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Konkret waren es Spetznaz und Marineverbände die in der Nacht von 21.2 auf 22.2 auf die Krim entsandt worden sein sollen (achtung konjunktiv) allerdings sind diese meines Wissens nicht öffentlich in Erscheinung getreten und was die Russen auf ihre Stützpunkte entsenden lässt sich halt beim besten Willen nicht ankreiden. Die Besetzung des Parlaments (aka die grünen Männchen) fand aber erst ab 27.2 statt also fast über eine Woche später und damit deutlich nach Janukowytschs schlussendlicher Absetzung.
Die Besetzung nicht nur des Parlaments, sondern aller Schlüsselposition der gesamten Insel fand hochgradig organisiert statt. 1-2 Tage allein für das Einsickern in die Ukraine sind anzusetzen, weitere 1-2 für die Vorbereitung des Materials und 1-2 für die Anreise innerhalb Russlands passen sehr gut zu den Hinweisen auf den Marschbefehl und sind können unmöglich eine Reaktion auf die nur drei Tage vorher erfolgte politische Entscheidung im Zuge von Jaunkowytschs Flucht sein. Zudem muss vor dem Marschbefehl noch eine sorgfältige Planung erfolgt sein und davor eine Auskunftschaftung der Ziele. Der russsiche Einmarsch in die Ukraine muss also mindestens 1-2 Monate vor dem Regierungswechsel in Arbeit gewesen sein.
Es steht (jedem) den meisten Menschen auf diesem Planeten frei die Gesetze ihrer jeweiligen Länder zu kritisieren aber wenn man daran etwas ändern möchte dann muss dass halt auf jedem Fall auf friedlichem (!) Wege und im Rahmen des Rechtsstaates passieren, und ganz sicher nicht mit Gewalt und Krawallen.
Und Fakt ist nunmal dass sich die Krawalle zwischen November 13 und Februar 14 nicht wegdiskutieren lassen.
Fakt ist, dass diese Krawalle keine Operation des Militärs oder paramilitärischer Einheiten waren und somit nicht einmal ein Putschversuch ist und Fakt ist auch, dass der politische Umschwung durch Verhandlungen zwischen Regierung und Opposition erreicht wurde. Ja: Die Demonstranten haben Druck gemacht und die Angemessenheit der Mittel kann man anzweifeln. Aber wenn eine Regierung ihren Kurs ändert, weil das Volk offensichtlich extrem unzufrieden ist, dann ist dann halt kein Putsch. Bei einem Putsch werden die Regierungsmitglieder mit Waffengewalt daran gehindert, ihren Amtsgeschäften nachzugehen und das ist in der Ukraine nie geschehen. Es hat auch kein Putschistenführer ein Militärtribunal eingerichtet, sondern
ein gewältes Parlament hat eine Übergangsregierung eingesetzt, weil sich die reguläre verpisst hat. (Wie sich später im Rahmen der Ermittlungen herausgestellt hat: Aus gutem Grund.)
Sowas nennt man Demokratie, egal ob auf einem einzigen Platz in der ganzen Nation Krawalle stattfinden oder nicht.
Fakt ist dass sich die Aussagen von Vicki Nuland (aka *** the EU) dass die USA die politische Opposition in der Ukraine mit 5 Milliarden Dollar unterstützt haben nicht wegdiskutieren lassen. Man kann die Rolle von Soros Stiftung nicht wegdiskutieren wenn man sich im Mai 2014 bei CNN hinhockt und es sogar öffentlich zugibt. Man kann die Rolle von diversen westlichen Spitzenpolitikern nicht wegdiskutieren die bereits 2013 in die Ukraine gefahren sind um da für die Opposition Stimmung zu machen.
Nö. Braucht man aber auch nicht. Die grenzüberschreitende Unterstützung von Freunden ist ein ganz normaler Prozess. Netzwerke, die um Putin herum entspringen, haben mit relativ hoher Sicherheit auch die AFD, den Front National oder die Lega unterstützt. Einige vermuten, dass das bis heute so abläuft und es gibt definitiv Unterstützung dieser Demokratiefeinde untereinander. Das sind ganz normale und im Teil "Unterstützung" auch nicht verwerfliche Prozesse - sondern nur im Bereich "von Menschenfeinden". Wenn dagegen demokratische Akteure oder schlicht zivilgeschaftliche Hilfen (um die es iirc mehrheitlich ging) gefördert werden, ist das doch was gutes. Nichts anderes macht das deutsche Entwicklungshilfeministerium jeden Tag weltweit. (Wenn es nicht gerade dabei ist, deutschen Silbertablets an Konzerne zu verteilen)
Und last but not least wären da noch die Aussagen des früheren Ministerpräsidenten der Ukraine der in einem Interview von 2016 detailiert darlegt dass das hochgelobte Abkommen mit der EU massiv zum Nachteil für die Ukraine gewesen wäre. ( PS: Ich behaupte übrigens nicht das der Mann die absolute Wahrheit für sich gepachtet hätte aber es ist zumindest eine andere Sichtweise.)
