Und Deine ist in jeglicher Hinsicht beliebig, weil Du es tunlichst vermeidest eine angreifbare Position zu beziehen.
Dafür, dass ich eine ungreifbare Position beziehe, werde ich hier aber ganz schön dafür angegriffen. Offenbar ist deine Zuschreibung reine Rhetorik. Und nein, die Position ist nicht beliebig sondern differenziert, weil es einen Unterschied macht ob ich ein Land angreife das über Atomwaffen verfügt, oder nicht.
Haelst Du die Lieferung von mehr und / oder anderen Waffen denn nun selbst fuer geboten oder fuer gefaehrlich?
Ich halte mehr Waffenlieferungen angesichts der Lage für geboten und nicht gefährlich, weil sie die Verhandlungsposition der Ukraine stärken.
Und Verteidigung kann hier nur bedeuten - russische Soldaten, gleich ob mit Uniform oder ohne, raus aus der Ukraine. Alle. So schnell wie moeglich.
Am liebsten raus aus der Ukraine, der annektierten Krim und gleich auch von Kaliningrad. Am besten sollten weltweit alle undemokratischen Aggressoren von ihren Einflussspähren entbunden werden.
Muss man diese Wunschvorstellungen ernsthaft diskutieren?
Aha. Man muss also Verhandlungen fuehren, bei denen jeder von seinen Maximalpositionen abrueckt, aber die Ukraine kein Land verliert. Wie genau soll das funktionieren? So ganz konkret?
Indem beispielsweise der Westen der Ukraine Sicherheitsgarantien bietet und die Ukraine im Gegenzug die NATO Mitgliedschaft, die am
07.02.2019 als Ziel in die Verfassung mitaufgenommen wurde, aufgibt.
Diese war auch im März 2022 Teil der Verhandlungen.
Aktuell ist die Ukraine in einer besseren Verhandlungsposition.
Nach dem
russischen Überfall auf die Ukraine 2022 ist diese Bestimmung seit dem 10. März 2022 Gegenstand von Friedensverhandlungen. Russland fordert von der Ukraine zusätzlich zu einer Anerkennung der
Krim und der „Volksrepubliken“
Donezk und
Lugansk auch eine Aufgabe der strategische Orientierung der Ukraine nach Westen.
[4] Dazu hatte der ukrainische Präsident
Wolodymyr Selenskyj am 8. März 2022 Kompromissbereitschaft signalisiert.
[5]
Irgendwann wird es zu einer Einigung kommen müssen. Wie diese dann aussieht, wird man sehen müssen. An eine militärische Eroberung der Krim glaube ich nicht.
Denn abstrakt blauen Dunst aus der Friedenspfeife absondern kann jeder.
Ins Kriegshorn zu blasen und jede Initiative als Blödsinn und Russlandpropaganda zu stigmatisieren ist auch nicht gerade schwierig, vor allem wenn einflussreiche Militärs wie Blinken oder Ischinger eine solche Verhandlungslösung vorbereiten oder anstreben.
"Irrational" und ausdruecklich "gefaehrlich" ist es, aus dem Besitz von Atomwaffen - die uebrigens nicht nur Russland hat - unausgesprochen herzuleiten, dass fuer Atommaechte andere Preise zu gelten haetten.
Es hat aber in einer realpolitischen Welt einen erheblichen Unterschied und diesen kann man nicht einfach von der Tagesordnung wischen und nach dem Motto von Pipi Langstrumpf leben.
Es hat auch einen Grund warum die großen Atommächte ein Veto Recht im Sicherheitsrat haben, ohne dass dies in irgendeiner Weise demokratisch wäre.
Wie rational der noch handelt, weiss ich nicht und wieviel von der Realitaet bis zu ihm vordringt auch nicht.
Na also. Dann könnte er auch auf die Idee kommen sich zu einem Paria zu machen und Atomwaffen einsetzen um seine Ziele zu erreichen.
Glaubwürdig sind Atomwaffen nur dann, wenn ich sie gemäß meiner Militärdoktrin auch einsetze und soweit ich das recherchiert habe, gilt das für einen Angriff auf die Krim, oder ist im Bereich des möglichen. Deshalb besser verhandeln.
... und das eigene Handeln davon bestimmen zu lassen.
Natürlich bestimmt es indirekt das Handeln der Ukraine oder des Westens.
Da kenne ich bisher nur die halboffizielle Aussage aus Washington, dass der Einsatz von Nuklearwaffen die Vernichtung aller russischen Kraefte in der Ukraine zur Folge haette.
Ist die Drohgebärde nicht aussagekräftig genug? Macht man es unter einem Angriff auf russisches Territorium nicht?
Was soll man sonst für rote Linien ziehen? Man hat sich entschieden keine Truppen in die Ukraine zu entsenden.