Bedingungsloses Grundeinkommen - Modelle - Auswirkungen - Pro - Kontra

ausserdem, wenn wirklich alle faulen h4ler ins paradies ausgesiedelt werden, was meint ihr wie lange es dauern würde bis aus dem paradies eine müllhalde wird? ideen haben einige..
 
Grundeinkommen? Mhh ich wills mal so vorrechnen:

Bis Ende Mai diesen Jahres war ich Hartz 4. Ich habe mit allem bekommen (Regelsatz, Miete....) ca. 1000€.
Ab Anfang Juni habe ich zum Glück wieder Arbeit.
Dafür mußte ich mir aber auch wieder ein Auto zulegen, das ich nach Bad Segeberg zur Arbeit komme. (360 km von mir zu Hause)

jetzt habe ich 1152€ Netto
davon gehen ab:

Rate Auto: 200€
Versicherung Auto: 80€
Miete: 300€
Sprit: 200€

So, zählt zusammen, und sagt mir, was nu besser ist. Wenn der ganze Scheiß, den man braucht um überhaupt Arbeiten zu können, nicht so teuer wäre, wäre es ok.
Nur mit Hartz 4 hatte ich ca 700€ zum leben, jetzt knapp 400€. 400€ für 7h auf der Autobahn pro Woche, Montags um 3 Uhr aufstehen und losfahren und 10 Stunden pro Tag auf dem Bau von der 2. Tiefgarage ins 8. Obergeschoss zu laufen.

Jeder erzählt mir was von "Arbeit muß sich wieder lohnen". Aber so gehts ja wohl nicht.
 
Da du dir ein KFZ erst zulegen musst, ist es da nicht günstiger dort eine Unterkunft zu nehmen?

Aber abgesehen davon hast du recht, was so abgeht ist nicht unbedingt mehr zu verstehen.

Letztens war bei uns in nem kleinen Schuhladen ein Elektriker zur Lampenmontage an der Decke, nix besonders was evtl auch ein versierter Heimwerker schaffen könnte.

Der kam rund 400 km entfernt aus Chemnitz (!!!). Als ob es für so nen Job bei uns vor Ort nicht genug Elektriker gibt ... aber die sind vermutliche alle in München um dort Lampen in Schuhläden zum montieren ........... :schief:
 
Manchmal wundert man sich. Vor ein paar Jahren wurde bei meiner damaligen Arbeitsstelle groß umgebaut. Es gab umfangreiche Erdarbeiten, einen neuen Parkplatz und den Innenausbau eines ganzen Gebäudes. Und wo kam die Firma her, die's gemacht hat? Aus der Nähe der polnischen Grenze. Komisch, daß sich das für die lohnt, aber die waren wohl nach der Ausschreibung der billigste Anbieter. Keine Ahnung, wie die das hingekriegt haben. Oder auch, wo die Arbeiter über Wochen hier in Bonn genächtigt haben. Unterkünfte gibt es ja auch nicht umsonst.
 
kann ich dir sagen wo die gepennt haben. entweder aufn Bau oder 30 km ausserhalb. aufn Bau mußte ich auch schon pennen. Zwischen dem Material. Kein Witz. Jetzt weist du warum die so billig sind.
 
Tja, dieses "Arbeit muss sich wieder lohnen" muss erstmal durchgesetzt werden. Wenn ich den Grundregelsatz von 329 Euro frei zur Verfügung hätte und mir meine laufenden Kosten vom Staat bezahlt werden würden, dann hätte ich so mehr Geld im Monat übrig, als ich im Moment mit Arbeit verdienen würde.
 
Bedingungsloses Grundeinkommen kann einfach nicht funktionieren.

Abgesehen davon, dass ich es an sich schon als moralisch verwerflich betrachte jedem Geld einfach so ohne Gegenleistung Geld in die Hand zu drücken, ist hier die Finanzierung einfach ein Problem.

Die steuerliche Belastung ist doch so schon für den Mittelstand groß genug, wenn er alle ohne Arbeit mitversorgen darf. Wenn dann aber alle für alle
bezahlen sollen (abgesehen von den vielen Arbeitslosen) ist das Chaos perfekt.

Das ist einfach nur eine ganz große Luftblase in Marxschen Proportionen.
 
es kann schon funktionieren. stell dir mal vor, der ganze aparat der für die arbeitlosen da ist fällt weg. alle bekommen das gleiche, es muß nichts mehr berechnet werden usw. viele gebäude der argenturen können aufgegeben werden, personal fällt weg usw.. es gibt keine kurse mehr die von staat gesponsert werden. da bleibt ne menge geld über.
 
es kann schon funktionieren. stell dir mal vor, der ganze aparat der für die arbeitlosen da ist fällt weg. alle bekommen das gleiche, es muß nichts mehr berechnet werden usw. viele gebäude der argenturen können aufgegeben werden, personal fällt weg usw.. es gibt keine kurse mehr die von staat gesponsert werden. da bleibt ne menge geld über.

Wirklich viel würde da nun auch nicht wegfallen, da das Geld ja trotzdem weiterhin irgendwie verteilt werden muss.

