Weil sie einfach fremde Artikel übernehmen? Weil sie unter Zugzwang stehen irgendetwas zu berichten, ohne es mit der nötigen Sorgfalt überprüfen zu können? Oder weil sie vlt. ein Interesse daran haben? Alles Spekulation. 
Genauso könnte man fragen, warum immer noch von (fast) allen Seiten die kürzlich freigelassenen Militärberater als "OSZE-Beobachter" bezeichnet werden, auch wenn es definitiv nicht der Fall ist. Liegt das an der mangelnden journalistischen Befähigung, Unwissenheit oder ist es gar Absicht? Oder weil v.d. Leyen dann evtl. sogar zurücktreten müsste, weil sie den Auftrag gab (laut eigener Aussage)?
Ein Redakteur des Guardian, ja. Aber es heißt ja nicht, dass dieser Redakteur des Guardian im vorliegenden Fall objektiv berichtet. Ich würde niemals einmalige Aktionen pauschalisieren und qualitativ auf alle anderen Bereiche beziehen, ich versuche immer grundkritisch zu bleiben, und das jeder Zeitung und jedem Redakteur gegenüber.
Leider ist die Lage in der Ost-Ukraine aktuell sehr unklar und beide Seiten fluten die Kanäle derarart mit Propaganda, dass man fast jede Meldung kritischer hinterfragen muss als je zuvor.
Die herrschende einseitige Verurteilung der mit der Bezeichnung "prorussische Separatisten" gleich passend abgeurteilten "Freiheitskämpfer" kann ich allerdings nicht nachvollziehen - in Donezk und Slawjansk wird an diesen u. U. ein Blutbad verübt werden, wenn sich die Lage nicht noch irgendwie entspannen sollte.
Ich befürchte auch, dass Putin dies fatalerweise als Anlass sehen könnte, in der Ostukraine einzumarschieren - zum "Schutz" der Bevölkerung, es wäre dann durchaus nachvollziehbar, aber mit verheerenden Folgen verbunden. Der "3. Weltkrieg" nähme dann im schlimmsten Fall konkrete Formen an.
100 Jahre nach Ausbruch des 1. WK wird mMn gerade der Grundstein für die nächste europäische Urkatastrophe gelegt, wir sind live dabei und müssen mitansehen, wie sich beide Seiten hochschaukeln und den Krieg (wissentlich?) herbeiführen - hinterher will es dann (wieder) keiner gewesen sein.
Aber wie auch im 1. WK wird man dann wohl hinterher feststellen (müssen), dass Kleinstgruppen von ~5-10 Leuten pro beteiligtem Land die Fäden zogen und die Presse zum Teil absichtlich, zum Teil aufgrund dynamischer Prozesse, entscheidend daran beteiligt war, den Krieg herbeizureden und die klaren Freund/Feind-Linien in die Köpfe der Leserschaft zu meiseln. Denn wir dürfen niemals vergessen, dass veröffentlichte Meinung und öffentliche Meinung zwei paar Schuhe sind. Der Irrglaube, dass die Meldungen der jeweiligen Presseorgane mit den Ansichten der Bevölkerungen und Regierungen konform sind, war auch schon in der Julikrise der mitendscheidende Faktor zur Vernichtung des Friedens.
Nachtrag: Ihr habt es bestimmt bereits gesehen, aber für diejenigen, die sich bislang im Fall von Odessa noch kein Bild gemacht haben, mal einige Bilder (Vorsicht: Nichts für Kinder!) und ein kleines zusammenfassendes Video der Geschehnisse (auch hier gilt: Keinesfalls für Minderjährige oder Zartbesaitete!) vom 2. Mai aus Odessa. Dinge, die man in dieser Form in unseren Medien leider so gar nicht gezeigt bekommt. Dazu möge man sich dieses Statement einer Dame dazu anhören, die bislang von unserer Politikerkaste geradezu hofiert wurde.
Ungeachtet der Bewertung der Geschnisse fragt man sich als differenzierter Zeitgenosse doch, wie man angesichts derartiger Brutalität nach wie vor die eine Seite als "Separatisten" oder gar "Terroristen" verunglimpfen und zugleich die andere Seite als "pro-europäische Freheitskämpfer" heroisieren kann. Es zeigt sich mMn momentan erneut, dass viele Menschen die Macht des Rechten Sektors komplett unterschätzt haben oder es nach wie vor nicht wahrhaben wollen, dass die "Maidan-Helden" zu einem nicht zu unterschätzenden Teil aus paramilitärischen rechten Kampfgruppen bestehen.

