Aktuelle Entwicklungen in der Ukraine

Der einzige (!) Vorteil der Russen nennt sich Manpower. Und auch dieser ist endlich.
In dem Tempo, in dem die Russen vorankommen und dabei völlig empathilos eigenes menschliches "Material" verbrennen, werden sie auch irgendwann an ihre Grenzen stoßen. Im Grunde muss die Ukraine "nur" bis dahin durchhalten.

In km² bemessen könnte man das meinen, aber in Soldaten gezählt nicht. Russland verliert zwar mehr Manpower und mehr Material als die Ukraine, aber der Unterschied ist mittlerweile kleiner als der in der Bevölkerungs- und Arsenalgröße der Länder. Und er ist auch kleiner als der aktuelle Vorsprung Russlands bei den Produktionskapazitäten gegenüber denen, die die Ukraine-Verbündeten mittelfristig aktivieren können. Oder anders gesagt: Wenn man es einfach bis zum bitteren Ende laufen lässt, wäre die Front zwar vermutlich immer noch östlich des Dnjepr. Aber es wäre die Ukraine, der zuerst die Soldaten und die Panzer ausgehen. (Und die Munition sowieso)

Genau deswegen ist ja das westliche Zögern seit zwei Jahren so bescheuert: Man hat hier und jetzt die größere Schlagkraft, aber man hat die geringere Ausdauer. Was man macht? Man führt einen Ausdauerkrieg...


Auch der bevorstehende Beginn der Offensive dürfte den Russen ganz ohne Verräter kaum entgangen sein, so extrem wie die Front von beiden Seiten mit Drohnen aufgeklärt wird, weil man das massieren von großen Mengen mechanisierter Kräfte, anders als nur einer Hand voll gepanzerten Fahrzeuge, nunmal schwer verbergen kann, genauso wie die Russen das nicht bei ihrer Offensive bei Avdiivka verbergen konnten, genauso wie sie das massieren nicht bei Robotyne verbergen konnten, genauso wie sie es nicht bei Kupiansk verbergen konnten.

So langsam wie die Offensive damals angerollt ist, hätten Russland das nicht einmal im vorraus aufklären müssen. Die in die Tiefe gehenden Minensperren sind afaik entlang der gesamten Front angelegt worden und den Rest hat die russische Armee ja erst in den Tagen nach den ersten Angriffen in Stellung gebracht.


Glaube das stand sogar schon vorher bei uns in der "beliebten" Veröffentlichung des Springer-Verlags.

Das stand sogar im PCGHX-Forum, weil es sich jeder denken konnte. Selenskis Aussage würde nur unter zwei Bedingungen Sinn machen:
1. Er meint es extrem kleinräumig und Russland konnte sich auf einzelne Kilometer genau vorbereiten. Sah aber nicht danach aus.
2. Die ukrainische Armee war dermaßen viel besser als alle öffentlich redenen Beobachter über die russische Verteidigungsstärke informiert, dass die gewählten Angriffswege letztlich doch nicht sooo naheliegend waren und die Russen wussten das und hätten deswegen ohne den "Verrat" mit einer Offensive an einer strategisch weniger entscheidenden, aber taktisch viel erfolgversprechenderen Stelle gerechnet. Danach sah es aber noch viel weniger aus, dass die Ukraine wusste, was sie erwarten würde.

Ich möchte auch wissen wie die Unterstützung aussieht, ob die Ukraine wirklich Durchschlagendes vor hat usw., aber viel lieber wäre mir, wenn über all das nicht berichtet werden würde, sondern erst wenn es gelingt (oder eben scheitert). Habe auch die öffentlichen Diskussionen über Waffenlieferungen satt, die sollen einfach machen und möglichst nichts an die Presse weitergeben.

Von einer Waffenlieferung bis zur Gefechtsbereitschaft vergeht zwangsläufig mehr Zeit, als Russland zur Aufklärung der Lieferung braucht. Das macht taktisch tatsächlich wenig Unterschied, dass westliche Politiker sich 6-12 Monate vor dem ersten Kampfeinsatz mit Lieferversprechen brüsten, wenn nach dem eigentlichen Transport sowieso noch 1-2 Monate vergehen. Aber die Ukraine sollte weniger (richtiges) über ihre Strategie verbreiten.


