Aktuelle Entwicklungen in der Ukraine

Naja, wenn ich mal an das Pentagon denke, wo ein Passierflugzeug einen ganzen Gebäudeflügel komplett zerstört hat.
Läßt mich das etwas daran zweifeln.
Aber rausfinden möchte ich das auch nicht.

Das Pentagon ist das Verteidigungsministerium. Das ist primär ein Verwaltungsgebäude, wo Akten hin und her geschoben werden und der wöchentliche Jour Fixe bei Kaffee und Schnittchen stattfindet. :ugly:

Natürlich ist das stark übertrieben dargestellt, unter dem Pentagon gibt es bestimmt auch Hochsicherheitsbunker und es laufen dort jede Menge wichtige Kommunikationsverbindungen zusammen. Aber im wirklich-wirklich-wirklichen Ernstfall, dürfte es noch andere Anlagen geben, von denen aus die kritische Kommunikation und Koordination ausgeht. Würden die Pentagon-Anlagen nachhaltig zerstört, wäre das zwar sicherlich nicht gerade förderlich, aber es läge trotzdem nicht alles brach.

Ich denke, das wird in der Ukraine nicht anders sein. Zumal man dort sicherlich auch spätestens seit der Invasion der kleinen grünen Urlaubs-Männchen 2014 einiges an Anstrengungen unternommen haben wird.

Die Angriffe auf die zivile Infrastruktur sind daher tatsächlich primär genau das: Angriffe auf die Zivilbevölkerung, Angriffe auf öffentliche Versorgung, Ordnung und Moral der Bevölkerung (obwohl erfahrungsgemäß und bei allem, was man über die Medien und auch persönlich mitkriegt, sowas meist eher die Entschlossenheit der Bevölkerung stärkt). Wobei es auch da sicherlich irgendwann einen "Point Break" gibt.
 
Die Angriffe auf die zivile Infrastruktur sind daher tatsächlich primär genau das: Angriffe auf die Zivilbevölkerung, Angriffe auf öffentliche Versorgung, Ordnung und Moral der Bevölkerung (obwohl erfahrungsgemäß und bei allem, was man über die Medien und auch persönlich mitkriegt, sowas meist eher die Entschlossenheit der Bevölkerung stärkt). Wobei es auch da sicherlich irgendwann einen "Point Break" gibt.
Selenskyj hat seinen Bürgern schon mal geraten zu flüchten und nächstes Jahr nach dem Winter wieder zu kommen.
 
Das Pentagon ist das Verteidigungsministerium. Das ist primär ein Verwaltungsgebäude, wo Akten hin und her geschoben werden und der wöchentliche Jour Fixe bei Kaffee und Schnittchen stattfindet. :ugly:

Natürlich ist das stark übertrieben dargestellt, unter dem Pentagon gibt es bestimmt auch Hochsicherheitsbunker und es laufen dort jede Menge wichtige Kommunikationsverbindungen zusammen. Aber im wirklich-wirklich-wirklichen Ernstfall, dürfte es noch andere Anlagen geben, von denen aus die kritische Kommunikation und Koordination ausgeht. Würden die Pentagon-Anlagen nachhaltig zerstört, wäre das zwar sicherich nicht gerade förderlich, aber es läge trotzdem nicht alles brach.
Ich habe mich in meiner Zeit in den USA mal mit ein US-Abwehrspezialisten unterhalten, der im Pentagon tätig ist, und ihn gefragt, ob er weiß und mir verraten darf, wie weit dort tatsächlich nach unten geht. Nach dem zweiten Bier hat er dann gemeint, ich könne mir das Ganze als "cardboard nail" mit fünfeckigem Kopf vorstellen.

Darüber hinaus gibt es bekanntlich gehärtete Fluchttunnel, die motorisiert, aber notfalls auch zu Fuß genutzt werden können und zu externen Start- und Landeplätzen für Flugzeuge und Helikopter in unterschiedlicher Entfernung führen; mit ständiger Flugbereitschaft zu zwei keineswegs geheimen externen Kommandoeinrichtungen, wobei man bei diesen schon fast davon ausgehen muss, dass sie nur Show sind, gerade weil sie schon so lange existieren und bekannt sind. Wohin es tatsächlich gehen würde, wissen womöglich nicht einmal alle Leute, die mitfliegen dürfen/müssen.

Bitte beachten: Da wird nicht gewartet, bis es knallt. Bei bestätigten Raketenalarm wird der komplette militärische Führungsstab aus allen Regierungs- und Verwaltungseinrichtungen evakuiert und zu gehärteten Kommandobunkern gebracht. Die Schutzeinrichtungen direkt unter den Verwaltungsgebäuden sind hauptsächlich für das zurückbleibende Personal.

In der Ukraine wird das alles - ebenso wie bei uns in Deutschland - nicht so groß und teuer angelegt sein, aber garantiert auch mit gehärteten Einrichtungen und Ausweicheinrichtungen, von denen aus weiter geführt und sogar regiert werden kann.

Ein nuklearer Angriff auf Kiew wäre hauptsächlich eine menschliche Tragödie, aber nicht unbedingt das Ende der Verteidigung. Eher ganz im Gegenteil, da man dann keine Rücksicht mehr nehmen müsste.

Ukrainische Vergeltungsschläge dürften mangels Kernwaffen auf konventionelle Weise erfolgen, also Feuer frei auf sämtliche erreichbaren Ziele, bei den man bisher noch Zurückhaltung geübt hat.
Außerdem darf davon ausgegangen werden, dass sich bereits Zellen in Russland befinden, die in einem solchen Fall loslegen würden.

Dann, aber auch erst dann, wird vielleicht auch Putins "Vorschlag" einer schmutzigen Bombe doch noch ernstlich erwogen.
 