Insgesamt finde ich es einfach moralisch verwerflich. Das klingt alles sehr nach Umverteilung. Wer einmal in einem kommunistischen Land gelebt hat, will so einen parasitären Marxismus/Bolshevismus in keiner Form mehr je wieder haben.

Die deutlich relevantere und vernünftigere Alternative wäre die Stärkung privater Institutionen und die Entlastung der Steuerzahler.
Dann könnte man ebenfalls den Apparatus abbauen, die Steuergelder aber wichtigeren Dingen zufliessen lassen. Etwa der Schuldenreduktion oder der Stärkung der Infrastruktur.
 
Eine etwas einseitige Betrachtung und ein massiver Rechenfehler. :D

Wenn man bei McDonalds arbeitet bekommt man dann 1800€ und wenn man für den Staat arbeitet, bekommt man das Selbe wie vorher, da dort das Grundeinkommen ja jetzt schon dabei ist. ;)
 
2. Die Schattenwirtschaft (a. k. a. Schwarzarbeit) duerfte nochmals zunehmen - weil der Handwerkereinsatz ploetzlich nicht mehr €250,- kosten wuerde, sondern €500,- ... oder eben bloss €300,-. Ohne Quittung und damit am Fiskus vorbei, versteht sich.

--> ich glaube, du entwickelst hier dein eigenes Modell, der Grossteil der Initiativen unter dem Threatnamen, plant eine rein Umsatzsteuerfinanziertes Modell, das bedeutet es, gibt keine Einkommenssteuer und damit auch nicht den klassischen "Fiskus". Dadurch wuerde Arbeit auf der einen Seite generell billiger, und der Einfluss der Kapitalinhaber zugunsten der Arbeitnehmer korrigiert.

Viel weniger diskutiert werden die Einfluesse auf die Aussenwirtschaft, ein Land, das mit BGE anfaengt, muesste im Gleichen Schritt eine regulative Zollpolitik betreiben, damit das land nicht von heute auf morgen, im Ausland einkauft, waere mal interessant zu lesen, wie forscher, die sprunghaft ansteigende nachfrage an produktstaetten bewerten?
 
Eine Umsatzsteuer in Hoehe X wuerde u. a. auch die Rechnung eines Handwerkers um X erhoehen - und damit Schwarzarbeit fuer alle Seiten attraktiver machen. Was hat das mit Einkommenssteuer, Kapital & Co. zu tun?

Genau, gar nichts.
 
Das könnte man allerdings durch entsprechend höhere Strafen kompensieren.
Ob sich jemand für Schwarzarbeit entscheidet, hängt von der Wahrscheinlichkeit der Aufdeckung ab und vom Verhältniss von eingesparten Kosten zur potentiellen Strafe. Es wäre zwar wünschenswert, erstere zu steigern, aber man kann den status quo zumindest aufrecht erhalten, in dem beide Seite der Relation Einsparung/Strafe gleichermaßen anhebt.
 
Wenn ich Dich recht verstehe, möchtest Du bei höheren Steuern eine höhere Strafe für Schwarzarbeit. Leider funktioniert das weder rechnerisch, noch psychologisch.

Erstens ist es immer besser, die Kontrollen und damit die Kontrollkosten so gering wie möglich zu halten. Umso mehr ich für Kontrollen ausgeben muß, desto weniger habe ich von eingenommenen Strafen. Wirtschaftlicher ist es, Kontrollen fast ganz zu streichen und Abgaben so weit zu senken, daß die Abgabenehrlichkeit gesteigert wird. Wenn es sich kaum lohnt, Steuern zu hinterziehen, nimmt auch keiner das Risiko in Kauf, erwischt zu werden. Wenn es sich hingegen sehr lohnt, wird fast jeder Steuern hinterziehen. Die Entdeckungsrate von Steuervergehen wird dadurch aber nicht ansteigen, weil das nötige Ermittlungspersonal aus den dann nicht reichhaltiger als im Status Quo vorhandenen Einnahmen kaum zu bezahlen sein dürfte.

Zweitens schrecken Strafen ab einem bestimmten Maß ohnehin nicht mehr ab, weil jeder Straftäter davon ausgeht, nicht erwischt zu werden. Würde er davon ausgehen, daß ihn die angekündigte Strafe überhaupt trifft, würde er nicht gegen ein Gesetz verstoßen. Gerade bei geplanten Regelwidrigkeiten - und davon kann man bei Steuerhinterziehung wohl meistens ausgehen - wird der Täter immer sehr genau abwägen, was sich lohnt und wie hoch das Entdeckungsrisiko ist.
 