Keine Krieger, sondern Spezialoperationsmitglieder*innen. ;)

Ich glaube, dass Gendern ist in dem Fall unangebracht und unter Strafe verboten :ugly: .


Glaubst du das im Ernst?
Dänemark leert jetzt seine Lager völlig, um der Ukraine zu helfen.

"jetzt". Nach zwei Jahren.

Deutschland liefert was es kann.

Z.B. Taurus, 2A7, Eurofighter? Habe ich noch gar nicht mitbekommen, dass wir das machen.

Der Aufbau neuer Kapazitäten kostet Zeit

Wieviel Zeit denn? 1 Jahr? 2 Jahre?

Interessant auch diese Interview.

"Im Wettbewerbsumfeld vor der Konsolidierung der Unternehmen kostete eine von der Schulter abgefeuerte Stinger-Rakete im Jahr 1991 25.000 US-Dollar. Da Raytheon jetzt der einzige Lieferant ist, kostet der Ersatz jeder in die Ukraine geschickten Rakete mehr als 400.000 US-Dollar"

Jo. Interessant für alle Leute, die sich um die Verlässlichkeit von Quellen sorgen. Und z.B. solche vermeiden wollen, die verschweigen, dass die Stinger u.a. auch in der Türkei gefertigt wird.


So wer macht jetzt den Moldau bzw Transnistrien Thread auf.
Das Drehbuch ist das gleiche wie schon im Donbas. 220000 russischen Menschen bitten um Schutz durch das Mutterland.

:schnarch:
Hatten wir hier doch schon oft genug das Thema und eine russisch-transnistrische Grenze gibt es immer noch nicht.


Das wäre vielleicht der Fall gewesen wenn die Offensive nach Süden bis zum Meer geklappt hätte aber so steht den Russen nach wie vor ein 120km breiter Landkorridor zu Verfügung. Und man kann ziemlich sicher darauf wetten dass der von den Russen nach einem eventuellen Verlust der Brücke noch mehr zugemauert werden würde als es eh schon der Fall ist.

Die Krim über das ukrainische Festland zu versorgen wäre relativ aufwendig und riskant. Die Hauptstraßenverbindungen gingen fast alle Richtung Südwesten/Odesse und verlaufen jetzt in Frontnähe, afaik wäre nur ein einzige Route vor stärkerem Beschuss sicher. Und die verläuft durch Sümpfe und über Brücken, wäre also ein gefundenes Fressen für die paar Raketen mit größerer Reichweite.

Aber Russland hat diesen Umweg nur bedingt nötig, solange die Kertsch-Fähren und ein hinreichender Teil der Schwarzmeer-Transportschiffe sowie beschlangnahmbare zivile Schiffe zur Verfügung stehen. Der Durchbruch an die Küste war und ist auch und vor allem deswegen von großer strategischer Bedeutung, weil die Ukraine dann relativ leicht Angriffe auf Schiffsbewegungen im asowschen Meer durchführen kann. Erst wenn sie alles Material in großem Bogen von Süden kommend auf die Krim schaffen müssten, hätten die Russen ein Problem/müssten sich über den Isthmus zurückziehen.

Aber um diesen Stand zu erreichen hat man der Ukraine (vor-)letztes Jahr nicht genug Waffen zur Verfügung gestellt und der trotzdem unternommene Versuch war ... imho bescheuert. Ich hab mich monatelang gefragt, wann die jetzt mal ernst machen, nur um am Ende festzustellen, dass der Sonntagsspaziergang ins gegnerische Feuer wohl schon das Maximum war.
 
Russland verliert zwar mehr Manpower und mehr Material als die Ukraine
Wer sagt das?


auch in der Türkei gefertigt wird.

