Nö, ich bin da technologieoffen. In einigen Nischen bin ich mir sogar definitiv sicher, dass sich Verbrenner zumindest so lange lohnen werden, wie die Infrastruktur sowieso rumsteht.
Oh, da bin ich erstaunt bzw. habe Deine Beiträge falsch in Erinnerung/an ihnen vorbei gedeutet ... Ich dachte, Du argumentierst stark für Klimaschutz, von daher nahm ich an, dass Verbrenner-Neuproduktionen für Dich als gesellschaftliche Lösung nicht in Frage kämen. Okay, da habe ich mich geirrt. Angesichts der gigantischen Zahl an vorhandenen Autos, ist meine Annahme, dass der Übergang hin zu E-Autos/ÖPNV/Fahrrad usw. ohne neue Autos funktionieren würde.

Da geht es nicht um Erkrankungen, sondern einfach um Vorlieben. In meinem Fall: Ich mag die Natur, ich mag keine Menschenmassen. Das bedeutet, dass mich meine Ausflüge und meine Urlaube gerne dahin führen, wo es möglichst wenige Menschen gibt und das bedeutet immer auch Orte, die nicht effektiv mit ÖPNV-Sammelsystemen bedient werden können.
Mir geht es ähnlich. Allerdings reise ich mit Bahn und Bus bspw. nach Norwegen in die Pampa. Das geht also schon.

Ich habe es in Betracht gezogen, aber die Fahrzeugauswahl war ein Problem. Aus unerfindlichen Gründen werden Autos fast nur noch in den Kategorien "für kleine Leute" (Mittelklasse und alles darunter), "Oberklasse und noch größer" oder "Sportwagen" angeboten. Ich wollte einen Kompakten, in den man auch als etwas größere Person sicher (Stichwort: Schulterblick vs. B-Säule) und ergonomisch (Stichwort: Keine Rückenschmerzen nach 200 km) fahren kann. Das gab es nur, wenn man es sich gekauft hat. Hätte ich mieten wollen, hätte ich besagte Oberklasse für alle Fahrten mit Kofferraumbedarf und besagte Sportwagen für alle Strecken mit Bedarf an geringen Außenabmessungen mieten müssen. Hätte vielleicht auch Spaß gemacht, mit ner E-Klasse oder nem Superb in den Urlaub zu fahren und da dann mit ner Elise rumzukurven, wäre aber weitaus teurer gewesen, als ein eigener 1er und hätte auch einen höheren Verbrauch bedeutet.
Verstehe. Bliebe noch ÖPNV/Bahn ... :fresse:

Kenne mich nicht mit bayrischem Schnee aus, aber bei Schleswig-Holsteinischen (eher selten, aber im letzten Jahrzehnt ein paar mal reichlich) reichen auch einfach etwas dickere, gröbere Reifen für 20 km/h. Ist etwas anstrengender, erfordert etwas mehr Aufmerksamkeit und ist nichts für Leute mit Osteorospose, aber es ist machbar. Und man hat nicht den Hassel mit Spikes, die eben NUR auf Schnee funktionieren, was je nach Tageswetter und auf einigen Wegen auch je nach Abschnitt und Räumungsgrad einen Reifenwechsel erfordern würde.
Das hätte ich eigentlich auch gedacht, ABER ein Freund von mir nutzt Spike Reifen sogar in Norddeutschland und schwört auf sie, da er über Land inkl. Feldwege durch Nachtfrost und teils Glätte radelt. Das, also Radeln, macht er auch das ganze Jahr durch bei Wind und (norddeutschem!) Wetter. Wie @empy schon schreibt - es kommt auf Ausrüstung/Kleidung an. Das kann ja auch unterschiedlich aussehen. Menschen haben unterschiedliche Fahrkompetenz/Sicherheitsgefühl/Erfahrungen/Körperwärmeerzeugung/-verteilung ... (will damit aber keinesfalls den Freund von mir schlechtreden sondern auf verschiedene Bedürfnisse und Vorausetzungen verweisen).

Also ich liege bei 500 kg direkte Emissionen pro Nase und Jahr (durch KFZ-Nutzung inklusive Urlaubsfahrt, Gas und Strom von reinen Ökoanbietern) und ich meide aus klimatischen Gründen gezielt Rindfleisch. Das der Biobauer das Futter für mein Bratwurst mit Diesel einfährt, entzieht sich aber meiner Kontrolle und wäre beim Veggischnitzel aus brasilianischem Soja auch nicht besser. Das sind Emissionen der Industrie und die soll mal schön der Industrie zugerechnet werden, ich versuche nach Möglichkeit die akzeptabelsten Produkte auszuwählen.
Vegetarisch, meist...
Die eigene Hühnerhaltung bei uns im Garten wäre absurd, würden wir nicht die Eier futtern.
und richtig würziger Käse ist meine Leispeise, also nicht vegan, aber kaum Fleisch.

Also wir versuchen das herunterzudrücken. Idealismus.
Mh, mich irritiert diese Mengenangabe. Selbst für mich ohne Auto sind laut (BUND-CO2-Rechner) größere Zahlen gefallen. Die konnte ich mir nicht merken, kann ich hier gerade nicht angeben.
Also ich finde es jedenfalls gut, klimatisch bewusster zu essen. :) Vegetarisch kann - allgemein gesprochen - allerdings in die Irre führen, falls mensch meint, Fleisch mit Milch- und Eierprodukten kompensieren zu müssen. Insbesondere Butter und Käse bedeuten sehr viele Treibhausgase. Ziel wäre es also, insgesamt Tierprodukte zu reduzieren. Und Du @emp1 erwähnst Reduktion ja implizit, und kennst diesen Passus wohl, nehme ich an.
Naja, bezüglich der Legende "Veggischnitzel aus brasilianischem Soja" - es gibt genügend Veggie-Produkte basierend auf Bio-Soja aus Europa oder auf Basis von Erbsen, Lupine, Linsen, Sonnenblumen ...

Geb den Ärmeren lieber Geld, damit sie sich den Luxus leisten können, der ihnen am wichtigsten ist und knöpfe all denjenigen, die etwas umweltschädliches wählen, entsprechend viel ab. Inlandsflüge sind überflüssiger als Langstreckenjets, aber klimaschädlicher sind letztere, einfach wegen der Strecken. Und wenn jemand lieber täglich mit einer RTX 5090 und mit einer Pimax abtaucht, als einmal in seinem Leben mit einem Flug auf die Malediven: Why not?
Alles durch Verbote und "Verfügbarmachung" regeln zu wollen erfordert letztlich alles und wirklich absolut alles durchzuplanen, für jeden. Das hat bislang nie funktioniert.
Wenn CO2-Äquivalente als Kosten in entsprechenden Höhen auf Guter/Dienstleistungen umgelegt würden und Leute ein Pro-Kopf-CO2-Budget bekämen - ja, warum nicht.

Grundsätzlich muss man sich vor Augen halten, dass das CO2-Budget der Natur weitestgehend einen Kreislauf gebildet hat, bevor der Mensch eingegriffen hat. Das Potential der Biosphäre, CO2 über diesen nicht-Auststoß hinaus dauerhaft zu binden, ist ziemlich begrenzt. Bodenaufbau dauert Jahrhunderte, die biologische Pumpe arbeietet nur mit 1% Effizienz. Auf langen Zeiträumen bringen geologische Prozesse die Sache wieder ins Lot, aber die spielen sich schon eher in Jahrtausenden ab. Auf menschlichen Zeistkalen ist alles, was wir heute und morgen und übermorgen (und weils so schön war auch noch den Rest des Jahrhunderts) kaputt machen, dauerhaft kaputt. Da wir zahlreiche biologische Systeme mittlerweile schon auf ihre Kipppunkte getrieben haben, würde ich mittlerweile sogar mit einer Nettoemission aus der Natur heraus rechnen. Der Permafrost wird weiter tauen, die Feuchtgebiete weiter austrocknen, die Wälder weiter brennen und nicht mehr schnell genug nachwachsen, ehe der nächste Sturzregen alles wegspült. Ehe das geheilt ist, vergeht sehr viel Zeit. Der gesamte Mittelmeerraum ist bis heute von den Kahlschlägen der Römer geprägt, ich würde raten dass nicht einmal 5% der damals verloren gegangenen Böden bislang ersetzt werden konnten. Und die haben nur einmal die Vegetation abgeholzt, nicht gleich noch Umgebungsbedingungen geschaffen, die eine Neuansiedlung der lokal vorhandenen Arten erschweren bis unmöglich machen.
Ähnlich sehe und befürchte ich es auch. Zumal viele benötigte Veränderungen meiner Wahrnehmung nach im Vergleich zum EE-Ausbau bisher langsam und im geringen Umfang gewesen sind.

2 °C sollten übrigens mit einem geschlossenen Velomobil ebenfalls ziemlich gut passen. Aber wenn die S-Bahn bei dir eine passable Lösung ist, ist das ja auch okay. Ich sag ja nur, dass es selbst für solche Entfernungen auch individuelle Lösungen mit geringem Energiebedarf gibt und plädiere im großen und ganzen dafür, dass >99% der Bevölkerung nicht weiter als 5 km von der Arbeitsstelle, die Mehrheit nicht weit als 5 m, entfernt leben sollte. Das senkt den Energiebedarf dann nämlich richtig.
Oja, die Dinger finde ich cool! Mit denen kann mensch auch sehr schnell fahren. Mit so einem Ding würde ich gerne mal fahren.
Klar, und Wohn-Arbeit-Umstrukturierung fände ich auch gut. Mieten senken und Wohnungstausch ermöglichen! :)

Es war eine Antwort auf einen Foristen, der meine täglichen Pendelbewegungen mit der S-Bahn als unzureichende Bemühungen darstellte - so zumindest verstanden.
Achso. Theoretisch mag mensch ja einiges kritisieren können. Statt Kritik an ÖPNV-Nutzung fände ich dann in der Praxis eher Kritik an anderem berechtigt, wie bspw. auf jede neuerscheinende GPU-Generation oder auf GPUs mit hohem Verbrauch aufzurüsten.
 
Zuletzt bearbeitet:
Gerade in den letzten Jahren wurde durch die Politik die spezifische Individualisierung des einzelnen stark in den Focus gerückt. Diesen Individuen nun diktieren zu wollen was er wie und wo zu nutzen oder zu lassen hat halte ich für schwierig. Losgelöst davon würde ich es toll finden, wenn man mit Bus und Bahn auch heute noch genauso schnell und pünktlich von A nach B kommen könnte wie noch vor ca. 30 Jahren. Ich habe gelernt, dass eine Vielzahl von Bus- und Bahnstrecken aus Gründen der Wirtschaftlichkeit abgeschafft wurden. Um hier den Kunden des Personenverkehrs zu überzeugen, muss m.M.n. massiv in Vorleistung gegangen werden. Und vor allem müssen konkrete Standards formuliert und umgesetzt werden damit Kunde wieder Vertrauen findet und einsteigt. Die Arbeitsstätte möglichst nah an die Arbeitsstätte zu verlagern ist grundsätzlich richtig. Es erinnert aber sehr stark an die Städtebau-Kultur im Osten bei der Werktätige in Hochhäusern möglichst nah an der Wirkstelle untergebracht wurden und binnen 15min mit den ÖVV die Arbeitsstelle erreichen sollten. Viele gingen zu Fuß zur Arbeit. Jedoch entspricht das nach meiner Wahrnehmung nicht mehr dem Ideal der heutigen Zeit.
Von daher glaube ich das es an jedem einzelnen liegt was er für die Umwelt in welcher Form auch immer. Fakt ist aber, auf die Bewegungsfreiheit wird die Masse definitiv verzichten wollen.
 
