Jetzt sagt schon "der" amerikanische ober Think Tank Council on Foreign Relations das der Westen das Problem ist.
Eine einzelne Person kommt zu der Einschaetzung, dass "der Westen" erheblich an der Entstehung des Problems beteiligt ist. Das ist eine Einschaetzung, die grundsaetzlich sicherlich auch zutrifft.
Die Interpretation des TELEPOLIS-Artikels hingegen, "der Westen" wuerde die Eskalation mutwillig vorantreiben, die Region destabilieren und Europa in einen Krieg treiben wollen, ist Unfug und Mearsheimers Aufsatz so auch nicht zu entnehmen. Dafuer greift der Verfasser des TELEPOLIS-Artikels auf ein beliebtes Stilmittel zurueck: er zitiert zu seinem Weltbild kompatible Schnipsel und fuegt Fuellsaetze hinzu, die seine Sicht der Dinge befoerdern.
Das kann ich auch:
He responded by taking Crimea, a peninsula he feared would host a NATO naval base, and working to destabilize Ukraine until it abandoned its efforts to join the West.
Er (Putin) reagierte mit der Uebernahme der Krim (...) und arbeitet an der Destabilisierung der Ukraine so lange weiter, bis diese ihre Bestrebungen aufgibt, sich dem Westen anzunaehern. (Anm.: beides wird von vielen hier im Forum kategorisch abgestritten)
At its April 2008 summit in Bucharest, the alliance considered admitting Georgia and Ukraine. The George W. Bush administration supported doing so, but France and Germany opposed the move for fear that it would unduly antagonize Russia.
Waehrend des 2008er NATO-Gipfels erwog das Buendnis, Georgien und der Ukraine die Aufnahme anzubieten. Die Amerikaner waren fuer einen solchen Schritt, Deutschland und Frankreich dagegen, weil man Russland nicht provozieren wollte. (Anm.: aehm, wie bitte? Deutschland ist doch einer der Kriegstreiber in diesem Konflikt?)
One Russian newspaper reported that Putin, while speaking with Bush, “very transparently hinted that if Ukraine was accepted into NATO, it would cease to exist.”
Eine russische Zeitung zitierte Putin aus einer Unterredung mit Bush sr. mit der "sehr deutlichen Warnung, dass die Ukraine aufhoeren wuerde zu existieren, sollte die NATO ihr die Aufnahme anbieten". (Anm.: aehm, wie bitte? Rosinenbomber Putin drohte mit der Vernichtung eines Landes, sollte dieses souveraene Entscheidungen treffen, die den tatsaechlichen oder gefuehlten Interessen Russlands zuwiderlaufen? Ich dachte der tut nichts und will nur helfen?)
Russia’s invasion of Georgia in August 2008 should have dispelled any remaining doubts about Putin’s determination to prevent Georgia and Ukraine from joining NATO.
Die russische Invasion in Georgien im gleichen Jahr (2008) haette Zweifel an der Ernsthaftigkeit dieser Drohung ausraeumen sollen. (Anm.: wer vorher fuehlt, hoert nachher besser?)
For Putin, the time to act against Ukraine and the West had arrived. Shortly after February 22, he ordered Russian forces to take Crimea from Ukraine, and soon after that, he incorporated it into Russia.
Damit war fuer Putin die Zeit des Handelns gekommen. Er entsandte Truppen, um die Krim von der Ukraine loszuloesen und unmittelbar darauf integrierte er sie in die russische Foederation. (Anm.: aehm, was? Das war doch ein Volksbegehren, eine verzweifelte Flucht vor der nationalsozialistischen Kiewer Junta, hochkompatibel mit dem Voelkerrecht?)
Next, Putin put massive pressure on the new government in Kiev to discourage it from siding with the West against Moscow, making it clear that he would wreck Ukraine as a functioning state before he would allow it to become a Western stronghold on Russia’s doorstep.
Als naechstes setzte Putin die neue Kiewer Regierung unter massiven Druck, sich nicht gegen den russischen Willen auf die Seite des Westens zu schlagen, und machte klar, dass er die Ukraine als funktionierenden Staat zerstoeren wuerde, sollte diese ein westliches Bollwerk vor der russischen Haustuer werden. (Anm.: aehm, was? Putin? Der nette Kerl, der weisse Laster mit Schokolade schickt, um die darbende Bevoelkerung zu unterstuetzen soll damit gedroht haben, eine solche Situation bewusst und willentlich herbeizufuehren?)
Officials from the United States and its European allies contend that they tried hard to assuage Russian fears and that Moscow should understand that NATO has no designs on Russia. In addition to continually denying that its expansion was aimed at containing Russia, the alliance has never permanently deployed military forces in its new member states. In 2002, it even created a body called the NATO-Russia Council in an effort to foster cooperation. To further mollify Russia, the United States announced in 2009 that it would deploy its new missile defense system on warships in European waters, at least initially, rather than on Czech or Polish territory.
Vertreter der USA und ihrer europaeischen Verbuendeten halten dagegen, dass sie alles daran gesetzt haetten, Moskau klar zu machen, dass die NATO keine Bedrohung fuer Russland sei. Man verzichtete auf die staendige Stationierung von NATO-Truppen in den neuen (osteuropaeischen) Mitgliedsstaaten. 2002 richtete man den NATO-Russland-Rat ein, der eine Zusammenarbeit foerdern sollte. 2009 erklaerte die USA, man wuerde den geplanten Raketenabwehrschild statt auf polnischem und tschechischen Boden nun seegestuetzt realisieren. (Anm.: aehm, was ist denn jetzt los? Ich dachte die NATO-Truppen stuenden schon mit der G36 im Anschlag auf dem Roten Platz?)
Und Ja, mir ist durchaus bewusst, dass das weder die Aussage des Aufsatzes ist noch die Realitaet abbildet. Ich wollte damit nur demonstrieren, wie der TELEPOLIS-Schreiberling (und viele hier im Forum) sich aus Publikationen solche Zitate cherrypicken, die geeinget sind, ihr eigenes Weltbild zu zertifizieren. Das hat weder etwas mit Journalismus zu tun noch ist es besonders hilfreich.
Das haette der Autor bei aufmerksamer Lektuere auch leicht selbst herausfinden koennen:
The result is that the United States and its allies unknowingly provoked a major crisis over Ukraine.
Das Ergebnis ist, dass die USA und ihre Verbuendeten
unwissentlich eine schwere Krise in der Ukraine ausgeloest haben.
Und hier der komplette Artikel:
Der Aufsatz ist im Original hier zu finden:
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