Erkundige dich doch noch einmal. 2022 haben die Türken die Produktion eingestellt um eigene Entwicklungen zu produzieren.
Google mal nach Portatif Savunma.
Rest hat die russische Armee ja erst in den Tagen nach den ersten Angriffen in Stellung gebracht.
Fortlaufend.
Dazu besitzen sie Geräte um sie über größere Gebiete zu verteilen, zB in den Rücken vorrückender Truppen.
erfolgversprechenderen Stelle gerechnet
Unter C4ISR kannst du keinen " überraschenden" Angriff starten. Rate mal warum immer kleine Truppen angreifen.
Ein größerer Angriff erfordert Logistik, Truppenbewegungen, alles unter den sehenden Auge von Satelliten, Drohnen, Spionen.
Z.B. Taurus, 2A7, Eurofighter? Habe ich noch gar nicht mitbekommen, dass wir das machen.
Welche Anzahl besitzen wir?
Klar hatte ich am Anfang mal prognostiziert, das sich die Nato abrüstet/ entwaffnet, aber so konsequent, das sie am Ende ohne Hose dastehen, hätte ich nicht gedacht.
Wieviel Zeit denn? 1 Jahr? 2 Jahre?
Wenn man Swift und Sanktionen als Waffe betrachtet, welche für die eigenen schon schmerzhaft waren, wollte man vielleicht die finanziellen Folgen der verstärkten Rüstungsbemühungen vermeiden?
Wenn man bedenkt was alleine die Munition schon kostet und was man dafür alles importieren muß.
Rohstoffe, Energie , kommen sogar aus China und Russland.( Seltene Erden, Palladium, Nickel, Aluminium, )

Oder hier

"
Ein Problem sei jedoch, dass in den wenigen europäischen Firmen, die Stoffe wie TNT oder Nitrocellulose produzieren, ebenfalls bereits bei voller Auslastung gearbeitet wird. Deshalb müsse man Rohstoffe auch aus anderen Teilen der Welt – etwa aus Indien oder Südkorea – ordern. Vor allem, wenn man plane, mit neuen Produktionsstätten die Herstellungskapazitäten zu erhöhen."
 
Wozu eine " saubere Lagedarstellung", wenn wir nur Waffen liefern?

Jetzt mal ganz ehrlich. Es wird wohl niemand so weltfremd sein zu glauben, man stellt an der ukrainischen Grenze einen Karton mit Munition und nem Zettel "Viel Glück" ab.
Bevor man liefert, wird die Lage eingeschätzt, sowie eine Strategie für die Waffensysteme entwickelt, wie diese zielführend einzusetzen wären. Das ukrainische Miltär wird geprüft und man fragt dann auch mal nach, was die damit so ungefähr vor haben. Wenn dabei nur Sachen rauskommen, die keine Aussicht auf Erfolg haben, wird damit der Lieferumfang beschränkt.

Ist nicht so, dass dein Nachbar bei dir klingelt und nach bisschen Salz und zwei Eiern fragt...

Der einzige "Skandal" ist halt wieder mal, dass man auch bei der Bundeswehr sieht, dass dort im Job genauso locker gearbeitet wird, wie sonst überall auch. Vor allem wenn Routine einkehrt.
Man trifft sich locker zu ner Onlinebesprechung, quatscht rum und füllt dabei nen Onepager den man dann dem Vorgesetzten präsentieren soll.

Pfff...

Und, die Freiheit nehme ich mir jetzt dann in Kreml-Manier: Die "Briten" und "Leute mit amerikanischem Akzent" sind eben Ukrainer die gebürtig aus dem Ausland stammen und nun gekommen sind um ihr Land zu unterstützen :P
 
Wenn es stimmt, dann hat man das Gespräch nicht "abgehört", wie man sich das in der Fantasie ausmalt, sondern sich schlicht mit Zugangsdaten in das Gespräch eingewählt und zugehört. Die Teilnehmer haben wohl nicht gecheckt, dass jemand dabei war, der nicht hätte dabei sein sollen.

Stellt sich die Frage: Woher hatte man die Zugangsdaten? Wurden die per Mail an Teilnehmer verschickt, und der Verteile war etwas größer?

Hochnot peinlich sowas, aber so sieht Neuland in Deutschland halt aus!
 
Nur habe ich leider das Gefühl, das u.a. derjenige, der deinen Post geliked hat, das auch noch bejubelt.
Ganz offensichtlich.
Sie haben ca 20% der Fläche der Ukraine erobert und größtenteils bis heute gehalten.

Ohne eine andere Bewertung. Ganz nüchtern betrachtet.
Nüchtern betrachtet hatte Russland sogar schon mehr besetzt. Also ganz nüchtern betrachtet.
 
