Das ist nicht theoretisch.
"
Am 20. Januar 1991, vor der Unabhängigkeit der Ukraine, wurden die Bewohner der Krim aufgefordert, per Referendum zwischen zwei Optionen zu wählen: bei Kiew zu bleiben oder zur Situation vor 1954 zurückzukehren und von Moskau verwaltet zu werden. Die auf dem Stimmzettel gestellte Frage lautete:
Befürworten Sie die Wiederherstellung der Autonomen Sozialistischen Sowjetrepublik Krim als Subjekt der Sowjetunion und Mitglied des Unionsvertrags?
Dies war das erste Referendum über die Autonomie in der UdSSR, und 93,6 % der Einwohner der Krim stimmten einem Anschluss an Moskau zu. Die 1945 abgeschaffte Autonome Sozialistische Sowjetrepublik Krim (ASSR Krim) wurde daher am 12. Februar 1991 vom Obersten Sowjet der Ukrainischen SSR wiederhergestellt. Am 17. März organisierte Moskau ein Referendum über den Erhalt der Sowjetunion, das von der Ukraine akzeptiert wurde und damit indirekt die Entscheidung der Krim bestätigte. Zu diesem Zeitpunkt stand die Krim unter der Kontrolle Moskaus und nicht Kiews, während die Ukraine noch nicht unabhängig war. Als die Ukraine ihr eigenes Unabhängigkeitsreferendum organisierte, blieb die Beteiligung der Krim-Bewohner schwach, weil sie sich nicht mehr besorgt fühlten."
Sie haben am Ende nicht genug "Rabbatz" gemacht.
Somit könnte man die Ukraine aus der Gleichung nehmen und hätte weniger Probleme bei einer Einigung.
Ich wollte dich jetzt jetzt grade nach Quellen fragen weil auf Wikipedia nichts explizites zum 17. März stand aber habe dann beschlossen einfach mal selber zu googeln.
Bin dann auf auf diesen Artikel hier :
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gestossen wo die ganze Geschichte recht ausführlich aufgedröselt wird.
1. Im April 1990 war ein sowjetisches Sezessionsgesetz angenommen worden,
[15] das Referenden vorschrieb (Art. 2 Abs. 2). Dieses Gesetz hatte den Zweck, das verfassungsmäßige Sezessionsrecht nach Art. 72 der sowjetischen Verfassung von 1977 zu konkretisieren und zu operationalisieren.
2. Einem am 20. Januar 1991 abgehaltenen Referendum folgend, wurde die Autonome Sozialistische Sowjetrepublik Krim am 12. Februar 1991 durch den Obersten Sowjet der Ukrainischen SSR wieder errichtet
3. Am 17. März 1991 wurde ein „All-Unions-Referendum“
[8] abgehalten, in dem sich eine Mehrheit der Abstimmenden
[9] für den „Fortbestand einer erneuerten Föderation“ aussprach. (Wurde von 6 der 15 Sowjetrepubliken boykotiert allerdings war die Ukraine nicht darunter)
4. Die Ukrainische SSR war nach der RSFSR die zweitwichtigste Sowjetrepublik. Daher gab die Ukraine den entscheidenden Anstoß für das Auseinanderbrechen der Sowjetunion. Indem die Ukraine die UdSSR (am 1.Dezember 1991) verließ, entzog sie den zu diesem Zeitpunkt noch andauernden Versuchen einer Reform der Sowjetunion die Grundlage. Eine Woche nach dem Referendum in der Ukraine wurde das Abkommen zur Errichtung der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten vom 8. Dezember 1991 unterzeichnet, das in der Präambel verkündete, dass die Sowjetunion „als Völkerrechtssubjekt und als geopolitische Realität aufhört zu existieren“.
[16]
5. Die Ukraine rechtfertigte ihre Sezession von der Sowjetunion zumindest implizit mit dem internationalen Recht auf Selbstbestimmung.
[18]
6. Das Referendum auf der Krim im März 2014 war nicht das erste auf der Halbinsel in den vergangenen 25 Jahren.
[24] Noch vor Auflösung der Sowjetunion organisierten Befürworter eines höheren territorialen Status der Krim dort am 20. Januar 1991 eine Befragung ohne jegliche formale Rechtsgrundlage. Die Frage lautete: „Halten Sie die Wiedererrichtung der ASSR Krim für notwendig?“ 80 Prozent der 1 160 000 Stimmberechtigten nahmen teil. 93,3 Prozent der Teilnehmer – also 74,6 Prozent der wahlberechtigten Bevölkerung – antworteten mit „Ja“. Mit ukrainischem Gesetz vom 12. Februar 1991 wurde die ASSR Krim errichtet.
