RyzA
PCGH-Community-Veteran(in)
Quelle: Nun wird sogar ein Sieg der Ukraine denkbarPutin tobt, weil die Truppen seine Ziele nicht erreichen. Ex-Nato-Oberbefehlshaber Clark sieht Chancen, sie mit etwas mehr westlicher Unterstützung zu schlagen.
Wladimir Putin hatte sich einen Blitzkrieg vorgestellt. Rascher Vorstoß nach Kiew, Sturz der Regierung Selenskyj, ein Marionettenregime als Ersatz, das sich bedingungslos Russland unterstellt. Und dann entscheiden, welche ehemalige Sowjetrepublik als nächstes dran ist: Moldawien und/oder die Baltischen Staaten.
Doch nach gut zwei Wochen kommt der Angriff kaum noch voran. Seit Tagen erzielen die russischen Streitkräfte nur noch kleine Geländegewinne. Und sie bezahlen dafür mit hohen Verlusten - weit höheren als auf ukrainischer Seite.
Zunächst erklärten Militärexperten das Stocken des Vormarschs damit, dass Putins Truppen sich neu aufstellen für vernichtende Vorstöße gegen Kiew, Charkiw, Mariupol und Odessa. Neue Analysen sprechen jedoch von einer überraschenden Unfähigkeit, zum Beispiel der russischen Luftwaffe, zu komplexen Operationen. Putin reagiere darauf „wütend und frustriert“, melden Geheimdienste.
Anfangs ließen sich die Prognosen der Fachleute so zusammenfassen: Die Ukrainer leisten einen entschlossenen und bewundernswerten Widerstand. Am Ende aber werde sich die russische Übermacht durchsetzen.
Inzwischen mehren sich die Stimmen, die den Ausgang des Krieges als offen einschätzen. Von der „Kunst der operativen Kriegführung,“ der sich russische Generäle stets rühmen, sei bei der Invasion nicht viel zu erkennen gewesen, fasst das amerikanische Institute for the Study of War (ISW) zusammen.
Der frühere Nato-Oberbefehlshaber Wesley Clark sieht sogar die Chance, dass eine Steigerung der westlichen Militärhilfe die Ukraine in die Lage versetzen kann, die russischen Truppen zu besiegen und aus der Ukraine zu vertreiben. Er hatte das Bündnis in der Zeit des Kosovo-Kriegs geführt.
Damit verschieben sich die Erwartungen, welche Zugeständnisse die Ukraine oder Russland bei Verhandlungen machen müssen. Je länger und erfolgreicher die Ukraine standhält, desto besser für ihre Position.
Ich würde es mir für sie wünschen. Aber schade wegen den Verlusten. Auch gerade in der Zivilbevölkerung.