Sehe ich ähnlich.
Ein nuklearer Angriff ist sicherlich verheerend für die Zivilbevölkerung, aber dürfte die Militärführung in der Ukriane kaum tangieren.
Mit Sicherheit wurden schon längst entsprechende Kommandoeinrichtungen aufgebaut bzw. aus dem kalten Krieg reaktiviert.
Man bedenke, dass die Ukraine in Zeiten der Ex-UDSSR quasi das Aufmarschgebiet für die Truppen gen Westen war und eine Vielzahl von gehärteten Stellungen überall im Land verteilt sein dürften.

Vice Versa:
Moskau ist von ukrainischem Staatsgebiet nicht sooo weit entfernt.
Gerade mal um die 600 km.
Ich wette 1:1000, das in dem Fall einer russischen Atombombe oder schmutzigen Bombe einen Tag später halb Moskau in Flammen steht.
Alles nur eine Frage der Technik, Zielauswahl und Präzision und ein paar hundert Kilo Phosphor...
 
Übersetzung der gestrigen Putin-Rede. Ich bin dezent sprachlos. Da werden noch richtig üble Zeiten auf uns zukommen wenn man sich mal ansieht, wie diese Scheisze bei vielen hier auch noch verfängt und was das für ekelhafte Kreise zieht. Die Hohlbirnenfraktion ist viel viel viel zu laut. (Schreibe aus #Sucksen, wo es schon wieder brennt...

das aber nur am rande, da ot.)


?? Regina Laska (ex. Holly goes lightly … )

Follow @Sunnymica

22m • 50 tweets • 8 min read

Putin hat gestern eine Rede voller manipulativer Schuldumkehr gehalten.
Meine Kollegin @karpenkooo und ich halten es in diesen Zeiten für wichtig, seine "Thesen" allen zugänglich zu machen.
Sie hat aus dem Russischen ins Englische, ich dann ins Deutsche übersetzt.?Teil 1

1/25
"Die Ereignisse entwickeln sich weiterhin in Richtung eines negativen Szenarios, über das wir bei früheren Treffen mehr als ein- oder zweimal gesprochen haben.

Darüber hinaus haben sich die Ereignisse zu einer groß angelegten, systemischen Krise entwickelt, und zwar

2/25
nicht nur im militärisch-politischen, sondern auch im wirtschaftlichen und humanitären Bereich.

Der so genannte Westen - unter Berücksichtigung, dass es dort keine Einheit gibt - ist natürlich ein sehr komplexes Gebilde.

3/25
Aber sagen wir, dass dieser Westen in den letzten Jahren und vor allem in den letzten Monaten eine Reihe von Schritten unternommen hat, um die Situation eskalieren zu lassen. Tatsächlich dreht der Westen die Eskalationsspirale immer weiter - auch das ist nichts Neues.

4/25
Zum einen ist da die Kriegstreiberei in der Ukraine, zum anderen die Provokationen im Zusammenhang mit Taiwan und die Destabilisierung der weltweiten Lebensmittel- und Energiemärkte.

Letzteres passierte natürlich nicht absichtlich, daran gibt es keinen Zweifel, sondern

5/25
aufgrund einer Reihe von systemimmanenten Fehlern genau jener westlichen Regierungen, die ich bereits erwähnt habe.

Zu alledem kommt, wie wir jetzt sehen, noch die Zerstörung der paneuropäischen Gaspipelines. Generell ist das eine "transzendente" Sache, aber

6/25
trotzdem werden wir Zeugen dieser traurigen Ereignisse."

"Was der sogenannte Westen mit seinem Spiel verfolgt, ist tatsächlich die Macht über die Welt. Doch dieses Spiel ist zweifellos gefährlich, blutig und - ich würde sagen - schmutzig.

7/25
Der Westen leugnet die Souveränität von Ländern und Völkern, ihre Identität und Einzigartigkeit und schert sich nicht um die Interessen der anderen Staaten. Auch wenn er sich nicht ausdrücklich verweigert, so ist es doch genau das, was in der Praxis geschieht.

8/25
In diesem Zusammenhang möchte ich an die Angebote Russlands an seine westlichen Partner zum Aufbau von Vertrauen und zum Aufbau eines Systems der kollektiven Sicherheit erinnern. Im Dezember letzten Jahres wurden diese Vorschläge wieder einmal einfach beiseitegeschoben.

9/25
Aber in der modernen Welt ist es unmöglich, das auszusitzen. Die Krise hat in der Tat einen globalen Charakter angenommen, sie betrifft uns alle. Es gibt keinen Grund, sich darüber irgendwelche Illusionen zu machen."

10/25
Die Menschheit hat jetzt in der Tat zwei Möglichkeiten: Sie kann sich weiterhin einen Berg von Problemen aufladen, der uns alle unweigerlich erdrücken wird, oder sie kann gemeinsam versuchen, Lösungen zu finden, die unsere Welt stabiler und sicherer machen.

11/25
Wie Sie wissen, habe ich schon immer an die Kraft des gesunden Menschenverstands geglaubt und glaube noch immer daran.

Aus diesem Grund bin ich davon überzeugt, dass früher oder später die neuen Zentren einer multipolaren Weltordnung und der Westen ein

12/25
gleichberechtigtes Gespräch über eine gemeinsame Zukunft von uns allen führen müssen, und je früher, desto besser, das versteht sich von selbst."

Im Laufe des letzten fast halben Jahrhunderts hat diese Verblendung, von der Solschenizyn sprach - offen rassistisch und

13/25
neokolonial - besonders nach dem Entstehen der sogenannten unipolaren Welt geradezu hässliche Formen angenommen. Was ich damit sagen will?

