Ist das "Asow-Regiment" heute ein anderes?
Gleichzeitig ist "Asow" von heute laut Experten nicht mehr "Asow" von 2014. Der politische Arm etwa versuche nach außen hin nicht mehr extremistisch aufzutreten, sagte Alexander Ritzmann vom Counter Extremism Projekt in Berlin der ARD. Er werte das aber vor allem als PR-Strategie.
Das Regiment hingegen sei durch die Eingliederung in die offiziellen Strukturen als Organisation ideologisch auch weniger gefährlich, so der Extremismusexperte im Deutschlandfunk. Zudem habe "Asow" in der Symbolik abgerüstet und verwendet inzwischen nicht mehr die "Schwarze Sonne" – ebenfalls ein SS-Symbol.
Kacper Rekawek vom Zentrum für Extremismusforschung der Universität Oslo beobachtet ebenfalls eine Veränderung: Viele der radikalen Gründungsmitglieder hätten das Regiment inzwischen verlassen – neue Mitglieder schlössen sich der Gruppe inzwischen oft aufgrund ihres Rufes als erfolgreiche Einheit und nicht wegen des rechtsradikalen Anstrichs an.
Warum spricht der ukrainische Botschafter von einem russischen Fake-Narrativ?
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Das sei eine generelle Tendenz: Rechtsextreme seien in der Ukraine lediglich Randerscheinungen, würden von Russland aber als maßgeblicher politischer Einflussfaktor dargestellt, betonte Andreas Umland vom Stockholmer Zentrum für Europastudien. "Die russische Propaganda spielt mit der Unkenntnis der Menschen in Russland und im Westen, die den Kontext nicht kennen. Deswegen funktioniert es so gut", sagte er der "Welt".
Bei den letzten Wahlen 2019 haben die größten rechtsextremen Parteien eine gemeinsame Liste aufgestellt – darunter auch die "Asow"-Partei – und kamen mit 2,15 Prozent nicht einmal ins Parlament.