Um hier den Kunden des Personenverkehrs zu überzeugen, muss m.M.n. massiv in Vorleistung gegangen werden.
Sowieso und ich glaube, dass das auch jedem Entscheidungsträger bewusst ist. Auf schlecht ausgebaute und deswegen kaum benutzte Strecken zu verweisen (sowohl bei Schiene als auch Radwegen), um so zu argumentieren, dass ein Ausbau sich nicht lohnt, ist meines Erachtens eine ganz bewusste Verzögerungs- oder Verhinderungstaktik für die Verkehrswende zugunsten des Erhalts des massiven Privilegs von Autos.
Es erinnert aber sehr stark an die Städtebau-Kultur im Osten bei der Werktätige in Hochhäusern möglichst nah an der Wirkstelle untergebracht wurden und binnen 15min mit den ÖVV die Arbeitsstelle erreichen sollten. Viele gingen zu Fuß zur Arbeit. Jedoch entspricht das nach meiner Wahrnehmung nicht mehr dem Ideal der heutigen Zeit.
Es sollte zumindest die Möglichkeit geben. Wenn dann jemand gerne jeden Tag etliche Kilometer pendeln will, sollte das aber halt sein Problem sein und kein Argument für z.B. Autobahnen statt Schienen oder Parkplätze statt Radwegen oder gegen ein Tempolimit.
 
Um zugestehen/(implizit)nicht zugestehen von Urlaub, Ausflügen geht es in meinen Augen nicht, sondern es geht um die Form der Mobilität. Die Alternative wäre regelmäßig nicht kein Urlaub und keine Ausflüge sondern Urlaube/Ausflüge mit Fahrrad und ÖPNV bzw. einer Kombination aus diesen statt mit dem Auto - oder eben E-Carsharing.

Nein. Wie bereits dargelegt, ist E-Carsharing keine Lösung, wenn Mobilität zum gleichen Zeitpunkt benötigt wird. Weihnachten und Ostern sind für alle Deutschen am gleichen Tag, Sommerferien und der Berufsverkehr jeden Morgen überlappen sich stark. Man muss sich nur im Hochsommer oder zwischen 7:00 und 8:30 umgucken: Autos mögen die meiste Zeit über rumstehen, aber wenn sie mal bewegt werden, dann 30-50% im gleichen Moment. Mit einer Umstellung von Privat- auf Sharing-PKW kann man maximal die anderen 50-70% einsparen und auch das würde nicht bedeuten, dass 50-70% weniger Energie in den Bau von Autos fließen würde. Im Gegenteil, man braucht zusätzliche Technik, damit das Auto nach Fahrt1 mit A an den Punkt kommt, von wo aus Fahrt2 mit B startet und da die insgesamt zurückzulegenden Personenkilometer gleich bleiben, wird das Sharing-Auto entsprechend stärker belastet, muss früher ersetzt werden. Dafür kann man anpassen, sodass es wenigstens kein Nullsummenspiel wird (statt "Erstes Auto fährt, zweites Auto parkt" hätte man im Worst Case "Erstes Auto fährt, zweites muss als Ablöse schnellstens gebaut werden"/"zweites Auto fährt, erstes ist schon verschrottet"), aber mehr als 30-50% der Produktionsenergie wird man durch so eine Umstellung nicht einsparen können. Und dem gegenüber stehen die zusätzlichen (autonomen) Fahrstrecken in solchen Sharing-Zukunftsvisionen. Da Autos schon heute mehr Energie zum fahren brauchen als für ihren Bau benötigt wurde, kommt da Netto sehr wenig Effizienzzugewinn beim Konzept "PKW" raus.

Den anderen von dir angesprochenen Punkt, Autofahrten komplett durch andere Fahrten ersetzen, habe ich auch schon angesprochen: Ja, wir brauchen mehr Bündelung, wo sie sinnvoll ist. Aber auf längeren Urlaubsfahrten ist sie das halt oft nicht. Zu viele unterschiedliche Start-Zielort-Kombinationen, zu viel Gepäck, etc.. Stell dich auf eine beliebige Autobahn zu Sommerferienbeginn in den Stau und du siehst ausnahmsweise mal Autos, deren Transportkapazität nicht zu 20-25%, sondern zu über 80% ausgelastet sind. Demgegenüber kann ÖPV nur schwer eine Verbesserung erzielen, wenn alle anderen Parameter (vor allem Gesamtfahrtdauer) vergleichbar bleiben sollen.

Fahrrad scheitert in solchen Situationen erst recht und ist bei Ausflügen entweder ohnehin schon als Teil desselbigen eingeplant (auf kurzen Distanzen) oder nicht unbedingt eine Alternative (auf langen). Bei mittleren Entfernungen sehe ich noch Potential für Fahrrad-ÖPV-Kombinationen, aber auch hier gilt: Erwarte nicht zu viel. Eine Regionalbahn braucht einen Fahrplan und eine Linie. Die Ausflügler im gemischten Verkehr fahren nicht von Endhaltestelle und zu Enthaltestelle und wenn das Wetter schlecht ist, bleiben sie komplett zu Hause, aber die Bahn fährt trotzdem. Am Ende hast du vielleicht eine durchschnittliche Auslastung von 50 Personen in einem Zug für 500, während Autos nur genau dann und nur genau auf den Routen gefahren werden, wo es auch wen zu transportieren gab. "Stehzeug" wird gerne als abwertende Bezeichnung für den motorisierten Individualverkehr genutzt, aber energetisch ist das die größte Stärke des Privat-PKW: Wenn er nicht gebraucht wird, verbraucht er gar keine Energie. (Sondern nur Platz. Aber wenn ich mir angucke, wie wenig Leute in Städten Parterre wohnen wollen, ist das durch intelligentes Bauen lösbar)

Das Problem der Körpergröße fällt beim ÖPNV/Fahrrad weg.

Bei ÖPNV ja, bei ÖPV nicht. Es ist zwar abgemildert, wenn man nicht selber der Fahrer ist. Aber ehrlich gesagt hat sich meine Bereitschaft, die Deutsche Bahn auf längeren Strecken zu nutzen, seit der Einführung von ICE 4 und ICE 3 Refit halbiert. Und schon zuvor waren die 1er und 2er Refits sowie 3er und vor allem T in der Erstfassung ein Rückschritt gegenüber originalen ICE-1- und IC-Sitzen.

Oh, da bin ich erstaunt bzw. habe Deine Beiträge falsch in Erinnerung/an ihnen vorbei gedeutet ... Ich dachte, Du argumentierst stark für Klimaschutz, von daher nahm ich an, das Verbrennen Neuproduktionen für Dich als gesellschaftliche Lösung nicht in Frage kämen.

Ich argumentiere stark für Klimaschutz, ja. Aber ich gucke mir auch die Technik an.
Und Batterieautos sind, solange Kohlekraftwerke laufen, oftmals gar kein Klimaschutz. Sondern im Gegenteil Klimazerstörung. Und dieser Zustand wird, bei unserer aktuellen Politik, in Deutschland noch bis mindestens 2045, innerhalb des europäischen Stromnetzes (und um das geht es eigentlich) eher bis 2060-2070-2080 anhalten. DANACH kann man dann gucken, ob die Kombination aus Gaskraftwerk (egal ob mit fossilen oder mit E-Gas) klimaschützend gegenüber Verbrennern ist. Aber das ist noch Zukunftsmusik und wie schon angedeutet, sehe ich den Ausgang als offen an.
Umgekehrt sehe ich aber auch, dass gigantische Ressourcen, die in erneuerbare, ÖPV oder (Gebäude-)Effizienzmaßnahmen investiert wirklich etwas fürs Klima gebracht haben, derzeit in Batterieautos verschwinden. Davon hat das Klima gar nichts, das sind einfach nur Geschenke für den immer gleichen Kreis der Autokonzerne.

(Ausgenommen von dieser Feststellung ist der innerstädtische Stop & Go Verkehr. Da sind batterieelektrische Antriebe extrem überlegen, auch heute schon. Von daher bin ich voll für Batterietransporter/-auslieferungs/-handwerkerkarren. Aber ich bin allgemein gegen Pendler-PKW, egal mit welchem Motor, in Städten. PKW sind was für Mobilitätsbedarf, der so individuell ist, dass ÖPV keinen Sinn macht. Tausende Leute auf dem gleichen Arbeitsweg sind ein klarer Fall für die Bahn. Respektive noch wichtiger wäre eben die Wegvermeidung, also so wohnen, dass ein Fahrrad bequem reicht.)

Mir geht es ähnlich. Allerdings reise ich mit Bahn und Buss bspw. nach Norwegen in die Pampa. Das geht also schon.

Norwegen war ich noch nicht, hat aber einen realtiv guten Ruf was ÖPV angeht.
Einen Mittelmeer-Campingplatz mit Bahnanschluss hatte ich dagegen erst einmal (und ich habe ihn vor Ort genutzt. Den Weg sollte man dann aber als Teil des Ziels sehen..). Selbst das war aber keiner, zu dem es von Deutschland aus eine Direktverbindung inklusive Gepäckwagen gegeben hätte, wie ich sie für eine effiziente Anreise zum Camping-Urlaub gebraucht hätte. Und wie schon x-fach dargelegt, halte ich es auch für unmöglich, so einen Service bereitzustellen, weil das Konzept ÖPV einfach nicht dafür gemacht ist. Dreh die Uhr einfach mal 100-150 Jahre zurück, als relativ schnelle Bahn, Fahrrad und Bus schon weit verbreitet waren, aber privat-PKW noch nicht, und guck dir die reale Mobilität der Leute an. Man konnte zwar theoretisch überall hinkommen, aber praktisch war es zu umständlich und langwierig.