[25]
Und jetzt wird es interessant :
7. Obwohl die seit dem 1. Januar 1992 unabhängige Ukraine Ende April 1992 ein Gesetz über den Status der Autonomen Republik Krim erlassen hatte,
[26] rief das Regionalparlament der Krim am 5. Mai 1992 die staatliche Unabhängigkeit der Republik Krim aus. Die Umsetzung dieser Erklärung wurde von ihrer Bestätigung durch ein Volksreferendum abhängig gemacht, das für den 2. August 1992 angesetzt wurde.
[27] In diesem Referendum sollten die beiden Fragen lauten: „Sind Sie für eine unabhängige Republik Krim in Union mit anderen Staaten?“ und „Stimmen Sie dem Akt über die staatliche Unabhängigkeit der Republik Krim zu?“
[28] Bereits am nächsten Tag, am 6. Mai 1992, verabschiedete das Regionalparlament auch eine Verfassung der Republik Krim, die eine Zugehörigkeit der Krim zur Ukraine auf einer bundesstaatlichen bzw. konföderativen Grundlage vorsah (Art. 1 Abs. 1 und 2 und Art. 9 der Verfassung). Der damalige ukrainische Präsident Leonid Kravčuk verurteilte die Ankündigung als Verletzung der ukrainischen Verfassung.
8. Kiew bot dann Verhandlungen über einen Sonderstatus der Krim an, so dass das Parlament der Krim am 21. Mai 1992 seine frühere Unabhängigkeitserklärung zurückzog
[29] und die Durchführung des Referendums aussetzte.
[30] Nach Protesten des ukrainischen Parlaments wurde auch die Verfassung der Krim durch das Gesetz der Republik Krim vom 25. September 1992 dem ukrainischen Recht angepasst.
[31] Danach erhielt die Krim weitreichende Autonomie, insbesondere in wirtschaftlichen Angelegenheiten.
9. Am 27. März 1994 – dem Tag der ersten Parlamentswahlen in der unabhängigen Ukraine sowie der Wahlen zum Regionalparlament der Krim – wurden dann jedoch im Zuge einer „Befragung“ der Bevölkerung der Krim drei Fragen vorgelegt. Sie sollte bekunden, ob die auf Drängen Kiews suspendierte Vorschrift der Krimverfassung vom 6. Mai 1992 wieder aufleben soll, nach der die Beziehungen zwischen der Ukraine und der Krim auf der Basis von Verträgen und Abkommen geregelt werden sollten. Die zweite Frage betraf die doppelte Staatsangehörigkeit, die dritte Frage war, ob den Erlassen des Präsidenten der Krim in Angelegenheiten, die vorübergehend noch nicht durch Gesetze der Republik Krim geregelt waren, Gesetzeskraft eingeräumt werden sollte. Der Sprecher des Präsidenten der Krim gab nach der „Befragung“ an, 80 Prozent der Abstimmenden hätten mit „Ja“ auf diese drei Fragen geantwortet.
[32] Am 20. Mai 1994 entschied das Regionalparlament der Krim mit großer Mehrheit, die Verfassung der Krim vom 6. Mai 1992 wieder einzusetzen.
[33] Doch das ukrainische Parlament erklärte diese Rechtsakte später für null und nichtig.
[34]
10. Als das Parlament der Krim im Mai 1994 entschied, die Verfassung der Krim vom 6. Mai 1992 wieder einzusetzen, im Einklang mit dem Ergebnis der „Umfrage“ vom 27. März 1994, betonte auch die russländische Staatsduma (die nach der Auflösung des Obersten Sowjet und der Verabschiedung einer neuen Verfassung Ende 1993 gewählt worden war), in einer Erklärung vom 22. März 1995, dass es notwendig sei, die „Ergebnisse der Willensäußerung der Bevölkerung der Krim“ zu respektieren.
[36] Jedoch äußerte sich außer Russland kein anderer Staat in einem positiven Sinne zu dieser „Befragung“ von 1994. Im Gegenteil, andere Staaten betonten die territoriale Integrität der Ukraine. Daher erlangte die „Umfrage“ auf der Krim von 1994 keine völkerrechtliche Bedeutung als eine legitimierende Grundlage für einen Gebietswechsel.
Das alles gibt Russland zwar immer noch nicht das Recht 2014 einfach auf die Krim zu fahren und da seine eigene Abstimmung abzuhalten, aber dass die Krim sich bereits 2x vorher von der Ukraine lösen wollte ist interessant und beantwortet für mich zumindest die Frage warum es 2014 keinen nennenswerten Aufschrei der Krimbevölkerung gab.