Genauso könnte man fragen, warum immer noch von (fast) allen Seiten die kürzlich freigelassenen Militärberater als "OSZE-Beobachter" bezeichnet werden, auch wenn es definitiv nicht der Fall ist. Liegt das an der mangelnden journalistischen Befähigung, Unwissenheit oder ist es gar Absicht? Oder weil v.d. Leyen dann evtl. sogar zurücktreten müsste, weil sie den Auftrag gab (laut eigener Aussage)?
Ein Redakteur des Guardian, ja. Aber es heißt ja nicht, dass dieser Redakteur des Guardian im vorliegenden Fall objektiv berichtet. Ich würde niemals einmalige Aktionen pauschalisieren und qualitativ auf alle anderen Bereiche beziehen, ich versuche immer grundkritisch zu bleiben, und das jeder Zeitung und jedem Redakteur gegenüber.
Leider ist die Lage in der Ost-Ukraine aktuell sehr unklar und beide Seiten fluten die Kanäle derarart mit Propaganda, dass man fast jede Meldung kritischer hinterfragen muss als je zuvor.
Die herrschende einseitige Verurteilung der mit der Bezeichnung "prorussische Separatisten" gleich passend abgeurteilten "Freiheitskämpfer" kann ich allerdings nicht nachvollziehen - in Donezk und Slawjansk wird an diesen u. U. ein Blutbad verübt werden, wenn sich die Lage nicht noch irgendwie entspannen sollte.
Ich befürchte auch, dass Putin dies fatalerweise als Anlass sehen könnte, in der Ostukraine einzumarschieren - zum "Schutz" der Bevölkerung, es wäre dann durchaus nachvollziehbar, aber mit verheerenden Folgen verbunden. Der "3. Weltkrieg" nähme dann im schlimmsten Fall konkrete Formen an.
100 Jahre nach Ausbruch des 1. WK wird mMn gerade der Grundstein für die nächste europäische Urkatastrophe gelegt, wir sind live dabei und müssen mitansehen, wie sich beide Seiten hochschaukeln und den Krieg (wissentlich?) herbeiführen - hinterher will es dann (wieder) keiner gewesen sein.

Aber wie auch im 1. WK wird man dann wohl hinterher feststellen (müssen), dass Kleinstgruppen von ~5-10 Leuten pro beteiligtem Land die Fäden zogen und die Presse zum Teil absichtlich, zum Teil aufgrund dynamischer Prozesse, entscheidend daran beteiligt war, den Krieg herbeizureden und die klaren Freund/Feind-Linien in die Köpfe der Leserschaft zu meiseln. Denn wir dürfen niemals vergessen, dass veröffentlichte Meinung und öffentliche Meinung zwei paar Schuhe sind. Der Irrglaube, dass die Meldungen der jeweiligen Presseorgane mit den Ansichten der Bevölkerungen und Regierungen konform sind, war auch schon in der Julikrise der mitendscheidende Faktor zur Vernichtung des Friedens.
Nachtrag: Ihr habt es bestimmt bereits gesehen, aber für diejenigen, die sich bislang im Fall von Odessa noch kein Bild gemacht haben, mal einige Bilder (Vorsicht: Nichts für Kinder!) und ein kleines zusammenfassendes Video der Geschehnisse (auch hier gilt: Keinesfalls für Minderjährige oder Zartbesaitete!) vom 2. Mai aus Odessa. Dinge, die man in dieser Form in unseren Medien leider so gar nicht gezeigt bekommt. Dazu möge man sich dieses Statement einer Dame dazu anhören, die bislang von unserer Politikerkaste geradezu hofiert wurde.
Ungeachtet der Bewertung der Geschnisse fragt man sich als differenzierter Zeitgenosse doch, wie man angesichts derartiger Brutalität nach wie vor die eine Seite als "Separatisten" oder gar "Terroristen" verunglimpfen und zugleich die andere Seite als "pro-europäische Freheitskämpfer" heroisieren kann. Es zeigt sich mMn momentan erneut, dass viele Menschen die Macht des Rechten Sektors komplett unterschätzt haben oder es nach wie vor nicht wahrhaben wollen, dass die "Maidan-Helden" zu einem nicht zu unterschätzenden Teil aus paramilitärischen rechten Kampfgruppen bestehen.
Zuletzt bearbeitet:


Ich bin da sehr, sehr skeptisch.
) Interessen, zudem haben sie allgemein einen größeren Abstand zu Kriegen, als dies Anfang des 20.Jhd. der Fall war.
Dieser Mechanismus erinnert frappierend an bereits geschilderte frühere Zuordnungen, die ich bereits genannt habe. Ich würde mal behaupten, die westlichen Presseorgane verbreiten nicht weniger Propaganda als die russischen - im Gegensatz zu diesen glaubt man aber den Meldungen eher, die einen täglich in Blättern unserer großen Verlage anlächeln. 