Die Überzeugung der eigenen Unfehlbarkeit ist ein sehr gefährliches Unterfangen: Denn damit sind die

14/25
"Unfehlbaren" nur einen Schritt davon entfernt, diejenigen, die sie nicht schätzen, einfach zu vernichten.

Wie man so schön sagt: zu "canceln" - Lassen Sie die Bedeutung dieses Wortes wenigstens kurz Revue passieren:

15/25
Selbst auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges, auf dem Höhepunkt der Konfrontation zwischen Systemen, Ideologien und militärischer Rivalität, kam es niemandem in den Sinn, die Existenz von Kultur, Kunst und Wissenschaft anderer Völker - seiner Gegner - zu verleugnen.

16/25
Das wäre keinem in den Sinn gekommen! Ja, es gab gewisse Grenzen in den Bereichen Bildung, Wissenschaft, Kultur und - leider - auch im Sport.

Aber sowohl die sowjetische als auch die amerikanische Führung hatten damals genug Einfühlungsvermögen, um den humanitären Aspekt

17/25
mit Bedacht zu handhaben, den Gegner zu studieren und zu respektieren und sich manchmal etwas von ihm zu borgen, um zumindest für die Zukunft die Grundlage für solide, fruchtbare Beziehungen zu erhalten.

Und was geschieht jetzt? Einst gingen die Nazis so weit,

18/25
Bücher zu verbrennen. Und heute gehen die "Hüter des Liberalismus und des Fortschritts" im Westen so weit, Dostojewski und Tschaikowsky zu verbieten.

Das sogenannte Cancel Culture ist aber in Wirklichkeit - wir haben schon mehrfach darüber gesprochen -

19/25
die tatsächliche Abschaffung von Kultur, die alles niedermäht, was lebendig und kreativ ist, und die in keinem Bereich die Entfaltung freien Denkens zulässt: weder in der Wirtschaft noch in der Politik noch in der Kultur.

Die heutige liberale Ideologie hat sich bis zur

20/25
Unkenntlichkeit gewandelt. Verstand der klassische Liberalismus die Freiheit eines jeden Menschen ursprünglich als die Freiheit zu sagen, was man will, zu tun, was man will, so erklärten die Liberalen bereits im 20. Jahrhundert, dass die so genannte offene Gesellschaft

21/25
Feinde hat - es stellt sich heraus, dass eine offene Gesellschaft Feinde hat - und die Freiheit dieser Feinde eingeschränkt, wenn nicht sogar abgeschafft werden kann und sollte.

Inzwischen ist man am Höhepunkt der Absurdität angelangt, wenn jeder alternative Standpunkt

22/25
zu staatsfeindlicher Propaganda und einer Bedrohung der Demokratie erklärt wird.

Alles, was aus Russland kommt, sind die "Machenschaften des Kremls". Aber schauen Sie sich selbst an! Sind wir alle so mächtig? Jede Kritik an unseren Gegnern - jede! - wird als "die

23/25
Machenschaften des Kremls", "die Macht des Kremls" wahrgenommen. Das ist doch Unsinn.

Worauf haben Sie sich da bloß eingelassen? Schalten Sie wenigstens Ihren Verstand ein, formulieren Sie etwas Interessanteres,

24/25
formulieren Sie Ihren Standpunkt irgendwie konstruktiv. Man kann doch nicht alles auf "die Machenschaften des Kremls schieben."

Ende Thread Teil 1

25/25
Hier Teil 2 von Putins Ergüssen vom 27.10.2022

"Hier möchte ich an einen anderen russischen Philosophen erinnern, Alexander Alexandrowitsch Sinowjew, dessen hundertsten Geburtstag wir gerade am 29. Oktober feiern.

1/25
Schon vor mehr als 20 Jahren sagte er, dass für das Überleben der westlichen Zivilisation auf dem von ihr erreichten Niveau "der ganze Planet als Lebensraum notwendig ist, alle Ressourcen der Menschheit sind notwendig." Das ist es, was sie behaupten, und das ist exakt das,

2/25
was sie tun.

In diesem System hat sich der Westen übrigens zunächst einen riesigen Vorsprung verschafft, da er seine Regeln und Mechanismen selbst entwickelt hat - so wie jetzt eben jene Regeln, von denen ständig die Rede ist und die ein undurchsichtiges "schwarzes

3/25
Loch" ergeben: Keiner weiß, was damit gemeint ist.

Denn kaum zogen nicht mehr nur die westlichen Länder, sondern auch andere Staaten, allen voran natürlich die großen Staaten Asiens, ihren Vorteil aus der Globalisierung, änderte der Westen sofort zahlreiche Spielregeln

4/25
oder setzte sie ganz außer Kraft.

Und die so genannten hochheiligen Prinzipien des Freihandels, der wirtschaftlichen Marktöffnung, des gleichberechtigten Wettbewerbs und sogar des Rechts auf Eigentum wurden plötzlich völlig über Bord geworfen.

5/25
Sobald eine Sache für den Westen profitabel wird, ändern er die Regeln umgehend, im Handumdrehen, mitten im Spiel.

Und noch ein Beispiel, wie Begriffe und Bedeutungen abgelöst werden. Westliche Ideologen und Politiker sagen und wiederholen seit vielen Jahren gegenüber

6/25
der ganzen Welt: Es gibt keine Alternative zur Demokratie.

Natürlich sprachen sie über das westliche, so genannte liberale Demokratiemodell. Alle anderen Optionen und Formen der Demokratie lehnten sie verächtlich und - das möchte ich betonen - geradezu hochnäsig ab.