Verstehe. Bliebe noch ÖPNV/Bahn ... :fresse:

Solange sie da hin fahren, wo ich will, eine Option. Mein bevorzugtes Ausflugsziel innerhalb Deutschland: Wälder, wo niemand anderes hin will. Guess wie viele Bahnanschlüsse die haben und wie sinnvoll eine halbstündliche Bahnlinie dorthin wäre? Sowohl ökonomisch als auch energetisch? Eben. Und mein letzter Sommerurlaub schneidet keinen Tick besser ab: Nächste Bus-Haltestelle 3,3 km von Unterkunft. Zwei Busse pro Tag, einer vor dem Frühstück und der zweite ist schon zu spät, um noch am gleichen Tag eine Rückfahrt zu bekommen. ÖPV-Fahrzeit zum prominentesten Kultur-Ausflugsziel (35 km Luftlinie, 70 Straßenkilometer entfernt): 10-12 h laut Google. ÖPV-Fahrzeit zu einem der prominenteren Natur-Ausflugsziele: Gar nicht erreichbar. Alle kleineren Ziele erst recht nicht. Das unmittelbare Nahfeld hätte mit dem Fahrrad machen können (das man ohne Auto wie dahin bekommen hätte?), aber auch wirklich nur das Nahfeld, denn zumindest mir ist mein Leben zu wertvoll, um längere Strecken auf mediteranen Landstraßen zurückzulegen. (Und selbst Leute mit Bereitschaft würden schnell vor den Höhenmetern der Gegend kapitulieren.)

tl;dr: Auf Autos gänzlich zu verzichten war und ist für mich keine Option; würde mir praktisch alles nehmen was mir in meiner Freizeit wirklich nachhaltig Freude bereitet. Und das sehe ich nicht wirklich ein, wenn ich mir angucke, wie klein meine Jahresfahrstrecke im Vergleich zu sehr vielen anderen schon ist.

Das hätte ich eigentlich auch gedacht, ABER ein Freund von mir nutzt Spike Reifen sogar in Norddeutschland und schwört auf sie, da er über Land inkl. Feldwege durch Nachtfrost und teils Glätte radelt. Das, also Radeln, macht er auch das ganze Jahr durch bei Wind und (norddeutschem!) Wetter. Wie @empy schon schreibt - es kommt auf Ausrüstung/Kleidung an.

Gut, auf Feldweg sollten sie auch noch funktionieren. Aber ich hab noch niemanden gesehen, der mit Metall auf Pflastersteinen glücklich und sicher unterwegs gewesen wäre. Umgekehrt kann ich, wie geschrieben, auch gut mit grobem Profil auf Schnee fahren. Nicht unbedingt schneller als 20, weil halt etwas Kraft ins Durchrutschen verfliegt, und wenn es überfriert aus Sicherheitgsgründen ggf. nur 15. Aber bei frischem, gleichemäßigem Schnee habe ich sogar Spaß am driften. (Nicht dass der Klimawandel noch oft eine Möglichkeit geben würde.)

Mh, mich irritiert diese Mengenangabe. Selbst für mich ohne Auto sind laut (BUND-CO2-Rechner) größere Zahlen gefallen. Die konnte ich mir nicht merken, kann ich hier gerade nicht angeben.

Wie gesagt: Ich rechne nur direkte, fossile CO2-Emissionen. Das sind in dem Fall um die 450 l Benzin pro Jahr für einen Zweipersonenhaushalt, was an fossilen Energieträgern gekauft wird. Die meisten CO2-Rechner wollen dagegen den gesamten Fußabdruck inklusive der Emissionen von Industrie & Co berechnen. Aber den Schuh ziehe ich mir nicht an. Meine Kleidung trage ich teils Jahrzehnte, obwohl (oder weil?) ich Urgestein eines PC-Forums sind, wird meine Elektronikausstattung als steinzeitlich bezeichnet, meine Lebensmittel kaufe ich wo immer mögich in Bio und bei Auswahl in der Fassung, die mir nach der umweltfreundlichsten Produktion aussieht. Nach meinem aktuellen Auto habe ich 1,5 Jahre gesucht, um den am wenigsten hohen Verbrauch innerhalb der genannten Rahmenbedingungen zu finden.
Aber: Wenn 90% der Menschheit genau das Gegenteil macht und verschwendet, wo es nur geht, dann übernehme ich nicht die Verantwortung dafür, dass besagtes Auto bei 6,5 l / 100 km steht, weil es die seit Jahrzehnten gezeigten 3-l-Autos gleicher Größe halt einfach nicht zu kaufen gibt. Genausowenig ist es meine Schuld, wenn Söder und Merz Bauern für hohen Dieselverbrauch belohnen und es keine klimafreundlicher erzeugten Produkte gibt, von denen ich überleben könnte. Ich hab die nicht gewählt, ich tue unter widrigen Umständen was ich kann, ich zahle vielfach ordentliche Aufpreise für Umwelt- und Klimafreundlichkeit, die eigentlich Standard sein muss, und ich verzichte auch auf einiges - nur halt nicht komplett auf alles.

Also ich finde es jedenfalls gut, klimatisch bewusster zu essen. :) Vegetarisch kann - allgemein gesprochen - allerdings in die Irre führen, falls mensch meint, Fleisch mit Milch- und Eierprodukten kompensieren zu müssen. Insbesondere Butter und Käse bedeuten sehr viele Treibhausgase.

Yeah, Milchprodukte sind definitiv ein wunder Punkt bei mir :( .
Es wäre toll, wenn die Forschung zu methanreduzierender Ernährung endlich mal in kaufbare Produkte münden würde, aber irgendwie ist das schon fast genauso lange Zukunftsmusik, wie Retortenfleisch.

Wenn CO2-Äquivalente als Kosten in entsprechenden Höhen auf Guter/Dienstleistungen umgelegt würden und Leute ein Pro-Kopf-CO2-Budget bekämen - ja, warum nicht.

Wie gesagt: Ich sehe in gesonderten CO2-Bilanzierungen nur enormen Bürokratieaufwand. Einfach die Kosten einpreisen und dann hat jeder ein finanzielles Pro-Kopf-Budget, dass er entweder für viel klimafreundliches oder sehr, sehr wenig klimaschädliche ausgeben kann. 10% weniger Sozialabgaben, dafür Sprit doppelt so teuer? Gerne! Für mich sollte da unterm Strich ein Plus rausspringen, für den Staatshaushalt sowieso. Und während ich dann beim Sprit nach weiteren Einsparmöglichkeiten suchen kann, motivieren die Renten- und Krankenkassenabzüge eigentlich nur dazu, nicht mehr zu arbeiten oder auszuwandern.

Ähnlich sehe und befürchte ich es auch. Zumal viele benötigte Veränderungen meiner Wahrnehmung nach im Vergleich zum EE-Ausbau bisher langsam und im geringen Umfang gewesen sind.

EE-Ausbau war lange Zeit das Feigenblatt, um überall anders weitermachen zu können, wie bisher. "Wir haben ja so und so viel für EE ausgeben, da werden uns das und das und das und das und das und das und das und das und das und das und das und das und das und das und das und das und das und das und das und das und das und das und das und das und das und das und das und das und das und das ja wohl noch erlauben können!" Aber "Geldausgeben" ist nicht das gleiche wie "Emissionen reduzieren" und in der Summe hat man oft nicht einmal die Emissionsanstiege an anderer Stelle kompensiert :( . Aber noch schlimmer ist halt die Entwicklung der letzen 10-15 Jahre. Denn der zweite Teil wurde 1:1 beibehalten, aber mittlerweile werden als Alibi nicht einmal mehr EE ausgebaut, sondern es geht nur noch um E-irgendwas. "Ja, ich fliege dreimal im Jahr in den Urlaub, aber dafür dafür fahre ich auch einen SQ6 etron und beheize die 400 m² für mich und meine Frau mit Wärmepumpe. Sobald sie hoch genug ist, wollen wir sogar die Photovoltaikförderung in Anspruch nehmen!" :kotz:

Klar, und Wohn-Arbeit-Umstrukturierung fände ich auch gut. Mieten senken und Wohnungstausch ermöglichen! :)

Zum Einstieg würde schon mal eine vernünftige Wirtschaftspolitik reichen: Wie blöd muss man eigentlich sein, um die Ansiedlung von Unternehmen oder die Schaffung von Gewerbeflächen innerhalb von München, Hamburg, Frankfurt oder Kerngebiet Berlin zu unterstützen? Oder den Bau von EFH im weiten Umkreis drum herum? Der deutsche Staat gibt jedes Jahr Milliarden aus, um mehr Pendelverkehr zu erzeugen. Und dann noch einmal Milliarden für die Straßen und die Pendlerpauschale. Und neuerdings noch für Batterieautos.
Aber für umweltfreundliche Energieerzeugung oder für Verbrauchsvermeidung ist "kein Geld da"
:wall: :wall: :wall:
 
2 °C sollten übrigens mit einem geschlossenen Velomobil ebenfalls ziemlich gut passen.
Aus persönlicher Erfahrung kann ich sagen, dass selbst bei -5 Grad oft eine kurze Hose im Velomobil eine ausreichende Bekleidung ist. Bei Schnee ist allerdings ab einer gewissen Höhe schluß, ebenso wenn man im hügeligen Wohnt und es glatt ist.
Aber ja grundsätzlich kommt man das ganze Jahr mehr oder weniger verschwitzt zur Arbeit mit einem Velomobil, zumindest wird man nicht vom Regen naß, naß aber ist man fast immer.
 
Nein. Wie bereits dargelegt, ist E-Carsharing keine Lösung
Als allgemeine Lösung habe ich sie auch nicht dargestellt, sondern als eine für jene, die abgelegen auf dem Land leben. Wäre autonomes Fahren sicher, würde dies das nochmal verbessern können. Aber darauf zu setzen, ist unsinnig, da es jetzt, eigentlich bereits gestern Lösungen braucht.

Den anderen von dir angesprochenen Punkt, Autofahrten komplett durch andere Fahrten ersetzen, habe ich auch schon angesprochen: Ja, wir brauchen mehr Bündelung, wo sie sinnvoll ist.
Das habe ich auch nicht überlesen. Womöglich geht es dann um Details ...

Ich argumentiere stark für Klimaschutz, ja. Aber ich gucke mir auch die Technik an.
Und Batterieautos sind, solange Kohlekraftwerke laufen, oftmals gar kein Klimaschutz. Sondern im Gegenteil Klimazerstörung. Und dieser Zustand wird, bei unserer aktuellen Politik, in Deutschland noch bis mindestens 2045, innerhalb des europäischen Stromnetzes (und um das geht es eigentlich) eher bis 2060-2070-2080 anhalten. DANACH kann man dann gucken, ob die Kombination aus Gaskraftwerk (egal ob mit fossilen oder mit E-Gas) klimaschützend gegenüber Verbrennern ist. Aber das ist noch Zukunftsmusik und wie schon angedeutet, sehe ich den Ausgang als offen an.
Mh, naja, hauptsächlich geht es der Autoindustrie um große, schwere Autos und die allermeisten offenbar noch dazu als Verbrenner.
Klar, fahren die E-Autos auch zu einem Teil mit Kohlestrom, da dieser Teil des aktuellen Strommixes ist. Gas ist allerdings kaum besser - zumindest verglichen mit Steinkohle - nachdem was ich zuletzt vernahm (Leckagen und bei Fracking die Umweltvergiftung). Wie auch immer trotz Kohle/Gasstromanteil haben E-Autos unter dem Strich eine bessere Bilanz. Der bessere Abtrieb kann aber nicht die Eigenschaft als Stehzeug kompensieren. Verbrenner hingegen sind nicht nur Stehzeug sondern -um in bildlicher Sprache zu bleiben - auch mehr Heizung als effizienter Antreiber und damit ein noch krasserer Verschwender als es E-Autos bereits sind. Neue Verbenner gehen aus ökologischer Sicht gar nicht.

