? Verstehe die erste Frage nicht ganz. Treshold hat sich darüber beklagt, dass er für gelieferten Strom aus seiner Sicht wenig bekommt, für bezogenen Strom aber aus seiner Sicht viel bezahlen muss und dass das alles auch noch anfällt, wenn er seinen eigenen Strom bezieht. Wenn du was zur jeweiligen Beurteilung der Preise wissen willst, solltest du also ihn fragen. Ich habe nur erklärt, wieso eine Differenz dazwischen liegt: Weil nicht stabilisierter, unkontrollierter Strom wesentlich weniger wert ist.
Deine zweite Frage geht von einer falschen Prämisse aus: Die Netzanbieter müssen keinen Privatstrom annehmen, wenn ihre Kapazität nicht ausreichen. In entsprechend ausgelasteten Gebieten dürfen neue Anlagen einfach gar nicht angeschlossen werden, bei hoher Teilauslastung wird die Einspeisung kontrolliert ausgesetzt. Ein Bedürfnis zum Netzausbau sollte aus Sicht der Küchentisch-BWL trotzdem folgen, weil es irgendwo was zum nahezu Nulltarif gibt, dass man woanders teuer verkaufen könnte, wenn man es hintransportiert bekommt. Aber in der Realität sind die Kosten für einen Leitungsausbau wohl zu hoch respektive die Amortisationszeit wohl zu lang, als dass Investoren sowas attraktiv fänden. Stattdessen werden immer höhere Netzentgelte auf die Privatkunden umgelegt mit der Begründung eines Ausbaus, der de facto nicht stattfindet. Seit über einem Vierteljahrhundert beruhen die optimistischen Abschätzungen z.B. zur stabilen Versorgung mit Windstrom auf einem leistungsfähigen europäischen Verbund von Sizilien bis zum Nordkap und von Irland bis ans schwarze Meer. Und Deutschland hat es nicht einmal geschafft, ausreichende Kapazitäten von Bremen nach Bayreuth zu insallieren, faselt aber die ganze Zeit etwas von ""Energiewende"".