Wenn ich zusammenfasse, stellt der Autor sich den Zusammenhang so vor: Lücken in der Wahrnehmung --> "Nachbildwirkung" --> Magisches Erlebnis.
Hier wäre die Frage: Was ist für ihn eine Nachbildwirkung und was meint er mit "magisch"?!
Für mich ist das Schließen von Wahrnehmungslücken jedenfalls nicht magisch. In der Wahrnehmungspsychologie gibt es eine ganze Reihe von interessanten Wahrnehmungseffekten. z.B. wird folgendes Muster:
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/d/d5/Nocube.svg/395px-Nocube.svg.png von unserem Gehirn als Würfel interpretiert, obwohl es eigentlich nur einzelne schwarze Objekte ohne Verbindung sind. Das passiert ebenfalls unbewusst, macht die Sache dadurch aber dennoch nicht magisch. Unser Gehirn leistet rund um die Uhr hoch faszinierende Dinge, die uns nur selten bewusst sind - jedoch von Psychologen gut untersucht sind

(Unter dem Stichwort "Wahrnehmungspsychologie" findet man viele interessante Beispiele mit Erklärungen im Netz.)
Was er möglicherweise mit "magisch" meint ist, dass ein Film eben wie ein Film wirkt und nicht wie etwas real abgefilmtes. Das kann durch die niedrige Framerate bedingt sein - muss es aber (hoffentlich) nicht. Das hat sicherlich auch viel mit Rezeptionsgewohnheiten zu tun, ich denke jedoch, dass man mit Filtern, Farbanpassungen usw. das Bild ebenso wie einen Film wirken lassen kann - und dabei eine hohe Framrate hat
Das Problem einer niedrigen Framerate ist nämlich, dass man schlichtweg nicht mehr den ganzen Film sieht. Ich meine nun nicht die "magischen" Zwischenbilder, sondern schnell bewegte Objekte, Kameraschwenks, Kamerafahrten etc. Also alles, was sich schnell auf dem Bildschirm bewegt. Je schneller Objekte sich nämlich bewegen, umso stärker fällt auf, dass Bildinformationen fehlen. Simples Beispiel, siehe hier:
15 FPS vs. 30 FPS vs. 60 FPS - Bo Allen. Man sieht bei 60fps deutlich besser die Kanten des Würfels während der Drehung. Bei 15fps ist es irgendetwas verzerrtes, aber kein Würfel, sobald sich dieser dreht. Nun stelle man sich analog dazu ein sich schnell bewegtes, verzerrtes Vollbild vor... Grauselig!
Bewegt sich also das ganze Bild schnell - bspw. bei einem Kameraschwenk einer Landschaftsaufnahme - sieht man einfach nur noch Matsch. (Der normale Zuschauer ist den Matsch gewöhnt und ignoriert ihn mehr oder weniger). In dem Fall hilft auch das allmighty Gehirn nicht mehr aus, da eben nur Matsch gezeigt wird - Vergleiche dazu ein unscharfes Bild. Klar muss man sich die schöne Landschaft hinzudenken, wenn man sie nicht sehen kann, ich bevorzuge es aber bei einem Film den Bildinhalt tatsächlich zu sehen

Insofern halte ich es für SEHR wünschenswert, wenn man endlich mal von den 24 auf 48 oder gerne auch mehr Frames upgraden würde.
Stichwort "Storytelling": Mit niedrigerer Framerate kann man ein Spiel sicherlich ein bisschen mehr wie einen Film aussehen lassen. Das kann ein interessanter Effekt sein, aber ob ein Spiel/das Storytelling dadurch besser wird, ist zweifelhaft. Die interessante Frage wäre hier also: Wird ein Spiel interessanter/besser, wenn es Film-ähnlich wirkt?
Zu Spielen im Allgemeinen: In vielen Spielen bewegt sich konstant der gesamte Bildinhalt. Zudem bewegen sich viele Objekte (bspw. Spieler) sehr schnell. Erschwerend kommt hinzu,dass Objekte bzw. der gesamte Bildauschnitt sich nicht regelmäßig bewegen, sondern in kurzen Abständen ihr Verhalten, die Richtung, die Geschwindigkeit usw. ändern.
Ganz besonders bei kompetitiven Spielen ist es wichtig Objekte und Situationen zu antizipieren und extrem schnell darauf zu reagieren. Fehlen nun Zwischenbilder, wird sowohl das Reagieren als auch Antizipieren deutlich schwieriger - besonders, weil es eben kaum gleichmäßige Bewegungen gibt - ein Nachteil in kompetitiven Spielen und ein kleineres Ärgernis in nicht-kompetitiven Spielen. Bei einem Film muss lediglich passiv rezipiert werden und Bildinhalte bewegen sich zumeist sehr langsam, Kameraschwenks werden nur selten vollzogen (zum Vergleich schwenkt "die Kamera" in einem Shooter beinahe immer).
Hinzu kommt, dass es auch wesentlich schwieriger wird zu zielen (wir bleiben mal bei den Shootern als Beispiel), wenn das Bild nicht flüssig sondern ruckelnd läuft. Nicht richtig zielen zu können bzw. schwieriger als nötig Zielen zu müssen, ist nicht angenehm.
Da kaum jemand gerne einen Nachteil oder Einschränkungen beim Zielen (oder allgemein bei der Steuerung) haben möchte, bevorzugen die meisten Spieler eine hohe oder zumindest konstant flüssige Framrate (auch wenn man natürlich auch mit niedrigeren Frameraten noch irgendwie zurecht kommen kann).
Was will ich damit also nun sagen: Bei Spielen ist eine hohe Framrate Pflicht, bei Filmen finde ich sie sehr wünschenswert. Wenn beides wie ein Film wirken soll, dann doch bitte indem Filter oder ähnliches genutzt werden.