Umgekehrt sehe ich aber auch, dass gigantische Ressourcen, die in erneuerbare, ÖPV oder (Gebäude-)Effizienzmaßnahmen investiert wirklich etwas fürs Klima gebracht haben, derzeit in Batterieautos verschwinden. Davon hat das Klima gar nichts, das sind einfach nur Geschenke für den immer gleichen Kreis der Autokonzerne.
Meines Erachtens hat sich die Autogesellschaft immer mehr verstetigt, lange Zeit unter großem Einfluss der Erdölindustrie und mit dem Wachstum der deutschen Autoindustrie. Die Erdölindustrie dürfte die deutsche Autoindustrie auch weiter dazu drängen, auf Verbrenner zu setzen. Gleichzeitig will die nahestehende/überschneidende Gasindustrie auf die hiesige Energieerzeugung nehmen, was sich entsprechend ökologisch negativ auf den Strommix auswirken würde und damit auch die eigentlich möglichen Verbesserung elekrifizierter Anwendungen wie Mobilität, Heizung und Produktion eingegrenzt.
Ich will sagen, dass Individualverkehr schon sehr lange bevorzugt worden ist und dass das auch als Argument genutzt wurde, den ÖPNV zurückzubauen. Naja, und nun hat mensch quasi den Salat und viele Leute Ausreden, warum sie den ÖPNV nicht nutzen könnten. :D Konsument:innen und Industrie haben sich/die Menschen vom Auto abhängig gemacht (auch psychisch, siehe Bequemlichkeit und Gewohnheit) und entsprechend schwer ist es, dieses wieder auf mehr Kollektivverkehr umzuändern.

Aber auf längeren Urlaubsfahrten ist sie das halt oft nicht. Zu viele unterschiedliche Start-Zielort-Kombinationen, zu viel Gepäck, etc.. Stell dich auf eine beliebige Autobahn zu Sommerferienbeginn in den Stau und du siehst ausnahmsweise mal Autos, deren Transportkapazität nicht zu 20-25%, sondern zu über 80% ausgelastet sind. Demgegenüber kann ÖPV nur schwer eine Verbesserung erzielen, wenn alle anderen Parameter (vor allem Gesamtfahrtdauer) vergleichbar bleiben sollen.
Das hängt dann vom sogenannten Mindset ab. Wenn ich nicht mit dem Auto planen will, nehme ich entsprechend wenig Gepäck mit, nehme ich Bus/Bahn/ÖPNV, lege Wegstrecken zu Fuß zurück, rufe zur Not ein Taxi. Wollte ich mich weniger bewegen oder eine einfachere Anfahrt haben, reise ich nicht so weit weg bzw. an weniger abgelegene Orte.
Oftmals planen viele Leute aber anders: sie gehen von ihrem gewohnten Alltagskomfort aus, den sie zu Hause haben und den sie offenbar auch unterwegs wollen. Naja, mensch kann eben nicht alles überall haben, sondern müsste eben wo Abstriche machen, wenn mensch ökologischer reisen möchte. Offenbar sind viele aber zu unflexibel und dekadent und Klima- und Umweltschutz ist ihnen tatsächlich nicht so wichtig. Das trägt dann auch dazu bei, dass die Welt aussieht, wie sie aussieht - kaputt. Ein Teil ist von Waldbränden oder Bergabgängen gezeichnet (neben in meinen Augen zuvor Landschaftszerstörerischen Hotel-Klötzen) und perspektivisch wird das Meer sich die Strände holen. Letztlich beraubt mensch sich selbst dieser Erholungsorte, flieht gar noch zynischerweise hin, um sie ein letztes mal noch genießen zu können.

Wie gesagt: Ich sehe in gesonderten CO2-Bilanzierungen nur enormen Bürokratieaufwand. Einfach die Kosten einpreisen und dann hat jeder ein finanzielles Pro-Kopf-Budget, dass er entweder für viel klimafreundliches oder sehr, sehr wenig klimaschädliche ausgeben kann. 10% weniger Sozialabgaben, dafür Sprit doppelt so teuer? Gerne! Für mich sollte da unterm Strich ein Plus rausspringen, für den Staatshaushalt sowieso. Und während ich dann beim Sprit nach weiteren Einsparmöglichkeiten suchen kann, motivieren die Renten- und Krankenkassenabzüge eigentlich nur dazu, nicht mehr zu arbeiten oder auszuwandern.
Zum Budget ja, zur Absenkung der Sozialabgaben nö, wenn das zur Absenkung des Versorgungsniveaus führte und wir jetzt wohl weiter auf Individuen ausgelagert wird, von denen Ärmere sich Zuzahlungen kaum leisten können. Also: die Einkommens- und Vermögensverhältnisse müssten sich ändern, sonst könnten sich Friseur und Wachschützerin immer noch kaum Urlaub mit der Bahn und weniger giftigen Zahnersatz leisten.

EE-Ausbau war lange Zeit das Feigenblatt, um überall anders weitermachen zu können, wie bisher. "Wir haben ja so und so viel für EE ausgeben, da werden uns das und das und das und das und das und das und das und das und das und das und das und das und das und das und das und das und das und das und das und das und das und das und das und das und das und das und das und das und das und das ja wohl noch erlauben können!" Aber "Geldausgeben" ist nicht das gleiche wie "Emissionen reduzieren" und in der Summe hat man oft nicht einmal die Emissionsanstiege an anderer Stelle kompensiert :( . Aber noch schlimmer ist halt die Entwicklung der letzen 10-15 Jahre. Denn der zweite Teil wurde 1:1 beibehalten, aber mittlerweile werden als Alibi nicht einmal mehr EE ausgebaut, sondern es geht nur noch um E-irgendwas. "Ja, ich fliege dreimal im Jahr in den Urlaub, aber dafür dafür fahre ich auch einen SQ6 etron und beheize die 400 m² für mich und meine Frau mit Wärmepumpe. Sobald sie hoch genug ist, wollen wir sogar die Photovoltaikförderung in Anspruch nehmen!" :kotz:
Defenitiv. An Verschwendung und Wachstum wollen viele eigentlic offenbar nicht ran. Und bezüglich Reichtum sieht es wohl etwas besser aus, aber dem Streben wirken die Machtverhältnisse und Ideologien stärker entgegen.

Wie gesagt: Ich rechne nur direkte, fossile CO2-Emissionen. Das sind in dem Fall um die 450 l Benzin pro Jahr für einen Zweipersonenhaushalt, was an fossilen Energieträgern gekauft wird. Die meisten CO2-Rechner wollen dagegen den gesamten Fußabdruck inklusive der Emissionen von Industrie & Co berechnen. Aber den Schuh ziehe ich mir nicht an. Meine Kleidung trage ich teils Jahrzehnte, obwohl (oder weil?) ich Urgestein eines PC-Forums sind, wird meine Elektronikausstattung als steinzeitlich bezeichnet, meine Lebensmittel kaufe ich wo immer mögich in Bio und bei Auswahl in der Fassung, die mir nach der umweltfreundlichsten Produktion aussieht.
Das sieht bei mir ähnlich aus. Das mit dem Nichtanziehen der Emissionen von Industrie und Co kann ich von daher zu einenm Teil verstehen. Mensch sollte nicht vergessen, dass die Güter die mensch konsumiert auch transportiert und produziert worden sind. Mein Bild von Industrie, Wirtschaft, Infrastruktur ... wäre jedenfalls auch ein anderes, wie ich hier ja angedeutet habe. Bezüglich des Mobiliäts-Fußabdruckes frage ich mich, inwieweit Herstellungsaufwand der Fahrzeuge da hineinfließt ...

Yeah, Milchprodukte sind definitiv ein wunder Punkt bei mir :( .
Es wäre toll, wenn die Forschung zu methanreduzierender Ernährung endlich mal in kaufbare Produkte münden würde, aber irgendwie ist das schon fast genauso lange Zukunftsmusik, wie Retortenfleisch.
Naja, wenn mensch mag, kann mensch ja pflanzliche Milch nehmen, auch wenn der Nährwert teils ein anderer ist. Bei cashewbasierter Käse und Sojajoghurt würde ich aber einen höheren Nährwert annehmen als Milchnachahmungen wie Hafermilch ...
 
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Mh, mich irritiert diese Mengenangabe. Selbst für mich ohne Auto sind laut (BUND-CO2-Rechner) größere Zahlen gefallen. Die konnte ich mir nicht merken, kann ich hier gerade nicht angeben.
Also ich finde es jedenfalls gut, klimatisch bewusster zu essen. :) Vegetarisch kann - allgemein gesprochen - allerdings in die Irre führen, falls mensch meint, Fleisch mit Milch- und Eierprodukten kompensieren zu müssen. Insbesondere Butter und Käse bedeuten sehr viele Treibhausgase. Ziel wäre es also, insgesamt Tierprodukte zu reduzieren. Und Du @emp1 erwähnst Reduktion ja implizit, und kennst diesen Passus wohl, nehme ich an.
Naja, bezüglich der Legende "Veggischnitzel aus brasilianischem Soja" - es gibt genügend Veggie-Produkte basierend auf Bio-Soja aus Europa oder auf Basis von Erbsen, Lupine, Linsen, Sonnenblumen ...
Welche Mengenangabe?
CO2?
Die großen angeban sind aus dem Netz, unsere ausgerechnet
Gibt ja einen CO2 Rechner.
Wir heizen und stromen ja zumindest klimaneutral, haben keinen Stromanschluss mehr am Haus - müssen trotzdem den Anschluss zahlen, mei...
Arbeit ist ÖPNV - allermeistens.
Urlaub ist immer mit Bahn ode rRadl, fliegen tun wir schon seit >10 Jahrn nicht mehr.
Beruflich muss ich allerdings noch Hin- und wieder, haut danmn in die Bilanz rein.
Daher entfällt das allermeiste cO2, wo andere mit dazu rechnen müssen.

Und Essen
Wir essen das, was uns schmeckt.
Das ist überwiegend vegan, aber nicht ausschließlich.
Warum auch, der Mensch ist ein Allesfresser, schon immer gewesen.
Bei Ideologie vs. Gesundheit nehme ich Gsundheit.
Mlichprodukte gibts vom Hofladen um die Ecke und das Fleisch auch aus dem Ort.
Das ist immer noch klimabewußter als die meisten anderen und ich fühle mich hier völlig OK dabei.
Ich sag ja nur, dass es selbst für solche Entfernungen auch individuelle Lösungen mit geringem Energiebedarf gibt und plädiere im großen und ganzen dafür, dass >99% der Bevölkerung nicht weiter als 5 km von der Arbeitsstelle, die Mehrheit nicht weit als 5 m, entfernt leben sollte. Das senkt den Energiebedarf dann nämlich richtig.
Das ist richtig, aber vermutlich nicht praktikabel umzuzsetzen.
 