Nüchtern betrachtet hatte Russland sogar schon mehr besetzt. Also ganz nüchtern betrachtet.
Letztendlich spielt das auch keine Rolle. Dass die Ukraine eine vollständige Herstellung der Grenzen vor 2014 vordert, ist ja gan klar. Die Frage ist, ob sie das durchsetzen kann oder ob sie einen Kompromiss für Frieden eingehen muss?
Genauso muss die Frage nach Garantien erörtert werden, denn selbst wenn Putin dem zustimmen sollte, muss es Garantien geben, damit Putin in 5 Jahren nicht wieder anfängt. Und letztendlich kann nur die Nato diese Garantien liefern.
 
Letztendlich spielt das auch keine Rolle. Dass die Ukraine eine vollständige Herstellung der Grenzen vor 2014 vordert, ist ja gan klar. Die Frage ist, ob sie das durchsetzen kann oder ob sie einen Kompromiss für Frieden eingehen muss?
Genauso muss die Frage nach Garantien erörtert werden, denn selbst wenn Putin dem zustimmen sollte, muss es Garantien geben, damit Putin in 5 Jahren nicht wieder anfängt. Und letztendlich kann nur die Nato diese Garantien liefern.
Das Russland keine Garantie liefern kann hat es ja eindeutig bewiesen.

Ich würde ja gefragt ob ein weiterer Kampf, welcher auf absehbarer Zeit verloren gehen wird, nicht besser aufgegeben werden sollte um keine weiteren Verluste zu haben. Ob es sich lohnt weiter zu kämpfen.
Ich bleibe dabei, der Kampf um die Freiheit gegen einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg ist es immer Wert geführt zu werden.
 
Das Russland keine Garantie liefern kann hat es ja eindeutig bewiesen.

Ich würde ja gefragt ob ein weiterer Kampf, welcher auf absehbarer Zeit verloren gehen wird, nicht besser aufgegeben werden sollte um keine weiteren Verluste zu haben. Ob es sich lohnt weiter zu kämpfen.
Ich bleibe dabei, der Kampf um die Freiheit gegen einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg ist es immer Wert geführt zu werden.
Sehe ich auch so. Man sieht doch in Russland, wer dort alles im Knast hockt. In der Ukraine werden die Russen auch alles einsperren, was auch nur annähernd nach Opposition aussieht.
Und die Regierung wird man ebenso nicht mehr wieder sehen.
Ergo werden viele Menschen fliehen, wenn sich eine Niederlage abzeichnen sollte. Was wiederum ein Armutszeugnis für den Westen wäre.
Ich hoffe, dass es nicht soweit kommt, aber sicher bin ich schon lange nicht mehr.
Der Kanzler muss Taurus frei geben und wenn die Ukraine damit die Versorgung der Russen schädigen kann, bin ich ganz vorne beim Jubeln.
 
Nur habe ich leider das Gefühl, das u.a. derjenige, der deinen Post geliked hat, das auch noch bejubelt.
Das kann sein. Ich habe nur die Fakten genannt.
Ganz offensichtlich.

Nüchtern betrachtet hatte Russland sogar schon mehr besetzt. Also ganz nüchtern betrachtet.
Ja vielleicht etwas mehr mitlerweile.
Der Kanzler muss Taurus frei geben und wenn die Ukraine damit die Versorgung der Russen schädigen kann, bin ich ganz vorne beim Jubeln.
Es muß außerdem ganz schnell Artilleriemunition geliefert werden.
 
Das weiß jetzt auch nicht. Das mit den 20% ist eine Zahl welche öfter in den Medien genannt wurde.

Ohne es selbst nachgerechnet zu haben: Afaik ist die Zahl inklusive Krim und den beiden sogenanten Republiken, also alles was sich Russland an rechtmäßigem Territorium der Ukraine hat nehmen können. Daran wiederum haben aber die bis 2021 eroberten Gebiete nur einen kleinen Anteil, ich würde erneut 20%/4% der Gesamtukraine schätzen. Es macht also keinen riesigen Unterschied, ob man die bei solchen relativen Angaben mitzählt oder nicht: Die Flächen, die Russland seit Anfang 2022 eingenommen hat, sind erheblich.

Aber halt nicht die Flächen, die sie seit Frühsommer 2022 einnehmen konnte. Die sind praktisch inexistent. Und das ist die relevante Metrik, wenn man das Potential von Ukraine+Partnern betrachtet. Die großen Erfolge Russlands Anfang Frühjahr 2022 waren nur solange möglich, wie die Ukraine auf sich alleine gestellt war.
 
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