In Kriegen setzte das Humanitäre Völkerrecht der Gewaltanwendung zum Schutz von Menschen und zivilen Einrichtungen Grenzen.
www.bmvg.de
Ich sage nicht, dass solche Angriffe berechtigt sein können. Nnur, dass mit verdammt unschöner Regelmäßigkeit sich alle Militärs mit Verwechslungen rausreden oder anders gesagt: Jeder im Zweifelsfall lieber schießt. Bei Afghanistan habe ich anfangs mal mitgezählt; binnen 6-9 Monaten wurden 11 verschieden Rot-Kreuz-Lager bombardiert. Weiß nicht, ob einige davon neu eingerichtet worden waren, aber vor dem Einmarsch gab es: 11 Stück.
Die Konsequenzen sind schwer erträglich, aber man kann aus einer Handvoll Treffer noch keine ungewöhnliche oder geänderte Strategie ableiten. Kliniken gibt es in jeder Stadt, Militärs werden sich unweigerlich in der Nähe aufhalten, die nachweislich mäßig qualifizierten Soldaten werden aus der Ferne Mühe haben, "Gebäude mit Militär davor: Stützpunkt" von "Gebäuse mit Militär davor: Klinik" zu unterscheiden.
Das sind nicht nur 1-2 Kliniken sondern auch Schulen, Kindergärten und andere zivile Einrichtungen.
Schulen und Kindergärten sind seit Kriegsausbruch geschlossen und werden, da große, leerstehende Gebäude mit Freiflächen, teilweise auch von den Milizen und der Armee genutzt. Da muss Ermittlungen ableiten, ob Zivile, leere oder militärische Ziele Angegriffen wurden.
Deutschland hat beschlossen weitere 2700 Infanteriegestützte Boden-Luft Raketen vom Typ Strela-2 (aus ehemaligen NVA-Beständen) an die Ukraine zu liefern:
Ist sowas ~35+ Jahre nach der Auslieferung an die Truppe überaupt noch einsatztauglich? (Und wieso lagert man überhaupt Designs aus den 60ern ein??)
Das ist mir klar. Mich stört das man dieses Elend mitbekommt und nichts dagegen tun kann. Diese Hilflosigkeit.
Fahr hin, melde dich als Freiwilliger an der Front. Das kannst du auf privater Ebene genauso machen, wie ein ganzer Staat - mit sehr ähnlichem Risiko in beiden Varianten.
So abwegig ist das gar nicht mal.
Auf Hitler wurden auch Attentate aus den eigenen Reihen verübt. Leider sind sie gescheitert.
Soweit muss es gar nicht kommen. Putin runiniert den Wirtschaftsoligarchen gerade ihr fürstliches Leben, was nicht ohne Kritik bleibt, er verspielt den Support des Militärs mit jedem Gefallenen, das Vorgehen des Geheimdienst gegen Medien & Opposion muss immer dreister und damit auffälliger werden, der Propagandamschine gehen die kleinen Siege aus, die zu zu großen hochstilisieren können. Über kurz oder lang steht Putin alleine da, seine bisherige Unterstützung baut maßgeblich auf Leute, die von seinem vorgehen profitiert haben. Kein Profit? Kein Gefolge mehr.
Der ist KGB-Agent gewesen. Ich denke, dass das auch mit einer gehörigen Portion Paranoia zusammenhängt, wirklich niemandem zu trauen und bei kurzen Entfernungen sind tödliche Anschläge halt viel erfolgreicher.
"Nur weil man paranoid ist, heißt das nicht, dass sie nicht hinter einem her sind."
Ich habe momentan den Eindruck, dass Russland "gewaltige Masse aber keine Klasse" in den Einsatz wirft.
Alle Hinweise über unerfahrene Truppen höre ich aus dem Norden. Alles, was ich aus dem Süden höre, sind Geländegewinne (wenn auch langsamer als befürchtet). Die Elitetruppen sind also durchaus im Einsatz und machen auch ihren Job, nur halt nicht bei Kiev, worauf sich die Berichterstattung konzentriert. Aber die Küste des asowschen Meeres ist mittlerweile praktisch komplett unter russischer Kontrolle und der Vormarsch Richtung Odessa geht stetig voran. Entweder der Primärfokus lag von anfang an darauf, die Ukraine vom asowschen Meer abzuschneiden (großes Interesse daran hat man jedenfalls) und ggf. auch vom schwarzen Meer unter paralleler Schaffung einer Verbindung zu Transnistrien (was ebenfalls sehr attraktiv wirkt). Oder Putin hat damit gerechnet, dass er reichlich Unterstützung aus dem hohen Anteil russischstämmiger Bevölkerung im Norden erhält und dort tatsächlich eher Masse statt Klasse braucht: Viel Truppenpräsenz in der Fläche, um nach erfolgreicher, leichter Besatzung Guerillaaktivitäten zu unterbinden.