Wir heizen und stromen ja zumindest klimaneutral, haben keinen Stromanschluss mehr am Haus - müssen trotzdem den Anschluss zahlen, mei...
Aber immerhin keine Netzentgelte, oder? Die sind bei meinem Tarif einfach mal höher als die Beschaffungskosten. Bei allen Herausforderungen, denen sich die Netzbetreiber jetzt mal langsam stellen sollten, grenzt das irgendwie schon an Wegelagerei.
 
Nee, Netzentgelte fallen ja nur dann an, wenn du auch Strom aus dem Netz ziehst und sind i. d. R. anbrechnungstechnisch am Verbrauch gekoppelt.
Allerdings die ganzen Grundgebühren müssen wir berappen - muss man nicht verstehen, ist aber so.
Sind um die 200 € /anno für nichts.
 
Allerdings die ganzen Grundgebühren müssen wir berappen - muss man nicht verstehen, ist aber so.
Sind um die 200 € /anno für nichts.
Ist vielleicht so ein Ding, damit sich nicht irgendwelche Idioten in Gefahr bringen, die sich für deutlich autarker halten, als sie sind. Wenn die dann nämlich z .B. irgendwann überraschend im Dunkeln rumtappen und sich die Treppe runterlegen, muss ja trotzdem gegebenenfalls ein RTW ausrücken. Außerdem sind die Förderungen, die hauptsächlich Eigenheimbesitzer nutzen können, so immerhin auch eine Investition, die Geld für Dinge zurückspült, die alle nutzen können.
 
Wir hatten seinerzeit ja auch Einspruch erhoben, aber unser RA hat uns da recht schnell zusammengestutzt.
Da gibt es eine Gebührengrundordnung udn die ist anzuwenden - basta. :(
 
Das ist überwiegend vegan, aber nicht ausschließlich.
Warum auch, der Mensch ist ein Allesfresser, schon immer gewesen.
Vegane Ernährung ist nur ein Trend. Frag mal in einem Flüchtlingscamp im Sudan, ob sich da jemand vegan ernährt.
Sowas kannst du nur in einer Überflussgesellschaft machen. Und die fördert ja die industrielle Tierproduktion. Davon muss man wegkommen. Aber dafür gibt es keine politischen Mehrheiten.
 
Welche Mengenangabe?
CO2?
Die großen angeban sind aus dem Netz, unsere ausgerechnet
Gibt ja einen CO2 Rechner.
Die für Dich kalkulierten CO2-Emissionen gegenüber meinen, meine ich. Damit wollte ich nicht sagen, dass Du lügst oder so, sondern, dass die für mich im Verhältnis recht hochangesetzt sind, obgleich ich recht spartanisch lebe. Bei mir waren bspw. Reisen recht viel, obgleich ich alle mit Bahn und Bus mache. Aber auch wohnen dürfte recht viel sein, da Altbau und Gasheizung. Aufgrund Miete ist mensch da aber abhängig und fremdbestimmt. Positiv ist, dass auf Fernwärme umgestellt wird. Wenn "Gas-Kathi" nicht ihre Gasbindung durchkriegt, könnte die Fernwärne sich auch positiver entwickeln, als ich befürchte. Volker Quaschning erzählte letztens, dass bereits es bereits umgesetzte Projekte gibt, überschüssigen Strom zum Erhitzen von Wärmespeichern zu nutzen.

Wir heizen und stromen ja zumindest klimaneutral, haben keinen Stromanschluss mehr am Haus - müssen trotzdem den Anschluss zahlen, mei...
Oh, PV + WP?

Und Essen
Wir essen das, was uns schmeckt.
Das ist überwiegend vegan, aber nicht ausschließlich.
Warum auch, der Mensch ist ein Allesfresser, schon immer gewesen.
Bei Ideologie vs. Gesundheit nehme ich Gsundheit.
Mlichprodukte gibts vom Hofladen um die Ecke und das Fleisch auch aus dem Ort.
Das ist immer noch klimabewußter als die meisten anderen und ich fühle mich hier völlig OK dabei.
Überwiegend vegan ist ja schon mal was für das Klima. :) Außer mensch "vergisst" dabei täglichen Wurst, Aufschnitt o.ä. einzubeziehen - wie mir mal ein Freund über seine Eltern erzählte. :ugly: Manche Leute haben da kuriose Wahrnehmung und Einordnung. :haha:
Also meine jahrelange Erfahrung (eigenes Köperempfinden plus Blutwertetests) ist, dass mensch Position gegenüber Tieren (vegan) auch mit Gesundheit gut in Einklang bringen kann. Es gibt ja genügend Gemüse, Obst, (Vollkorn!)Getreide, Hülsenfrüchte, Nüsse usw. und das geht ja auch prima in Bio. Falls Supplementierung der Knackpunkt ist, worauf Du hinaus wolltest, so entscheide ich mich lieber für Vitamin B12-Supplementierung (und auch für Vitamin D3 - das ist auch Allesesser:innen in Deutschland von Herbst bis Frühling zu empfehlen) als für extra getötete und gequälte/eingesperrte Tiere, höheren Flächenverbrauch und mehr Treibhausgasemissionen.

Vegane Ernährung ist nur ein Trend.
Mh? Also vegan steht ja für eine Überzeugung, eine Haltung gegenüber Tieren. Es ist also kein Trend sondern Teil einer Bewegung (Tierrechte/-befreiung). Wahrscheinlich meinst Du den Trend, aus gesundheitlichen Gründen, sich pflanzenbasiert zu ernähren. Das ist aufgrund der Motivation etwas anderes. Bereits pflanzenbasiert aufgrund Klima/Erhaltung der Lebensgrundlagen hat dann aber wiederum auch eine politische Dimension.

Frag mal in einem Flüchtlingscamp im Sudan, ob sich da jemand vegan ernährt.
Vegan wohl weniger. Zumindest gerade in ärmeren Schichten wenig Fleisch, da Ziegen/Kühe für Milchproduktion benötigt werden. Tatsächlich hat die sudanesische Küche auch leckere vegane Angebote (Tamiya, Mish, Aswad ...).

Sowas kannst du nur in einer Überflussgesellschaft machen. Und die fördert ja die industrielle Tierproduktion. Davon muss man wegkommen. Aber dafür gibt es keine politischen Mehrheiten.
Zum einen - ich schreibe hier ja in einem deutschsprachigen Forum, also im Kreise der Überflussgesellschaft und habe also hiesige Forumsmitglieder und keine sudanesischen Geflüchteten gefragt.
Zum anderen gibt es auch ältere Traditionen wie dem buddhistischen, auch wenn die womöglich nicht immer überall strikt ausfiel. Jedenfalls würde mensch jene Gesellschaften/Communities nicht unter heutigem Begriff der Überflussgesellschaft zusammenfassen.
Von daher verstehe ich den Sinn Seiner Aussage nicht so ganz.

Dass industrielle Tierproduktion abgeschafft gehört, dieser Forderung stimme ich zu. Dies wird ja auch von den Klimawissenschaften wie auch wohl zu einem Großteil der Biowissenschaften und Organisationen wie der UN her vertreten. Dass es dafür leider keine Mehrheiten gibt, sehe ich auch. Dies ist besonders fatal, da die gigantische Tierproduktion massiv Klima, Umwelt und Wildtiere schädigt bzw. dezimiert und die Krisen Klimakrise und Massensausterben von Spezies bereits sehr weit vorangetrieben wurden.
 
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Mh? Also vegan steht ja für eine Überzeugung, eine Haltung gegenüber Tieren. Es ist also kein Trend sondern Teil einer Bewegung (Tierrechte/-befreiung). Wahrscheinlich meinst Du den Trend, aus gesundheitlichen Gründen, sich pflanzenbasiert zu ernähren. Das ist aufgrund der Motivation etwas anderes. Bereits pflanzenbasiert aufgrund Klima/Erhaltung der Lebensgrundlagen hat dann aber wiederum auch eine politische Dimension.
Es ist ein Trend, der sich auf Grund der industriellen Tierproduktion entwickelt hat. Beendet man diese, verschwindet auch der Vegan Trend.
Dass man das machen muss, ist klar, wenn man sich die Klimaentwicklung anguckt. Natürlich muss man auch die Zementproduktion anschauen und andere Branchen. Solang die profitgierige Kapitalismusindustrie anhält, wird sich das aber nicht ändern.
Vegan wohl weniger. Zumindest gerade in ärmeren Schichten wenig Fleisch, da Ziegen/Kühe für Milchproduktion benötigt werden. Tatsächlich hat die sudanesische Küche auch leckere vegane Angebote (Tamiya, Mish, Aswad ...).
Die Menschen verhungern in den Camps,. Die interessieren sich einen Dreck für irgendwelche Küche.
Dies ist besonders fatal, da die gigantische Tierproduktion massiv Klima, Umwelt und Wildtiere schädigt bzw. dezimiert und die Krisen Klimakrise und Massensausterben von Spezies bereits sehr weit vorangetrieben wurden.
Solange man Raubtiere, wie den Kraken, mit Tieren füttert, um ihn dann essen zu können, wird sich daran auch nichts ändern.
Man muss die Verpackungen ändern. Tierische Produkte müssen abschrecken. Bilder von gequälten Tieren drauf, dazu Werbeverbot für tierische Produkte und ein Verbot für Söders Futterwahn.
 
Es ist ein Trend, der sich auf Grund der industriellen Tierproduktion entwickelt hat. Beendet man diese, verschwindet auch der Vegan Trend.
Dass man das machen muss, ist klar, wenn man sich die Klimaentwicklung anguckt. Natürlich muss man auch die Zementproduktion anschauen und andere Branchen. Solang die profitgierige Kapitalismusindustrie anhält, wird sich das aber nicht ändern.
Dass Tierproduktion mit Kapitalismus zusammenhängt und auch andere Wirtschaftsteile aus Klimaschutzsicht kritisch zu betrachten sind, dass sehe ich auch so.
Aha, so wendest Du den Trendbegriff an. Trend hat ja meistens eine andere Aussage und ist auch durchaus negativ behaftet. Deswegen finde ich ihn in diesem Zusammenhang unzutreffend. Er spielt auch das Ausmaße der Tierausbeutung und das Anliegen, dies zu beenden, in meinen Augen herunter.
Die Wahrscheinlichkeit ist gegeben. Wenn der Mensch denn überhaupt industrielle Tierproduktion selbst beendet, ehe es das Klima tut, käme es wohl auch darauf an, inwieweit sich das Bewusstsein der Menschen gegenüber den Tieren (dadurch) verändert hat und mehr Menschen selbstgewählt dann weiter vegan leben würden. Fragt sich u.a. wie lange sich so etwas entwickelte. Keine Ahnung, finde ich zu hypothetisch.