7/25
Dieses Verhalten ist schon seit der Kolonialzeit bekannt: Alle Menschen werden als Menschen zweiter Klasse betrachtet, und sie selbst sind die Ausnahme. Und so geht es seit Jahrhunderten bis zum heutigen Tag ständig weiter.

Heute jedoch fordert die überwältigende Mehrheit

8/25
der Weltgemeinschaft Demokratie in Fragen der internationalen Zusammenarbeit und lehnt jede Form von autoritären Vorgaben durch einzelne Länder oder Gruppen von Staaten ab.

Was ist das, wenn nicht die direkte Umsetzung der demokratischen Grundsätze auf Ebene der

9/25
internationalen Beziehungen?

Und was ist die Position des "zivilisierten" - in Anführungszeichen - Westens? Als Demokrat sollte man meinen, dass man einen solchen natürlichen Freiheitswillen von Milliarden von Menschen begrüßen sollte - aber nein!

10/25
Der Westen betrachtet dies als eine Untergrabung der liberalen, auf Regeln basierenden Ordnung, führt Wirtschafts- und Handelskriege, Sanktionen, Boykotte, Farbrevolutionen, organisiert und führt alle Arten von Staatsstreichen durch.

Einer davon endete 2014 in der

11/25
Ukraine mit tragischen Folgen - sie haben diesen Putsch unterstützt und sogar gesagt, wie viel Geld sie dafür ausgegeben haben. Ganz allgemein sind sie einfach abgestumpft, sie schrecken vor nichts zurück.

Sie haben Soleimani beseitigt und einen iranischen

12/25
General getötet. Mit Soleimani konnte man umgehen, wie man wollte, aber war ein Funktionär eines fremden Staates! Sie haben ihn auf dem Territorium eines Drittstaates getötet und sagen: Ja, wir haben getötet. Was ist das schon? Wo leben wir?

Washington nennt die

13/25
derzeitige Weltordnung weiterhin aus reiner Gewohnheit amerikanisch-liberal, aber in Wirklichkeit multipliziert diese berüchtigte "Ordnung" jeden Tag das Chaos und wird sogar gegenüber den westlichen Ländern selbst, gegenüber ihren Versuchen, ihre Unabhängigkeit zu zeigen,

14/25
immer unduldsamer.

Alles wird direkt im Keim unterdrückt, und sie verhängen immer mehr Sanktionen gegen ihre eigenen Verbündeten - ohne zu zögern! Und diese stimmen mit gesenktem Haupt allem zu.

Beispielsweise wurden die Vorschläge ungarischer Parlamentarier im Juli,

15/25
das Bekenntnis zu den christlichen Werten und der Kultur Europas im EU-Vertrag zu verankern, nicht einmal als Vorstoß gewertet, sondern als direkte feindliche Zersetzung. Was soll das? Was bedeutet das?

Ja, einige Leute finden das gut, einige nicht

16/25
Seit tausend Jahren haben wir in Russland eine einzigartige Kultur entwickelt, in der alle Weltreligionen miteinander umgehen. Es besteht keinerlei Notwendigkeit, irgendetwas zu canceln: weder christliche, noch islamische, noch jüdische Werte.

Wir haben noch viele andere

17/25
Weltreligionen. Wir müssen nur respektvoll miteinander umgehen.

In manchen Regionen des Landes - das weiß ich aus erster Hand - gehen die Menschen gemeinsam ihren Weg, sie feiern christliche, islamische, buddhistische und jüdische Festtage und tun dies mit Freude,

18/25
gratulieren sich gegenseitig und freuen sich füreinander."

"Was sollten wir noch hinzufügen? Russland greift die Eliten des Westens nicht an - Russland verteidigt lediglich sein Recht auf Existenz und freie Entwicklung. Gleichzeitig wollen wir selbst nicht

19/25
zu einer Art neuem Hegemon werden.

Russland schlägt nicht vor, Unipolarität durch Bipolarität, Tripolarität usw. zu ersetzen, die Dominanz des Westens durch die Dominanz des Ostens, des Nordens oder des Südens. Dies würde unweigerlich zu einer neuen Sackgasse führen."

20/25
"Der Zusammenbruch der Sowjetunion hat auch das Gleichgewicht der geopolitischen Kräfte zerstört. Der Westen fühlte sich als Sieger und proklamierte eine unipolare Weltordnung, in der nur sein Wille, seine Kultur, seine Interessen eine Existenzberechtigung hatten.

Nun geht

21/25
diese historische Periode der uneingeschränkten Dominanz des Westens im Weltgeschehen zu Ende, die unipolare Welt gehört der Vergangenheit an.

Wir stehen an einem historischen Wendepunkt, vor dem wahrscheinlich gefährlichsten, unberechenbarsten und gleichzeitig

22/25
wichtigsten Jahrzehnt seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs.

Der Westen ist nicht in der Lage, die Menschheit im Alleingang zu lenken, aber er versucht es verzweifelt, und die meisten Völker der Welt wollen sich das nicht länger gefallen lassen. Dies ist der

23/25
Hauptwiderspruch der neuen Ära.

Die Situation ist, um die Worte eines Klassikers [Lenin] zu nennen: "Erst, wenn die Unterschichten das Alt nicht mehr wollen und die Oberschichten in der alten Weise nicht mehr können, kann die Revolution siegen."

Dies führt zu globalen

24/25
Konflikten oder einer ganzen Kette von Konflikten, die eine Bedrohung für die Menschheit darstellen, auch für den Westen selbst. Diesen Widerspruch konstruktiv aufzulösen - das ist die wichtigste historische Aufgabe von heute."

