AW: [HowTo/ANFÄNGERGUIDE!] Sound - Kaufberatung, FAQ und Wissenswertes
So, nach den ersten 10 gelesenen Seiten hab ich mich entschlossen auch nochmal (vielleicht auch noch als Bei-/Nachtrag zum ersten Post) was zu schreiben.
Gerade der Bereich um Audio ist immer sehr subjektiv geprägt, auch wenn es teilweise massive Unterschiede gibt.
Also kurz voraus – ich bin ein Musiker mit Elektrotechnikstudium. Allgemein bevorzuge ich einen eher analytischen Sound.
Wie im ersten Post auch geschrieben – es gibt Unterschiede bei Kabeln, aber nur wenige, die man auch hört. Ich habe an der Stelle sogar mal den Test gemacht, nachdem ein Audioladen für 2,5qmm Kabel 35€/m haben wollte. Ich bin mit einem 3 adrigem Verlege(litze)kabel, 1,5qmm Audiokable (Reichelt, 0,5€/m) und einem Oszilloskop gekommen … Mechanisch gesehen war gerollt das Verlege Kabel bei weitem das Beste, entrollt lag das „gute“ Audiokabel mit diesem auf einer „Wellenlänge“. Aber die Abweichungen bei dem günstigen Kabel lagen außerhalb der Ansprechamplitude von 98% aller Lautsprecher.
Wichtiger hier sind der Querschnitt und gelegte Windungen im Kabel – wenn diese vermeidbar sind, sollte man sie bei Audiokabeln auch vermeiden! Querschnitt – bei Live-Auftritten spreche ich mit einer 2kW-Endstufe 4x700W oder 2x2000W Boxen an, welche wirklich auch derartiges leisten können (ja, ich habe ein GAE-LiveSet da). Die Kabel für diese sind 3x2,5qmm (XLR) auf (geschirmt) 15/30m Länge. Jeder, der sagt, dass mehr als 4qmm im Heimbereich notwendig sind, hat sich niemals mit derartigen Themen beschäftigt oder bekommt Prozente beim Verkauf!
Aber mal weg von PA-Technik – wer sich eine neue Soundanlage besorgen will, muss sich erst mal anderes überlegene:
1. Preisspanne
2. „Was höre ich“
3. Vorlieben
4. „Wie gut ist mein Gehör“
1. Für die Preisspanne ist nur zu sagen, dass man 2/3el für Boxen, 1/3el für einen Verstärker einplanen sollte. Alles ab 400€ läuft (je nach Platz) auf eine Bausteinanlage hinaus. Hier sollte man sich dann genauer überlegen, wie groß ist der Raum, was steht alles drin, was für einen Fußboden und wie viele Gardinen hat man. Herstellerangaben zu Raumgrößen beziehen sich auf Räume mit einem Sofa, 6qm Gardine, Tapete und Parkett.
2. Hier kommt es vor allem darauf an, was man reell mit diesem System machen will – will ich Filme gucken, Spiele oder will ich Musik hören. Gerade bei einem Mischbetrieb ist die Frage, ob eher den erstbesten Stream/MP3, CD oder Schallplatte (u.Ä.) sowie Musikrichtung.
3. Bei Vorlieben geht es eher darum, ob es ein analytischer Sound, basslastig bis zum Ende oder eine gefühlvollen Darstellung eines Orchesters geht – oder einem Mittelweg. Hier habe ich jetzt harte Gegensätze genannt, aber es sollte beachtet werden.
4. Viele Leute geben massiv zu viel Geld für Audio-Equipment aus. Aber kaum jemand davon kann den Unterschied von bspw. einer Canton Vento 890 und einer Canton Rererence 1.2 wirklich hören, außer „oh, die eine hat aber mehr Bassleistung“ oder „die sieht aber besser aus“… An einer solchen Stelle steht aber ein Anschaffungsunterschied von 1/10 pro Box und die „Spielart“ der Boxen hängt gewaltig von Eingangsmedium und Verstärker ab. Hatte aber auch schon lange „Streitgespräche“, ob jetzt an den Nuberts der Audionet- oder MacIntosh-Vollröhre-Verstärker besser klingt… Irgendwann ist es Geschmackssache und die Überlegung, ob eine Soundanlage wirklich die Preise von Immobilien bekommen sollte…
Abgesehen von allgemeinen Hinweisen gibt es aber nur eine einzige Möglichkeit etwas Passendes für sich zu finden – Testhören. Es reicht leider auch nicht aus, Boxen und Verstärker in einem Studio zu testen, auch wenn hier Grundlagen gut zu sortieren sind, die wirklichen Kandidaten sollte man auch in dem Raum testen, wo sie später auch stehen sollen!
Des Weiteren sollte man sich ein „Referenzmodell“ aussuchen, anhand dessen die anderen Boxen bewertet werden können. Ich nehme immer gerade die Canton GLE-Serie dafür, da sie in fast jedem Laden, wo man auch testhören kann, stehen. Und nicht vergessen – sogar in einem MediaMarkt kann man nach Absprachen seine bisherigen Boxen für ein Vergleich hören mitnehmen und sie bestellen auch Höherwertiges dafür (dauert meist 1-2 Wochen)! Weiter ist noch zu sagen, dass man sich nicht von lauten Boxen betören lassen sollte - „laut kann jeder“. Gerade Boxen sollten auch bei geringer Lautstärke alles detailgetreu darstellen können.
Dazu ist es auch noch anzuraten eine entsprechende Test-CD zu erstellen, die Vieles abdeckt. Persönlich besteht diese für mich aus „Karl Jenkins – Cu Cullain“ Für Klassik und viel Dynamik, „The Prodigy – Invaders must die“ für Bose-Vertreter (ja, Boxen rauchen, wenn sie durchbrennen) und um Bassbereiche ausloten zu können, der Soundtrack zu X3 (bisher nicht besseres für reine Sub/High-Bereiche gefunden) und was auch immer man im Alltag hört…
Und auch nicht vergessen – jegliche Boxen müssen eingespielt werden – dauert ca. 50-200h und wenn zu haben, lasst euch einen Tontechniker kommen, der die Anlage einstellt (Kosten ca. 50-150€, Dauer 10-15min) und lasst die „Einstellmikrofone“ bleiben.
Bei Verstärkern scheiden sich am Ende alle Geister. Der Unterschied (bei Digital-Verstärkern bis 1500€) liegt meist in der Ausstattung und in der Verarbeitung. Auch werden bei den etwas teureren die DC/AC Wandler und die AC/AC-Schienen anders bestückt/ausgelegt. Soll heißen, dass die „Rauschabstände“, also die Klarheit des Tones, minimiert werden. Dazu können die „größeren“ Schienen besser mit Leistung um und werden im Endbereich nicht so heiß. Ansonsten lasst euch beraten und hört sie euch an.
Auch nett ist immer – Bei Verstärkern wird immer „die Leistung auf einem einzelnen Kanal“ beworben. Hießt, nur ein Kanal wurde angesprochen und das bei 19 Grad C – die reelle Leistung mit mehreren Kanälen liegt drunter. Bei Vielen Verstärkern ist auf der Rückseite aufgedruckt, was das System im Gesamten maximal schluckt…
Biespiel: Onkyo TX-NR929 (ein 9-Kanal-Verstärker):
„VERSTARKER-FEATURES
185 W/Kanal (6 Ω, 1 kHz, 1% THD, 1 Kanal ausgesteuert, IEC)“
„Allgemeine Daten
Leistungsaufnahme 870 W
Leistungsaufnahme (stumm) 120 W“