Die Menschen verhungern in den Camps,. Die interessieren sich einen Dreck für irgendwelche Küche.
Oh, da hast Du recht. Da bin ich schräg an Deinem Einwand vorbei.
Ich fand andererseits diesen Eindwand seltsam - könnte etwas von einem Strohmann haben - denn auch wenn ich zuvor schräg antwortete, ist mir klar, dass Geflüchtete/Hungernde sich nicht darum scheren, was es zu essen gäbe - wenn denn Rettungsgüter mal eintreffen.
Davon ab haben Menschen im Flüchtlingscamp auch keine Treibhausgasemssionsrelevanz - allerdings kann Schädigung von Umwelt und Klima Fluchtursache sein bzw. Konflikte verschärfen. Hierzu würde industrielle Tierproduktion also beitragen und Veganismus/Pflanzlich basierte Ernährung zu einer Abmilderung beitragen. Ansonsten - wie gesagt - schreibe ich/wir hier ja in einem deutschsprachigen Hardwareforum ...

Solange man Raubtiere, wie den Kraken, mit Tieren füttert, um ihn dann essen zu können, wird sich daran auch nichts ändern.
Man muss die Verpackungen ändern. Tierische Produkte müssen abschrecken. Bilder von gequälten Tieren drauf, dazu Werbeverbot für tierische Produkte und ein Verbot für Söders Futterwahn.
Deine genannte Maßnahmen kann mensch so machen. Sozialer Ausgleich (Einkommen/Vermögen) und tatsächliche Preise würden schon etwas ändern, wie auch die Beendigung der Subventionierung der Tierproduktion.
Naja, zu sehr von weither geholt Dein Beispiel mit dem Kraken, finde ich. Klar, ist so etwas schräg. Ein passenderes Beispiel wäre wohl Zuchtlachs, an denen Kleinstfische verfüttert werden und welcher hier von "gesundheitsbewussten" Leuten verspeist wird. Das Thema dürfte hier mehr Widerspruch erfahren, wie wohl auch Katzenhaltung ...
 
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Mh, naja, hauptsächlich geht es der Autoindustrie um große, schwere Autos und die allermeisten offenbar noch dazu als Verbrenner.
Klar, fahren die E-Autos auch zu einem Teil mit Kohlestrom, da dieser Teil des aktuellen Strommixes ist.

Nein. Nicht "zum Teil". Das ist die Schönrechnerei der Autoindustrie, die z.T. dochmal was anderes verkaufen oder zumindest ihre Bilanz schönrechen will. Mit Ausnahme von den wenigen Fahrzeugen, die Mittags in einem Gebiet mit Solarüberausbau geladen werden (und zwar nur da und nur dann) und einem nur geringfügig größeren Teil in Norddeutschland bei Starkwind, fahren Batterieautos de facto immer mit Kohlestrom. Das ist nun einmal die Grenzenergie in unserem Netz. Wir können 100% (und noch weitaus mehr) der eneuerbar erzeugten Energie stationär nutzen und jeder weitere Stromverbraucher, der hinzukommt (und im Vergleich Verbrenner vs. Batterieauto ist letzteres ein zusätzlicher Verbraucher), erfordert somit zusätzliche Produktion in einem fossilen Kraftwerk. Öl haben wir nicht, Gas ist teuer (und in der Praxis nicht zwingend besser, wie du selbst schreibst, wobei das stark vom Lieferanten abhängt), Kohle steht massenhaft in der Landschaft rum. Also bedient sie den zusätzlichen Verbrauch. Wenn du ein Batterieauto einstöpselst, entfaltet sich nirgendwo eine Solarzelle, die sonst inaktiv geblieben wäre, und liefert dir 30% PV-Anteil gemäß Strommix.

Der bessere Abtrieb kann aber nicht die Eigenschaft als Stehzeug kompensieren. Verbrenner hingegen sind nicht nur Stehzeug sondern -um in bildlicher Sprache zu bleiben - auch mehr Heizung als effizienter Antreiber und damit ein noch krasserer Verschwender als es E-Autos bereits sind.

Nicht solange man die Batterieautos mit Strom aus einer anderen Heizung lädt. Die Effizienz von Verbrennern in einem KFZ liegt zwar in der Praxis bei nur 25%, Kohlekraftwerke kommen aber auch nur auf 30-40% (wobei wir die noch vor kurzem mit 40% neugebauten als erste stillgelegt und die Technik ins Ausland verkauft haben, während die abbezahlten weiterlaufen) und dann hängt hinten dran der ganze Lade-Rattenschwanz, sodass Energieträger-zu-Rad eine fast genauso miese Bilanz rauskommt, unter Berücksichtigung der zusätzlichen Größe und Gewicht sogar mehr fossile Primärenergie benötigt wird.
Die bei Kohle zu 100% aus der Oxidation von Kohlenstoff resultiert und grob 2-3 mal so viel CO2 pro kWh freisetzt, wie bei der Verbrennung von Kohlenwasserstoffen im PKW.

Davon abgesehen möchte ich noch einmal daran erinnern, dass ich die heutigen Verbenner ebenfalls kritisiert habe. Diese sind nicht nur oft zu groß, sondern auch wesentlich weniger effizient als eigentlich möglich gebaut. Während bei den Batterieautos zumindest teilweise auf eine gute Aerodynamik geachtet wird, geht bei Verbrennern quasi immer das Design vor, denn der Tank ist ja groß genug. Für die tatsächlich im Vergleich genutzte Mobilität, also den Fahrstil den Batterieautos real ermöglichen, wenn der Akku nicht sofort leer sein soll, würden Verbrenner mit dem halben Verbrauch gegenüber heute ausreichen. Würde man sich auf die tatsächlich genutzte Mobilität beschränken, könnte es sogar noch weitaus weniger werden, denn Verbrenner lassen sich viel weiter runterskalieren, ohne dass sich das Potenzial verschiebt, während Kleinst-Batterieautos mit Kleinstreichweiten einhergehen und deswegen auf Nischen beschränkt bleiben.

Ich will sagen, dass Individualverkehr schon sehr lange bevorzugt worden ist und dass das auch als Argument genutzt wurde, den ÖPNV zurückzubauen. Naja, und nun hat mensch quasi den Salat und viele Leute Ausreden, warum sie den ÖPNV nicht nutzen könnten. :D Konsument:innen und Industrie haben sich/die Menschen vom Auto abhängig gemacht (auch psychisch, siehe Bequemlichkeit und Gewohnheit) und entsprechend schwer ist es, dieses wieder auf mehr Kollektivverkehr umzuändern.

Rein vom Gerechtigkeitsaspekt hast dur Recht und jeder einzelnem dieser Akteure sollte man äußerst misstrauisch gegenübertreten. Aber wenn es um das faktisch erreichbare geht, muss man halt auch das real vorhandene berücksichtigen. Wir hätten nicht 100 Jahre lang Straßen für große Autos und Tankstellen für Verbrenner bauen sollen, sondern lieber Schienen und Cargo-Bike-Verleihsysteme. Haben wir aber halt nicht und wenn ich mir vom heutigen Stand ausgehe, welche Wirkung 1 Milliarde€ für Batterieautos und Ladesäulen hat ("Es gibt mehr Bedarf für Kohlstrom") und wenn ich mir angucke, welche Wirkung 1 Milliarde für € erneuerbare Energien hat ("es wird dauerhaft CO2 eingespart") dann ist es für mich keine Frage, was von beidem erst einmal sinnvoller ist.
Die Frage ist, aber warum wir das sinnlosere machen und das sinnvolle sein lassen?
Die Antwort darauf sind imho genau die Lobbyvereine, die du ansprichst: Autohersteller, die zwar am liebsten Verbrenner von gestern statt erst noch zu entwickelnde Batterieautos anbieten, diese aber immer noch um Welten besser finden als Bahnlinien, und Kraftwerksbetreiber, die den Stromverbrauch steigen sehen wollen. (An dieser Stelle der Querverweis auf "KI ist die Zukunft und muss ganz dringend bei uns gefördert werden" respektive "KI lässt schon heute die US-Strompreise explodieren")

Das hängt dann vom sogenannten Mindset ab. Wenn ich nicht mit dem Auto planen will, nehme ich entsprechend wenig Gepäck mit, nehme ich Bus/Bahn/ÖPNV, lege Wegstrecken zu Fuß zurück, rufe zur Not ein Taxi. Wollte ich mich weniger bewegen oder eine einfachere Anfahrt haben, reise ich nicht so weit weg bzw. an weniger abgelegene Orte.

Sorry, aber das ist kein Mindset. Wenn ich einigermaßen warmes Wasser mit Felsökosystem will, dann kann ich nicht "nicht so weit weg" fahren, dass ist fakt. Wenn ich ökologisch bewusst meinen Urlaub am Stück machen will, um die Fahrtstrecke zu minimieren, dann brauche ich entweder eine hinreichend Menge Kleidung, oder ich stinke am Ende wie ein Ilits unterm Schweißband und fliege aus sämtliche ÖPVs raus, mit denen ich zurückfahren wollen könnte.

neben in meinen Augen zuvor Landschaftszerstörerischen Hotel-Klötzen

Oh, sorry, aber ich darf ja nicht mehr Campen, weil das zusätzliches Gepäck mit sich bringt, also brauch statt einer landschaftschonenden Faltbehausung jetzt halt so einen Betonklotz...

Zum Budget ja, zur Absenkung der Sozialabgaben nö, wenn das zur Absenkung des Versorgungsniveaus

WTF? Wieso sollte ein Umstellung der Finanzierung auf Abgaben, die gegen unerwünschtes Verhalten (CO2-Emissionen) erhoben werden, statt durch Abgaben gegen erwünschtes Verhalten (Arbeiten) das Versorgsniveau senken? Eigentlich ist das genaue Gegenteil der Fall, denn während die Sozialkassen regelmäßig genau dann in die Krise geraten, wenn Unternehmen ihren Profit zu Lasten der Arbeitnehmer optimieren, weil gleichzeitig mehr Leistungen und weniger Einzahler aufeinanderprallen, erfassen CO2-Abgaben automatisch auch energieverschwendung bei Industrie und Superreichen, welche sich sonst denkbar wenig an der sozialen Absicherung von eben der Gesellschaft beteiligen, ohne die es ihren Wohlstand gar nicht gäbe.

Bezüglich des Mobiliäts-Fußabdruckes frage ich mich, inwieweit Herstellungsaufwand der Fahrzeuge da hineinfließt ...