Und auch die hat nichts mit deinem aus der Luft gegriffenen Märchen eines Putsches zu tun. Hatte eine strikt einseitige Bindung für die Ukraine auch Nachteile? Klar. Die Ukraine hatte auf lange Sicht keine Aussichten auf einen regulären EU-Beitritt und der Wechsel von einem in alle Richtungen handelnden Transitland zu einem einseitig orientierten, vor halb geschlossenen Grenzen stehenden, ist nicht optimal. Konnte man somit dagegen sein? Klar. Aber hatte diese Variante mehr Nachteile als eine genauso einseitige Koppelung an Russland? Aus menschlich-demokratischer Sicht: Aber hallo! Und die Ukrainer, denen diese Entscheidung ja wohl obliegt und nicht Putin, hielten das auch aus wirtschaftlicher Sicht für gegeben. Und Fakt ist nun einmal, dass die massiv von Putin unter Druck gesetzte Ukraine nicht mehr die Wahl hatte, mit beiden Seiten gleichermaßen Handel zu betreiben. Russland hatte bereits in den Jahren zuvor mehrfach am Gashahn gedreht, Verträge gebrochen, eine Distanzierung von der EU verlangt, kurz: Russland hat schon lange vor 2014 beansprucht, in der Ukraine direkt Macht zu übernehmen und Leistungen zu verlangen. Dagegen war die EU, die Belohnungen für demokratische Fortschritte in der Ukraine versprochen hat, wohl klar das kleinere Übel.
Stimmt doch auch in der Regel, was der britische Geheimdienst so raushaut.
Wo haben die sich denn grundlegend geirrt?
Musste Putin nicht beim kleinen, dicken Kim auf den Schoss und hat als Leckerli einige Waggons mit Artilleriegranaten erhalten?
Oder iranische Drohnen einkaufen (und mittlerweile nachbauen), weil er nix selber diesbezüglich auf Lager hat(te)?
Die russische Wirtschaft wird doch mittlerweile in großen Teilen von Kriegsausgaben des Staates am Laufen gehalten.
Sanktionen wirken zwar nicht so schnell und hart, wie wir es gerne hätten, aber das muss man langfristig sehen, außerdem wird aktuell noch einmal nachgeschärft.
Eine ehemalige russische Beamtin erklärt, Putin sei gezwungen, weiter in den Ukraine-Krieg zu investieren, um das Wirtschaftswachstum aufrechtzuerhalten.
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Sooo toll sieht es nicht aus in Putinrussland.
Zudem sterben jeden Tag hunderte Russen. Jeden Tag. Wofür?
Wie schon mehrfach geschrieben:
Solange Putin in einem geschlossenem System agiert, dass nur wenige Güter von außen benötigt, hat er auch kein Wirtschaftsproblem. Deutschland hat den gesamten Zweiten Weltkrieg auf Pump bei der eigenen Bevölkerung finanziert, deren Finanzmittel man wiederum selbst gedruckt hat. Zusammengebrochen ist das aber erst, als man nach dem Krieg zu einer Zivilgesellschaft mit internationalem Anschluss zurückkehren wollte bzw. da lag man halt schon aus anderen Gründen am Boden, hat die Rückzahlungen einfach gestrichen und sich mit gigantischen Summen aus dem Ausland wieder hochpäppeln lassen (BRD) oder ist auf dem Zahnfleisch kriechend ins Rennen des System gestartet (DDR). Aber Hitler hatte, trotz totaler Kriegsauzehrung, nie Wirtschaftsprobleme.
Was für Putin ein Problem hätte werden können:
1. Wenn das Volk wegen ausbleibender Versorgung auf die Barrikaden geht. Aber dafür sind die Sanktionen bis heute zu lasch und kamen in zu kleinen Schritten, sodass man sich dran gewöhnt und teilweise auch einfach Kompensationsmechanismen geschaffen hat.
2. Wenn ihm die Devisen für das, was er importieren muss, ausgehen. Aber selbst der Rohstoffverkauf in die EU läuft ja immer noch blendend, allen Sanktiönchen zum Trotz.
Ich finde den Mythos vom Alleinherrscher Putin der auf seinem Bären tagtäglich in den Kreml reitet ja unterhaltsam aber in der Realität halte ich dieses Bild für ziemlich unrealistisch. Das Putin in Russland nach wie vor soviel Zustimmung in der eigenen Bevölkerung (und damit Macht) hat liegt in erster Linie daran dass er es wahrscheinlich wie kein anderer Politiker auf diesem Planeten verstanden hat sich als "starker Mann" in Szene zu setzen.
Die Oligarchen hassen den Krieg, weil er ihren Wohlstand vernichtet, das Militär hasst(e) den Krieg (zumindest bis zum Austausch einiger Schlüsselpositionen), weil er Soldaten und Material vernichtet, die Geheimdienste scheinen auch keinen Nutzen daraus zu ziehen, organisierte Kriminalität hast Kriege in aller Regel sowieso (weil zuviel staatlich geregelt wird), die Medien müssen sich teils schon ganz schön verbiegen, um diesen Krieg schönzureden und in der Politik musste Putin einige Widersprüchlicher kalt stellen, bis es passt. Also während du Recht hast, dass Putin kein übermächtiger Führer ist, sondern "nur" ein geschickter Marionettenspieler, der diverse Interessensgruppen zwecks seiner Ziele gegeneinander ausspielt, ist in diesem Fall doch ziemlich deutlich, dass es seine Ziele sind, die die treibende Kraft darstellen. Er hat sich im Moment keine Hintertür mehr offen gehalten, um sich unter Wahrung seiner Macht zurückziehen zu können. Aber das Sterben könnte in 10 Minuten beendet sein, einfach nur in dem er seine Fehler eingesteht und die passenden Konsequenzen zieht.