Ende Teil 2
25/25
 
In der Taz von gestern: Eine etwas detailliertere Schilderung über die neuesten Spuren von Folter- und Mordeinrichtungen im Gebiet Charkiw. Während die Methoden altbekannt sind, war für mich neu, dass Russland in einigen Besatzungsgebieten ganze Gefängnisse aufgebaut respektive in dieser Form betrieben hat. Dass heißt die teils willkürlichen Verhaftungen, Folterungen und Morde an Zivilisten wurden nicht von einzelnen Armeeeinheiten in Kampfgebieten durchgeführt, sondern es gab (und gibt vermutlich) extra eingerichtete Institutionen tief im Hinterland, die mit anderen zu diesem Zwecke zusammenarbeiten, jeweils noch interne Hierarchien haben und natürlich auch Versorgung und ähnliches benötigen.

Das bedeutet, es handelt sich nicht mehr um (erschreckend weit verbreitete) Untaten einzelner Militäreinheiten, die auf der untersten respektive mit Wissen von maximal den untersten zwei-drei Ebenen der Militärhierarchie Regeln brechen, während sie sich selbst in einer Ausnahmesituation unmittelbar an der Front befinden (Vergleiche z.B. US-Angriffe auf einige vietnamesische Dörfer). Sondern es handelt sich um in Kooperation von Militär, Sicherheitsbehörden und eingesetzter Zivilverwaltung mindest auf Kreisebene organisierte, also auf Oblastebene bewilligte, systematische Menschenrechtsverletzungen (Vergleich z.B. Gestapo).
:kotz:

 
Das bedeutet, es handelt sich nicht mehr um (erschreckend weit verbreitete) Untaten einzelner Militäreinheiten, die auf der untersten respektive mit Wissen von maximal den untersten zwei-drei Ebenen der Militärhierarchie Regeln brechen, während sie sich selbst in einer Ausnahmesituation unmittelbar an der Front befinden (Vergleiche z.B. US-Angriffe auf einige vietnamesische Dörfer). Sondern es handelt sich um in Kooperation von Militär, Sicherheitsbehörden und eingesetzter Zivilverwaltung mindest auf Kreisebene organisierte, also auf Oblastebene bewilligte, systematische Menschenrechtsverletzungen (Vergleich z.B. Gestapo).
Das wundert mich nicht. Da ist wohl einiges von oben durchgeplant.
U.a. deswegen gehört Putin vor ein Kriegsgericht gestellt.
 
Das dieses Foltern und Einsperren System hat ist in meinen Augen nicht besonders verwunderlich, hat aber auch Gründe, was diese Methoden aber nicht mehr rechtfertigen würde, wie wenn es diese nicht geben täte.

Wieso man von russischer Seite das Ganze inzwischen so sehr mit "System" aufgezogen hat dürfte schlicht an der "Hilflosigkeit" liegen, mit welcher sich die russische Armee gegenüber "Partisanenaktivitäten" innerhalb der okkupierten Gebiete und Bevölkerung konfrontiert sieht.

Das sind nicht mal so sehr irgendwelche aktiven und direkten Angriffe gegen russische Truppen / Beamte der Besatzungsverwaltung, durch die lokale Bevölkerung selbst, als mehr das die ukrainische Armee, aus den besetzten Regionen, doch ziemlich viele Koordinaten / Positionen russischer Stellungen erhält, welche die ukrainische Armee dann natürlich besonders präzise beschießen kann.

Diese Umstände sollten nicht unterschätzt werden, wieviel das mit zu den katastrophalen Verlusten der russischen Armee, in den letzten Monaten, beigetragen hat.

Das Problem welches sich dadurch für die russische Armee ergibt ist eben nur, wie will man solche Personen ausfindig machen?
Wenn Truppen und Infrastruktur durch Partisannen direkt angegriffen werden und du deshalb Häuser durchsuchst und versteckte Waffen / Sprengstoff findest ist die Sache relativ klar, aber wesentlich schwieriger wenn du in Zeiten von Digitalisierung und Mobiltelefon jemanden ausfindig zu machen versuchst, der Informationen weiterreicht, evt. dann auch über Dirtte (Verwandte / Familienangehörige) auf der anderen Seite der Front und eben ohne direkte Verbindung zu offiziellen Stellen, die eine Überführung auch noch merklich erleichtern würde, wenn man dann das Smartphone überprüft und die Spur so zu offiziellen ukrainischen Stellen zurückverfolgen kann.

Diese Umstände, der "russischen Hilflosigkeit", dem Ganzen gegenüber, dürfte deutlich dazu beitragen, dass man über die Monate zusehends, auch aus Frustration und Wut dadrüber, immer exessiver und wilkürlicher gegen jeden ("ehemals" ukrainischen) Zivilisten vorgeht, als vielleicht noch zu Beginn des Angriffs, von Februar bis über den Daumen gepeilt April /Mai.

Im Grunde beweisen diese russischen Verbrechen, an Zivilisten in den besetzten Regionen, daher in meinen Augen vor allen eines, wie miserabel sich die russische Armee nicht nur in direkter militärischer Konfrontation gegenüber der ukrainischen Armee anstellt, sondern auch wie hilflos sie hinter der Front eben eigentlich ist.

In Summe ergibt das für mich daher auch einmal mehr das Bild einer dahinsichenden Armee, die ihre Niederlage an allen "Fronten" immer mehr nur noch dadurch hinauszögert, indem sie immer wilkürlicher und brutaler gegenüber denen agiert, die sie eigentlich erobern wollte und denen gegenüber, die sie "erobert" hat. ;)
 
Zuletzt bearbeitet:
Salve,

Kadyrow träumt anscheinend wieder vom Angriff Steiners.

Besonders witzig finde ich das er und seine Tscheschenen neuerdings eher als TikTok Verbände bezeichnet werden, so viel Energie wie er in seine Propaganda steckt. :D
 
Kadyrow ?
Da haben sich ja zwei Despoten gefunden.