Den Vorgänger habe ich bis 220000 km gefahren und dann weiterverkauft. Wenn der Nachbesitzer einen Mechaniker kennt oder Zugang zu einer Werkstatt hat, sollte er mit sehr überschaubaren Teilekosten auf mindestens 250000, vielliecht 300000 km kommen/gekommen sein. Von meinem aktuellen hoffe ich, dass mir auch noch sehr lange erhalten bleibt. Auf solche Strecken umgelegt macht der Produktionsaufwand keinen großen Unterschied mehr, erst recht nicht bei einem kompakten Verbrenner. Aber selbst bei Batterieautos überwiegt, je nach Akkugröße, meist ab 50 bis 100 Mm der Energieverbauch fürs Fahren. Deswegen behaupten ja die ganzen Beschöndungsstudien, die mit allgemeinem Strommix oder gar mit herbeigezauberten 100% Ökostrom Werbung für die Autoindustrie machen, dass die Kisten gut fürs Klima wären. Und im Wolkenkukuksheim, wo die Kohle- und Gaskraftwerke schon abgeschaltet sind das ganze Jahr über gleichmäßig die Sonne scheint, hätten sie damit auch recht, weil die Herstellung eben mit der Zeit in den Hintergrund rückt (und außerdem viel leichter auf erneuerbare umgestellt werden kann, als das Fahren). Nur in der Realität ist da eben die Sache mit dem Kohle-Nicht-Ausstieg...

Naja, wenn mensch mag, kann mensch ja pflanzliche Milch nehmen, auch wenn der Nährwert teils ein anderer ist. Bei cashewbasierter Käse und Sojajoghurt würde ich aber einen höheren Nährwert annehmen als Milchnachahmungen wie Hafermilch ...

Ich bin tatsächlich jemand, der Milch nicht nur als Aufheller im Kaffee nimmt, sondern tatsächlich gerne Frischmilch trinkt, weil ich den Geschmack mag. Und der ist bei den pflanzlichen Alternativen echt was anderes. Wie gesagt, ich hoffe darauf, dass einfach mal was gegen die Methanproduktion und -Freisetzung macht bzw. mittelfristig die Kuh los wird. Milchdrüsen sind nun echt n recht einfaches Gewebe, da muss man nicht noch eine halbe Tonne Muskel und Gedärm über eine Wiese stapfen lassen. Oder wenn man es schon macht, dann kann mit passendem Futter und Impfkulturen wenigstens dafür sorgen, dass die methanogenen im Gedärm keine große Rolle mehr spielen. Das Problem bei Milch ist ja nicht so sehr der Energieverbrauch der tierischen Erzeugung (im Gegensatz zu Käse besteht das Endprodukt ja aus sehr viel Wasser), sondern dass erhebliche Teile des Futters in besonders klimaschädliche Gase umgewandelt werden, ohne irgend einen Einfluss auf die Milchproduktion zu haben. Das kann man ändern und schon vor 10-15 Jahren wurden sehr vielversprechende Ergebnisse von Fütterungen mit Rotalgenzusatz gemeldet. Aber erzählt den Bauern mal, sie sollten sich ums Klima kümmern...


Das ist richtig, aber vermutlich nicht praktikabel umzuzsetzen.

Von heute auf morgen ganz sicher nicht.
Aber ich sehe auch keinerlei Bestrebungen, es von heute auf in 50 Jahren zu versuchen. Ganz im Gegenteil, wir arbeiten aktiv daran, dass es noch schlimmer wird und pflücken nicht einmal die niedrighängenden Früchte wie z.B. konsequentes Home Office bei Bürojobs.


Ist vielleicht so ein Ding, damit sich nicht irgendwelche Idioten in Gefahr bringen, die sich für deutlich autarker halten, als sie sind. Wenn die dann nämlich z .B. irgendwann überraschend im Dunkeln rumtappen und sich die Treppe runterlegen, muss ja trotzdem gegebenenfalls ein RTW ausrücken. Außerdem sind die Förderungen, die hauptsächlich Eigenheimbesitzer nutzen können, so immerhin auch eine Investition, die Geld für Dinge zurückspült, die alle nutzen können.

Also eine allgemeine Pflicht, sich einen Anschluss legen zu lassen und zu bezahlen, damit man im Zweifelsfall nicht die Treppe runterstürzt, gibt es afaik nicht. Es ist vollkommen legal und weitesgehend ohne Genehmigung möglich, die Versorgung komplett auf Inselinstallation umzustellen. Was aber natürlich sein kann: Wenn man ein Grundstück kauft, zu dem der Versorger auch schon einen Anschluss in Vorkasse gelegt hat, dass der dann ein Anrecht darauf hat, dass der auch gebucht wird.


Vegane Ernährung ist nur ein Trend. Frag mal in einem Flüchtlingscamp im Sudan, ob sich da jemand vegan ernährt.

Die Antwort ist meist "ja", zumindest solange das Milchpulver der Hilfsorganisationen nur für die Kinder reicht und noch niemand neu angefangen hat, Hühner zu züchten. Aber die Rinder überleben andauernde Kriegswirren und mehrfach-Fluchten über große Entfernungen nicht (andere Nutztiere können erst recht nicht mithalten), sondern werden früh verkauft und irgendwann geschlachtet. Fischerei spielt im Westsudan auch keine Rolle => bleiben nur Pflanzen oder Hungern.

Folge sind dann natürlich oft Mangelernährungen; "vegan" und "ausgewogen" ohne Nahrungsergänzungsmittel stellt ja schon Mitteleuropäer im vollen Supermarkt vor Probleme.

Von dieser allgemeinen Situation abgesehen noch die Anmerkung, dass die afrikanische Küche kein schlechter Ausgangspunkt für eine leckere vegane Ernährung ist. Linsen, eine Palette von Getreiden und einige Früchte haben da Tradition, tierische Fette oder gar Fleisch dagegen nicht. => Man kann direkt nachkochen, was sich über Jahrhunderte als lecker bewährt hat, ohne Probleme mit Proteinmangel oder den meisten Vitaminen zu haben oder mit so fürchterlichen Ergebnissen zu enden, wie typische "Stärke mit Stärke und jetzt Tofu statt Steak"-Adaptionen mitteleuropäischer Rezepte. Ich persönlich finde indisch zwar dennoch schmackhafter als z.B. somalisch, aber wer ersteres nicht mag, kann sollte sich ruhig mal in Süd- und Ostafrika umgucken.
 
Vorweg, wir haben ein altes "Zuhäusl", das ist ein Nebengebäude von einem Bauernhof in Bayern mit respektablen 3.000 m² Grund vor fast 20 Jahren gekauft und suzessive saniert/renoviert.
Ursprüngliche Wohnfläche ca. 90 m², jetzt sind wir bei ca. 140 m².
Gezahlt hatten wir damals lediglich 160.000 € - den Kaufzustand kann sich dann jeder vorstellen.
Ursprünglich eingebaut waren normale Radiatoren in jedem Zimmer und eine recht antike Pellet/Stückgutheizung.

Alle Arbeiten habe ich mit meiner Frau zusammen alleine gemacht, nur Material eingekauft.
Wichtig:
Meine Frau ist die beste Elektrikerin der Welt, ohne sie wäre das alles gar nicht möglich :)

Angefangen hat es mit einer stinknormalen PV schon vor, weiss gar nicht mehr 18-19 Jahren oder so.
Jedes 2-3-4 Jahr oder so bis heute Stromspeicher dazugekauft, je nach Geldlage.
Aber im Garten, also ebenerdig, damit wir den Schnee im Winter runterfegen können, weil hier auch im Winter tolles Solarpotential ist.
Zu dem Zeitpunkt noch mit Pelletheizung geheizt (ist hier so üblich im Gäu).

Dann, 2-3 Jahre später mit Solarthermie für WW + Heizung für den Zeitraum zw. April und Oktorber nachgerüstet, weil Direktwärme effizienter als Stromwärme ist.
Parallel dazu großer Pufferspeicher (ca. 20.000l) ans Haus gebaut und neues Treppenhaus drumherum + Heizlanzen für Stromheizung des Pufferspeichers eingebaut.

Dann vor, na 12 Jahren Komplettsanierung des Wohnbereiches mit Fußbodenheizung, Niedertemperatur, Pelletheizung erneuert.
Dann vor 10 Jahren Flächenwärmepumpe (125 m², 1500 m Schlauchlänge) im Garten verbuddelt, Pelletheizung geht ins Backup.
Solaranlage zu dem Zeitpunkt leicht erweitert und mit einer Begleitheizung ausgerüstet - ich muss jetzt weniger Schnee schippen.

Aktuell halten wir Strom für ca. 3-4, manchmal sogar 5 Wochen vor und Warmwasser für Heizung und Zapfstellen-WW für über 2-2,5 Monate.
Das reicht in den allermeisten Fällen für die Winterzeit, nur vor 3 Jahren haben wir dann mal die Pellets anwerfen müssen, konnte aber mit dem Strombackup versorgt werden.
Seit ca. 4 Jahren haben wir keinen aktiven Stromanschluss mehr am Haus.

Ist aber mit Einschränkungen und strigentes Energiemenagement verbunden.
Alles ist OffGrid, also nicht über Wifi, sondern über Kabel und Bluetooth verbunden.
Manche Winterabende bleiben alle Stromgeräte wie Herd, Wasch-/Spülmaschine oder Trockner, auch inkl. PC, Lappi, TV und auch Smartphones & Co. einfach auf aus - und das über Tage. Die Hausgrundversorgung (z. B. Licht/WäPu) hat dann Vorrang.
Muss man sich erst dran gewöhnen und alles anders organisieren.

Der ganze Spass hat über die fast 20 Jahre immer wieder Bau- und Bastelzeit um die 140.000-150.000 € an Material und nicht gezählte Arbeitsstunden gekostet.
 
Nein. Nicht "zum Teil". Das ist die Schönrechnerei der Autoindustrie, die z.T. dochmal was anderes verkaufen oder zumindest ihre Bilanz schönrechen will. Mit Ausnahme von den wenigen Fahrzeugen, die Mittags in einem Gebiet mit Solarüberausbau geladen werden (und zwar nur da und nur dann) und einem nur geringfügig größeren Teil in Norddeutschland bei Starkwind, fahren Batterieautos de facto immer mit Kohlestrom. Das ist nun einmal die Grenzenergie in unserem Netz. Wir können 100% (und noch weitaus mehr) der eneuerbar erzeugten Energie stationär nutzen und jeder weitere Stromverbraucher, der hinzukommt (und im Vergleich Verbrenner vs. Batterieauto ist letzteres ein zusätzlicher Verbraucher), erfordert somit zusätzliche Produktion in einem fossilen Kraftwerk. Öl haben wir nicht, Gas ist teuer (und in der Praxis nicht zwingend besser, wie du selbst schreibst, wobei das stark vom Lieferanten abhängt), Kohle steht massenhaft in der Landschaft rum. Also bedient sie den zusätzlichen Verbrauch. Wenn du ein Batterieauto einstöpselst, entfaltet sich nirgendwo eine Solarzelle, die sonst inaktiv geblieben wäre, und liefert dir 30% PV-Anteil gemäß Strommix.
Willst Du auf folgendenen Passus hinaus? So was wie Marginalmix? Hier mal ein Artikel, allerdings relativ alt, aus dem Jahr 2021. Wenn ich ihn richtig las, werden Marginalmix der Position Strommix dort gegenübergestellt und relativiert ...
"Strombedarf der Elektromobilität
Woher kommt der Strom für all die E-Autos?
Die EU hat ihr neues Klimapaket vorgestellt. Es wird das Ende des Verbrennungsmotors stark beschleunigen - und den gerade begonnenen Durchbruch des Elektroautos. Die brauchen Strom. Woher kommt der? Wie sauber ist er? Und was bedeuten Millionen von neuen E-Autos für den Strommarkt der Zukunft?"
Bist Du Dir sicher, dass Dein beschriebenes Szenario denn so zutrifft? Mir erscheint es sehr (zu?) simpel und statisch zu sein - feste, gleichbleibende Ausgangsgröße + "einstöpseln". Ist das Stromnetz, das Verhältnis von Erzeugung und Nutzung über die Landesgrenze hinaus (da eingebettet in europäisches Stromnetz einschließlich sehr kurzfristiger In- und Exporte), nicht viel komplexer, als Du hier darrstellst?

