Das wäre die Sternstunde investigativer Journalisten. Also das, was es früher noch gab bevor man damit Geld verdienen konnte, generische Artikel 17x abzuschreiben und mit minimal verändertem Wortlaut auf der eigenen Nachrichtenseite online zu stellen um Klicks zu generieren (das ist, was "Nachrichten" heute leider zu 95% sind).
Natürlich gibts die "echten" Journalisten auch immer noch und ja mir ist selbstverständlich klar, dass das weder ein einfacher noch vor allem kein ungefährlicher Job ist in dieser Situation. Nur wäre mir persönlich lieber, wenn es 3 wirklich gehaltvolle Artikel in der Woche gäbe als irgendwelche Liveticker, auf denen man jeden Tag 61 Meldungen lesen kann (wie gesagt - 10x Ukraine, 1x Russland, 50x Politiker x hat zu Thema y gesagt z) von denen selten mal eine irgendeine echte Relevanz hat. Das passt nur halt nicht ins monetäre Schema des Neulandes.
Sorry aber das sehe ich zum Teil völlig anders!
Es gab genügend seriöse und ernsthafte "Moskau" Korrespondenten, von Zeit, Spiegel, FAZ, Süddeutsche, ARD, ZDF etc. die uns bis zum russischen Gesetz (28.02.2022), sehr wohl über Jahre/Jahrzehnten die Lage, Ziele und das "Abrutschen hin zur Diktatur von Russland berichtet haben, teilweise unter massiver Anfeindung von hiesigen "Putin Verstehern". Seit dem neuen Gesetz, begibst du dich als ausländischer Journalist in die Gefahr 15 Jahre im Gulag zu verschwinden, wenn der russischen "Justiz" deine Berichterstattung nicht passt und du kannst auch nicht ständig Journalisten austauschen, denn die müssen akreditiert werden.
Wie stellst du dir so investigativen Journalismus vor? Wenn ein Journalist seine Artikel durch diese Hemmnisse wohl erst einige, viele Monate nach seinen Recherchen verfassen kann, wenn er dort wieder ausgereist ist und dann auch dort nie wieder einreisen kann, so lange das Gesetz existiert?
Du willst ja aktuelle Berichterstattung über den Krieg, der wird zu 100% von der russischen Seite verhindert, die wissen schon was sie tun, und wollen das ganz alleine in ihrer Propagandahand, deshalb auch das Gesetz gegen auch ausländische Journalisten und den Journalisten musst du mir mal zeigen, der das freiwillig macht, wenn er automatisch mit 15 Jahren Gulag belegt werden kann.
Dass eine parteiische Berichterstattung als "nachvollziehbar normal" angesehen wird macht mir ein bisschen Angst.
Ähm?
In jedem Krieg gibt es eine parteiische Berichterstattung, das ist nun nichts neues, die Frage ist doch wie es sich im Kontext einordnet und da ist die Berichterstattung zwischen Russland und z.B. hier in Deutschland so unterschiedlich groß, wie das Sonnensystem.
Auch Demokratien siehe WWII, sind nicht ohne Propaganda ausgekommen, das sollte dir als aufgeklärter Mensch eigentlich einleuchten. Die Alliierten haben weit weniger wirklich bewußt gelogen, aber natürlich haben sie ihre Erfolge auch besser verkauft, als deutsche militärische Erfolge!