Gut,
Syrien, Nordkorea, Äthopien machen noch mit ...
... aber ansonsten?
 
Salve,
unsere russischen "Freunde" wieder
lest mal den Ticker von 6:21 Uhr bis jetzt zum Thema Drohnen Angriff auf die Krim

+++ 06:21 Russen melden Drohnenangriff auf Schwarzmeerflotte auf Krim +++
der Angriff wird abgewehrt

+++ 08:39 Nach Drohnenangriff: Fähr- und Schiffsverkehr in Bucht vor Sewastopol geschlossen +++
Noch ist unklar, ob etwas und wenn ja, was durch einen Drohnenangriff auf die Schwarzmeerflotte in Sewastopol beschädigt wurde

+++ 11:43 Gouverneur von Sewastopol: "Teilt keine Videos vom Drohnenangriff!" +++
Der von Moskau eingesetzte Gouverneur von Sewastopol, Mikhail Razvozhayev, fordert die Einwohner auf, keine Videos vom Drohnenangriff in den sozialen Medien zu veröffentlichen.

+++ 12:40 Berichte: Fregatte "Admiral Marakow" bei Drohnenangriff getroffen +++
Bei dem Drohnenangriff am Morgen auf die russische Schwarzmeerflotte in Sewastopol auf der Krim ist Medienberichten zufolge die Fregatte "Admiral Makarow" getroffen worden. Wie schwer das Flagschiff der Flotte beschädigt ist, sei nicht bekannt,

Hoffentlich das nächste oder zweite Flaggschiff das den Bach runtergeht.
 
Bin ich eigentlich der einzige, der scheinbar schon vor Wochen erste Bilder der Nord-Strem-Zerstörung verpasst hat? (zum Beispiel)
Die sehen nach einer deutlich größeren Sprengung aus, als sie für ein simples Leck nötig gewesen wäre und schränken somit die denkbaren Szenarien deutlich ein. Während man eine Hohlladung, die ein paar Zentimer Stahl und Beton durchlagen kann, selbst mit einem Schlauchboot oder Hubschrauber vor Ort und mit zwei Tauchern in Position bringen kann, klingen 50 m Schadensdurchmesser und Kraterbildung eher nach einer Mine, von der ich ettliche 100 kg Gewicht bis über eine Tonne erwarten würde. Das setzt mindestens einen kleinen Trawler voraus, der ein Gewicht dieser Größe langsam schleppen und im richtigen Moment ausklinken kann, und der einen Hafen braucht, wo er derartige Fracht von einem etwas größeren Transporter übernehmen kann.

Das wäre aber alles reichlich auffällig, weswegen abseits staatlicher Akteuere mit unmittelbar angrenzenden Nachbargewässern meiner Meinung nach nur noch große Schiffe in Frage kommen, die entweder über einschlägige legitime Aufgaben = Deckstechnik verfügen (Forschungsschiffe, Tonnenleger, ggf. Marineversorger) oder aber darauf achten, keine Beobachter dicht an sich ranzulassen (Marineverbände, U-Boote). => Täterkreis von "beinahe jeder" auf einige wenige Akteuere, allesamt staatlich, verkleinert.

(Randnotiz eines Wikipedia-Opfers: Wusstet ihr, dass "AMD 1000" keine fünf Jahre alte CPU, sondern eine 80 Jahre alte sowjetische Luft-Seemine ist?)


Wieso man von russischer Seite das Ganze inzwischen so sehr mit "System" aufgezogen hat dürfte schlicht an der "Hilflosigkeit" liegen, mit welcher sich die russische Armee gegenüber "Partisanenaktivitäten" innerhalb der okkupierten Gebiete und Bevölkerung konfrontiert sieht.

Aber sollte sich in den letzten Jahrhunderten nicht auch bis nach Moskau durchgesprochen haben, das Folter und Mord in solchen Fällen nichts bringt? Laut der Taz-Quelle erfoltern auch die Russen "Geständndisse", die schlicht falsch sind und so effektiven Selbstschutz eher noch erschweren. Und das Risiko, nicht nur im Zuge durchgestochener Informationen in Gefahr zu geraten, sondern auch direkt, steigt extrem an, wenn zumindest die männliche Zivilbevölkerung sich bei anhaltender russsischer Gebietskontrolle eine 10-20% Todeschance selbst bei bestem Verhalten ausrechnen kann. Da lebt ein Untergrund-Partisane teilweise weniger riskant und tut auch noch was dafür, dass die Bedrohung schneller vorbei geht.

Drohkulissen steigern die Sicherheit nur, wenn sie eben tatsächlich Drohkulissen bleiben und man sich aus Angst davor / zur eigenen Sicherheit brav verhält. Wird aus der Drohung eine Gefahr, weil "brav verhalten" gar nichts bringt, fallen die Hemmungen bezüglich Gegenangriffen.

Bislang bin ich, ähnlich wie du, davon ausgegangen, das unter hundertausend russischen Soldaten eben immer ein paar hundert sind, die zu blöd für solche Zusammenhänge sind und dann in Eigenregie Methoden anwenden, die nur brutal aber nicht wirkungsvoll sind. Aber das Ausmaß der organisierten Strukturen sieht jetzt danach aus, als bestünde bis in die obersten 5%, möglicherweise die oberen 1% des Gesamtpersonals kein Fehlerbewusstsein. Und so viele können eigentlich nicht SO blöd sein. Daher keimt die Befürchtung auf: Zumindest einige greifen den scheinbaren Deckmantel des Selbstschutzes auf, um Sadismus, Rassismus und Terrorgelüsten freien Lauf zu lassen, um das ohnehin zum Ziel erklärte Ende der Ukraine als Nation gleich durch Dezimierung des ukrainischen Volkes und Versklavung des Rests zu erreichen.

