Vielleicht wurden diese Radare ja verwendet um das Flugzeug anzuvisieren bzw. zu orten. Ich glaube nämlich nicht das man unterscheiden kann, was für ein Radar aktiviert ist, sondern lediglich merkt das ein Radar aktiviert ist.
Zielerfassungsradare arbeiten für gewöhnlich mit anderen Frequenzen und vor allem mit anderen Intensitäten, als Suchradare. Zumindest Militärmaschinen sind entsprechend ausgestattet, um den Unterschied zu erkennen. Denn das ist der Unterschied zwischen "da ist gefährliches Primärziel in der Nähe" und "oh shit".
Ich weiß aber nicht (und das thematisieren die ganzen "Militärexperten-Russland-und-NATO-wissen-alles" auch nicht) ob man die Zielerfassungsradare überhaupt aus größerer Entfernung orten kann. Denn die sind eben nicht dazu da, große Bereiche abzudecken, sondern richten sich gebündelt auf das Ziel aus. Wenn das in 10 km Höhe in 10 km Entfernung vorbeifliegt, ergibt sich ein Konus, der im 45° Winkel in den Weltraum abzischt. Wenn zufällig gerade der Mond im Weg steht, kann man es da sicherlich detektieren. Aber 20 km weiter am Boden (oder 500 km weiter in ner AWACS)? Da sind, je nach Aufstellung ggf. nicht mehr die Suchradare zu detektieren, wenn das System z.B. in einer Senke steht.
(Was es für eine bündige Luftverteidigung nicht sollte - aber die Verdächtigen sind eben halb-Amateure, die ohnehin nicht genug Systeme für eine großflächige Abdeckung haben, diese also ggf. an taktisch weniger wirkungsvollen, dafür aber sichereren Positionen in Stellung bringen)
Mich wundert es nun umso mehr, dass die Sanktionen gegen Russland verschärft werden obwohl niemand im Westen richtige Beweise für die Schuld Russlands offen gelegt hat. Auch hat niemand Beweise gezeigt, dass Russland die Seperatisten unterstützt und somit Schuld am weiteren Verlauf des Konfliktes ist.
Die praktische Sanktionspolitik von USA und EU, die öffentlichen Anschuldigungen von USA und EU und die Gründe, aus denen USA und EU zu bestimmten Zeitpunkten zu bestimmten Sanktionen greifen, scheinen mir sowieso komplett verschiedene Entitäten zu sein.
Der letzte offizielle Grund, den ich für Sanktionen gehört habe, war die Besetzung der Krim. Danach wurden zwar immer wieder (minimalst-)Sanktionen umgesetzt und parallel Anschuldigungen von Politikern geäußert, aber ich habe irgendwie nie gelesen, dass Sanktion XY als Reaktion auf Aktion AB zu verstehen ist. Da Russland bei der Krim-Problematik keinerlei Entgegenkommen zeigt, deute ich es so, dass man offiziell die Sanktionen in diesem einen Fall weiter verschärft, wofür es natürlich keine Beweise braucht.
(Scheinbar) Vollkommen unabhängig davon werden neue Vorwürfe erhoben - interessanterweise aber so gut wie nie von Staaten/Regierungen, zumindest keine klaren und/oder schwerwiegenden. Da kommen nur Aufrufe, Putin solle "seinen Einfluss nutzen". Konkrete Vorwürfe scheinen (auch höchstrangige) Politiker immer nur als persönliche Meinung in die Medien zu bringen, gerne noch mit einem "wenn" davor. Aber natürlich nie mit Hintergründen in derartigen Kurz-Statements... (wenn das mal keine YT-kompatible Öffentlichkeitsarbeit ist

)
Und irgendwo hinter diesem Schattenboxen dürfte dann noch einmal die echte Wahrheiten stecken, denn weder Geheimdienste noch militärische Aufklärer werden in der jetzigen Situation größere Teile ihre Erkenntnisse veröffentlichen. Zu groß wäre die Gefahr für die Quellen.
=> Was man weiß sagt man nicht, was man sagt führt nicht zu Handlungen und was man macht steht in keinem Verhältnis zu dem, was man mutmaßlich weiß. Und auch kaum in einem zu dem, was man öffentlich zu wissen eingesteht.
