Die trauen sich doch aktuell sowieso kaum hinter Frontlinie hervor, man brächte Etwas gegen die Orlan Drohnen und eventuell Marschflugkörper bzw. Iskander. Wenn sie wirklich so nah an die Front kommen, dann können sie ja auch gegen Bodeneinheiten eingesetzt werden.
Ich glaube die Iskander ist zu schnell für den Gepard. Da geht es eher um die Su-24, vor allem aber um die -34 und die MiG-29. Russland ist zwar schon deutlich vorsichtiger bei deren Einsatz geworden, aber auch wenn sie nur noch selten Angriffe mit großer Wirkung fliegen ist die simple Möglichkeit, dass sie das jederzeit machen könnten und man permanent bereit sein muss, sich mit Kurzstreckenwaffen zu wehren, eine ziemliche Belastung für die Truppe. Und schnelle Panzermanöver, wie sie die Ukrainer bei einer zunehmenden Konzentration der Kräfte auf kürzere Frontlinien ebenso brauchen werden wie bei Rückeroberungen von längere Zeit russisch kontrollierten Gebieten, sind nur mit Manpadas als Luftdeckung gar nicht möglich. Da würde ein Gepard zumindest das aktuelle Abschreckungsregime gegenüber der russischen Luftwaffe aufrecht erhalten. Selbst wenn er nur Munition für die ersten drei von dreißig potentiellen Angreifern hat - solange niemand der erste, zweite oder dritte sein will bzw. niemand das erste, zweite oder dritte Flugzeug opfern möchte, ist es egal ob bei einem vierten die Rohre kalt bleiben müssten.
Ich habe keine Erfahrung mit der deutschen Bundeswehr, aber solcher Handlungen würde ich jeder anderen Nation zutrauen, nur nicht der Deutschen. Welchen Sinn sollte das für uns haben, wenn wir die richtige Zahl verschweigen.
Der Vorteil des Schweigens für jeden Lieferanten ist: Er kriegt keinen Ärger mit der Schweiz, wenn er Munition liefert, die er nur von ihnen haben kann statt dem Bisschen, was aus anderen Quellen vorhanden ist. Aber nein, ich traue das der Bundeswehr auch nicht zu. Da geht zwar gerne mal Munition für Handfeuerwaffen verloren, aber um was größeres gar noch in die Ukraine liefern zu können, müsste vermutlich ersteinmal ein Verwaltungsakt "Schmuggelsachen" erlassen werden, sonst weiß ja niemand ob vier oder fünf Durchschläge nötig sind.
Ist aber auch gar nicht nötig, dass die deutschen das liefern: Im Gegensatz zum Gepard selbst sind nahezu baugleiche Geschütze sowie einige weitere, die gleiche Munition verwenden, bei vielen Nationen im Einsatz.
sicher? das liest sich etwas anders bei dem Herren, auch nicht jede Munition passt in die Munitionsgürtel
Der Gepard kann ein halbes Dutzend unterschiedlicher Munitionstypen verschießen und hat das auch bei der Bundeswehr gemacht. Warum es für an die Ukraine gelieferte Waffensysteme nötig sein sollte, dass sie "ihr volles Leistungsspektrum" ausschöpfen, konnte mir bislang nie jemand erklären. Begründungen dieser Art wurden schon vorgeschoben, um den Ukrainern Marder zu verweigern ("können sie erst nach einem Jahr Übung optimal einsetzen"), ihnen keine Geschütze zu liefern ("sind die überhaupt gut geeignet für die geplanten Einsätze?"), etc..
Ein Gepard, der HEI verschießt ist definitiv besser als kein Gepard, der gar nicht schießt.
Mir will auch nicht in den Kopf das es nicht möglich sein soll in irgendeiner Halle eine kleine Produktionslinie für das Zeug aufzubauen.^^ Sicher braucht das auch bei maximalen Bemühungen ein paar Wochen, aber die wurden mittlerweile ja auch schon untätig vergeudet...
Ist das bei moderner Munition mit digitalen Komponenten tatsächlich so einfach? Ganz davon abgesehen, dass wir uns nicht im Kriegszustand befinden und für den Umgang mit Sprengstoffen aus gutem Grund saftige Auflagen gelten, sowohl was Einrichtungen als auch Personal angeht.
Erste Verurteilung wegen Kriegsverbrechen in der Ukraine:
In Kiew ist das Urteil gegen einen 21-jährigen russischen Soldaten gefallen, der einen unbewaffneten 62-jährigen Zivilisten getötet hatte.
www.spiegel.de
Ich verstehe emotional das Urteil.
Wenn ich mir den dezidierten Fall so durchlese, bin ich mir nicht ganz sicher, ob lebenslang das richtige Signal ist.
Das steht ein grüner Bub aus Sibirien, der sich freiwillig gestellt hat.
Der ist von der Armutshölle in die Kriegshölle gekommen und musste Befehle ausführen.
Als Signal an Kameraden, die sich ebenso aus Gewissenbissen oder aus Kriegsmüdigkeit melden wollen, hätten auch 10-15 Jahre gereicht.
Ich kenne die typischen Strafhärten in der Ukraine nicht, aber ich hätte sogar 5-10 Jahre gesagt. Er war geständig; er hat Reue gezeigt, er hat sich mit seiner Desertation selbst in Gefahr begeben und dabei der Ukraine genützt. Er fällt fast noch unter Jugendstrafrecht. Vor allem aber hat er auf Befehl gehandelt. In Feindesland, in einer mutmaßlichen Bedrohungssituation im Krieg in einer Armee, die Disziplin mit brutaler Gewalt durchsetzt. Mit einem offentsichtlich hemmungslosen Vorgesetzen. Eine Befehlsverweigerung hätte durchaus auch mit seinem Tod enden können. Das entschuldigt seine Tat nicht, aber viel stärkere mindernde Umstände kann man sich kaum vorstellen. Da gibt man nicht Höchststrafe.
Und politisch hätte es erst Recht Signalwirkung gehabt, wenn die Ukraine hier Größe gezeigt hätte - auch wenn das natürlich nicht der Job von Richtern ist.
DAS ist ein guter Punkt in der Diskussion!
Insofern müsste mal einer, der russisch versteht, nachgucken, was darüber (wenn überhaupt) so in den Mainstreammedien berichtet wird.
Ich wette: Gar nichts. Aber bei der Frage, ob man das richtige tut oder ob man Recht mit Rache verwechselt, sollte es auch keine Rolle spielen, ob Putins Genossen zuschauen. Das geht es ums Prinzip. Und auch in Russland gibt es Kräfte, die Medien jenseits des Staatsaparats konsumieren - Storys von Rechtsstaatlichkeit finden ihren Weg in diejenigen, die schon ein halbes Ohr offen haben und danach haben sie ein ganzes offen.