Wenn nebenbei auch mal tatsächlich ein ukrainischer Kollaborateur gefunden wird, ist das eher ein zufälliger Erfolg am Rande, den man gerne mitnimmt. Mengeles Taten haben ja auch zu einigen medizinischen Fortschritten geführt, aber das dürfte kaum die alleinige oder auch nur primäre Intention gewesen sein.


Salve,

Kadyrow träumt anscheinend wieder vom Angriff Steiners.

Besonders witzig finde ich das er und seine Tscheschenen neuerdings eher als TikTok Verbände bezeichnet werden, so viel Energie wie er in seine Propaganda steckt. :D

Aktion "Vergeltung"?
Wenn er noch extra dafür neue Waffensysteme ins Kampfgeschehen einführt (idealerweise 2-3 Stück) können wir einen weiteren Vergleichspunkt abhaken.
 
Und so viele können eigentlich nicht SO blöd sein. Daher keimt die Befürchtung auf: Zumindest einige greifen den scheinbaren Deckmantel des Selbstschutzes auf, um Sadismus, Rassismus und Terrorgelüsten freien Lauf zu lassen, um das ohnehin zum Ziel erklärte Ende der Ukraine als Nation gleich durch Dezimierung des ukrainischen Volkes und Versklavung des Rests zu erreichen.
Das wurde Ihnen doch lange genug eingetrichtert nicht nur von Putin, sondern auch schon davor.
Der russische Nationalismus ist ja nun kein ausschließliches Putin Phenomen.
 
Im Machtapparat des Kremls rumort es. Darauf deuten interne Informationen hin. Kontraste und die Deutsche Welle konnten erstmals mit einer Frau sprechen, die für den Inlandsgeheimdienst FSB gearbeitet hat.

Marija Dmitriewa hat es raus aus Russland geschafft - über Nordafrika in den Transitbereich am Flughafen in Paris, wo sie politisches Asyl beantragt hat. Sie ertrüge nicht mehr, was in ihrer Heimat geschehe, sagt sie: "Ich will, dass das Sterben ein Ende hat. Ich will nicht mehr, dass Menschen in der Ukraine sterben, dass Russen sterben." Die 31-jährige ist Ärztin und hat nach eigenen Angaben seit 2016 für drei russische Sicherheitsbehörden gearbeitet - zuletzt für den Inlandsgeheimdienst FSB. Doch der Krieg in der Ukraine habe sie dazu veranlasst, mit dem Staat zu brechen.

Ein Team des ARD-Politikmagazins Kontraste trifft sie an der Mittelmeerküste in Südfrankreich. Dmitriewa ist keine Oppositionelle, keine Liberale. Sie war bis vor Kurzem selbst Teil des Systems Putin, arbeitete wohl für das Innenministerium, das Verteidigungsministerium und eben den Geheimdienst FSB. Hier in Frankreich geht sie nun erstmals an die Öffentlichkeit.

Viele halten den Krieg für verloren

Viele im FSB hielten den Krieg mittlerweile für verloren, sagt sie. Als Ärztin habe sie immer wieder unzufriedene Mitarbeiter behandelt, die den Dienst verlassen wollten: "Sie haben gesagt, dass sie müde sind. Man verlässt den FSB nicht einfach so. Es ist eine sehr angesehene Arbeit, die sehr schwer zu bekommen ist. Und wenn dann drei junge Mitarbeiter innerhalb eines Monats den Dienst quittieren, spricht es dafür, dass sie nicht einverstanden sind mit dem System." Dmitriewa glaubt, unter den Geheimdienstlern gehe die Angst um, eines Tages für die Verbrechen im russischen Angriffskrieg zur Rechenschaft gezogen zu werden.

Unabhängig überprüfen lassen sich ihre Aussagen nicht. Dmitriewa belegt Kontraste aber mit Dokumenten ihre Mitarbeit in den russischen Sicherheitsbehörden. Flugtickets, die sie vorlegt, bestätigen ihre Angaben zur Flucht.

Der Politikwissenschaftler und Russland-Kenner Gerhard Mangott von der Universität Innsbruck hält die Einschätzung Dmitriewas grundsätzlich für plausibel: "Aus meinen Quellen erfahre ich schon, dass es in den Führungsstäben des FSB Fragen danach gibt, wie viel man denn bereit sei, für einen Sieg in der Ukraine zu bezahlen. Und dass auch die Zahl derer zunehme, die Sorge haben, dass Russland diesen Krieg auch verlieren könnte."

"Wind of change" im Geheimdienst

Ein ähnliches Bild zeichnet Wladimir Osetschkin. Der russische Menschenrechtsaktivist und Gründer von gulagu.net, einer NGO, die Missstände in russischen Gefängnissen aufdeckt, hat gute Kontakte zu kritischen Geheimdienstlern. Unter dem Motto "wind of change" hat er seit Beginn des Ukrainekrieges zahlreiche Berichte eines russischen Geheimdienst-Mannes im Internet veröffentlicht, die nach Kontraste-Informationen von westlichen Diensten als authentisch eingeschätzt werden.

"Den Quellen aus dem System nach zu urteilen, glauben sehr viele, dass das, was Putin am 24. Februar begonnen hat, in den Abgrund, in die Katastrophe führe, dass es Putins größter Fehler als Politiker und Staatsoberhaupt sei", sagt Osetschkin, der auch in Frankreich lebt, im Interview mit Kontraste. "Viele im System empfinden das sogar als Verrat. Denn im Laufe von 20 Jahren hat das gesamte System der Sicherheitsbehörden Putin dabei geholfen, an der Macht zu bleiben." Jetzt hätten sie Angst, dass Putin ihren Wohlstand und ihre Sicherheit aufs Spiel setze.