Wenn ein Straftäter davon ausgeht, nicht erwischt zu werden, dann ist nicht nur die Höhe der Strafe egal - sondern auch deren Nutzen. Um derartige kriminelle Tätigkeiten zu verhindern, müsstest du den Anreiz ganz bis auf Null senken. Eine Gesellschaft wie die unsrige ist ohne Staat aber nicht realisierbar und der muss finanziert werden.
Wir reden also von Leuten, die in Kauf nehmen, dass sie erwischt werden könnten, die aber der Meinung sind, dass es sich dieses Risiko lohnt. Diese Gleichung kann man durch höhere Strafen zugunsten eines legalen Verhaltens verschieben.
Wie dir -nach meinem ausdrücklichen Hinweis auf den Unterschied :rollen: - sicherlich aufgefallen ist, erfordert das auch keinerlei zusätzliche Ausgaben für Kontrollen, sondern geht von einer Entdeckungsquote auf heutigem Niveau aus.
 
Wenn ein Straftäter davon ausgeht, nicht erwischt zu werden, dann ist nicht nur die Höhe der Strafe egal - sondern auch deren Nutzen.

Das stimmt nicht, denn er geht ja ein gewisses Risiko ein. Er geht davon aus, nicht erwischt zu werden, aber er wird das angedrohte Risiko gar nicht erst in Kauf nehmen, wenn der zu erwartende Gewinn in einem zu kleinen Verhältnis zum Risiko steht.

Um derartige kriminelle Tätigkeiten zu verhindern, müsstest du den Anreiz ganz bis auf Null senken.
Das ist auch nicht richtig. Der Mensch läßt sich ja in einem gewissen Grade gängeln. Nur irgendwann wird's ihm halt zu bunt und er sucht nach Auswegen. Fühlt er sich allerdings gerecht behandelt, wird seine Steuerehrlichkeit zunehmen.


Eine Gesellschaft wie die unsrige ist ohne Staat aber nicht realisierbar und der muss finanziert werden.
Stimmt leider. Aber durch Steuersenkungen würdest Du langfristig eben keine Finanzierungslücke hervorrufen, weil die Steuerehrlichkeit zunimmt. Der vom Einzelnen erlangte Betrag wird zwar sinken, dafür wird aber die Zahl derjenigen, die ihr volles Einkommen versteuern, stark zunehmen.

Wir reden also von Leuten, die in Kauf nehmen, dass sie erwischt werden könnten, die aber der Meinung sind, dass es sich dieses Risiko lohnt. Diese Gleichung kann man durch höhere Strafen zugunsten eines legalen Verhaltens verschieben.
Kann man - wie übrigens auch die Rechtssoziologie bzw. Devianzforschung schon lange gezeigt hat - nicht. Menschen handeln in dieser Beziehung nämlich nicht vollkommen rational. Bei einem nur geringen Vorteil der illegalen gegenüber der legalen Handlung reichen schon geringe Strafen, um die illegale Verhaltensweise unattraktiv erscheinen zu lassen. Bei einem großen Vorteil schrecken selbst große Strafen nicht mehr ab, weil sie auch für das Individuum nicht faßbar erscheinen.

Wenn es anders wäre, müßten zum Beispiel auch in den USA, die ja in Teilen durchaus die Todesstrafe haben, die Mordraten wesentlich geringer als in Europa sein. Das Gegenteil ist allerdings der Fall.
Wie dir -nach meinem ausdrücklichen Hinweis auf den Unterschied :rollen: - sicherlich aufgefallen ist, erfordert das auch keinerlei zusätzliche Ausgaben für Kontrollen, sondern geht von einer Entdeckungsquote auf heutigem Niveau aus.
Du würdest dann lediglich schon jetzt entdeckte bzw. zu entdeckende Steuersünder härter bestrafen. Das würde insgesamt fast nichts nützen. Das ist in etwa so naiv wie die Steueramnestie des Bundes vor ein paar Jahren. Das war auch ein riesiger Reinfall. Gleichzeitig würde das Problem der Steuerhinterziehung bei höheren Steuern noch zunehmen. Unter dem Strich würdest Du ein Negativgeschäft machen.
 
Das stimmt nicht, denn er geht ja ein gewisses Risiko ein.

Risiko = Strafe * Wahrscheinlichkeit des Eintritts.

Stimmt leider. Aber durch Steuersenkungen würdest Du langfristig eben keine Finanzierungslücke hervorrufen, weil die Steuerehrlichkeit zunimmt. Der vom Einzelnen erlangte Betrag wird zwar sinken, dafür wird aber die Zahl derjenigen, die ihr volles Einkommen versteuern, stark zunehmen.

Solche Traumtänze mögen in den Wahlprogrammen FDP stehen, aber mir wäre kein einziges Beispiel bekannt, in dem eine Senkung des Steuersatzes zu höheren Steuereinnahmen geführt hat. Nicht umsonst müssen Steuersenkungen gegenfinanziert werden (Stichwort: Rauchen fürs Auto des Chefs).

Wenn es anders wäre, müßten zum Beispiel auch in den USA, die ja in Teilen durchaus die Todesstrafe haben, die Mordraten wesentlich geringer als in Europa sein. Das Gegenteil ist allerdings der Fall.

Gewaltdelikte haben in der Regel gar keinen direkten Nutzen und lassen sich nicht in Geld aufrechnen. Du kannst emotional begründete oder nicht geplante Taten nicht mit Steuerhinterziehung vergleichen.
 
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