Nicht solange man die Batterieautos mit Strom aus einer anderen Heizung lädt. Die Effizienz von Verbrennern in einem KFZ liegt zwar in der Praxis bei nur 25%, Kohlekraftwerke kommen aber auch nur auf 30-40% (wobei wir die noch vor kurzem mit 40% neugebauten als erste stillgelegt und die Technik ins Ausland verkauft haben, während die abbezahlten weiterlaufen) und dann hängt hinten dran der ganze Lade-Rattenschwanz, sodass Energieträger-zu-Rad eine fast genauso miese Bilanz rauskommt, unter Berücksichtigung der zusätzlichen Größe und Gewicht sogar mehr fossile Primärenergie benötigt wird.
Die bei Kohle zu 100% aus der Oxidation von Kohlenstoff resultiert und grob 2-3 mal so viel CO2 pro kWh freisetzt, wie bei der Verbrennung von Kohlenwasserstoffen im PKW.
Hier greifst Du wieder auf Deine vorige Darstellung zurück, von der ich erstmal nicht ausgehen würde, wie ich oben schrieb. Ohne Kohlekraft verteidigen zu wollen - da ich fossile Energien ja schnellstens vom Netz müssen - ein Kohlekraftwerk kombiniert mit Kraft-Wärme-Kopplung kann einen sehr hohen Wirkungsgrad erzielen - durch die Nutzung der anfallenden Abwärme.. Beim Auto hingegen verpufft viel mehr, da es nicht an ein Wärmenetz angeschlossen ist.

Davon abgesehen möchte ich noch einmal daran erinnern, dass ich die heutigen Verbenner ebenfalls kritisiert habe. Diese sind nicht nur oft zu groß, sondern auch wesentlich weniger effizient als eigentlich möglich gebaut. Während bei den Batterieautos zumindest teilweise auf eine gute Aerodynamik geachtet wird, geht bei Verbrennern quasi immer das Design vor, denn der Tank ist ja groß genug. Für die tatsächlich im Vergleich genutzte Mobilität, also den Fahrstil den Batterieautos real ermöglichen, wenn der Akku nicht sofort leer sein soll, würden Verbrenner mit dem halben Verbrauch gegenüber heute ausreichen. Würde man sich auf die tatsächlich genutzte Mobilität beschränken, könnte es sogar noch weitaus weniger werden, denn Verbrenner lassen sich viel weiter runterskalieren, ohne dass sich das Potenzial verschiebt, während Kleinst-Batterieautos mit Kleinstreichweiten einhergehen und deswegen auf Nischen beschränkt bleiben.
Das habe ich gelesen. Soweit ich Dich verstsehe, befürwortest Du aber Neubauten von Verbrenner. Die Energiewende wird wohl (hoffentlich) nicht abgewürgt, sondern weiter vorangetrieben zumindest sollte sie - noch sind bspw. nicht alle Dächer voll mit PV. :) Entsprechend birgt strombasierte Nutzung gegenüber Verbrennung fossiler Energieträger immer ein Vorteil - der EE-Anteil im Netz kann erhöht werden, der vom Verbrenner nicht bzw. nur mit krasser Verschwendung (E-fuels).
Ergänzung: 60% der Autofahrten sind laut folgender Quelle nur zwischen 0 - 10 km lang.

Rein vom Gerechtigkeitsaspekt hast dur Recht und jeder einzelnem dieser Akteure sollte man äußerst misstrauisch gegenübertreten. Aber wenn es um das faktisch erreichbare geht, muss man halt auch das real vorhandene berücksichtigen. Wir hätten nicht 100 Jahre lang Straßen für große Autos und Tankstellen für Verbrenner bauen sollen, sondern lieber Schienen und Cargo-Bike-Verleihsysteme. Haben wir aber halt nicht und wenn ich mir vom heutigen Stand ausgehe, welche Wirkung 1 Milliarde€ für Batterieautos und Ladesäulen hat ("Es gibt mehr Bedarf für Kohlstrom") und wenn ich mir angucke, welche Wirkung 1 Milliarde für € erneuerbare Energien hat ("es wird dauerhaft CO2 eingespart") dann ist es für mich keine Frage, was von beidem erst einmal sinnvoller ist.
Die Frage ist, aber warum wir das sinnlosere machen und das sinnvolle sein lassen?
Die Antwort darauf sind imho genau die Lobbyvereine, die du ansprichst: Autohersteller, die zwar am liebsten Verbrenner von gestern statt erst noch zu entwickelnde Batterieautos anbieten, diese aber immer noch um Welten besser finden als Bahnlinien, und Kraftwerksbetreiber, die den Stromverbrauch steigen sehen wollen. (An dieser Stelle der Querverweis auf "KI ist die Zukunft und muss ganz dringend bei uns gefördert werden" respektive "KI lässt schon heute die US-Strompreise explodieren")
Hier liegen wir offenbar näher beieinander. So ich die Debatte seitens EE-Befürworter:innen verfolge, geht es aktuell u.a. um größere Batteriespeicher, um bspw. Sonnenstromüberschuss tagsüber zu speichern und nachts nutzen zu können, um fossilen Stromanteil zugunsten EEs reduzieren zu können. Fragt sich, was die aktuelle Regierung macht ...

Sorry, aber das ist kein Mindset. Wenn ich einigermaßen warmes Wasser mit Felsökosystem will, dann kann ich nicht "nicht so weit weg" fahren, dass ist fakt. Wenn ich ökologisch bewusst meinen Urlaub am Stück machen will, um die Fahrtstrecke zu minimieren, dann brauche ich entweder eine hinreichend Menge Kleidung, oder ich stinke am Ende wie ein Ilits unterm Schweißband und fliege aus sämtliche ÖPVs raus, mit denen ich zurückfahren wollen könnte.
Schon. Du hast da ja offenbar ein anderes und innerhalb diesem Vorbedingungen, die Du auf bestimmte Art lösen möchtest. Handwäsche, "Katzen"-Körperwäsche ... nutze ich, wenn ich unterwegs bin.

Oh, sorry, aber ich darf ja nicht mehr Campen, weil das zusätzliches Gepäck mit sich bringt, also brauch statt einer landschaftschonenden Faltbehausung jetzt halt so einen Betonklotz...
Wieso dürftest Du nicht mehr campen? Meinst Du Campingauto/anhänger oder Zelten? Es gibt ultralight Ausrüstung womit mensch das Gepäckgewicht stark reduzieren kann ...

WTF? Wieso sollte ein Umstellung der Finanzierung auf Abgaben, die gegen unerwünschtes Verhalten (CO2-Emissionen) erhoben werden, statt durch Abgaben gegen erwünschtes Verhalten (Arbeiten) das Versorgsniveau senken? Eigentlich ist das genaue Gegenteil der Fall, denn während die Sozialkassen regelmäßig genau dann in die Krise geraten, wenn Unternehmen ihren Profit zu Lasten der Arbeitnehmer optimieren, weil gleichzeitig mehr Leistungen und weniger Einzahler aufeinanderprallen, erfassen CO2-Abgaben automatisch auch energieverschwendung bei Industrie und Superreichen, welche sich sonst denkbar wenig an der sozialen Absicherung von eben der Gesellschaft beteiligen, ohne die es ihren Wohlstand gar nicht gäbe.
Mh? Wenn Du Sozialabgaben absenkst, wird doch folglich das zu verteilende Sozialbudget kleiner. Oder ist Dein Vorschlag, die Differenz quer- also aus anderer Quelle zu finanzieren?

Aber erzählt den Bauern mal, sie sollten sich ums Klima kümmern...
Ja, auf EU- und Bundesebene müsste umgesteuert werden. Förderung von ökologischem Landbau und Reduzierung der Massentierhaltung (höhere Tierschutzstandards, Ende der Subventionierung der Massentierhaltung) wäre ja mal ein Anfang. Und Bäuer*innen bräuchten ein sogenanntes Aussteigerprogramm, um auf Bio- und Nichttierhaltung umstellen zu können.

Vorweg, wir haben ein altes "Zuhäusl", das ist ein Nebengebäude von einem Bauernhof in Bayern mit respektablen 3.000 m² Grund vor fast 20 Jahren gekauft und suzessive saniert/renoviert.
Ursprüngliche Wohnfläche ca. 90 m², jetzt sind wir bei ca. 140 m².
Gezahlt hatten wir damals ...
Ui, Danke für den Einblick! Finde ich spannend, gerade, wo Ihr recht früh angefangen habt mit der Umstellung auf EE! Respekt auch für Euer Durchziehen des regiden Strommanagements im Winter!
Klar, ist das aufgrund der großen Geldinvestitionen kein Beispiel für viele Menschen in Deutschland, da jene gar nicht das Geld für so etwas haben. Für Menschen mit vergleichsweise Vermögen und Einkommen ist das aber doch ein sehr gutes, so scheint es mir. Da könnten Andere sich wohl eine große Scheibe von abschneiden.
Sehr cool auch, dass Deine Frau Ihr Ding, Interessen und Fähigkeiten unabhängig von Geschlechterklischees und -drucks durchgezogen hat! Selbst zu meiner Schulzeit wurde leider noch so sexistischer Mist erzählt, dass Frauen nicht Physik o.ä. könnten ...
Jedenfalls erklärt das auch Deinen niedrigen Fußabdruck. Aufgrund Mietverhältnis mit Gasheizung kann ich in diesem Bereich nicht mithalten. Ich versuche generell meinen Konsum klein zu halten, nutze Dinge lange, lasse nähen/nähe selbst und färbe Kleidung nach, geflogen bin ich seit 16 Jahren nicht mehr. So lange lebe ich auch bereits vegan. Der übergroße Teil meiner gekauften Lebensmitteln ist Bio ...
 
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