Bagdad war aber recht schnell eingenommen, Anders als heute Kiew.
Die Russen werden vermutlich nur unter hohen Verlusten Kiew einnehmen können.
Die irakische Armee hat (mit z.T. grob fehlerhaften Taktiken) versucht, unter Ausnutzung ihrer technischen Ausrüstung die USA auf freiem Feld zu schlagen, aber keinen Partisanenkampf in Zivilgebieten geführt. Die Ukrainer haben umgekehrt in der Fläche an Tag 1 verloren und verschanzen sich jetzt mit Milizen in der Stadt.
Ist man sich den sicher das es bei der Ukraine bleibt ? Es wird ja gesagt Putin ist unberechenbar.
Ich würde mal sagen: Wenn er in der Ukraine Erfolg hat, ist sicher, dass es nicht dabei bleibt.
Transnistrien und, wenn sie aufmucken, direkt ganz Moldau ist Formsache sobald Russland Teile der Westgrenze eingenommen hat. Die baltischen Staaten sind Putin seit Ewigkeiten ein Dorn im Auge; erklärtes Ziel ist es die NATO bis an die Oder zurückzudrängen. Oder direkt bis an die Elbe?
Nach den völlig obskuren "Erklärungen" die man für alles mögliche die letzten Tage gehört hat sehe ich da kein problem für ihn sich den nächsten Irrsinn aus den Fingern zu saugen.
In der gesamten Stadt haben Milizen Stellungen vorbereitet. Da muss man nicht lange saugen, um zu erklären, wieso man auf die schießt, die zurückfeuern. Alles drum rum ist dann halt Kollateralschaden und ehrlich gesagt wird es Putin auch ziemlich egal sein, wie sich seine Erkläung in den Ohren derjenigen anhört, die jetzt noch in Kiev sind. Die will er schließlich los werden.
Soll ich dich nun als Pessimist, Realist oder Optimist bezeichnen?
"Pessimist" ist eine von Optimisten verwendete Bezeichnung für Realisten.
Das furchtbarste an der Nummer ist, dass im Extremfall die Zivilbevölkerung draufgeht. Nicht, weil sie zwingend an einer Kugel oder Explosion stirbt, sondern weil eine volle Belagerung bedeutet das Objekt von allem abzuschneiden (Strom, Wasser, Heizung, Nahrung). Krieg Mittelalterstil: so lange keinen in die Stadt lassen bis darin alle verhungert oder erfroren sind.
Bis auf Nahrung läuft das in Mariupol schon ein paar Tage. Heute wurde ein Einkaufszentrum (=> Nahrung) unter Beschuss genommen.
Hitler mag die Wehrmacht vielleicht nicht von Anfang an "zerstört" haben, damit fing er im Grunde erst nach '41 so richtig an und das meine ich nicht nur durch sein immer öfteres Eingreifen in die militärischen Planungen
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Von daher nimmt sich Putin, geht man nach dem Artikel, im Grunde gar nicht soviel zu Stalin, oder eben Hitler, in dem Punkt, das Putin die Armee und ihre Generalität erniedrigt hat und durch politisch loyale Personen ohne militärisches Können ersetzte, statt durch militärisches Personal mit entsprechenden Kompetenzen.
Wie schon letzte Woche geschrieben hat: Putin hat vor allem auch aus den Fehlern seiner Vorbilder die richtigen Schlüsse gezogen.
Aber die Stärken hat er auch übernommen: Auf unterer Ebene wird das russische Militär seit 20 Jahren aufgerüstet und auf Fordermann gebracht. Der Zar mag die Spitze gegen ungeeignete Leute ausgetauscht haben, aber ohne großen Krieg wird das niemanden (außer die ersetzten) gestört haben. Bei der Truppe selbst gibt es neue Waffensysteme, ausreichend Versorgung, Instandsetzung dessen, was man weiter nutzt, etc.. Ist natürlich keine große Leistung, wenn man bedenkt, von welchem 0-Niveau es nach dem Absturz Russlands während der 90er ausging, aber damit dürfte sich Putin einige Freunde gemacht haben - die er jetzt ziemlich schnell wieder verliert.
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Von 2700 Flugabwehrraketen sind etwa 700 unbrauchbar.
Ganz ehrlich - alles andere wäre auch sehr überraschend gewesen.
Also bei der Quote kann man doch ganz klar sagen: Die Bundeswehr hat mit Abstand das beste geschickt, was sie hat!
(Geht es hier eigentlich um die Strelas oder um die schon am Wochenende zugesagten Stinger?)