Richtig, nur hat das die Position des Westens bisher nicht wieder gespiegelt.
? Ich will nicht sagen, dass alle Teile von "der Westen" ihrer Position immer zur Ehre gereichen, aber die Position "wir befinden uns in einem Bündniss für offensive Kampfhandlungen mit der Ukraine zwecks Rückeroberung der Krim" war nun wirklich nie auch nur ansatzweise Position der NATO. Ganz im Gegenteil. Offizielle Position sind
"wir sind ein Verteidigungsbündniss"
und
"die Ukraine ist bei uns kein Mitglied"
Die USa verkaufen den Saudis deutlich mehr. Auf die paar Kröten aus der Ukraine kommt es nicht an.
VERKAUFEN die USA überhaupt Waffen an die Ukraine oder laden sie mal wieder umsonst alten Schrott ab? In Anbetracht des knappen Etats könnte sich die Ukraine die normalen US-Preise jedenfalls nicht annähernd leisten. Abgesehen von Partnern, die in gemeinsamen Projekten ganz anders budgetieren können, kaufen eigentlich nur Idioten und einige ganz wenige mit aktuem Bedarf an absolut modernster Technik in den USA ein. Zumindest letzteres ist für die Ukraine aber eher optional, die sind quantitativ nicht schlecht ausgestellt und hinreichend gute Ausrüstung bekommt man in Osteuropa oder Indien für einen Bruchteil der US-Listenpreise. (Zudem mit größerer Kompatibilität zum bestehenden Arsenal.)
Weil es zur Erpressung anderer Staaten missbraucht werden kann? Du unterstellst den Kritikern rein wirtschaftliche Interessen und klammerst das politische Druckpotenzial komplett aus. Das ist unredlich.
Eine nach Deutschland führende Pipeline kann nur solange für Erpressung missbraucht werden, wie Deutschland mitmacht. Macht Deutschland statt dessen zu, ist North Stream 2 eine nutzlose Sackgasse. Und bislang hat niemand behauptet, Deutschland wolle sich an einer Erpressung der Ukraine beteiligen. Das einzige reale Problem bei Northstream 2 ist, dass sie eine wichtige Devisenquelle der Ukraine reduzieren würde - und das ist rein wirtschaftliches Interesse.
(Die Flüssiggasargumente kann man mittlerweile auch stecken lassen. Nachdem es sich Putin derart nachhaltig versaut hat, wird Europa Flüssiggasterminals aus rein strategischen Gründen aufbauen müssen; wenn man schlau ist bereitet die gleich mit den längerfristig geplanten Wasserstoffliefermöglichkeiten aus Afrika. Wie intensiv man die dann nutzt hängt eher von den Preisen ab und die sinken durch North Stream 2 nicht, bislang waren die Jahreskapazitäten der Pipelines nicht annähernd ausgelastet.)
Bis 2010 war Russland schwach und keine Bedrohung und trotzdem expandierte die Nato.
Russland war nie schwach. Russland ist in den 90ern mal deutlich unter den Status einer Weltmacht zurückgefallen, blieb aber immer eine potente Regionalmacht, die weitaus stärker als alle Nachbarn war. Selbst stärker als alle Nachbarn zusammengenommen. Deswegen wollten die in den 90ern und 0ern in die NATO, denn die war tatsächlich deutlich stärker als Russland und wie mittlerweile bewiesen wurde:
Wer nicht erobert werden will, sollte tunlichst Mitglied eines Verteidigungsbündnisses sein, dass stärker als Russland ist. Sonst kommt Putin und nimmt sich nach Lust und Laune mit Gewalt, worauf er gerade Lust hat.
Es gibt seit 1980 einen Freundschaftsvertrag
Ein Freundschaftsvertrag ist kein Verteidigungsbündniss. Deutschland hat(te) mal einen Partnerschaftsvertrag mit Russland (91 mit der Sowjetunion geschlossen, dann vom Rechtsnachfolger übernommen), aber 2014 hat Putin ja beschlossen, dass militärische Macht wichtiger als Freundschaften ist.
Am 25. April 1991 hat der Deutsche Bundestag den „Vertrag über gute Nachbarschaft, Partnerschaft und Zusammenarbeit“ zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Union der Sozialistischen...
www.bundestag.de
Tartus ist wichtig, aber strategisch angreifbar und schwer zu verteidigen. Eher eine Tankstelle die durch den Syrienkrieg Bedeutung erhalten hat.
Am Ende geht es um das Schwarze Meer und die neuen Kalibre haben eine Reichweite, die ausreichend war, Ziele in Syrien mit der Kaspiflotte zu treffen.
Die Krim und das Schwarze Meer, ist für Russland lebenswichtig .
Das Schwarze Meer ist eine Badewanne, die ihre strategische Bedeutung weitestgehend verloren hat. Eben weil die Reichweite zahlreicher moderner Waffensysteme so groß ist, dass man einfach darüber hinweg angreifen kann. Eine gewisse strategische Kontrolle muss man noch aufrechterhalten, damit der Gegner es im Falle des Falles nicht als bequemen Nachschubweg nehmen kann, weil Schiffe nun mal nette Transportmittel sind, aber das war es auch schon. Und das sieht auch Russland nicht anders. Die Hälfte der Uboote der "Schwarzmeerflotte" sind mittlerweile im Mittelmeer im Einsatz und sehen Sewastopol nur, wenn größere Wartungen nötig sind UND wenn die Beziehungen zu Erdogan gerade gut sind. (Sonst fahren sie nach Sankt Petersburg - strategisch wird das offenbar immer noch als besser angesehen, als sie im Schwarzen Meer kreisen zu lassen.) Wenn man von den Überwassereinheiten den Klein- und den veralteten Kram abzieht, bleibt auch nicht gerade viel übrig und das ist teilweise ebenfalls im Mittelmeer unterwegs. Die Aufrüstung der Schwarzmeer"flotte" konzentrierte sich die letzten 20 Jahre vor allem auf die zugehörigen, landgestützten Lufteinheiten und landgestütze Raketensysteme.
Wenn der geplante Ausbau von Tartus vollzogen ist würde ich davon ausgehen, dass bis zu 50% der bestehenden Schiffe dahin verlegt werden. Im Moment hat man halt einfach nicht die nötigen Kapazitäten, um sie dort dauerhaft zu stationieren und kann nur so oft, wie es die Türken zulassen, rotieren.