Französische Behörden sorgen sich um Osetschkins Sicherheit - er wird rund um die Uhr bewacht. Im Interview erzählt er, erst vor wenigen Wochen hätte es einen Anschlagsversuch auf ihn gegeben. Kürzlich wurde bekannt, dass in Russland ein Ermittlungsverfahren gegen ihn eingeleitet worden ist - wegen angeblicher Verbreitung von Falschinformationen über die russische Armee.

Putins "Bluthund" Kadyrow

Osetschkin sagt, wachsender Unmut sei der Grund, weshalb Putin den Tschetschenen-Führer Ramsan Kadyrow zum Generaloberst befördert habe. Der "Bluthund Putins" gilt als besonders loyal und brutal. Auch der Chef der privaten Söldner-Armee Wagner, der Oligarch Jewgeni Prigoschin, soll an Einfluss gewonnen haben. Eine Taktik von Putin, so Osetschkin, mit der er sich vor Putschversuchen absichern wolle: "Putin hat panische Angst davor, deshalb schafft er eine Vielzahl verschiedener Abteilungen und Einheiten, die sich gegeneinander wenden können."

Eine Strategie, die auch Mangott erkennt: "Putin ist jemand, der in seiner Umgebung gerne viele Akteure hat, die untereinander im Konflikt sind, die miteinander rivalisieren", sagt der Politikwissenschaftler. "Das erlaubt ihm dann zu gebotener Zeit eine Entscheidung zu treffen, einen Richterspruch, gewissermaßen der letzte Vermittler und Entscheider zu sein."

Dies sorge aber zunehmend für Spannungen im Machtapparat, so erzählt es Dmitriewa: "Die Mitarbeiter in den Sicherheitsbehörden haben Angst davor, dass in Zukunft noch radikalere Kräfte an die Macht kommen, also solche Banditen wie Kadyrow, denen sie sich dann unterordnen müssen." Schon jetzt hätten Kadyrows Leute bessere Gehälter und modernere Ausrüstung als die regulären Truppen.
Quelle: "Viele beim FSB halten den Krieg für verloren"

Putin´s Strategie ist wohl sich rivalisierenden Schergen um sich zu versammeln. Das könnte ihm zum Verhängnis werden oder auch den Rest der Welt, wenn noch radikalere Kräfte irgendwann an die Macht kommen würden. Davor haben sogar die eigenen Leute aus dem Geheimdienst Angst.
 
Quelle: "Viele beim FSB halten den Krieg für verloren"

Putin´s Strategie ist wohl sich rivalisierenden Schergen um sich zu versammeln. Das könnte ihm zum Verhängnis werden oder auch den Rest der Welt, wenn noch radikalere Kräfte irgendwann an die Macht kommen würden. Davor haben sogar die eigenen Leute aus dem Geheimdienst Angst.

Nicht "wohl", das ist Putins Erfolgskonzept seit jeher. Er hat sämtliche Selbstbereicherer aus Kriminalität, Politik, Militär, Geheimdienst, Medien und vor allem Wirtschaft um sich versammelt und dazu gebracht, sich solange nicht gegenseitig die Köpfe einzuschlagen, bis sie alle anderen in den jeweiligen Bereichen ausgemerzt hatten, was jedem in diesem System Putin zu einem ganz netten Profit verholfen hat. Genug Profit, dass bislang die Mehrheit immer zwecks eigener Bereicherung das System fortführen wollte und jeder, der ausgeschert ist, entweder einen Großteil seiner wirtschaftlichen Bedeutung durch ... ganz normale Geschäftspraktiken ... verloren hat, wegen ... staatsgefährender Aktivitäten auf Jahrzehnte im Knast verschwand ... oder ... unglückliche Unfälle hatte.

Aber das mit dem Profit ist schon seit einem halben Jahr Geschichte und wie ich seitdem schon mehrfach geschrieben habe: Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es Putin nicht mehr gelingt die einzelnen Gruppen gegeneinander auszuspielen und die Einen durch Angst vor den Anderen und die Anderen durch Angst vor den einen in Zaum zu halten. Irgendwann werden sich Wirtschaft, Kriminalität, Militär und/oder Geheimdienst hinter seinem Rücken zusammensetzen und vereinbaren: "Wenn du Putins Auftrag, mich umzubringen weil ich ihn absetzen will, nicht ausführst, dann werde ich Putins Auftrag, dich umzubringen, weil du ihn absetzen willst, auch nicht ausführen. Und wir beide werden sehr viel besser leben, sobald Putin abgesetzt ist".

Spannend bleiben zweieinhalb Fragen
1. Wie lange dauerts noch?
2. Wer übernimmt danach das Ruder?
2,5. Wie lange hacken die sich gegenseitig im Streit um Frage 2 die Köpfe ab?


Nur wie lange muß das noch weiter gehen bis zum letzten flaggschiff? Und wie sehe es dann aus? Ein ruderboot mit 2 mann besatzung und aufgepflanztem MG? :fresse:

Die haben 2014 doch die Hälfte der ukrainischen Marine geklaut. Ist zwar wenig großes dabei, aber zahlenmäßig einiges an Kleinkram.
 
Spannend bleiben zweieinhalb Fragen
1. Wie lange dauerts noch?
Gute Frage. Schwer einzuschätzen.
2. Wer übernimmt danach das Ruder?
Tja, vielleicht ein lachender Dritte?
2,5. Wie lange hacken die sich gegenseitig im Streit um Frage 2 die Köpfe ab?
Bis die zwei sich plattgemacht haben. Dann übernimmt der (unbekannte) lachende Dritte.
 
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