"Diplomatie"
(zum Glück nur in den Separatisten-Gebieten mit "anderen Mitteln")
Meiner Meinung nach ist das alles ein Geopolitisches Schachspiel und der Westen missbraucht den Vorfall mit MH17 nur um Russland weiter in die Enge zu treiben, dies geschieht dann z.B. mit mehr Sanktionen. Da der Westen aber nicht einfach so Saktionen aussprechen kann, muss man zuerst "Gut und Böse" festlegen. Russland ist dabei immer "böse" und der Westen immer "gut"....
"Gründe" für Sanktionen gegen Russland wären nun wirklich nicht schwer zu finden. Da muss man gar nicht in die Ukraine gehen, da hätte man auch aus dem geostrategischen Vorgehen in der Artkis, der Unterdrückung Homosexueller, der Einschränkungen der Pressefreiheit, ... einen Strick drehen können. Putin trifft viele Entscheidungen, die so ziemlich genau das Gegenteil von dem sind, was sich die EU auf die Fahnen geschrieben hat.
Aber: Ich hab nicht den Eindruck, dass man überhaupt irgendwelche Sanktionen beschließen möchte. Geschweige denn dass man sich dafür irgendwelche Gründe aus den Fingern saugt. Wo sind denn die großen Sanktionen? Ich seh keine.
Alles, was es bislang gibt, sind ein paar Sanktionchen gegen Einzelpersonen, das ist reines Säbelgerassel. Selbst Waffensysteme werden an den vermeintlichen ""Feind"" geliefert.
Was die EU an harten Maßnahmen hindert, ist nicht der Mangel an Anlässen, sondern diverse Wirtschaftsverbände, die an Russland verdienen. Und die sind für die EU und selbst für die USA allemal wichtiger, als die Zustände in einem nicht-EU-Land in Osteuropa.
Und genau diese Situation scheinen mir zahlreiche Regierungen mit der Suggestion großer Anschuldigungs- und Drohszenarien zu kompensieren, während in der Praxis rein gar nichts geschieht. Populisten in der Opposition (die einen wahrhaft einfachen Job in so einer Situation haben) weisen daraufhin, dass das ja wohl so nicht weitergehen kann und man dringend was tun muss. Regierungspolitiker geben dem Zwang nach und lamentieren lang und breit wie wirklich verdammt schlimm es ist und was man alles tun möchte und sollte - aber machen tut niemand etwas.
Mal als Zwischenfrage für den Absturz/Abschuß von MH 17 - wem kommt es noch komisch vor, dass man so wenig zur Blackbox vernimmt die schon seit einigen vielen Tagen "ausgewertet" sein sollte. Diese wurde am 22.7 übergeben. Tja scheint ja im Gegensatz zu vielen anderen Flugzeugkatastrophen eine Ewigkeit zu dauern die Daten auszulesen. In der Regel ist das in ein oder zwei Tagen erledigt und die Ergebnise werden präsentiert. Ungewöhnliche Funkstille zum Thema.
Hat schon häufiger mehrere Wochen gedauert und bis zur Vorlage einer finalen Analyse oftmals sogar mehrere Monate. Das in diesem Fall auch vorläufige Erkenntnisse ausbleiben, könnte rein politische Gründe haben. Es ist normal, dass man bei so brisanten Themen lieber erstmal gar nichts sagt, solange man sich nicht ganz, ganz sicher ist, während man z.B. bei einem normalen Absturz so früh wie möglich erste Tendenzen publizieren würde, weil technische Probleme ja auch eine Gefahr in anderen Maschinen darstellen.
Allerdings würde ich mir von den Flugschreibern ohnehin nichts erwarten. Die Maschine ist in großer Höhe explodiert, es gab keinerlei Hilferufe - was auch immer passiert ist, es kam plötzlich. Und der Flugschreiber liefert nur die Instrumentendaten und Gespräche im Cockpit, keine Videoaufnahmen von anfliegenden Raketen / Bomben im Gepäckraum / etc. .
Viel interessanter wäre eine sorgfältige Untersuchung der Trümmer gewesen. Aber solange die Separatisten jeden Vertreter europäischer bzw. us-amerikanischer Behörden (als zuständige für den Flug respektive Experten für den Flugzeugtyp) als Feind betrachten und nicht einmal zu einer generellen Waffenruhe bereit sind, ist eine derartige Untersuchung unmöglich. (ganz davon abgesehen, dass mittlerweile nur noch kleine Teile der Unglücksstelle unberührt sein dürften, wenn überhaupt).